corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904

 newsBEAT
+ SW Regisseure gesucht
+ SW Die Ep. 8 9 Autoren
+ X-Men: Alte Bekannte
+ 8 Minuten Hobbit
+ Akte X: Dritter Film?
+ Waterworld-Fortsetzung?
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TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze
Das Buch nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen dieses Franchises. Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes. Ideen, die weltweit von Millionen von Trekminds gelebtwerden.
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02. Dezember 2012 - Ausgabe 277 - "Take your time…"
… welche Zeit bitte?
Kriegen Sie es eigentlich auch im Kopf, wenn Sie "Vorweihnachtszeit" hören? Na vielen Dank, ich auch. Um mich herum bricht in allen Bereichen echt die Panik los, der "Jahresendrun" oder wie auch immer das so heißen mag. Freunde aus der Versicherungsbranche kriegt man in der Zeit gewohnt schlecht bis gar nicht, denn in dieser Zeit wechselt ja alles seine KFZ-Versicherung, schließt noch schnell einen Bausparer oder Riester ab "Vorteile für ein ganzes Jahr sichern!" und dieses Jahr hauen sie einem noch die "UNISEX-Tarife" oben drauf. Haben Sie Freunde in der Versicherungsbranche, seien Sie nachsichtig und großmütig aber schreiben Sie die in der Vorweihnachtszeit einfach ab. Seien Sie verständnisvoll, das werden Sie Ihnen höher anrechnen, als eine dringende Vorweihnachtseinladung zu einem "gemütlichen Beisammensein".

Überhaupt geht mir dieses ganze zwanghaft gemütlich schön geordnete Vorweihnacht schon gehörig auf die Nüsse… Öhm, ja Wal-, Peka- oder auch Erdnuss halt…. Was haben Sie denn gedacht?

Und dann dieses zwanghafte "Wir müssen uns auf jeden Fall an den Tagen sehen…. Oder zwischen den Jahren…." Das finden Sie auch zum Erbrechen im Strahl an eine x–beliebige Wand?

Dann haben Sie jetzt einen Fan, mich. Seien Sie stark, seien Sie mutig, seien Sie gerade heraus und sagen Sie einfach " Nein!". Und dann machen Sie es wie ich, nehmen sich ein Glas Wein, oder ein gutes Bier oder auch einen richtig schönen Kaffee, Tee, gern auch Kakao (hochwertige Genießer dürfen auch Trinkschokolade nehmen) setzen Sie sich hin und genießen die Ruhe. Vielleicht gewähren Sie einigen Menschen, die Sie mögen Einblick in diese Zeit.

Leider hat sich eine unserer Datenverbindungen diese Worte offensichtlich auch zu Herzen genommen und sich eine Vorweihnachtspause gegönnt. Daher beinhaltet diese Ausgabe keine TV-Vorschau. Aber kein Grund zur Panik unter diesem Link können Sie sie problemlos abrufen.

In einem gemütlichen Moment habe ich diese Ausgabe zusammengestellt und dieses Vorwort geschrieben. Damit haben Sie einen Blick auf meinen wirklich entspannten Abend in der Vorweihnachtszeit erhascht und ich teile diesen Moment wirklich gern mit Ihnen. Nehmen Sie sich doch noch mehr Zeit. Wir haben da mal was vorbereitet. Weihnachtstipps, lassen Sie sich zu Geschenken inspirieren. Genießen Sie interessante Momente mit Jo Graham, die Stefanie Kurt in Buchstaben gewandet hat. Ein Blick auf den Klassiker Mondbasis Alpha 1, oder den MucCon Revue passieren lassen? Ah, eine gute Wahl, der zweite Platz unseres Kurzgeschichtenwettbewerbs zum Thema "Das Artefakt". Na Sie haben aber Geschmack...

… und wir noch mehr für Sie in dieser Ausgabe. Viel Spaß damit und – naja - der Vorweihnachtszeit

In diesem Sinne

Herzlichst
Ihr Frank Hebenstreit
Chefredaktion (v.i.S.d.P.)
Inhalt
1.Spotlight: Weihnachtstipps von der Corona Redaktion
Lassen Sie sich von uns inspirieren!
6.Mondbasis Alpha 1 - Kult-SciFi-Serie in DVD-Boxen
Eine ganze DVD Box voll Spannung auf dem Mond, Reiner Krauss hat geguckt
2.newsBEAT
Kurzmeldungen aus Fernsehen, Kino & Co.
7.Phantastische Spiele: Der Hobbit
Frank Stein hat ein älteres Hobbit-Spiel gespielt aus dem Jahr 2011
3.Alles rund um den "Hobbit"
Ein Überblick über die Neuerscheinungen zum Kinostart von Birgit Schwenger
8."Per aspera ad astra" - der MucCon 2012
Über einen langen steinigen Weg zur Perfektion resümiert Simon Haffner
4. James Bond 007 - Skyfall: Produktionsnotizen (2.2)
Hintergründe und Fakten zum neuen James Bond-Film
9.Wissenschaft: Wissenschaft und Religion
Passen Religion und Wissenschaft zusammen? Marcus Haas gibt eine Antwort.
5.Im Gespräch mit Jo Graham
Stefanie Kurt hat sich mit Jo Graham Über das Schreiben im Allgemeinen und "Stargate Atlantis" im Besonderen unterhalten
10.Die Corona-Kurzgeschichte
"Relais" von D.M. Hirth

1. Spotlight: Weihnachtstipps von der Corona Redaktion
von Corona Magazine
Ob Sie es nun glauben oder nicht, als erstes ging mir wieder dieser höchst innovative "Alle Jahre wieder!" durch den Kopf. Da wir aber ja diese wunderbare Archiv Funktion auf unserer Homepage haben, habe ich fix nachgeschlagen…. Und: Hüstel…. Spotz…. Ich habe letztes Jahr an exakt dieser Stelle genau den gebracht. Also das geht nicht.

Vielleicht so:

Wir haben Ihnen einfach mal Einiges zusammen getragen, von dem wir meinen, dass es beachtenswert ist. Nicht nur das. Wir meinen auch, wenn Sie den richtigen Menschen dazu kennen, dann haben Sie ein perfektes Geschenk. Also Wenn Ihnen bei einem unserer Tipps ein Name aus Ihrem Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis durch den Kopf geht, dann shoppen Sie los. Und vielleicht schicken Sie uns unter leserbriefe@corona-magazine.de eine kurze Nachricht, wie gut es ankam.

Wolfgang Fröhning empfiehlt: "HobbitCon - There and back again – Ein RingCon-Special"

Was könnte man an Weihnachten besser verschenken als etwas, das mit pelzigen Füßen und Ostern zu tun hat? Richtig – gar nichts. Aber ich rede hier nicht von einem flauschigen Hasen, denn Tiere gehören generell nicht unter den Weihnachtsbaum. Ich meine Karten für die Convention zum Film-Highlight des Jahres. Die "HobbitCon - There and back again – Ein RingCon-Special”. Selbige findet an Ostern 2013 statt und zwar von Samstag bis Montag. Zehn der Zwergendarsteller sind bisher angekündigt. Außerdem noch Vorträge, Konzerte und das übliche Rahmenprogramm einer Convention. Karten für alle drei Tage gibt es ab 99,00 Euro.

Ein schöneres Geek-Geschenk als gemeinsame Zeit mit Gleichgesinnten kann es doch nicht geben.

Informationen zum Thema:
http://www.hobbitcon.de/ - Die HobbitCon im Internet



Simon Haffner empfiehlt: "Fringe" - Die vierte Staffel

Paralleluniversen, Quantenverschränkung, Zeitparadoxa – was sich für den normalen Menschen nach Fiktion anhört, ist der Alltag der Fringe-Division, einer FBI-Abteilung mit dem Schwerpunkt der Grenzwissenschaften. Diesen Sommer wurde sie ausgestrahlt, nun ist sie auf DVD erhältlich: die vierte Staffel der Serie "Fringe – Grenzfälle des FBI".

Der Zuschauer muss sich auf einige Änderungen gefasst machen, denn sie spielt in einer neuen Zeitlinie: Als Peter Bishop im Finale der dritten Staffel in die "Weltuntergangsmaschine" eingestiegen ist, hat er Löcher in sein Universum und ein Paralleluniversum gerissen und eine Brücke zwischen den Welten erzeugt, damit die zusammenarbeiten können, anstatt sich zu bekriegen. Nachdem er die Brücke hergestellt hat, versuchen ihn die Beobachter aus der Zeit zu eliminieren, seinen Zweck hätte er erfüllt.
Dennoch sickern in der vierten Staffel immer wieder seine Spuren durch. Ferner festigen beide Universen ihre Allianz und es gibt ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten: David Robert Jones (Jared Harris) und William Bell (Leonard Nimoy).

Weil diese Staffel gewohnt spannend und unterhaltsam ist und vor allem John Noble in seiner Rolle des Walther Bishop brilliert, empfehle ich sie als Weihnachtsgeschenk – für "Fringe"-Fans und solche, die es werden wollen.

Amazon Link zum Thema:
Fringe, Staffel 4 - DVD-Box zum Preis von 31,99 EUR
Fringe, Staffel 4 - Blu-ray-Box zum Preis von 44,99 EUR



Frank Hebenstreit empfiehlt: "Zenianischer Lotus" von Raik Thorstad

Als Begründung für meine Weihnachtsempfehlung würden vielleicht folgende Sätze ausreichen:

Wann haben Sie das letzte Mal ein Buch gelesen, dass Sie im wahrsten Sinne des Wortes kaum aus der Hand gelegt haben, weil es Sie so fasziniert hat?
Ich gerade eben, es war "Zenianischer Lotus" von Raik Thorstadt. Ich habe im Bett, am Esstisch, im Bus, an der Bushaltestelle, ja sogar auf dem Klo gelesen. Im Bus hätte ich beinahe sogar einmal die Haltestelle verpasst.

Sie werden von mir in der nächsten Ausgabe noch mehr über dieses Buch lesen, ein Interview mit dem Autor habe ich auch in Planung. Daher vorab nur so viel: Eine Welt in der zwar mittelalterliche Zustände herrschen, in der aber in einigen Bereichen das Miteinander, die Toleranz und die Vorurteilsfreiheit sicherlich selbst im hehresten Science-Fiction-Bereich ihresgleichen suchen. Greifbare Charaktere, die scheinbar manchmal sogar dem Autor ein Schnippchen schlagen, der sie aber lässt und nicht auf Biegen und Brechen in Klischees quetscht. Ebenso wohlgefällig, aber sicherlich ein Aspekt, den man beim Schenken nicht außer Acht lassen sollte: Die Geschichte hört selbst da nicht auf, wenn zwei Menschen sich in eine durchaus eher lustvolle Situation begeben. Und das ist bei diesem Buch einfach nur selbstverständliches Bestandteil.
Eine wirklich tief berührende Hauptlinie, die mich, wie oben gelesen, echt fasziniert hat. Daher mein Tipp zu Weihnachten, zum Verschenken, und bitte auch zum selber gönnen. Dieses Buch sollte man wirklich selbst haben, da reicht Leihen irgendwie einfach nicht aus.

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Zenjanischer Lotus - Taschenbuch zum Preis von 10,95 EUR



Mike Hillenbrand empfiehlt: "Die Muppets"

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Und Sie haben ja Recht. "Die Muppets" sind nur mit einem sehr, einem äußerst, einem exorbitant großen Toleranzpegel als ein einem Phantastik-Newsletter zugehöriges Thema zu bezeichnen. Aber soll ich Ihnen was sagen? Geschmack schlägt Konvention. Qualität schlägt Einschränkung. Oder auch: Phantastik ist, was Spaß macht. Und Spaß – Spaß machen sie, die Muppets, noch immer. Oder eher wieder.

Was Jason Segel in einer Art Fünf-Jahres-Plan (schönen Gruß an die 1990er und alle Fiver da draußen!) auf die Beine gestellt hat, ist an Großartigkeit kaum zu überbieten. Diesem Film, der ein fulminantes Comeback von Kermit, dem Frosch, Miss Piggy, Gonzo und meinem erklärten Liebling Fozzie Bär ermöglicht, zeigt in jeder Einstellung und jedem Ton die Liebe und die Leidenschaft, mit der der "How I met your Mother"-Star dieses Herzblut-Projekt in die Realität umgesetzt hat. Er kämpfte für ein Comeback der Muppets, schrieb den Pitch, besorgte Geldgeber, schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle und lieferte alles in allem einen Film ab, der sie alle erreicht. Die ganz Großen (um nicht "Alten" zu sagen), die die Muppet Show früher geliebt haben, die schon immer "Alt gewesenen", die die Muppets eigentlich nie mochten, aber vor allem die ganz Kleinen, mit denen nun eine neue Generation von Muppet-Fans heranwächst. Verschenken Sie diesen Film zu Weihnachten – wenn nicht an jemand anderen, dann zumindest an Sie selbst. Denn der Film ist es wert. So wert. Von trockenem bis ganz feuchtem Humor, von flach wie Fossie bis intelligent wie … äh … Jennie. Also, Sie wissen schon, was ich meine. Humor, Melancholie, Ernst sein, Liebe und Freundschaft – in diesem Film ist alles vorhanden und dennoch bleibt der Holzhammer in der Kiste.

Zugegeben sollten Sie dort auch die Synchro lassen. Ich empfehle Ihnen die Originalversion (geht ja auch mit deutschen Untertiteln), die so viel besser als die Synchro ist, dass Sie schon bei Kermits erstem Lied wissen werden, was ich meine.

Hey. It’s time to meet the Muppets … Happy Christmas, liebe Leser. Gesegnete Weihnachten!

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Lieven L. Litaer empfiehlt: Das Buch zum Klingonischen Bird Of Prey, Haynes Verlag

Auf Englisch verfasst, und schön bebildert mit sehr realistischen cgi-Animationen des Klingonischen Bird of Prey.

Die einzelnen Kapitel sind mit Überschriften in tlhIngan Hol versehen, größtenteils sogar in Klingonischer Schrift dargestellt. Endlich mal nach dem Klingonischen Monopoly eine sinnvolle und praktische Vorlage, um die Klingonische Schrift zu üben, was hiermit übrigens wieder mal einen weiteren Schritt in Richtung Kanonisierung gemacht hat. Wer dachte, er würde nie Wörter wie lolSeHcha oder cha'puj benötigen, hat spätestens hier einen Grund, sie zu lernen. Als kleines Sahnehäubchen ist in diesem Buch sogar ein neues Wort versteckt, was an dieser Stelle nicht verraten wird.

Dieses Buch hat das Glück der späten Geburt, denn dadurch stehen ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung als bei der Ausgabe des "technischen Handbuchs" der Enterprise. Wem das letztere gefallen hat, der wird auch dieses Buch genießen. Das Buch ist erst Anfang November erschienen und ist ein absolutes Muss für jede Klingonische Bibliothek.

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Klingon Bird of Prey Manual (Owners Workshop Manual) - Gebundene Ausgabe (englisch) zum Preis von 19,40 EUR



Jennifer Christina Michels empfiehlt: "Game of Thrones"

"Der Winter naht"… und dies im wortwörtlichsten Sinne. Warum also nicht den einen oder anderen langen dunklen Abend mit der Fernsehserie "Game of Thrones" verbringen? Basierend auf der erfolgreichen Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin zählt diese Fantasy-Produktion des amerikanischen Senders HBO zu den wohl eindrucksvollsten der vergangenen Jahre.

Die Handlung spielt im Wesentlichen auf dem Kontinent Westeros in einer fiktiven Welt, in der sich Jahreszeiten über viele Jahre hinziehen können und auf dem sich der Herbst so langsam seinem Ende zuneigt. Westeros selbst ist feudalistisch geprägt und wird von insgesamt sieben einflussreichen Adelsfamilien beherrscht, die Ihrerseits dem König auf dem Eisenthron in Königsmund in Lehnstreue verpflichtet sind.

Gut 15 Jahre nach einem Bürgerkrieg, in dem das Herrscherhaus der Targaryen gestürzt wurde, führt nun der Tod des damals siegreichen Rebellenführers und späteren Königs Robert Baratheon zu einem großen Erbfolgekrieg, wobei hier insbesondere die Berater des verstorbenen Herrschers und die einflussreichen Häuser Lannister und Stark eine maßgebliche Rolle in dem blutigen und intrigenreichen Konflikt spielen. Zwei weitere Handlungsstränge um die Nachtwache – eingeschworene Bewacher der abgelegenen Nordgrenze des Reiches, die sich nach einer langen Ruhezeit durch Barbaren und Untote bedroht sehen – und die letzten überlebenden Mitglieder des Herrschergeschlechts Targaryen auf dem östlichen Nachbarkontinent Essos, die "ihren" Eisenthron von Westeros zurückerobern wollen, vervollständigen das Bild.

Was "Game of Thrones" für mich so reizvoll macht, ist die enorme Komplexität der Handlung, sowie die Tatsache, dass hier endlich mal wieder richtig "schmutziges" Mittelalter gezeigt wird. Es gibt also viel nackte Haut, nahezu schonungslose Gewalt, dreckige Rüstungen und Unmengen von Intrigen zu verfolgen. Weiterhin ist der Faktor Fantasy in Form von Drachen und untoten "Weißen Wanderern" aus dem Norden lediglich eine sorgsam eingesetzte unterstützende Komponente, nicht jedoch eine tragende Säule. Alles in allem ist die Serie also eine inhaltlich runde Mischung für kuschelige Winterabende und mein gegenwärtiger Favorit.

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Bernd Perplies empfiehlt: "Star Trek Fleet Captains"

Welchen "Star Trek"-Fan würde es nicht reizen, einmal an Bord eines Raumschiffs auf dem Captains Chair Platz zu nehmen und hinaus ins All zu fliegen, um seine Wunder zu erforschen? Mit dem englischen Brettspiel "Star Trek Fleet Captains" kann man diesen Traum nun zumindest am Wohnzimmertisch Wirklichkeit werden lassen. Zwei oder vier Spieler schlüpfen dabei in die Rolle von Fleet Captains, die ihre Schiffe im Dienste der Föderation oder des klingonischen Reichs über ein modulares Hexfeld-Spielbrett schicken, um neue Welten und neue Zivilisationen zu entdecken. Außenposten werden gebaut, Missionen bewältigt, stellare Phänomene entdeckt und natürlich kommt es auch zu kriegerischen Zusammenstößen der beiden Fraktionen.

Das Spiel kommt in einem überwältigend großen Karton daher und bietet tolles Spielmaterial satt (inklusive 24 kleiner Raumschiffmodelle). Vom Kanon her darf man natürlich nicht kleinlich sein und muss auch mal einen Hikaru Sulu als Captain der U.S.S. Voyager einsetzen, wenn es nötig wird. Kann man über diesen Temporalwirbel aller Epochen allerdings hinwegsehen, bekommt man "Star Trek"-Atmosphäre pur in die heimischen vier Wände. Ich kann dieses Spiel jedem "Star Trek"-Fan nur wärmstens empfehlen.

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Klaus Schapp empfiehlt: "Star Trek – The Next Generation" auf Blu-Ray

Die "Nächste Generation" von "Raumschiff Enterprise" war prägend für meine Jugend. Deswegen hatte es mich auch sehr gefreut, dass die erste und zweite Staffel der Serie nun endlich auf Blu-Ray erschienen sind. Die original Filmrollen wurden neu eingescannt, manche Special-Effects neu erzeugt, so dass die Bildqualität wirklich beeindruckend ist. Man kann nun in High Definition mutig dorthin gehen, wo niemand zuvor gewesen ist. Neben der kompletten Staffel in mehreren Sprachen, wobei nur der englische Ton remastered wurde, bekommt man auch noch ein Paar relativ kurze Special Features mit Hintergrundinformationen über die Entstehung der Blu-Ray-Fassung als auch der Serie.
Insgesamt aber ein Muss für jeden, der die Frage "Kirk oder Picard?" mit Picard beantwortet, oder sich noch nicht sicher ist und dort noch einmal in HD darüber nachdenken möchte.

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Birgit Schwenger empfiehlt: Weihnachten mit dem Hobbit

Seine Weihnachtspost ganz altmodisch auf dem Postweg zu schicken – sei es als Karte oder Brief – ist leider so ziemlich aus der Mode gekommen. Für Tolkien-Fans heißt es diesen Winter aber ganz definitiv: Tastatur oder Touchpad beiseiteschieben und zum Stift greifen, denn die Sondermarken, die die neuseeländische Post zum Kinostart des "Hobbit" aufgelegt hat, sind so schön, dass sie unbedingt ein Schriftstück schmücken müssen. Ob Bilbo, Gollum, Gandalf, Thorin, Radagast oder Elrond – diese Marken sind eine Zierde für jeden Brief. Wer – leider zu Recht – befürchtet, dass die Deutsche Post die Marken nicht anerkennen wird, muss aber trotzdem nicht verzweifeln: Dann gibt es die Briefmarken eben als Sammlerstücke in einer wunderschön gestalteten Mappe. Je nach Größe des Geldbeutels gibt es verschiedene Ausführungen und Zusammenstellungen – eine schöner als die andere. Die passenden Postkarten gibt es selbstverständlich dazu, nur das Briefpapier lässt offenbar noch auf sich warten.

Ebenfalls rechtzeitig zu Weihnachten erscheint der "Hobbit"-Soundtrack – wie schon beim "Herrn der Ringe" wahlweise in der exklusiven Limited Edition mit 26-seitigem Booklet, Fotos und zusätzlichen Bonus Tracks oder als normale Doppel-CD. Die Musik stammt erneut von Oscar-Preisträger Howard Shore, das Titellied "Song of the Lonely Mountain" wird von Neil Finn, dem Sänger von Crowded House, gesungen, die sich in Deutschland u. a. mit Liedern wie "Don’t dream it’s over" in die Annalen der Popgeschichte eingeschrieben haben.

Informationen zum Thema:
http://stamps.nzpost.co.nz/thehobbit - Die "Hobbit"-Briefmarken-Edition der Newsealand Post


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The Hobbit: An Unexpected Journey (Limited Deluxe Edition inkl. 6 Bonustracks) - 2 Audio-Cds (Soundtrack) zum Preis von 18,95 EUR



Sven Wedekin empfiehlt: "Keine Macht den Doofen!" von Michael Schmidt-Salomon

Mein Weihnachtstipp: das kleine Büchlein "Keine Macht den Doofen!" von dem deutschen Philosophen Michael Schmidt-Salomon.
In einer Zeit, in der Finanzakrobaten mit Milliarden jonglieren, aber das kleine Einmaleins nicht beherrschen, und religiöse Fanatiker immer mehr ein Einfluss in der Politik gewinnen, ist es dringend nötig ein Zeichen gegen die weltumspannende Blödheit zu setzen, die immer weiter um sich greift.
"Keine Macht den Doofen!" ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Irrationalität unser ach so modernen Welt, der deutlich macht, dass der scheinbar so intelligente Homo sapiens doch nicht ganz so vernunftgeleitet zu sein scheint, wie es sein Name denken lässt.

Amazon Link zum Thema:
Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift - Taschenbuch zum Preis von 5,99 EUR

2. newsBEAT
Star Wars: Keiner traut sich an die Regie
Steven Spielberg? Nein.
Zack Snyder? Nö.
Quentin Tarantino? Keinen Bock.
Jon Favreau? Auch nicht.

Vielleicht hat Hollywoods Goldjunge J.J. Abrams Interesse, nach einem erfolgreichen "Star Trek"-Neustart der nächsten "Star Wars"-Trilogie bei "Episode VII" unter die Arme zu greifen?

"Star Wars ist einer meiner Lieblingsfilme. Wer auch immer die Gelegenheit bekommt, die Regie zu übernehmen, wird eine riesige Last mittragen. Mehr als jeder andere bin ich gespannt auf die nächsten Star Wars-Filme. Ich denke, ich werde ihn als zahlender Kinogast ansehen.", so Abrams Kommentar zu diesem Thema.

Die Suche geht also weiter. "Star Wars: Episode VII" kommt 2015 in die Kinos. Michael Arndt ("Toy Story 3") schreibt das Drehbuch.
Star Wars: Autoren für Episode 8 & 9
Die Suche nach einem Regisseur für "Star Wars: Episode VII" gestaltet sich, sagen wir mal, anspruchsvoll. Anders sieht es bei den Drehbuchautoren aus.

Oscar-Gewinner und "Toy Story 3"-Autor Michael Arndt arbeitet bereits am Drehbuch für den ersten Teil der neuen Trilogie. Für "Episode VIII" und "Episode IX" hat das Duo Lawrence Kasdan und Simon Kinberg wohl den Zuschlag bekommen. Disney oder Lucasfilm haben das bisher aber noch nicht offiziell bestätigt.

Kasdan ist bei Lucasfilm kein Unbekannter, hat er schon "Das Imperium schlägt zurück" und "Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes" geschrieben. Aus Kinbergs Feder stammen die Filme "Sherlock Holmes" und der kommende "X-Men"-Film "Days of Future Past".

Ob sich jeder einen Teil vornimmt, oder die beiden Autoren zusammenarbeiten, ist noch nicht bekannt.
X-Men: Days of Future Past: Alte Bekannte sind dabei!
Sieht wohl so aus, als wird der neue "X-Men"-Film "Days of Future Past" nicht nur eine Fortsetzung des Prequels "Erste Entscheidung", sondern auch mehr an die erste "X-Men"-Trilogie anknüpfen und bekannte Gesichter zurück auf die Leinwand bringen.

"X-Men" und "X2"-Regisseur Bryan Singer übernimmt bei "Days of Future Past" erneut das Ruder und versammelt nach und nach die alte Garde um sich, so scheint es. Patrick Stewart (Prof. Charles Xavier) und Ian McKellen (Magneto) kehren ganz offiziell in ihren Rollen zurück. Dies hat Singer bei Twitter verlauten lassen.

"More to come..."? Patrick Stewart hat bereits auf der Montreal Comic-Con 2012 vor einigen Monaten verkündet, sie kämen "alle" zurück. Hugh Jackman (Wolverine) hat seine Teilnahme selbst bereits ins Spiel gebracht. Offiziell ist dies allerdings noch nicht.

"X-Men: Days of Future Past" basiert auf einem populären, gleichnamigen "X-Men"-Band von 1981. Der Comic spielt in zwei Zeitlinien, einmal der (Prequel-)Gegenwart und in einer Zukunft, in der Mutanten in Camps interniert leben. Der Film beginnt die Produktion im Januar 2013 und kommt im Juli 2014 in unsere Kinos.
8 Minuten Hobbit
Jede Szene aus allen bisher veröffentlichten Trailern und Fernsehspots zu "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" hat ein Fan zu einem fast 8-minütigen Film zusammengeschnitten. Eine kleine Einstimmung auf den ersten Film der neuen Trilogie, der am 13. Dezember in die deutschen Kinos kommt.
Akte X: Anlauf für dritten Film
Vielleicht klappts ja diesmal. "Akte X"-Produzent Frank Spotnitz wirft die Möglichkeit eines dritten, abschließenden Films in den Raum: "Seit einigen Jahren habe ich im Kopf, wie dieser Film aussehen soll und auch mit Chris Carter [Erfinder von "Akte X"] darüber gesprochen. Aber es gibt noch kein Drehbuch. ... Es geht um den Handlungsbogen der Kolonisierung durch Außerirdische, mit dem die Serie begann."

Passend dazu hat Dana Scully-Darstellerin Gillian Anderson bereits im vergangenen August auf der Toronto Fan Expo erwähnt, dass sie Chris Carter getroffen hat und es "gut" aussieht. David Duchovny zeigt sich in Interviews einer Rückkehr in die Rolle des Fox Mulder ebenfalls nicht abgeneigt.

Der letzte Film "Akte X: Jenseits der Wahrheit" (2008) wurde inhaltlich zerrissen und floppte gewaltig an der Kinokasse. 20 Millionen US-Dollar hat der Film in den USA eingespielt, weitere 47 Millionen auf dem Rest des Planeten. Der Schuldige wurde auch schnell ausgemacht: der Batman-Film "The Dark Knight" hat die Einnahmen negativ beeinflusst, so die Erklärung. Zum Vergleich. Der erste "Akte X"-Kinofilm hat 1998 auf dem Höhepunkt des X-Hypes fast 200 Millionen Dollar eingenommen.
Waterworld: Fortsetzung?!
Das größte und teuerste Film-Fiasko der 90er Jahre könnte eine Fortsetzung auf den Fernseh-Bildschirmen erleben. Fast 20 Jahre nach der Veröffentlichung sorgt die Wiederholung von "Waterworld" auf dem amerikanischen Spartensender SyFy immer noch für anscheinend derart gute Quoten, dass man darüber nachdenkt, entweder eine Serie oder einen Fernsehfilm zu produzieren.

Im post-apokalyptischen Waterworld sind in einer hunderte Jahre entfernten Zukunft die Polkappen geschmolzen und damit der Meeresspiegel einige hundert Meter angestiegen. Die Hauptrollen spielen Kevin Costner, Dennis Hopper und Jeanne Tripplehorn. Die Produktion lief völlig aus dem Ruder, das Budget knackte die 200-Millionen-Dollar-Marke, ein unfassbarer Betrag zu der Zeit.

Bis heute ist nicht genau bekannt, ob Regisseur Kevin Reynolds zwei Wochen vor Ende der (ausufernden) Dreharbeiten einfach das Handtuch geworfen hat, oder von seinem langjährigen Freund und Hauptdarsteller Costner gefeuert wurde. Zwar kein Superhit in den Kinos, konnte der Film seine Kosten über die Jahre wieder wettmachen.
Iron-Sky-Team verfilmt Comic
Das Team um Timo Vuorensola, von denen die Nazikomödie "Iron Sky" stammt, plant einen neuen Film namens "Jeremiah Harm". Er basiert auf der gleichnamigen Comicserie von Keith Giffen und Alan Grant und erzählt die Geschichte des Kopfgeldjägers Jeremiah Harm, der als Mensch unter Aliens aufwächst. Eines Tages schickt man ihn zur Erde, um die entführte Tochter eines äußerst mächtigen Mannes aufzuspüren.

Das Promo-Video erinnert an die SF-Actionfilme der 80er und 90er, was sicherlich kein Zufall ist. Vuorensola hofft wie auch schon bei Iron Sky auf die Unterstützung der Fans. Auf JeremiahHarm.com können Sie zum Beispiel eigene Aliens entwerfen, von denen die besten im Film zu sehen sein werden.

Als Produzent konnte Vuorensola übrigens Arnold Rifkin, den Executive Producer von "Die Hard 4.0", gewinnen.
J.J. Abrams spricht über Trek und Revolution
Der Sender KTLA hatte J.J. Abrams bei sich zu Gast und plauderte mit ihm unter anderem über "Star Trek" und "Revolution". Leider hat er nicht wirklich etwas über Trek verraten, aber dafür über andere Projekte gesprochen.
Hunger Games 2: Animiertes Poster
Unabhängig davon, ob man die Verfilmung von "Die Tribute von Panem" kennt oder nicht, dieses Internet-Teaser-Poster für den zweiten Teil ist ziemlich cool.
Die Arena: Stephen Kings Roman wird Serie
Nach der Vorlage von Stephen Kings Roman "Under The Dome" ("Die Arena") hat der amerikanische Sender CBS eine Staffel mit 13 Episoden fest bestellt.

Im Bruchteil einer Sekunde wird der kleine Ort Chester’s Mill im US-Bundesstaat Maine von einem kuppelförmigen, unsichtbaren Kraftfeld eingeschlossen. Das führt erstmal zu abgetrennten Händen, einem Flugzeugabsturz, explodierenden Autos und voneinander getrennten Familienmitgliedern. Abgeschottet vom Rest der Zivilisation bilden sich zwei Lager und inmitten des Kleinkriegs in Chester's Mill bleibt die Frage, was es mit der unsichtbaren Kuppel überhaupt auf sich hat.

Stephen King und Produzent Stephen Spielberg haben schon eine ganze Weile probiert, "Under The Dome" an den Mann zu bringen. Zuletzt sah es so aus, als würde der Kabelsender Showtime eine Mini-Serie produzieren. CBS plant, die 13-teilige Staffel bereits im Sommer 2013 auszustrahlen. Eine Abkehr von seit Jahrzehnten üblichen Verfahren, werden in den Sommermonaten sonst eigentlich nur Wiederholungen gezeigt.

Der Autor Brian K. Vaughan (Lost) wird einige Änderungen zum Roman vornehmen, Stephen Kings Segen vorausgesetzt. Der schwedische Regisseur Niels Arden Oplev (Verblendung) soll bei der ersten Episode die Regie übernehmen.
FedCon: Roxann Dawson kommt!
Fast 16 Jahre ist es nun schon her seit ihrem letzten Besuch auf der FedCon, nächstes Jahr ist sie wieder mit "an Bord": Roxann Dawson. Sie spielte in der Serie "Star Trek: Voyager" die Rolle der Chefingenieurin Lieutenant B’Elanna Torres. Seit dem Ende der Serie ist sie überwiegend hinter der Kamera als Regisseurin tätig und ist damit in bester Gesellschaft, denn viele "Star Trek"-Kollegen haben den gleichen Weg eingeschlagen.

Roxann Dawson wurde als Roxann Caballero geboren. Sie heiratete den Schauspieler Casey Biggs (DS9 Legat Damar), weshalb sie von 1988 bis 1994 als Roxann Biggs in den Credits aufgeführt wurde. Später heiratete sie dann den Casting Direktor Eric Dawson, mit dem sie zwei Töchter hat. Sie studierte an der University of California, Berkeley Theaterwissenschaften. Es folgten viele Rollen an Theatern in New York City.

Sie unterstützt die Half the Sky Foundation, eine Stiftung zur Unterstützung von Waisenkindern in China, für die sie z.B. ihre Maske der B'Elanna Torres versteigerte und den Erlös spendete.

Ebenfalls als weiterer Stargast für die FedCon 22 wurde Patrick Muldoon angekündigt. Er spielte (wie auch Casper Van Dien) im Film "Starship Troopers" mit.

Weitere Gäste der FedCon im kommenden Jahr sind u.a.: Ethan Phillips (ST:VOY Neelix), Anthony Montgomery (ST:ENT Mayweather) und Linda Park (ST:ENT Sato), LeVar Burton (ST:TNG Geordi), Alexander Siddig (ST:DS9 Bashir), Katee Sackhoff (BG Starbuck), Ben Browder (Stargate SG-1), Colin Ferguson (EUR Carter), Gigi Edgley (FAR Chiana) und Casper Van Dien (Starship Troopers Rico).

Die FedCon 22 findet vom 09.-12. Mai 2013 im Maritim Hotel am Düsseldorfer Flughafen statt.
GalaxyCon 1.0: Ein FedCon-Special
Die FedCon bekommt ein Geschwisterchen. Vom 06.-08. September 2013 gibt es ein Special zur FedCon. Bereits angekündigt sind Edward James Olmos (BG Adama), Andrea Thompson (B5 Thalia Winters) und Aron Eisenberg (ST:DS9 Nog) und René Auberjonois (ST:DS9 Odo). Weitere Gäste werden folgen.

3. Alles rund um den "Hobbit"
von Birgit Schwenger
Ein Überblick über die Neuerscheinungen zum Kinostart

Am 13. Dezember ist es endlich soweit: "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" kommt in die Kinos. Damit einher geht eine Fülle von Artikeln, die das Fanherz höher schlagen lassen: Ob Soundtrack, Figuren, Briefmarken oder Geschirr – es gibt nichts, an das die Merchandising-Strategen nicht gedacht hätten. Auch die Vielzahl an Büchern, die um den Kinostart herum in den Buchläden aufschlägt, ist beeindruckend.

Passend zum Film erscheint bei Klett-Cotta selbstverständlich eine neue Ausgabe des "Hobbits" in der Übersetzung von Wolfgang Krege, die das Filmplakat als Relief auf dem Einband ziert. Wer den Original-"Hobbit" noch nicht sein Eigen nennt, erhält mit dieser schön ausgestatteten Fassung mit allen Karten ein sehenswertes Schmuckstück für sein Bücherregal. Die Übersetzung von Wolfgang Krege orientiert sich – im Gegensatz zur Übersetzung von Wolfgang Scherf – an der noch durch Tolkien selbst mehrfach überarbeiteten Fassung des "Hobbits". Tolkien, der Zeit seines Lebens seine Geschichten weiter be- und umgearbeitet hat, störte am "Hobbit", dass dieser von seinen Kritikern allzu häufig als reines Kinderbuch abgetan wurde. Zwar hatte er Bilbos Abenteuer zunächst tatsächlich als Gute-Nacht-Geschichte für seine Kinder konzipiert, begann dann aber bald diese mit seiner bereits viel früher entstandenen Mythologie zu verknüpfen. Daher bedurfte es im Nachhinein einiger Änderungen, um Namen und Ereignisse des "Hobbits" in Übereinklang mit seiner weiter anwachsenden Mythologie um die Ringkriege und die Geschichte Mittelerdes zu bringen.

Die Entstehung des "Hobbits"

Wer mehr über die Änderungen und verschiedenen Fassungen des "Hobbits" sowie über die Entstehungsgeschichte des Buches insgesamt erfahren will, dem sei "Das große Hobbit-Buch" von Douglas A. Anderson wärmstens an Herz gelegt. Das 2012 erstmals auf Deutsch erschienene Buch enthält den kompletten Text des "Hobbits", auskommentiert mit unzähligen Anmerkungen zu den verschiedenen Fassungen sowie detaillierten Hinweisen zu Entstehung und Einflüssen. Für Fans ist Andersons Werk ein Muss, für alle anderen, die zum Kinostart tiefer in die Geschichte Mittelerdes und seiner Völker vordringen wollen, ein gutes Buch zum Einstieg und eine empfehlenswerte Lektüre, die auch Peter Jackson und sein Team genossen haben dürften, um sich für ihre "Hobbit"-Trilogie inspirieren zu lassen.

Mit Hilfe von Christina Sculls und Wayne G. Hammonds exquisitem Bildband "Die Kunst des Hobbit: Alle Bilder von J. R. R. Tolkien" – ebenfalls 2012 erstmalig auf Deutsch erschienen – können Tolkien-Liebhaber nachvollziehen, wie der Autor selbst sich seine Welt vorgestellt hat. Über 100 zum Teil bislang unveröffentlichte Zeichnungen und Grafiken zeigen Tolkiens eigene visuelle Umsetzung seiner Landschaften und Charaktere – und sein auch in dieser Hinsicht beachtliches Talent.

Der Hobbit – Eine Nacherzählung in Fotos

Noch mehr Bilder gibt es im "Movie Story Book", auf Deutsch als "Der Hobbit – Die Geschichte in Fotos" im Klett-Cotta Verlag erschienen. Im DIN-A4-Format erzählt das Softcover-Buch in Seiten füllenden Screenshots die Handlung des ersten Films nach. Es versteht sich von selbst, dass das Augenmerk hier eindeutig auf den Bildern und nicht auf dem Text liegt, der in Kurzfassung die Geschichte wiedergibt. Die Bilder – eindrucksvolle Charakterporträts und actionreiche Aufnahmen vom Set – sind wie nicht anders zu erwarten spektakulär. Für Sammler ein Muss, aber auch für jüngere Leser, die sich an den Roman vielleicht noch nicht heran trauen, ein guter Einstieg in die Welt der Hobbits – zumal der Band mit knapp 50 Seiten bei einem Preis von nicht einmal 10 Euro wirklich erschwinglich ist. Mehr über "Die Welt der Hobbits" erfährt man im gleichnamigen Band, der in selber Ausstattung und zum selben Preis, ebenfalls bei Klett-Cotta erschienen ist. Auch hier stehen Fotos und Bildmaterial zum Film eindeutig im Vordergrund, wogegen definitiv nichts zu sagen ist – vor allem nicht, wenn die Bilder derart liebevoll in den Kosmos der Hobbits eingebunden sind: Der geneigte Leser erfährt viel über Wesen und Heimat der Hobbits, ihr Aussehen, ihre Vorlieben – vor allem gutes Essen! – und Traditionen. Die Speisekarte eines Hobbits darf ebenso wenig fehlen wie ein ausführlicher Besuch in Beutelsend, denn Bilbo ist natürlich Dreh- und Angelpunkt des kurzweiligen Bandes. Freunde und Feinde der Hobbits werden schön bebildert zum Abschluss des Buches ebenfalls ausführlich vorgestellt. Die Übersetzung besorgte übrigens Marcel Bülles, Gründungsvorsitzender der Deutschen Tolkiengesellschaft.

Vom Kenner für Kenner

Mit sehr viel Experten- und Insiderwissen kann auch Stefan Servos als Space-View-Special erschienener Band "Bilbos Reise zum Erebor" aufwarten. Servos, der sich bereits bei der "Herr der Ringe"-Trilogie als bestens informierter Tolkien-Kenner erwiesen und als einer der ersten auch vor Ort berichtet hatte, legt auf knapp 80 Seiten einen sehr schön gestalteten und illustrierten Softcoverband vor, der umfangreich über die Entstehungsgeschichte von Buch und Filmen berichtet sowie über Schauspieler und Drehorte informiert. In insgesamt 14 Kapiteln schöpft Servos aus seinem reichen Fundus an Hintergrundwissen und Anekdoten. Ausführlich zeigt er den Weg auf, den Tolkiens Bücher von ersten Drehbuchentwürfen in den 50er-Jahren über den Zeichentrick-"Hobbit" aus dem Jahre 1978, John Boormans ("Excalibur") Versuch einer Verfilmung und Bakshis Zeichentrickversion des "Herrn der Ringe" bis zu Peter Jacksons Oscar-gekrönter Filmtrilogie nahmen. Natürlich wird auch Jackson, der inzwischen zu einer Art neuseeländischer Nationalheld geworden ist, gebührend unter die Lupe genommen: Seit er als 17-jähriger erstmals den "Herrn der Ringe" gelesen hatte, hat Jackson die Idee, Tolkiens Werke für die große Leinwand umzusetzen, nicht mehr losgelassen.
Nach dem Erfolg der "Ringe"-Trilogie lag es nahe, auch den "Hobbit" zu verfilmen, aber daraus wäre beinahe nichts geworden. Das Filmstudio MGM, das über die Lizenzrechte verfügt, gerät in finanzielle Schieflage und muss schließlich Insolvenz anmelden, Peter Jackson zieht vor Gericht, um seine finanziellen Ansprüche gegenüber New Line Cinema durchzusetzen, und Guillermo del Toro, der als Regisseur vorgesehen war, muss sich schweren Herzens aus dem Projekt zurückziehen, als 2010 zunächst einmal alle Aktivitäten am "Hobbit" eingestellt werden müssen. Aber damit nicht genug: Schließlich fordern Schauspielgewerkschaften in Australien und Neuseeland zum Boykott des Films auf, um ihre Forderungen durchzusetzen. Es versteht sich von selbst, dass Servos natürlich auch einen Blick hinter die Kulissen der Großproduktion wirft, die 2011 zum Glück doch noch Gestalt angenommen hat. Abgerundet wird das äußerst lesenswerte und noch nicht einmal 10 Euro teure Buch durch Kurzporträts der Schauspieler und Charaktere sowie der Drehorte und Settings. Fans und solche, die es werden wollen, sollten zugreifen!

Der Reiseführer für Mitterde

Im Gegensatz zu "Bilbos Reise zum Erebor" handelt es sich bei Ian Brodies Taschenbuch "Der Herr der Ringe – Reiseführer zu den Schauplätzen" tatsächlich um einen waschechten Reiseführer. Auf knapp 130 Seiten stellt der gebürtige Neuseeländer im DIN A5-Kompaktformat alle Drehorte der "Ringe"-Trilogie vor. Neben den üblichen touristischen Angaben und Karten mit Wegbeschreibungen liefert Brodie zu den einzelnen Orten ausführliche Informationen, welche Gegend sie in Mittelerde darstellen. Dazu gibt es viele weitere Tipps wie Übernachtungsmöglichkeiten, Entfernungen oder Restaurant-Empfehlungen. Bilder und Schrift sind leider – dem Reiseführerformat geschuldet – sehr klein, aber qualitativ sehr gut. Die Bilder zeigen die beeindruckende Schönheit Neuseelands sowie Eindrücke von den Dreharbeiten, Cast und Crew. In gesonderten Text-Boxen gibt es historische Hintergrundinformationen aus dem "Herr der Ringe" zu den jeweiligen Drehorten sowie Kommentare der Schauspieler.
Die persönlichen Kommentare und Berichte zählen eindeutig zu den Höhepunkten des Buches: Regisseur Peter Jackson und Produzent Barrie Osborne beschreiben die Suche nach den Drehorten, Alan Lee findet sein persönliches Mittelerde in Neuseeland, außerdem gibt es eine Einführung in die neuseeländische Mythologie und zum Abschluss runden Peter Jackson und WETA-Workshop-Chef Richard Taylor das Ganze gelungen mit ihren Lieblingsschauplätzen ab. Der umfangreiche Informationsgehalt des auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkenden Buches ist beeindruckend. Bei allen, die Mittelerde bzw. Neuseeland entdecken möchten – ob vor Ort oder vom heimischen Sofa aus –, sollte Brodies außergewöhnlicher Reiseführer einen Platz im Gepäck sicher haben. Passenderweise wird Regisseur Peter Jackson mit den Worten zitiert, das ihm dieses Buch bei der Suche nach den passenden Drehorten einiges an Mühe hätte ersparen können – wenn es denn schon geschrieben gewesen wäre.

Definitiv ein Muss: Das offizielle Filmbuch

Definitiv geschrieben werden musste "Das offizielle Filmbuch" von Brian Sibley, der schon die "Herr der Ringe"-Trilogie literarisch mit seinem Expertenwissen begleitet hat. An diesem Buch führt für keinen echten Fan ein Weg vorbei: Auf knapp170 Seiten berichtet Sibley ausführlich über die Entstehungsgeschichte von Film und Buch, stellt Charaktere und Filmschaffende im Porträt vor und gibt detailreich Einblick in die Dreharbeiten. Die Schauspieler kommen ebenso zu Wort wie Peter Jackson, aber auch etliche Crew-Mitglieder, die spannende Erlebnisse von ihrer Arbeit am Set zu berichten haben, auch wenn sie normalerweise nicht unbedingt zu denen gehören, die im Rampenlicht stehen. Kameramann Andrew Lesnie, Prosthetics Supervisor Tami Lane, Kostümbildnerin Ann Maskrey oder die Designer Alan Lee und John Howe lassen u. a. tief hinter die Kulissen blicken. Die Zwerge und die langwierige Make-Up-Prozedur, die sie in Thorin und Co. verwandeln, werden ausführlich beschrieben, und auch Gollum alias Andy Serkis, der beim "Hobbit" die Second Unit-Regie übernommen hat, wird gebührend präsentiert. Egal, ob Elben, Hobbit, Orks oder Zauberer – dieses Buch lässt keine Frage offen.
In Brian Sibleys Buch kann man sich immer wieder vertiefen und auf Entdeckungsreise nach Mittelerde begeben, wo es immer noch ein interessantes Detail oder einen Zusammenhang in Erfahrung zu bringen gilt. Allerdings muss man fast ein bisschen aufpassen, dass man bei der Fülle an Bildern überhaupt die Muße findet, auch die Texte zu lesen. An der Qualität der Texte gibt es wie gesagt keinen Zweifel – aber die Bilder sind eine wahre Augenweide, von denen man für lange Zeit kaum lassen können wird. Doppelseitige Panorama-Shots oder Gruppenfotos, beeindruckende Charakterporträts, witzige Schnappschüsse oder ungewöhnliche Perspektiven der Dreharbeiten, Masken- und Kostümbildner bei der Arbeit, Hobbitfüße – am liebsten möchte man in die Fotos hineinkriechen, um mittendrin dabei sein zu können. Das Buch ist definitiv ein Muss, an dem kein Weg vorbeiführt!

Ergänzend zu Sibleys Buch ist Jude Fishers "Offizielles Begleitbuch" erschienen. Reich illustriert und mit über 100 Farbfotos aus dem Film ist auch dieses Buch eine visuelle Pracht und als Hardcover noch dazu edel mit Schutzumschlag ausgestattet. Das Buch, das mit einem Vorwort von Bilbo-Darsteller Martin Freeman beginnt, konzentriert sich im Gegensatz zu Sibleys Filmband auf die Charaktere, die Völker und Orte Mittelerdes sowie einige wesentliche Handlungselemente. Das Buch bleibt ausschließlich im fiktiven Kosmos’ Mittelerdes und versteht sich nicht als erklärender Begleitband zu den Dreharbeiten, d. h. Informationen über Buch oder Film wird man hier vergeblich suchen, aber das ist auch gar nicht Zielsetzung des Buches. Der Originaltitel "Visual Companion" macht deutlich, wo der Schwerpunkt des Bandes liegt: auf den zahlreichen Fotos, darunter viele großformatige Porträtfotos, doppelseitige Aufnahmen und eine Karte zum Ausklappen. Als Tolkien-Kenner wird man hier kaum etwas Neues erfahren, aber wie der Klappentext verrät, sind auch eher Neulinge in Mittelerde die Zielgruppe, die mit diesem Buch auf 80 Seiten einen soliden Einstieg in Bilbos Abenteuer erhalten.

So präpariert und mit Lesestoff in Hülle und Fülle ausgestattet, kann der "Hobbit" kommen!

4. James Bond 007 - Skyfall: Produktionsnotizen (2.2)
von Corona Magazine
Über die Stunts und Effekte

Stunts spielen in Bond-Filmen von jeher eine wichtige Rolle, und "Skyfall" bildet da keine Ausnahme. Regisseur Sam Mendes, Regisseur des zweiten Drehteams Alexander Witt und Stuntkoordinator Gary Powell arbeiteten eng zusammen, um eine körperlich erschöpfende und dennoch stets nachvollziehbare Reise für Bond zu gestalten. Für Mendes wie auch Powell war es wichtig, sich dem Film von einem realistischen Standpunkt her anzunähern. Die Action nahm ihren Ursprung auf den Seiten des Drehbuchs. "Das Verfassen von Actionsequenzen ist eine der ganz großen Herausforderungen für einen Drehbuchautoren – und eine der Sachen, die am meisten Freude bereiten", erzählt John Logan. "Die Herausforderung als Autor von Skyfall bestand darin, sich Dinge auszudenken, die so Bond wie nur möglich waren. Und das bedeutet: Es muss hart sein, es muss real sein, und es muss überhöht sein."

Selbstverständlich hatte kein Schauspieler mehr Stunts zu absolvieren als Daniel Craig. Javier Bardem beschreibt, wie es war, Craig bei der Arbeit zu beobachten: "Die Rolle umfasst eine Körperlichkeit, auf die man sich einlassen muss, aber natürlich war meine Aufgabe ein Klacks im Vergleich zu dem, was Daniel über sich ergehen lassen musste. Und ihm gehen diese Actionszenen scheinbar so leicht von der Hand. Wenn man ihm von außen zusieht, denkt man: Wenn ich das wäre, würde ich mich das jetzt nicht trauen. Naja, ein bisschen vielleicht, aber im Vergleich zu Daniel war mein Beitrag nichts."

"Daniel ist ein extrem hart arbeitender Schauspieler, vielleicht der am härtesten arbeitende Schauspieler, mit dem ich es je zu tun hatte", merkt Michael G. Wilson an. "Und damit meine ich nicht nur die mentale Vorbereitung, sondern auch den körperlichen Einsatz. Er macht Workouts wie ein Dämon, wie ein Profisportler. Er verschreibt sich der Rolle mit Haut und Haar, er macht es sich zur Aufgabe, Bond zu werden."

Auch wenn Stuntkoordinator Powell die Fortschritte der digitalen Technologie und Computergrafik befürwortet, zieht er es dennoch vor, wenn die Action echt ist. "Alle Beteiligten, vor allem aber Sam und Gary, hatten den Eindruck, wir müssten mit dem Film so weit gehen, wie es uns nur möglich sein würde. Und wir haben uns immer darauf verlassen, dass wir die Dinge in den Bond-Filmen richtig machen. So ist das nun mal. Wenn CGI zum Einsatz kommt, dann ist das nur zur Unterstützung, aber nicht um eine Szene von Grund auf zu gestalten. Auf dem Dach eines Zuges zu stehen und mit 80 Stundenkilometern dahinzurasen, während man sich genau in dem Moment, in dem man über eine Brücke fährt, mit Ola Rapace prügelt, war vermutlich einer der Höhepunkte."

Barbara Broccoli fügt hinzu: "Daniel bringt sich ganz stark ein. Er hilft beim Entwurf der Action, vor allem bei der Choreographie der Kämpfe. Und er ist dann auch derjenige, der das vor der Kamera erledigt, weil er einfach immer so viel machen will, wie es ihm gerade möglich ist. Bei der Zugsequenz befanden wird uns in der Türkei, und mir schlug das Herz die ganze Zeit bis zum Hals. Er und Ola beharkten sich auf dem Dach des fahrenden Zuges, und die ganzen Bewegungsabfolgen, die sie einstudiert hatten, ließen einem den Atem stocken. Daniel ist der Grund, warum die Action so funktioniert, weil man sie ihm einfach abnimmt. Er steht wirklich da oben, und ich glaube, dass sein Publikum das auch weiß."

Obwohl die Eröffnungssequenz auf der Leinwand nur zwölf Minuten dauert, nahm sie drei Monate Proben und zwei Monate Drehzeit in Anspruch. Powell holte den Motocross-Champion Robbie Maddison, den ehemaligen Top Gear "Stig" Ben Collins und den britischen Rallye-Champ Mark Higgins als Unterstützung in sein Stuntteam. "Es ist einfach wichtig, die Action Schritt für Schritt festzulegen, damit mein Team sie schließlich so gut kennt wie die eigene Westentasche. Wenn man das Monate lang Tag für Tag einpaukt, dann setzt sich das in der Erinnerung fest und die Wahrscheinlichkeit, dass einem Fehler unterlaufen, sinkt gewaltig", berichtet Powell.

Obwohl die Action auf der Leinwand absolut rasant ist, ist der Entstehungsprozess das genaue Gegenteil, führt Sam Mendes aus: "Lassen Sie es mich so ausdrücken: Das Schneiden der Action ist um ein gutes Stück aufregender als der Dreh der Action. Das Filmen von Action ist ein ausgesprochen akribischer Vorgang, es sind immer nur kleinste Abschnitte, winzig kleine Stücke. Für mich besteht die Herausforderung darin, parallele Actionsituationen zu konstruieren, dass man nicht immer nur sklavisch einer linearen Verfolgungsjagd folgen muss. Es geht nie einfach von A nach B, es passiert gleichzeitig immer noch etwas anderes, also folgt man stets mehreren sich überlappende Geschichten."

Und Neal Purvis fügt hinzu: "Man kann so viele Explosionen haben, wie man will, wenn der dramatische Kern nicht funktioniert, sind all die vielen Explosionen nichts wert."

Ein weiteres Element, das unausweichlich zu jedem neuen Bond-Film gehört, ist Bonds Auto. Im Lauf der Jahre ist der Aston Martin DB5 gleichbedeutend mit Bond geworden. Wilson sagt, dass es nur ein Auto gibt, das förmlich "James Bond" schreit, wenn es um einen fahrbaren Untersatz für den 00-Agenten geht. "Wir haben immer mal wieder mit anderen Autos geliebäugelt, aber am Ende kehren wird doch immer wieder zu Aston Martin zurück", gesteht der Produzent. "Es ist das Paradeauto für Bond und ein Klassiker obendrein." Kein Aston Martin wird stärker in Verbindung mit Bond gebracht als der DB5, das in den Sechzigerjahren gebaute Modell, das Bond erstmals in "Goldfinger" (1964) steuerte. Für diese Geschichte, diesen Film war klar, dass diese Verneigung vor der Historie Bonds nicht nur den Fans gefallen würde, sie ergab im Zusammenhang mit der Geschichte unbedingt Sinn.

Autor John Logan war begeistert von der Rückkehr des ikonischsten Autos in der Geschichte der Bond-Filme. "Wir lieben den DB5 heiß und innig! Wenn man an Bond denkt, fallen einem sofort ein paar ganz bestimmte Dinge ein. Eines davon ist genau dieses Auto. Es ist Bonds essenzielles Auto. Und in einem Film, in dem es so explizit darum geht, Bond in der Vergangenheit und in der Zukunft neu zu verorten, mussten wir den Wagen einfach einsetzen. Mal abgesehen davon, dass er unfassbar cool ist."

Auch Daniel Craig verfiel dem klassischen Bond-Auto sofort: "Ich liebe diese Marke. Und dieser Film bot eine perfekte Plattform, den DB5 wieder neu vorzustellen. In diesem Film geht es darum, dass Bond zu seinen Wurzeln zurückkehrt und sich seinen alten Dämonen stellt, also fühlte sich das absolut richtig an. Wir haben ihn auch prima eingesetzt, finde ich."

Drehorte

Vereinigtes Königreich
Die Produktion von "Skyfall" hatte ihr Hauptquartier in den historischen Pinewood Studios in Buckinghamshire außerhalb von London. Pinewood ist im Lauf der Jahre gleichbedeutend mit Bond-Filmen geworden. Mit Ausnahme von drei Titeln – "Moonraker" (1979), "Lizenz zum Töten" (1989) und "GoldenEye" (1995) – wurden sämtliche Filme der Reihe dort gedreht. Für "Skyfall" wurden in Pinewood in acht Studiohallen 31 unterschiedliche Kulissen errichtet. Dazu gehören das Innere des unterirdischen MI6-Bunkers, das Innere des Golden Dragon Casino, wo Bond zum ersten Mal auf Severine trifft, und das Äußere der Dead City, eine verlassene Insel an der Küste von Macao, wo Silva residiert.

Die 007 Stage war der Schauplatz des spektakulären unterirdischen Zugunfalls, der sich während Bonds Jagd auf Silva zuträgt. Für den Crash baute die Crew zwei komplette Zugwagons, von denen jeder sieben Tonnen wog. Die Sequenz war so gefährlich, dass sich während ihres Drehs keine Personen in der Halle aufhalten durften. Zehn mit Fernbedienungen gesteuerte Kameras wurden strategisch im Inneren der Halle aufgestellt, um die Szene aus allen nur erdenklichen Winkeln festzuhalten.

Der Krötentank wurde zum Äußeren des Golden Dragon Casino umfunktioniert. Der Drehort wurde von 300 treibenden Laternen und zwei zehn Meter hohen Drachenköpfen beleuchtet. Zwölf Kunsthandwerker wurden eigens aus China eingeflogen, um die authentischen Bauten errichten zu können. Sie wurden aus gewundenen Stahldrähten und Seidenstoff gefertigt und von innen mit 400 Glühbirnen beleuchtet.

Viele der Außenszenen von "Skyfall" wurden vor Ort in der Innenstadt von London gedreht. Sam Mendes empfand die Dreharbeiten in der Stadt als gewaltige Herausforderung. "Es ist meine Heimatstadt", merkt er an. "Ich konzentrierte mich darauf, ihr eine mythische Größe zu verleihen – ich habe versucht, sie stimmungsvoll und atmosphärisch zu zeigen und ein gewisses Gefühl von Gefahr von ihr ausgehen zu lassen. Man könnte sagen, dass wir in einigen erwarteten Ecken gedreht haben, aber ich hoffe, dass wir es dennoch auf unerwartete Weise getan haben."

Neun verschiedene Locations kamen in London zum Einsatz. Die Old Vic Tunnels dienten als Ausbildungsort des MI6, ein unterirdischer Parkplatz in der Great Suffolk Street in der Nähe des Smithfield Market kam als Eingang zum neuen Hauptquartier des MI6 zum Einsatz, und der Eingang zum Broadgate Tower, Londons vierthöchstes Gebäude, wurde neu dekoriert und ausgeleuchtet, um als Bürogebäude in Schanghai durchzugehen, der Ort, an dem ein Kampf zwischen Bond und Patrice (Ola Rapace) losbricht. Der Virgin Active Pool in der Canary Wharf fungierte als Bonds Hotelpool in Schanghai.

The National Portrait Gallery wurde benutzt für ein Geheimtreffen zwischen Bond und Ben Whishaws Figur. Das Filmteam arbeitete nachts inmitten einer Sammlung einiger der berühmtesten Gemälde der Welt, während das Museum geschlossen war. Bei Sonnenaufgang zog die Produktion weiter nach draußen, um Bond zu filmen, wie er das Museum vom Trafalgar Square aus betritt.

Der Anfang des Teaser-Trailers zeigt Bond auf dem Dach des DECC – Department for Energy & Climate Change. Die Locations-Abteilung hatte mehrere verschiedene Drehorte in Betracht gezogen, aber der Blick vom Dach des DECC lieferte die perfekte Kulisse für diese wichtige Szene.

Mit der Zusammenarbeit und Unterstützung des Bürgermeisterbüros und der Verkehrsbetriebe der Stadt war die Produktion in der Lage, sowohl die Vauxhall Bridge wie auch Millbank zu schließen, um eine Szene drehen zu können, in der Bond Zeuge des Angriffs auf das Hauptquartier von MI6 wird. Die Explosion wurde an diesem Tag mit ein paar einfachen Feuerwerkskörpern bewerkstelligt. Später wurde ein Modell des Hauptquartiers auf dem Gelände der Pinewood Studios gebaut, das ein Drittel der Originalgröße hatte. Chris Corbould, der Leiter der Spezialeffekte und Miniatureffekte des Films, brachte 28 Sprengkörper zum Einsatz, um den Anschlag standesgemäß abzuwickeln.

Im Verlauf von vier Wochenenden drehte die Produktion in der Londoner U-Bahn-Haltestelle Charing Cross. Die Produktion erhielt Zugang zu einer unbenutzten Strecke, um ein paar Teile der Verfolgungsjagd von Bond und Silva realisieren zu können. Die Jagd setzte sich im Parliament Square hin zu Whitehall fort und landete schließlich am Trinity Square, wo sie ihren spektakulären Höhepunkt findet.

Weitere Drehorte in England umfassen das Old Royal Naval College und das Hankley Common in Surrey.

Schottland
Im vorletzten James-Bond-Roman, "You Only Live Twice", gestattete Ian Fleming einen Einblick in den Familienhintergrund von 007. Er schrieb, dass Bonds Vater aus Glencoe, Schottland stammt. Glencoe besitzt eine der ikonischsten Landschaften des Landes – die Berge beinhalten einige der ältesten Sedimente und vulkanischen Gesteinsschichten der Welt. Diese Berge bilden eine wunderschöne Kulisse für die Fahrt von Bond und M durch die pittoresken Straßen Glencoes in dem klassischen Aston Martin DB5.

China
John Logan beschreibt, warum Schanghai eine wichtige Rolle in der Geschichte des Films spielt: "Wir suchten nach einem Gegensatz zu London. Wir wollten exotische Locations, die grundlegend anders sein sollten als die Welt, in der er groß geworden ist, in der er funktioniert. Man könnte sagen, dass wir nach Orten suchten, an denen Bond sich nicht wohl fühlt."

Der Regisseur des zweiten Drehteams Alexander Witt und seine Mannschaft reisten nach Schanghai, um dort ein paar Totalen und Fahrtsequenzen festzuhalten. Die Crew arbeitete nachts während der geschäftigen Woche vor dem chinesischen Neujahr, um eine aufregende, sich unentwegt verändernde Metropole einzufangen, die zu den dynamischsten Städten der ganzen Welt zählt. Ein Flugteam unter Pilot Marc Wolff erhielt die seltene Erlebnis, vom Himmel über der Stadt aus zu drehen – in einem Hubschrauber, der eine Leihgabe der chinesischen Regierung war. Dennis Gassner und seinem Art Department fiel die Aufgabe zu, den Rest der nötigen chinesischen Kulissen in den Pinewood Studios zu errichten.

Türkei
Die wie immer mit Spannung erwartete Eröffnungssequenz vor der Titelsequenz von "Skyfall" wurde in Istanbul und Adana gedreht. Als Bond erkennt, dass einem verletzten MI6-Agenten wichtige Informationen entwendet wurden, jagt er den Angreifer Patrice mit der Hilfe von Eve durch die verstopften Straßen der Innenstadt von Istanbul. Bond hetzt durch das Stadtviertel Eminönü, eine der ältesten und beeindruckendsten Ecken der Stadt, die von dem antiken Gewürzbasar und der wunderbaren Yeni-Moschee umgeben ist. Das Art Department errichtete mit Hilfe der Requisite einen riesigen Markt innerhalb von Eminönü, in dem mehr als 200 Marktbuden Platz fanden, an denen Bond auf einem Motorrad vorbeirast.

Die Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagd wird fortgesetzt auf den Dächern der Stadt und dann dem Inneren des berühmten Großen Basars von Istanbul. Der Große Basar ist einer der größten und ältesten bedeckten Märkte der Welt mit 61 Straßen und mehr als 3000 Geschäften, die täglich um die 400.000 Besucher anlocken. Aufgrund der Gefährlichkeit der Sequenz wurde der Filmcrew ausschließlich Sonntags Zugang zu dem Drehort gewährt, wenn der Basar geschlossen ist. Durch gemeinsame Anstrengungen der Locations-Abteilung, des Art Department, der Setausstattung und der Requisite gelang es, den Markt über Nacht so aussehen zu lassen, als wäre er immer das Zentrum geschäftiger Aktivität, wie man es vom Großen Basar erwarten würde. 500 türkische Statisten und Stuntleute wurden in den Großen Basar gebracht, um dem Ort seine typische Atmosphäre mit sich in allen Ecken und Enden drängenden Menschen zu verleihen. Die Dächer des Basars dienten als spektakuläre Plattform mit einem exzellenten Ausblick auf die uralte Silhouette Istanbuls. Die Produktion scheute keine Mühen, um die historische Architektur des Großen Basars zu schützen und zu bewahren. Unter anderem legte man extra verstärkte Fußbodenplatten aus Stahl über die bestehenden Fliesen, um die Originalstruktur zu schützen.

Für die Verfolgungsjagd kam eine Flotte von zwölf Land Rover Defenders und 16 Audi A5s zum Einsatz, allesamt auf die Bedürfnisse der Stunt- und Kameraabteilungen zugeschnitten und individuell verstärkt. Auf den Dächern von zwei der Defenders wurden Gondeln angebracht, sodass Naomie Harris sich auf ihren Dialog konzentrieren konnte, während "Stig" Ben Collins am Steuer saß und den Wagen mit 80 Sachen durch die vollgestopften Gassen steuerte.

"Skyfall" ist der dritte Bond-Film, in dem Istanbul als Drehort ausgewählt wurde. Der erste war "Liebesgrüße aus Moskau" (1963), bei dem Cubby Broccoli, Harry Saltzman und das Filmteam von Ian Fleming höchstpersönlich an den Drehort begleitet wurden. Danach stattete man der türkischen Metropole noch einmal in "Die Welt ist nicht genug" (1999) einen kurzen Besuch ab.

Von Istanbul aus zog die Produktion weiter nach Adana, wo man die Verfolgungsjagd fortsetzte: Hier folgt Bond seinem Widersacher Patrice auf einem dahinrasenden türkischen Passagierzug.

Adana ist eine moderne Stadt im landwirtschaftlichen Zentrum der Türkei, ganz nahe der östlichen Grenze. Es sollte die Kulisse sein für einen der Höhepunkte der Verfolgungsjagd, bei dem einhundert dahinrasende Autos und Lastwägen zum Einsatz kamen, ein Zusammenstoß von Lastwägen, ein spektakulärer Motorradstunt, durchgeführt von den Motorradspezialisten Lee Morrison und Robbie Maddison, und natürlich die Zugsequenz.

Der Höhepunkt der Stuntsequenz spielt sich auf der atemberaubenden Varda Brücke ab, eine Stunde außerhalb von Adana. Die Brücke wurde 1912 errichtet und ist 190 Meter lang und 100 Meter hoch. Der Kampf findet sein Ende, als Eve versehentlich nicht auf Patrice schießt, sondern Bond trifft, der vom Zug geschleudert wird und in den Fluss stürzt. Bonds Stuntdouble Andy Lister führte den Stunt durch. Ein Kran wurde auf einem Zug befestigt, wo eine Sicherheitsleine angebracht wurde. Andy reagiert auf den Schuss, in dem er sich nach hinten in die Tiefe fallen lässt.

Fethiye, eine Küstenstadt im Süden der Türkei, kam als eine etwas heruntergekommene Kulisse am Meer zum Einsatz, wo Bond ein paar seiner bittersten Momente durchlebt.

Der assoziierte Produzent Gregg Wilson begleitete den Szenenbildner Dennis Gassner bei ausgedehnten Ortsbegehungen, um einen Strand mit den korrekten geographischen Merkmalen zu finden, wie sie Regisseur Sam Mendes vorschwebten. Der Drehort, auf den man sich schließlich einigte, war der Calis Strand, ein einsamer Strand. Die Drehgenehmigung dort sollte sich als große Herausforderung für die Locations-Abteilung erweisen. Erst nach langwierigen Verhandlungen mit den 613 Besitzern des Strandes konnte man an diesem Ort an der wunderschönen türkischen Küste drehen.

Fun Facts

• Das Haus von M in "Skyfall" ist das ehemalige Zuhause des legendären Bond-Komponisten John Barry. Die Filmemacher fanden, dass es eine liebevolle Verneigung vor dem Musiker wäre, der 2011 verstarb.

• Als es an die Besetzung der Söldner von Silva ging, bestand Sam Mendes auf Schauspieler – und lehnte Stuntmänner ab. Um Schauspieler zu finden, die den körperlichen Anforderungen entsprachen, errichtete Gary Powell ein Stunt-Ausbildungslager. Er begann mit 42 Männern. Die Gruppe erlernte das Boxen, wie man auf Schläge reagiert, wie man Waffen richtig hält und wie man reagiert, wenn man von einer Kugel getroffen wird. Die Gruppe wurde schließlich auf sieben Männer reduziert, die sich am natürlichsten bewegten.

• "Skyfall" ist der erste Film, den der zehnfach Oscar®-nominierte Kameramann Roger Deakins mit digitalen Kameras drehte. Deakins beschreibt die Arri Alexa: "Diese Kamera hat uns an einen Punkt gebracht, an dem der digitale Dreh einfach besser ist."

• Der mehrfache britische Rallye-Champion Mark Higgins war bei Weitwinkelaufnahmen Naomie Harris’ Stuntdouble am Steuer des Land Rover, der sich durch den Verkehr schlängelt.

• Dies ist der sechste Bond-Film, in dem der Aston Martin DB5 zum Einsatz kommt. Erstmals sah man ihn in "Goldfinger" (1964). Danach war er noch in "Feuerball" (1965), "GoldenEye" (1995), "Der Morgen stirbt nie" (1997) und "Casino Royale" (2006) zu sehen.

• Eine 250 Mann starke Crew arbeitete neun Wochen daran, das unterirdische Hauptquartier des MI6 auf der 007 Stage zu errichten.

• Bei der Waffenausbildung wurden mehr als 200.000 Schuss Munition verballert.

• Patrices Waffe, eine GLOCK 18, hält Magazine mit bis zu 100 Schuss Munition und feuert 20 Kugeln in der Sekunde ab.

• Bond hatte 85 Ausgaben von seinem Tom-Ford-Anzug, den er in der Eröffnungssequenz trägt.

• Bonds Krawatte musste bei der Motorradverfolgungsjagd mit einem Gewicht beschwert werden. Nur so war gewährleistet, dass die Krawatte beim Dreh Daniel Craig nicht ins Gesicht geweht werden konnte.

• Coca-Cola wurde auf den Asphalt der Straßen von Istanbul gespritzt, damit die Motorräder nicht wegrutschen würden.

• Stuntkoordinator Gary Powell kommt aus einer echten Dynastie von Stuntmännern. Gemeinsam waren die Männer der Familie seit "Dr. No" (1962) an jedem einzelnen Bond-Film beteiligt. Garys Vater Nosher Powell und sein Onkel Dinny arbeiteten an allen Bonds mit Sean Connery und George Lazenby, sein Bruder Greg war bei allen Bonds mit Timothy Dalton und Pierce Brosnan dabei, und Gary selbst stand bislang im Dienst aller Bonds mit Pierce Brosnan und Daniel Craig.

• Um die Jagd in Istanbul drehen zu können, musste die Produktion die bestehenden Fliesen entfernen und mit Fliesen aus Gummi ersetzen – für den Fall, dass die Stunts nicht so laufen würden wie geplant. Nach Ende der Dreharbeiten wurden die originalen Fliesen wieder eingesetzt.

• Zu Collegezeiten war "Skyfall"-Szenenbildner Dennis Gassner ein hoch talentierter Linebacker und wurde sogar von den L.A. Rams zu einem Probetraining eingeladen. Er lehnte das Angebot allerdings ab, um sich auf sein Studium des Grafikdesigns zu konzentrieren und kann sich mittlerweile rühmen, ein Oscar®-prämierter Künstler zu sein.

• Für die Whitehall-Aufnahmen in der Mitte der Verfolgungsjagd zwischen Bond und Silva kamen 750 Statisten, 100 Hintergrundvehikel und 300 Mitglieder der Crew zum Einsatz.

"James Bond 007: Skyfall" läuft seit dem 1. November in den deutschen Kinos!

5. Im Gespräch mit Jo Graham
von Stefanie Kurt
Über das Schreiben im Allgemeinen und "Stargate Atlantis" im Besonderen

Seit 2010 gibt es bereits die literarische Fortsetzung von "Stargate Atlantis". Die Rede ist natürlich hier von der "Stargate Atlantis Legacy"-Reihe, die zwar bisher nur auf Englisch erhältlich ist, aber dennoch eine stattliche Fangemeinde weltweit hat. Völlig zu recht, denn was Jo Graham, Amy Griswold und Melissa Scott in ihren Büchern erschaffen haben, ist mehr als eine bloße Fortsetzung.

Jo Graham hat vor der Arbeit an "Legacy" bereits einen "Stargate Atlantis"-Roman geschrieben: "Death Game", ebenfalls erschienen im Fandemonium Verlag. Außerdem ist sie bekannt für ihre vielfältigen historischen Fantasy-Romane, unter anderem die "Numinous World"-Reihe, die in verschiedenen antiken Epochen handelt und geschickt Handlungsfäden aus Vergangenheit und Zukunft der jeweiligen Akteure miteinander verwebt. Ihre Romane sind jedem wärmstens zu empfehlen, der Wert auf ungewöhnliche und authentische Charaktere legt.

Stefanie Kurt (SK): Was reizt Sie am meisten daran, für das "Stargate"-Franchise zu schreiben?

Jo Graham (JG): Ich liebe die starken, positiven Charaktere. Es scheint, als hätte es eine Verschiebung im Genre der Science-Fiction gegeben mit dem Trend zu unsympathischen Hauptfiguren, fast wie ein Auslachen von Heldenfiguren, mit ironischem Unterton. Wir glauben nicht mehr an Helden. Wir glauben nicht daran, dass gewöhnliche Menschen wählen können, etwas Gutes zu tun, und dass es einen Unterschied macht. Wir glauben, dass Altruismus etwas für Dummköpfe ist. Aber das ist nicht die Botschaft von "Stargate". In der allerersten Episode von "Stargate Atlantis" kann John Sheppard darüber entscheiden, wie er mit den Athosianern umgehen wird. Wird er sie drangsalieren? Wird er seine überlegenen Waffen dazu benutzen, sie zu bedrohen? Wird er Jinto als Geisel nehmen, um die Athosianer zu zwingen, ihm alles zu verraten? Natürlich tut er das nicht. Er redet. Er trinkt Tee mit ihnen. Er fragt anstatt zu verlangen. Und als sie die Rache der Wraith auf die Athosianer herab beschwören, da denkt er nicht einmal daran, sie ihrem Schicksal zu überlassen – er bringt sie alle nach Atlantis. John Sheppard ist ein guter Mann. Er ist ein ehrenhafter Mann, würdig zu ihm aufzusehen und ihm nachzueifern. Wir erkennen, wer er ist in den ersten zwei Episoden, und wir erkennen, worum es in dieser Geschichte geht.
Ich schreibe Heldengeschichten. Einige von ihnen handeln im antiken Griechenland, andere auf anderen Planeten. Einige handeln in den 1920er-Jahren und andere in der Gegenwart. Aber sie alle sind Heldengeschichten – Geschichten über Menschen, die mit gefährlichen und erschreckenden Situationen konfrontiert werden. Situationen, die harte Entscheidungen erfordern, und in denen die Menschen entscheiden, das Richtige zu tun anstatt das Einfache.

SK: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Melissa Scott und Amy Griswold? Wie trafen Sie sich?

JG: Nun, Amy ist seit 18 Jahren meine Partnerin! Also brauchte ich nicht weit suchen, um sie zu finden! Ich traf sie vor 23 Jahren, als sie eine 17-jährige Erstsemesterin an der Universität war. Sie hat mich beim "Napoleonic Wargaming" um Längen geschlagen, da musste ich sie einfach heiraten!
Ich war schon ein Fan von Melissa, Jahre bevor ich sie traf. Ich hatte Mitte der 80er-Jahre "The Armor of Light" gelesen und habe es geliebt, und ich habe die meisten ihrer nachfolgenden Bücher gelesen. Ich denke, es war im Jahr 2008 als ich mit ihr in einem Panel auf einer Con war. Ich war total eingeschüchtert! Ich war wie ein komplett peinliches Fangirl.
Alle drei von uns liebten "Stargate Atlantis" und ich schrieb gerade "Death Game", mein erstes Buch, das an "Stargate" anknüpft. Wir hassten die Art und Weise, in der die Serie endete, also sprachen wir darüber, eine Fan-Fiction zu schreiben, quasi eine sechste Staffel. Und dann sagte ich: "Moment, was wäre, wenn sie es uns in Wirklichkeit tun ließen? Sie verkaufen die Filmsets. Es wird niemals einen Spielfilm geben. Was wäre, wenn wir die sechste Staffel als Begleitbücher schreiben könnten? Es schadet nie, zu fragen." Meine Redakteurin bei Fandemonium, Sally Malcolm, liebte die Idee und sie hat MGM davon überzeugt.

SK: Was ist die größte Herausforderung dabei, Geschichten für ein bereits etabliertes Universum mit klar umrissenen Charakteren wie "Stargate" zu schreiben, im Gegensatz zu eigenen Geschichten?

JG: Das Shipping (Internet-Jargon, abgeleitet vom englischen Wort relationship = Beziehung. Shipper sind Menschen im Fandom, die sich sehr stark emotional mit Liebesbeziehungen zwischen ihren Lieblingscharakteren beschäftigen, Anm. d. Ü.). Die Leute haben sehr feste Vorstellungen davon, wie sich die Beziehungen der Figuren entwickeln sollen, und natürlich sind diese Vorstellungen oft widersprüchlich! Es gibt nichts, was du erarbeiten kannst, was nicht irgendjemand hassen wird. Die Alternative ist natürlich, gar nichts zu entwickeln, aber das macht meistens für die Figuren keinen Sinn. Bei eigenständigen Geschichten haben die Leute für gewöhnlich keine vorgefasste Meinung zu Beziehungen.
Naja, manchmal doch! Bei den Fans von Alexander (gemeint ist Alexander der Große, Anm. d. Ü.) habe ich solche gesehen, die Alexander und Bagoas zusammen sehen, und andere, die Alexander und Hephaistion bevorzugen – dies ist mir bei "Stealing Fire" passiert. Und ich erwarte, dass ich bei meiner gegenwärtigen Reihe über die Napoleonischen Kriege sowohl die Napoleon-und-Josephine-Shipper, als auch die Napoleon-und-Maria-Shipper zu sehen bekomme...

SK: Alle Figuren in "Legacy" machen eine tiefgreifende Entwicklung durch im Lauf der Serie, mit Rodney als besonders auffälligem Beispiel. Aber auch eher subtil und langsam wie bei Teyla, die lernen muss, mit ihrem genetischen Erbe umzugehen, und mit der einhergehenden Verantwortung. Welcher Charakter oder welche Entwicklung macht Ihnen am meisten Spaß zu schreiben?

JG: Teyla. Teylas Handlungsbogen wurde nie zu Ende gebracht in der Serie, obwohl er faszinierend begann. In der ersten Staffel, in der Folge "Die Gabe" träumte sie, dass sie eine Wraith Königin sei und entdeckte die Wahrheit über ihr genetisches Erbe. In der dritten Staffel, in "Untergetaucht" wird ihr klar, wie stark ihre geistigen Fähigkeiten sind, und dass sie ein ebenbürtiger Gegner für eine echte Wraith Königin ist. In "Die Königin" in der fünften Staffel hat sie sich, als Teil eines Plans, als Königin Steelflower verkleidet und sah so, was es wirklich heißt, ein Wraith zu sein. Aber weil es keine sechste Staffel gab, haben wir nie den Abschluss dieses Handlungsbogens gesehen. Wir haben nie gesehen, wie sie damit zurecht kommt. Also war dies logischerweise ihr Hauptthema in der sechsten Staffel, und es war zu einem Großteil das, was die Haupthandlung von "Legacy" antrieb.

SK: Für viele Fans waren die Wraith bloßes Kanonenfutter, ein mehr oder weniger ungeliebtes Plotvehikel, und viele Autoren sind dieser Vorgabe gefolgt. Sie und Ihre Co-Autorinnen haben aber einen mutigen Schritt damit gewagt, die Wraith als Volk zu entwickeln und ihre menschliche Seite zu zeigen. Außerdem haben Sie ihnen umfassende Teile der Handlung überlassen – was hat Sie dazu bewogen, den ausgetretenen Pfad zu verlassen?

JG: Nun, sie sind ganz offensichtlich Personen. Die Serie hat diese Richtung eingeschlagen in der Episode "Ein ungewöhnlicher Verbündeter" in Staffel drei. Sie sind keine geistlosen Drohnen oder eine Droiden-Armee. Sie sind die Anderen, der Feind. In "Ein ungewöhnlicher Verbündeter" nutzte John Sheppard etwas, das er vermutlich bereits auf der Erde gelernt hatte – das Wissen, dass der Feind nicht so anders ist, und dass es Gemeinsamkeiten gibt, obwohl die Pflichterfüllung eines Tages erforderlich machen könnte, dass "die Abmachung hinfällig wird". Wenn erst einmal eine gemeinsame Basis gefunden ist, dann kann es möglicherweise eines Tages Frieden geben.
Das ist etwas, das wir im ersten Buch der Legacy-Reihe, "Homecoming", sehr klar herausstellen wollten, als Radek mit Ronon spricht. Er erklärt, dass er als Johns und Carsons Feind geboren wurde, auf der anderen Seite einer Grenze. Aber Grenzen verschieben sich und Zeiten ändern sich, und Feinde können zu guten Freunden werden. Wir stecken nicht fest in verhängnisvollen Konventionen die besagen, dass es nur zwei Wege gibt, in denen Kulturen interagieren können – Eroberung und Niederlage, oder gar keinen Kontakt haben. Das stimmt nicht, denn Radek und John sind Freunde. Sie sind nicht für immer im Kalten Krieg gefangen. Die Vergangenheit kann vergehen, und manchmal sollte sie das auch. Das ist ein Thema, auf das wir wieder in "The Inheritors" zurückkommen werden.

SK: In jedem der sechs "Legacy"-Bücher steht ein anderer Charakter im Mittelpunkt, und seine persönliche Geschichte wird gründlich untersucht. Welches der Bücher ist Ihr persönlicher Favorit?

JG: Ich kann mich nicht entscheiden! Ich liebe die Abschnitte mit John in "The Lost", der Anfang der Auflösung seines Handlungsbogens und die vollständigere Untersuchung der Dinge, die in "Phantome" und "Überreste" ans Licht gebracht wurden. Außerdem liebe ich "The Furies" wegen Teylas Zeit als Steelflower, und weil ich es liebe, Sam zu schreiben, und dies war ein wichtiges Buch für sie. Aber ich bin auch sehr stolz auf "Secrets", besonders auf Ospreys Geschichte. Also, ich weiß es nicht!

SK: In der Tradition aller guten Science-Fiction-Geschichten, der Realität einen Spiegel vorzuhalten und die Menschen zum Nachdenken anzuregen, macht "Stargate" keine Ausnahme. Was sind für Sie die wichtigsten Botschaften, die "Legacy" zu vermitteln hat?

JG: Ich glaube, da gibt es mehrere Dinge. Zuerst, dass Menschen sehr widerstandsfähig sind, und dass ihre Fähigkeit, sich nach einem Verlust zu erholen, unglaublich ist. Das ist Johns persönlicher Handlungsbogen – es geht um seine Wiedergeburt, seine Rückkehr. John ist jederzeit bereit für seine Freunde und für Atlantis zu sterben. Aber ist er in der Lage für sie zu leben? Sich zu opfern ist in mancher Hinsicht einfacher als sein Leben der Erschaffung von etwas mit beständigem Wert zu widmen.
Johns Wiedergeburt spiegelt sich in größerer Art in Ronons Geschichte von Sateda. Zuerst ist er schockiert, als er in "Legacy" dorthin zurückkehrt und feststellt, dass einige Menschen dort wohnen, die versuchen sich im Schutt ein Zuhause zu erschaffen und ihr Leben wiederzufinden. Durch den buchstäblichen Abstieg in die Unterwelt, in die Kellergewölbe des zerstörten Museums, findet Ronon seine Wiedergeburt. Radek ist dabei sein Führer. Er kann ihm aus erster Hand erzählen, dass Bäume wieder dort wachsen, wo zersplitterte Stümpfe standen, dass Ziegelsteine sauber gemacht werden können. Das Museum auf Sateda basiert auf dem Neuen Museum in Berlin, so wie vieles auf Sateda gewissermaßen. Radek hat Recht damit, dass Ronons Enkelkinder wieder durch Parks spazieren können.

Zweitens wollte ich wirklich die Idee angreifen, dass der Kontakt mit anderen Völkern von Natur aus vergiftend ist, dass es keine Alternativen außer Eroberung oder Isolation gibt. Denn das stimmt einfach nicht in der realen Welt, und wie Teyla sagt, ist es eine bequeme Ausrede dafür, gar nichts zu tun. Wenn John in der ersten Episode nichts getan hätte, dann wären alle Athosianer gestorben. Für Teyla ist das eine sehr schlimme Vorstellung! Und ja, zu handeln bedeutet, dass du manchmal Fehler machst, aber sich nur in glanzvoller Isolation zurückzulehnen und Menschen sterben zu lassen, weil du dich "nicht einmischen kannst", ist moralisch nicht besser. Es ist nur leichter. Aber Helden tun mühevolle Dinge. Sie treffen harte Entscheidungen und sie haben nicht immer Recht. Aber was Helden nicht tun, ist, auf ihrem Allerwertesten zu sitzen, während Menschen sterben.

Zuletzt noch, dass die Anderen, der Feind, immer weniger fremdartig sind als du denkst. Manchmal ist der Feind du selbst. Manchmal bist du sie, unter deiner Haut. Sie mögen fremdartig und erschreckend sein, aber wenn du genug Mut hast, tiefer nachzuforschen, dann könntest du feststellen, dass das, was abstoßend wirkt, in mancher Hinsicht wunderschön ist. Die Serie hatte diese Richtung eingeschlagen mit den Wraith, aber sie hat nie die Handlung abgeschlossen, einschließlich der Retrovirus-Geschichten. Was wäre, wenn wir sie so machten, wie wir sind? Was wäre, wenn wir sie von ihrer Unterschiedlichkeit "heilen" würden? Todd's endgültige Entscheidung ist, dass er nicht geheilt werden will – er will wieder vollkommen ein Wraith sein. Also, wenn dies nicht die Antwort ist – das auszulöschen, was sie zu den Anderen macht – was ist dann die Antwort? Teyla muss sehr viel tiefer gehen, um es zu finden, aber es ist da.

SK: Was wollten Sie immer schon Ihren Lesern sagen, wurden aber nie in einem Interview danach gefragt?

JG: Sie sind hauptsächlich eine Autorin von historischer Fantasy. Wie ist das Schreiben von Tie-Ins vergleichbar mit historischer Fantasy?
Bei Tie-Ins ist der Kanon der Schlüssel. Du musst dem treu bleiben, was in der Serie gezeigt wurde, als logische Verlängerung von dem, was du bereits weißt. Das ist genau das Gleiche, was du bei der historischen Fantasy tust, nur dass hier die wirkliche Geschichte der Kanon ist!

Bei "Lost Things" zum Beispiel, meinem historischen Fantasyroman, der in den 1920er-Jahren spielt, sind die Ereignisse des Ersten Weltkriegs Kanon. Die Figuren sind alle durch den Großen Krieg geprägt und alle haben Narben davon getragen, körperliche und seelische, genauso wie die Welt, in der sie leben. Die realen Ereignisse der Westfront formten Lewis Segura, genauso wie Afghanistan John Sheppard geformt hat. Alma Gilchrist wird dadurch geprägt, dass sie eine Frau ihrer Zeit ist, eine Fliegerin, genau wie Sam dadurch geprägt wird, dass sie eine Frau in der US Air Force ist in ihrer Generation. Natürlich gibt es fantastische Elemente, wie den römischen Dämonen, der versehentlich bei einer archäologischen Ausgrabung freigesetzt wird in "Lost Things". Oder ein Stargate, das in eine andere Galaxie führt bei "Stargate Atlantis", aber die Charaktere sind fest verwurzelt in realen Dingen. Das macht sie glaubhaft. Das macht sie bedeutsam. Und es ist eine Freude zu schreiben!

SK: An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei Jo Graham für das Interview bedanken!

6. Mondbasis Alpha 1 - Kult-SciFi-Serie in DVD-Boxen
von Reiner Krauss
Es wird draußen früher dunkel, die Temperaturen kälter und schon bald steht wieder Weihnachten vor der Tür. Wie jedes Jahr fällt es schwer, sich Geschenke passend für Ihre Lieben auszusuchen. Hier und heute also ein Tipp auch von mir. Wer Science-Fiction mag und schon TV in den 1970ern schauen durfte, erinnert sich an meinen Vorschlag und hat ihn, wie ich, lange auf dem Bildschirm vermisst. Doch auch diejenigen, die die Serie noch nie gesehen haben, werden positiv überrascht sein. Darum zugreifen mit einer DVD-Box von "Mondbasis Alpha 1".

Ich darf Ihnen vorstellen, was Sie erwarten und erleben dürfen …

Am 13. September 1999 explodieren auf der Rückseite des Mondes die Atommülllager. Durch die ungeheure Energie wird der Erdtrabant mit der Mondbasis Alpha 1 und 311 Menschen ins Weltall hinausgetrieben Eine Rückkehr zur Erde ist unmöglich. Unter der Führung von Commander John Koenig erleben die "Alphaner" Abenteuer auf anderen Planeten, begegnen fremden Intelligenzen und suchen nach einer Zivilisation, in der sie ein neues Leben beginnen können.

Der SciFi-Kult aus den 70ern wird wieder modern oder war es eigentlich schon immer. Er hat bis heute nicht seinen Scharm und vor allem auch nichts von der Qualität der Special Effects verloren.
Freunde der vergangenen, ebensolchen SF-Kultserie "Farscape" finden, dass sie einzigartig war. Das ist sie in gewisser Weise auch, doch selbst dort hat man sich einer besonderen Idee der 70er-Jahre bedient. Ob John Crichton nun allein in der Fremde überleben muss, oder ob es eine Gemeinschaft von gewaltsam Davonziehenden so geht, die Parallelen sind unverkennbar. "Mondbasis Alpha 1" hat das Zusammengehörigkeitsgefühl der "Star Trek"-Reihe und das exotische und ausgestoßene Feeling von "Farscape" - und das gab es schon vor 1980.

Noch heute sind die Raumfährendesigns einzigartig, weil sie so logisch und schlüssig sind. Kompakte Schiffe mit einer Art Modulbauweise. Kapselförmig der Bug, gefolgt von zwei Gerüstkomponenten mit Landeteller und Bremsraketen, gleich wie man sie von der Mondlandefähre des Apollo-Programms kannte. Zwischen den Triebwerken am Heck eine tragende Rahmenkonstruktion und in der Mitte genormte Container, als wechselbare Funktionsmodule. Ein einzigartiges Raumschiffdesign, welches heute noch sinnvoll und realisierbar für spätere Raumfahrzeuge erscheint.

Aber nicht nur dieses exzellente Transportmittel vermittelte, damals wie heute, einen unglaublichen Realismus, auch die sternförmige und zweckmäßige Mondbasis Alpha 1 selbst zeigte Jahre nach dem Ende des Apollo-Mondlandeprogramms der USA: Ja, so könnte übermorgen die neue bemannte Station auf dem Mond wirklich aussehen.

Was mich heute immer noch daran fasziniert, sind die unglaublich gut gemachten Landeanflüge der "Adler" (so nannte man das Raumgefährt). Ebenso das Design und Leben in der Station waren, und sind bis heute, zweckmäßig, logisch und richtungsweisend geblieben.
Auch war man dem realistischen Design so voraus, dass ein Multifunktions-Kommunikator neben Bildtelefonie auch das Öffnen der automatischen Türen gestattete und die orangen Raumanzüge für Flüge mit den "Adlern" und EVAs doch extrem den Druckanzügen der Shuttle-Astronauten gleichen.

Zunächst ging es natürlich, in den ersten Folgen der Serie, um die Bewältigung der Probleme, dass der Mond nun mit der Gemeinschaft von rund 300 Menschen auf eine ungewollte Reise ins unbekannte Universum aufgebrochen ist. Doch auch schon sehr schnell begegnet man fremden Planeten und Alien-Kulturen.
Da der Mond ja immer weiter ins Unbekannte vordringt hat, man mit jeder neuen Folge auch die Möglichkeit, immer neue abgeschlossene Geschichten zu erzählen. Manchmal kehrten jedoch auch, in späteren Staffeln, der Charme und das Pappmaschee-Design der Fremdplaneten der ersten "Star Trek"-Reihe in die "Mondbasis Alpha"-Serie ein, wohl auch aufgrund von Sparmaßnahmen und Bugdet-Kürzungen. Im Nachhinein betrachtet, verleiht das einfach auch nur einen besonderen Retro-Touch.

"Mondbasis Alpha 1" stammt aus England und wurde mit internationalen Stars der damaligen Zeit gefilmt. Es war erfolgreicher in seiner Zeit als "Star Trek" und neben Buchveröffentlichungen und Revell-Raumschiffmodellen gab es im "ZACK" Comic-Magazin eine eigene Serie dazu. Noch vor "Star Wars" wurde also in Wahrheit das Produktplacement schon erfunden. George Lucas hatte es einfach nur noch perfektioniert.

Nachdem "Star Wars" und "Kampfstern Galactica" die Serie verdrängt hatten, geriet sie lange Zeit in Vergessenheit, doch sie bleibt bis heute ein Highlight der TV-SF-Shows.

7. Phantastische Spiele: Der Hobbit
von Frank Stein
"Der Hobbit" ist ein mehr oder minder kooperatives Abenteuer, bei dem es gilt, als Zwerge an der Seite von Bilbo Beutlin die Reise von Beutelsend über das Nebelgebirge und durch den Düsterwald bis nach Seestadt und anschließend zum Einsamen Berg zu bestehen. Das Spiel besteht aus vier Phasen, die sich jeweils in Ereignis- und Abenteuerphase gliedern. Es endet entweder, wenn die vierte Abenteuerphase, der "Kampf gegen Smaug", bestanden wurde oder wenn der Drache Smaug, der einem drohend entgegenrückt, Seestadt erreicht. In der kompetitiven Variante gewinnt jeweils derjenige, der die meisten Kristalle gesammelt hat, in der halb kooperativen droht zumindest ein gemeinsames Verlieren, wenn Smaug in Seestadt eintrifft.

Vor Spielbeginn erhält jeder Spieler einen Charakterbogen mit den Werten Mut, Klugheit und Stärke. Diese Werte steigen im Laufe der Ereignisphasen des Spiels und gewähren automatische Erfolge oder ein Neuwürfeln, was beides hilfreich ist, um die Abenteuer in der Abenteuerphase zu bestehen. Außerdem bekommt jeder Spieler drei Proviantplättchen, eine vierte Ressource im Spiel, sowie fünf Zwergenkarten, auf denen Zahlen zwischen 1 und 60 abgedruckt sind.

Während der Ereignisphase bewegt sich der kleine Hobbit, dargestellt durch eine farbige Plastikfigur, einen Abenteuerpfad entlang. Auf jedem Feld kann man entweder Mut, Klugheit, Stärke oder Proviant gewinnen – und manchmal auch verlieren. Für welchen Spieler ein bestimmtes Feld gilt, wird durch die Zwergenkarten ermittelt. Wird aus dem Ereigniskartenstapel eine Karte mit dem Text "Die Reise geht weiter" gezogen, bietet jeder Spieler verdeckt eine Zahl. Dann wird, vom niedrigsten bis zum höchsten Ergebnis, der Zug abgehandelt. Jeder Spieler erhält den Bonus oder Malus, der auf dem Feld abgedruckt ist, auf das die Hobbitfigur rückt, wenn er an der Reihe ist. Andere Ereigniskarten bieten etwa Freigeschenke für alle oder Sonderboni, die man sich mit seinen Zwergenkarten ersteigern kann. Für jede abgelegte Zwergenkarte wird immer sofort eine neue vom Zugstapel gezogen, sodass man immer fünf auf der Hand hat.

Hoffentlich redlich gerüstet, erreicht man am Ende der vier Ereignisphasen jeweils einen Abenteuerpunkt. Dort wird das jeweilige Abenteuerdeck zur Hand genommen und komplett durchgespielt. Immer abwechselnd werden Karten gezogen und die darunter verborgene Aufgabe, die beispielsweise "2 Mut / 5 Stärke" oder "1 Mut / 2 Stärke / 3 Proviant" erfordert, muss mit einem Wurf von fünf Symbolwürfeln bewältigt werden. Automatische Erfolge, erneutes Würfeln, Ereigniskarten und der Eine Ring, der es erlaubt, einen Würfel auf eine beliebige Seite zu drehen, helfen dabei. Gelingt die Aufgabe, bekommt man Kristalle in angegebener Menge. Versagt man, muss man ein Drachenkärtchen ziehen, das meist Smaug den Spielern entgegenbewegt und Ressourcen kostet.

Das Spiel endet, wie schon erwähnt, auf zweierlei Art: Wenn Smaug durch häufiges Versagen der Spieler den Punkt Seestadt auf dem Abenteuerpfad erreicht, ist Schluss. Treffen die Spieler zwischen Seestadt und dem Einsamen Berg auf Smaug, wird die Hobbitfigur sofort auf den Berg gelegt und der "Kampf gegen Smaug" beginnt in Form der vierten Abenteuerphase, die besonders lang und schwierig ist. Wie oben erwähnt, gewinnt am Ende stets der Spieler mit den meisten Kristallen. In der halb kooperativen Variante können auch alle Spieler gegen Smaug, also das Spiel, verlieren.

Das Spiel richtet sich eindeutig an Gelegenheitsspieler und Familienspieler, weniger an Hardcore-Zocker, die auf ein episches Abenteuer hoffen. Die Aufmachung ist bunt und sozusagen kindgerecht. Die Regeln lassen sich leicht verinnerlichen. Schön ist, dass sowohl Taktik als auch Würfelglück beim Sieg eine Rolle spielen. Wenn man seine (Zwergen-)Karten geschickt ausspielt, werden beispielsweise die Aufgaben auf den Abenteuerkarten deutlich leichter. Durch das – mehr oder weniger – gemeinsame Siegen oder Verlieren, spielt es am Ende auch keine so große Rolle mehr, wer die meisten Kristalle hat. Eine gewisse Zusammenarbeit ist eigentlich unabdingbar, ansonsten wird Smaug immer Seestadt erreichen, was sich auch dann wie ein Versagen anfühlt, wenn man nicht kooperativ gespielt hat!

Fazit: "Der Hobbit" hängt ein wenig zwischen Story und Spielmechanismus. Spielt man kompetitiv, wird Smaug wahrscheinlich immer Seestadt erreichen, was zwar im Grunde nur das Spiel beendet und den größten Kristallsammler zum Sieger kürt, sich aber wie ein Versagen anfühlt. Spielt man dagegen kooperativ, ist das Spiel fast ein wenig zu leicht. Mit ein bisschen Teamwork, cleverem Taktieren und einer Prise Glück kann man Smaug relativ gut schlagen – ganz anders als vor ein paar Jahren Sauron im Kosmos-Spiel "Der Herr der Ringe", der wirklich ein knackschwerer Gegner war. Mit einer bunten Aufmachung, leicht verständlichen Regeln und einer Spieldauer von etwa einer Stunde handelt es sich hier eindeutig um ein Spiel für Gelegenheitsspieler und Familienspieler, wobei der Wiederspielwert etwa in der Größenordnung klassischer Euro-Games liegt, das heißt es mag kein Dauerbrenner sein, aber man kann das Spiel immer mal wieder hervorholen und damit seinen Spaß haben.

Der Hobbit
Brettspiel für 2 bis 5 Spieler ab 9 Jahren
Reiner Knizia
Kosmos 2011
EAN: 4002051691301
Sprache: Deutsch

8. "Per aspera ad astra" - der MucCon 2012
von Simon Haffner
"Blöde Veranstaltung. Ich geh' jetzt wieder!" Wenn Sie diesen Satz einer Situation zuordnen müssten, würde Ihnen da der MucCon 2012 einfallen?
Mir jedenfalls nicht, und ich habe den 17. und 18. November im Kulturzentrum Trudering verbracht, wo der MucCon seinen zweiten Geburtstag feierte. Dennoch gibt es markante Unterschiede zum ersten MucCon: Dieses Jahr dehnte sich der Münchner Convent über ein ganzes Wochenende anstatt nur eines Tages aus, aus einer Programmschiene sind zwei geworden und für die Veranstaltung zeichneten "Die Phantasten e.V." verantwortlich.
Auf ein erfülltes Wochenende zurückblickend, kann ich sagen, dass sich der MucCon wieder einmal bewährt hat.
Allerdings trifft auch der Titel dieses Artikels zu, denn "Per aspera ad astra" bedeutet wörtlich soviel wie "Durch raue Dinge zu den Sternen", oder, wenn man eine freiere Übersetzung vorzieht, "Raue Wege führen zu den Sternen" und gilt ebenso für Cons wie für andere Angelegenheiten. Der MucCon 2012 verlangte von seinen Veranstaltern Flexibilität, weil das Programm manchmal kurzfristig angepasst werden musste, denn: "erstens kommt es anders und zweitens als man denkt" - wie schon das Sprichwort sagt.
Aber, ich finde, es ist eine größere Leistung, sich in einer solchen Situation zu bewähren, als wenn alles nach Plan verliefe.

Samstag, 17.11.12

Ich finde mich rechtzeitig im Kulturzentrum ein, ehe das Programm eröffnet wird. Zeit, um mir meine Con-Tüte genau anzusehen und bereits die Kaffeequalität des Caterings auszuprobieren, ehe Arno Behrend und "Dr. Tod" um 10:30 Uhr den MucCon im "Elfensaal" komödiantisch eröffnen. Nach der Einführung nehme ich die Verlagsstände unter die Lupe, die insgesamt ein breites Repertoire zu bieten haben, ehe ich mir um 11:30 Uhr Miriam Pharos Diashow "Alexander Preuss and friends", eine Präsentation phantastischer Bilder, ansehe. Zugegeben, ich habe auf Cons bisher nichts Vergleichbares erlebt und bin dementsprechend begeistert. So begeistert, dass ich gleich noch die nächste Dia-Show ansehe.
Um halb zwei ist eine Multimedia-Show der Phantasten angekündigt, die leider entfällt. Für die Lesung in der "Zwergenklause" bin ich nun zu spät, ich nutze die Zeit für eine Pause. Nachdem ich etwas gegessen habe, schlendere ich an den Ständen vorbei, plaudere ein wenig mit bekannten Gesichtern und kaufe das ein oder andere Buch. Schade ist, dass bis jetzt erst so wenig Besucher gekommen sind – denn sowohl das Programm als auch die Aussteller bieten genug, um den MucCon abwechslungsreich und aufregend zu gestalten.

Im Verlaufe des Mittags nimmt die Besucherzahl etwas zu und das ist gut so, denn um halb vier findet im Elfensaal die Vorstellung von "Masken", der Siegeranthologie der Storyolympiade, mit anschließender Preisverleihung unter der Moderation von Tatjana Stöckler statt. Den ersten Platz belegt Thomas Strehl, der nicht anwesend sein kann, mit "Die Maske des Siegers", den zweiten Platz Karin Jacob mit "Anderland" und die beiden Drittplatzierten sind Kristina Kesselring mit "Doktor Schnabel" und Aileen Kopera mit "Schöne Gesichter". Nach der Verleihung lesen die Zweit- und Drittplatzierten in der Zwergenklause aus ihren Siegergeschichten und entführen das Publikum nach Venedig, in die Zeit der Pest und eine fremde Welt, das Anderland. Nach dieser Lesung verlasse ich den MucCon; zwei weitere Programmpunkte entfallen und ich möchte am nächsten Tag ausgeruht sein.

Sonntag, 18.11.12

Den Morgen des zweiten Con-Tages beginne ich mit einer heißen Tasse Tee und Mara Langs Lesung aus "Masken. Unter magischer Herrschaft", in dem ein Volk mittels Masken, die es selbst als Weg zu Freiheit und Autonomie sieht, unterdrückt wird. Nach dieser spannenden, aber düsteren Lesung besuche ich die "Schokoschlacht im Elfensaal": Verleger Torsten Low stellt Fragen zur Phantastik und wer die richtige Antwort weiß, dem wirft Simone Edelberg zur Belohnung Süßigkeiten zu. Das Werfen hat ihr sichtlich Spaß gemacht und ich denke, ich kann für alle Anwesenden sprechen, dass wir sehr froh sind, nicht versehentlich von einem zu freudig geworfenen Bonbon getroffen worden zu sein. Überlegen Sie sich mal, was für ein Waffenpotential in so einem kleinen harmlosen Bonbon steckt, wenn man es nur ausreichend beschleunigt. Faszinierend.

Im Anschluss nehme ich an Gabriele Behrends Schreibworkshop "10 zählt" teil, bei dem es gilt, innerhalb von zehn Minuten eine Geschichte mit zehn Wörtern zu schreiben. Klingt gar nicht schwer, oder? Dann versuchen Sie mal, die Begriffe "Chamäleon", "Föhn", "Leere", "Präsident", "Raumschiff", "Scheinwerfer", "Klebeband", "Taugenichts", "Plüschpunkt" und "Hundekuchen" in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Wir Teilnehmer des Workshops haben jedenfalls viel Freude am Austausch unserer jeweiligen Geschichten, bei denen von Heiterkeit bis Melancholie alles dabei ist.

Ich besuche noch den Vortrag von Christian Hoffmann, der sich über die letzten 15 Jahre immer wieder mit dem Thema "Phantastische Literatur aus Afrika" beschäftigt hat. Ein sehr interessantes Panel, denn afrikanische Werke sind bei uns eher selten. Das ergibt sich aber auch daraus, dass jene Phantastik deutlich von der dortigen Kultur und Welt der Mythen geprägt und hier wohl ohne Vorkenntnisse darüber unverständlich ist. Übrigens lässt sich in Afrika Science-Fiction kaum finden und die Bücher sind weit weniger amerikanisch geprägt wie hierzulande.
Als letzter Punkt steht die Abschlussversteigerung auf meiner Liste: Torsten Low und Simone Edelberg versteigern Buchpakete zugunsten des MucCons 2013. Am Ende kommt sogar noch Simone Edelberg als Lektorin – wie es sich gehört, natürlich mit Handschellen versehen – unter den Hammer.

Dann beginnt allmählich das große Aufräumen und ich nehme mir Zeit, gemeinsam mit Simone zu resümieren: "Per aspera ad astra. Der zweite MucCon hat gezeigt, dass der Weg zur Perfektion lang und steinig ist. Wieder einmal hat uns eine Vielzahl interessanter und intelligenter Menschen begleitet, mit denen wir viel Spaß hatten und von denen wir viel gelernt haben. Das bestärkt uns darin, auf diesem Weg weiterzumachen. Der nächste MucCon ist zugleich der SFCD-Jahres-Con 2013 und wir haben dafür bereits jetzt eine Vielzahl von Überraschungen vorbereitet. So viel können wir jetzt schon verraten: Es wird laut, es wird bunt, es wird schrill. Gemeinsam mit unseren Fans werden wir nach den Sternen greifen!"

Am 26./27. Oktober 2013 wird es soweit sein, dass wir diesen "Griff nach den Sternen" erleben können. Fest dabei sind Uschi Zietsch vom Fabylon-Verlag, der Verlag Torsten Low, der Wortkuss-Verlag, der Georg von Toyberg Verlag und viele mehr. Neben einem bunten, reichhaltigen Kinderprogramm wird es vom SFCD organisierte Programmpunkte geben, ebenso, wie dieses Jahr auch schon, Steampunk mit Dr. Jürgen R. Lautner und eine Lektorenversteigerung im Büßergewand.
Das SFCD-Vorstandsfrühstück wird unter dem Motto "La famiglia – Der Pate lässt grüßen" stattfinden und am Sonntag die Mitgliederversammlung des SFCD anstehen.
Bewerbungen für Lese- oder Ausstellplatz werden ab sofort angenommen, Ort und Zeit werden etwa Ende Januar bekannt gegeben.

Mein persönliches Fazit lautet, dass sich der MucCon in diesem einen Jahr enorm weiterentwickelt hat und wir uns auf nächstes Jahr freuen dürfen. Sehr schade für Veranstalter und Gestalter war allerdings die eher kleine Zahl Besucher.
Doch der römische Dichter Seneca, von dem sich auch "Per aspera ad astra" ableitet, entfaltet in seinen moralischen Breiten Folgendes: Was auch immer passieren mag, der Weise wird es ertragen.

Seien wir also weise und freuen uns auf den MucCon 2013!

9. Wissenschaft: Wissenschaft und Religion
von Marcus Haas
Es liegt in der menschlichen Natur, die Welt verstehen zu wollen. Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Zusammenhänge zu erkennen, ist ein evolutionärer Zug, der es dem Menschen erlaubte, sich in einer Welt durchzusetzen, in der viele Tiere größer, schneller oder stärker waren als er selbst.

Doch Zusammenhänge zu erkennen, ist nur ein erster Schritt; im zweiten geht es darum, Erklärungen zu finden.
Hinzu kommt, dass der Mensch ein soziales Tier ist, das in Gruppen lebt, und in einer solchen Gemeinschaft ist es wichtig, dass es Regeln für das Zusammenleben gibt, welche die Gesellschaft stützen. Die Entwicklung einer Moral als Verhaltenskodex war damit ebenfalls ein wichtiger Pfeiler für die erfolgreiche Entwicklung des Menschen.

Viele Tiere kommen allerdings ganz gut ohne diese aufgesetzten Regeln aus, bei Ameisen genügen mehr oder weniger festgelegte Verhaltensmuster, bei vielen Tierherden reicht das instinktive Verhalten aus. Der Mensch gehört aber zu den Tieren, die über ein Selbstbewusstsein verfügen und damit über Individualität, die es dem Einzelnen ermöglicht sich gleichzeitig als Einzelwesen und als Teil der Gemeinschaft zu sehen.
Um eine Gruppe von Individuen zusammenzuhalten, braucht es mehr als Instinkt und vererbte Verhaltensweisen, es braucht Moral und, nur einen kleinen Schritt weiter, Regeln für das Zusammenleben. Diese Regeln müssen von möglichst vielen in der Gesellschaft befolgt werden und je größer die Gemeinschaft wird, um so schwieriger wird es, dies zu gewährleisten.

Plötzlich wird es sinnvoll eine übergeordnete Instanz einzuführen, die das Zusammenleben überwacht. Das können die Ahnen sein, oder Naturgeister oder später auch Götter.
Kombiniert man die Notwendigkeit für moralische Führung und den Drang nach Verständnis in der menschlichen Gesellschaft miteinander, ist der Grundstein für die Entwicklung von Religion gelegt.

Sehen wir mal davon ab, welche sozialen und gesellschaftlichen Implikationen diese Entwicklung hat, bleiben übermächtige Entitäten, denen man die Beobachtungen, die in der Umwelt gemacht werden, in die Schuhe schieben kann. Auf einmal ist Religion nicht mehr nur ein Werkzeug, um das Zusammenleben zu erleichtern, sie wird zu einer Erklärung der Welt, ja zu einem Weltbild selbst.
An dieser Stelle entstehen aber auch die Schwierigkeiten.
Man stellt schnell fest, dass es Grundkonzepte in vielen Religionen gibt, die sich sehr ähneln, dass man keine Mitglieder des eigenen Stamms umbringt oder aufisst zum Beispiel; am wichtigsten und am weitesten verbreitet ist aber der Zusammenhalt in der Gemeinschaft und dass man Mitgliedern kein Leid zufügt und einander unterstützt. Andere Ansichten unterscheiden sich von Gruppe zu Gruppe und sorgen für eine Trennung zwischen den verschiedenen Weltsichten.
Die Schwierigkeit mit den Religionen ist in dieser Hinsicht, dass sie sich nur schwer anpassen lassen (immerhin kommen sie von höheren Wesenheiten), was das Zusammenleben schwer machen kann.

An dieser Stelle hat es die Wissenschaft leichter, denn sie behauptet nicht, eine festgelegte Wahrheit zu vertreten. Wo die Religion eine Bedeutung in der Welt und eine letzte Wahrheit zu entdecken sucht, bemüht sich die Wissenschaft, die Welt so zu verstehen, wie sie sich dem Menschen darstellt.
In dieser Form ist die Wissenschaft begrenzt, denn sie macht keine Aussage, über das, was tatsächlich los ist. Sie nimmt beobachtbare Phänomene und versucht einen Konsens darüber zu erreichen, wie diese Phänomene erklärt werden können. So entsteht eine Theorie. Im nächsten Schritt versucht man Fehler in der Theorie zu finden, wird einer entdeckt, so muss die Theorie angepasst werden. Wird keiner gefunden, sucht man weiter und die Theorie kann erst einmal verwendet werden.

In der Religion versucht man die Sicht, die man von der Welt hat zu bestärken, entdeckt Wunder und Offenbarungen, welche die eigenen Götter rechtfertigen.
In der Wissenschaft versucht man Theorien darüber, wie die Welt funktioniert, zu widerlegen um über diese Entdeckungen zu einem noch besseren Verständnis der Welt zu kommen.
Doch am Ende sind Wissenschaftler auch Menschen und menschliche Aspekte spielen auch in die Wissenschaft. Selbstsucht, Glaube an die eigene Theorie und sogar Betrug, aber am Ende setzt sich die bessere Erklärung durch, weil es so viele Wissenschaftler gibt, die sich immer wieder über ihre Beobachtungen der Welt auseinandersetzen und die Ergebnisse der anderen überprüfen.

Aber was sagt die Wissenschaft über die Religion? – Nichts. Natürlich gibt es, wie oben dargelegt, Theorien über die Entwicklung der Religionen, aber eine letzte Wahrheit gibt es in dieser Hinsicht nicht.
Wissenschaft und Religion stehen nicht im Gegensatz zu einander (jedenfalls nicht aus Sicht des rationalen Wissenschaftlers), sondern können nebeneinander existieren.

Aber genug Philosophie. Religion und Glaube hat auch wissenschaftlich messbare Auswirkungen auf unser Gehirn. Mit bildgebenden Verfahren, wie der Magnetresonanztomografie, kann man zeigen, wie sich Meditation und Gebet auf die Aktivität im Gehirn auswirken. Insbesondere Bereiche, die im Frontalhirn für die Aufmerksamkeit und Konzentration verantwortlich sind, zeigen bei diesen Aktivitäten eine höhere Aktivität. Zudem gibt es einen Bereich im Gehirn, der besonders häufig bei religiösen Erfahrungen aktiv wird. Es ist der Temporallappen (ein Bereich des Gehirns in der Gegend des Ohrs). Es ist auch der Ort, der bei epileptischen Anfällen aktiv ist, und er wird mit Emotion und Erinnerung assoziiert.

Reizt man den rechten Temporallappen mit einem schwachen elektrischen Feld kann die Testperson den Eindruck gewinnen, es befinde sich eine weitere Person im Raum. Manchmal sehen die Probanden sogar Gesichter.
Emotionale Erlebnisse führen zur Ausschüttung des Hormons Serotonin im Gehirn und umgekehrt kann Serotonin (oder LSD, Peyote oder andere psychedelische Drogen, die dem Hormon ähnlich sind) solche Erfahrungen heraufbeschwören. Vielleicht bewirkt die Stimulation des Temporallappens mit elektromagnetischen Feldern eine erhöhte Serotoninausschüttung, die zusammen mit vergrabenen Erinnerungen religiöse Erlebnisse hervorruft oder verstärkt. Evolutionär ist das ziemlich sinnvoll, wenn wir uns erinnern, wie wichtig die Religion für das funktionieren der frühen menschlichen Gesellschaften war, es war ein Vorteil für das Überleben der Spezies.

Aber das ist kein Beweis, dass ein Gott nur eine Illusion unseres Geistes ist, es ist nur das, was unsere Wissenschaftler entdecken und zu verstehen versuchen, und es sei jedem selbst und seinem Glauben überlassen, was davon zu halten ist.

10. Die Corona-Kurzgeschichte
Liebe Kurzgeschichten-Freunde,

die Themenrunde "Das Artefakt" wird heute mit dem zweiten Platz fortgesetzt: D. M. Hirth hat ihn sich mit seiner Story "Relais" gesichert. Herzlichen Glückwunsch dazu. Und wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen zur Story –ob per E-Mail oder in unserem Forum unter dem Dach des SF-Netzwerks (www.sf-netzwerk.de).

Das nächste Thema unseres regelmäßigen Story-Wettbewerbs heißt "Ein starkes Team" (Einsendeschluss: 1. Dezember 2012). Für kommendes Jahr wurden inzwischen auch bereits zwei Themen festgelegt: "Spiegel" (Einsendeschluss: 1. März 2013) und "Zu viel Zeit" (Einsendeschluss: 1. April 2013). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei, bitte auf keinen Fall als pdf) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury (meistens) drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.

Armin Rößler


Relais
von D.M. Hirth

Die Erwartungen, die man sich mit der eigenen Vorstellungskraft aufbaute, waren meist darauf aus, bei der ersten Erkenntnis nicht etwa genährt, sondern enttäuscht und zerstört zu werden. Das Gebäude, in dem ich stand, war aus Glas; ein gewaltiger Bau aus Glas und Stahl, das allerdings zwischen den anderen Hochhäusern nur bedingt herausragen konnte. Der Hamburger Hafen war jedoch zwischen den verschiedenen Bauten nicht zu erkennen; man sah nur Stahl, Beton und Glas. Und es war Glas, das alle Arbeitsbereiche in den zwei Etagen des Zentrums voneinander trennte. Mindestens zwanzig bis dreißig verschiedene Mitarbeiter waren in einem einzigen großen Raum verteilt, der sich auch noch auf eine höhere Etage erstreckte.
Ich trat an einer Wendeltreppe vorbei und mitten durch die kleine Passage zwischen Kopierern, Schreibtischen und Glas hindurch; an jedem abgetrennten Büro standen die Namen der Mitarbeiter geschrieben, die alle viel zu tief in ihre Gedanken versunken waren, um mich zu bemerken.
Okay, eins muss ich zugeben. Die Gedanken gehörten vermutlich nicht nur ihnen selbst. Aber wer konnte ihnen das schon verübeln? Es hieß, dass eine Gruppe dieser vielen Psi-Kraftpakete in der Lage war, eine ganze Stadt mental zu beeinflussen – und ich wollte gar nicht wissen, wozu diejenigen fähig waren, die für die Regierung arbeiteten. Wer mir wohl gerade durch den Kopf ging?
Gerade trat ich an dem Büro einer Alinda van Meyer vorbei, als ich meinen Zielort erkannte. Mit Yue Olafsson hatte ich meine Verabredung, und ich stand an dem schmalen Durchgang zu ihrem Büro, das sich direkt an der Fensterseite des Massenbüros befand. Hinter einem viel zu großen Bürostuhl konnte ich nur das Klappern einer Tastatur ausmachen, denn die Dame dahinter war aus meinem Sichtfeld verschwunden. Eine fein manikürte Hand war kurz zu sehen, als sie nach einer halb leeren, gläsernen Teetasse griff, die daraufhin verschwand und nach einem kurzen Schlürfen auf dem Schreibtisch aufsetzte. Leise hörte ich die unterschwellige Musik, die aus Kopfhörern zu kommen schien.
Während ich mich gegen die Glasscheibe lehnte, klapperte die Tastatur nur weiter vor sich hin, und ich wartete darauf, dass die Uhr auf dem Fensterscheibendisplay endlich 13 Uhr anzeigen würde, blickte dabei aus dem Fenster die Stadt hinab.
durch sie hindurchzu–
"Ist es nicht höflich, sich bei seiner Ankunft vorzustellen?"
"Wenn man einen Gast erwartet, sitzt man auch nicht mit dem Rücken zur Tür und hört Musik, Frau Olafsson. Emil mein Name. Doktor Emil Lorenz."
Der Stuhl drehte sich herum, und hier kam die enttäuschte Erwartung. Insgeheim hatte ich mich schon darauf eingestellt, mit der Telepathin nach dem Termin auf einen Kaffee in der Mensa zu verschwinden, zu einem Mittagessen beim Inder gegenüber oder zu einem Cocktail heute Abend, doch da fiel mir ein, nicht zu tief in meinen Tagträumereien zu versinken – immerhin las sie vermutlich gerade mit. Womöglich so wie andere Leute die Kolumnen in der Bahn. Yue Olafsson war allerdings eine Enttäuschung auf halber Linie; eine hagere Frau mit hellbraunen, fast dunkelblonden Locken, deren Strähnen ihr aus einem komplexen Knoten gebunden vereinzelt in die Stirn fielen. Ihre Augen versteckte sie hinter einer einfachen Brille und zwischen jener und ihren dünnen Lippen sammelten sich eine ganze Reihe Hautunreinheiten, die sich auch am Hals wiederfanden. Sie war zwar noch am Anfang ihrer Zwanziger (und damit an einem ganz anderen Ende als ich), doch mittlerweile fragte ich mich nur noch, woher wohl das Asiatische in ihrem Namen kam. Sehen konnte ich es nicht.
"Es freut mich, dass Sie es geschafft haben. Nehmen Sie Platz, Emil, ich bin sofort für Sie da. Darf ich Ihnen einen Tee anbieten?"
Nachdem die Dame eine Taste gedrückt hatte, fuhren ein kleines Tischlein und ein dazugehöriger Stuhl aus dem Boden – natürlich aus Glas –, und ich hörte ein letztes Klappern der Tastaturen. Dann griff die Hand nach einem Taschentuch, und der Stuhl mit der Telepathin drehte sich herum, als ich mich gerade gesetzt hatte.
"Möchten Sie einen Tee?", fragte sie erneut, doch ich winkte nur ab und lehnte mich auf dem relativ unbequemen Sessel zurück. Sie putzte sich kurz die Nase und griff nach der gläsernen Tasse hinter ihr. Sie trank nur ihren Tee aus und nickte dann, als sie sagte: "Wie kann ich Ihnen helfen? Ich muss sagen, dass ich etwas überrascht über Ihre E-Mail war, aber ich hoffe, Ihnen helfen zu können. Inwieweit wollen Sie denn die Dienste des Psi-Zentrums in Anspruch nehmen?"
"Ich habe ein etwas besonderes Anliegen, das ich nicht über eine ... Empfangsdame klären wollte", sagte ich und wartete die auffordernde Handbewegung meines Gegenübers ab, die kam.
Doch gerade, als ich die Stimme heben und sprechen wollte, unterbrach mich die Frau und sagte: "Ich hoffe, Sie wissen ja, dass die Dienste des Zentrums nicht von der Krankenkasse bezahlt werden?"
"Ja, in dem Punkt unterscheiden Sie sich ja nicht von den Kelmar-Telepathen zwanzig Etagen weiter unten, nicht wahr?", fragte ich und griff nach meiner Tasche. Ich wartete einen Augenblick und ignorierte dabei das Verschwinden ihrer dünnen Lippen, mit dem die Telepathin das Erwähnen der nichtmenschlichen Telepathen überging, die in Psi-Zentren seit mehr als dreißig Jahren das Geschäft belebten; ich ergriff das Artefakt und legte es auf den Tisch. Ich schauderte, bevor ich sagte: "Sie müssen wissen, dass ich keine Traumata aus meinem Gedächtnis entfernt sehen oder mir irgendwelche imaginären Erinnerungen dort einpflanzen lassen will. Ich bin Privatdozent an der Rushdie-Universität Berlin sowie als Kurator und Archäologe am Museum in Neu-Köln tätig und war vor einigen Wochen auf einer Ausgrabung auf Cellar Door."
"Die Ruinen der Darkro", sagte Olafsson wie aus der Pistole geschossen.
"Dak'ro", korrigierte ich sie mit einem betont rollendem R. "Lesen Sie meine Gedanken?"
"Die Nachrichten. So wie jeder andere Mensch auch", erklärte die Telepathin mit süffisantem Blick, einem Blick, der nicht mir, sondern dem in Folie eingeschweißten Artefakt galt, das vor mir lag. "Aber die haben mir nicht verraten, was das da ist."
"Nun, das hätten Sie auch in meinen Gedanken lesen können", entgegnete ich. Ich gebe zu, diese lahmen Sprüche hörte die Dame vermutlich jeden Tag – aber wenn eine Frau hört, dass ich zwar Archäologe bin, aber weder Hut noch Peitsche habe, muss ich mich immer anders interessant machen. Ich sagte, gerade als sie zum Sprechen ansetzen wollte: "Aber es ist vermutlich höflicher, einfach zu fragen."
Sie griff mit der Hand nach dem Würfel, doch kam ich ihr zuvor und zog die Folie wieder in meine Hand. Ich betrachtete das Ding und die Verzierungen auf seiner Außenseite mit gespielter Langeweile, während sie den Blick nicht davon abwandte. Erst jetzt bemerkte ich, dass die Lautstärke im Arbeitszimmer hinter mir gewaltig abgesunken war. Ob da noch wer auf Empfang war?
"Was wollen Sie von mir?", fragte Yue.
"Die Tochter einer Kollegin, die mit uns an der Ausgrabungsstätte war, ist eine Telepathin, und sie hat eine ähnliche Reaktion gezeigt wie sie gerade. Audrey, das ist der Name der Telepathin, ist jedoch noch zu jung, um ein ausgeprägtes Talent entwickelt zu haben, auf das zurückzugreifen ich vielleicht in der Lage wäre." Ich räusperte mich gespielt und legte den Würfel wieder auf den Tisch. "Ich möchte, dass Sie ihn für mich untersuchen und mir einen Bericht für das Museum schreiben. Wir haben es von allen Technikern, Chemikern und Geologen schon untersuchen lassen – und im Allgemeinen ist man der Ansicht, dass es sich um einen äußerst schön geformten Stein handelt, den ich ausstellen soll. "
"Doch Sie denken nicht so", sagte Yue und blickte mir dabei in die Augen. "Sie denken an etwas Anderes. Sie sind neugierig."
"Das ist korrekt. Es zeigt keinerlei Energiesignaturen auf – nun, eigentlich doch –, aber das ist eine, die nur Telepathen spüren können."
Ich atmetet einen Augenblick tief durch und strich über eine Verzierung durch die Folie hindurch, als ich sagte: "Sie können mir also glauben, dass ich das nicht über die Krankenkasse abrechnen lassen möchte."
Yue schnaubte und streckte erneut die Hand aus, doch ich schlug sie mit einem ermahnenden Schmatzen meiner Zunge weg. Dann griff ich nach einem Taschentuch und putzte mir noch demonstrativ die Nase.
"Sind Sie dabei?", fragte ich sie.

***

"Audrey? Hörst du mich?"
Ich schauderte und leuchtete erneut in ihr Gesicht, diesmal ein wenig länger; ihre Augen waren geöffnet, und ihre Pupillen bewegten sich erst, als ich die Taschenlampe ganz nah an sie heran führte. Sie schaute mich an, als ob sie mich nicht kennen würde, und spitzte dabei die Lippen zu einem stumm bleibenden Pfeifen an. Ich machte einen Schritt zurück und trat dabei auf mehrere Glasscherben, die unter meiner Sohle noch weiter zersplitterten.
"Audrey, mein Schatz. Ich bin's, Emil. Komm, deine Mutter wartet oben auf dich."
Ich griff nach ihrem Arm, um sie weiter wachzurütteln, und wollte noch nach ihrer Hand greifen, doch ihre Finger umklammerten den Würfel viel zu fest. Sie keuchte, als ich ihren Daumen mit einer kleinen Kraftanstrengung von dem Stein löste, und holte aus, um mir eine Ohrfeige zu verpassen, doch ich bekam ihren linken Arm zu packen.
Die Taschenlampe fiel zu Boden, und ich griff nach ihrer rechten Hand, die immer noch um den Stein gepresst war; nach einem Moment des Zögerns versetzte ich ihr ebenso eine Ohrfeige, doch nichts geschah. Der Arm in meiner linken Hand erschlaffte, und sie setzte wieder zu ihrem Pfeifen an. Sie schielte mich an und ich packte ihren Daumen, zog ihn von der glatten Oberfläche des Steines weg. Einen Ruck später, der ihr äußerst wehtat und mir irgendwie gar nicht, löste sich der Griff. Sie schrie auf, und der Stein fiel zu Boden, direkt in das Spektrum meiner Taschenlampe. Ich blickte hinab, doch das Licht spiegelte sich in ein paar Scherben und ich wandte mich ab.

***

Etwa eine Stunde später saß ich Yue in einem anderen Raum gegenüber; er war klein und stickig und bestand nur aus einem Tisch und zwei Stühlen für uns – und die Tür war so gut in die Wand eingearbeitet, dass man sie fast schon vergaß, wenn man sie durchtreten hatte. Eigentlich erwartete ich nur noch eine verspiegelte Glasscheibe, durch die mich wie bei einem Verhör Kollegen Yues betrachten würden, doch wer immer im Nebenzimmer war, war vermutlich gerade Hörer der Sendung von Yue Olafsson.
Ich wusste nicht genau, was sich denn in dem Großraumbüro ereignet hatte; doch als Yue mich durch die Reihen führte, galten mir im ersten Augenblick alle Blicke – und erst auf ein sehr erzürntes Zischen ihrerseits wandten sich alle von mir ab.
Yue und eine ältere Dame, deren abendländische Wurzeln anhand ihrer hellblonden Haare klar zu erkennen waren, unterhielten sich mental; für mich nur zu erkennen daran, dass Blicke und Gesten hin und her gingen, aber nicht einmal auch nur ein Ton gesprochen wurde. Das Gute an Telepathie war, dass man Frequenzen vernehmen und auf ihnen senden konnte, die für einen normalen Menschen nicht zu hören waren; daher war auch vollkommen klar, dass in der Kantine von mir als "dem Tauben" gesprochen wurde. Schade eigentlich; Fliegen wäre schön gewesen.
Die ältere Dame verließ den Raum, und Yue nahm auf dem Stuhl vor mir Platz; ihr Blick galt einzig und allein dem steinernen Würfel, der auf der Glasscheibe lag, und sie fragte mich: "Darf ich ihn jetzt anfassen?"
"Sicher", sagte ich. "Aber bitte machen Sie keine Fettflecken auf den Stein."
Yue griff nach der Folie und zog den Würfel nach einem Moment des Zögerns aus ihr heraus; sie hielt ihn dabei mit der rechten Hand und betrachtete ihn mit nachdenklichem Blick. Ich wippte derweil unruhig mit dem Bein und erwartete ihre Reaktion.
"Und?", fragte ich.
"Sie müssen mir noch einmal genauer erklären, wie Sie diesen Würfel gefunden haben."
"Hat er etwa nicht geplaudert?"
"Er ist stumm", sagte sie. "Bis jetzt."
Ich rekapitulierte, während sie den Stein mit beiden Händen im Schoß hielt, wie ich ihn in einem der Paläste auf Cellar Door gefunden und an die Oberfläche gebracht hatte, doch ich bemerkte schon bald, dass mir ihre Aufmerksamkeit nicht mehr galt. Ich erzählte kurz davon, dass ich gerade eben in der Mensa eine leckere Portion Tortellini gegessen hatte, doch ihr Blick blieb glasig und trüb. Viel zu glasig für meinen Geschmack, um mich zu überhaupt wahrzunehmen.
Und deshalb schlug ich mit der Hand kräftig auf den Tisch.
Yue schreckte zwar hoch, doch der Griff um den Würfel löste sich nicht; sie drückte ihn an ihre Brust und starrte mich mit weit aufgerissenen Augen erschrocken an.
"Das ist jetzt ja gar nicht professionell", bemerkte ich süffisant. "Also, was sagen Sie?"
"Ich bin noch nicht fertig", entgegnete sie. "Noch nicht ganz."
"Geben Sie ihn mir bitte noch einmal", testete ich aus, doch sie blickte mich mit fiesem Blick an und entgegnete: "Nur noch einen Moment."
"Nur noch einen Moment kriegen Sie gleich – nur kriege ich zuerst den Würfel!" Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Bei meiner Nichte funktionierte es auch nie – und die hatte auch keine Psi-Fähigkeiten gehabt.
Yue hob blitzartig ihren freien Arm, und ich spürte, wie ich mit einem Ruck in meinen Stuhl gedrückt wurde; ihr Griff war auf meinem Hals, und dort hielt sie mich in Position, während ihre Augen an mir vorbei zu Boden blickten. Seit wann konnten die denn das?
"Yue, mach auf!", rief jemand von der anderen Seite der Tür und untermauerte seine Forderung mit heftigen Schlägen gegen die verriegelte Tür.
"Könnten Sie mich vielleicht loslassen?", fragte ich mit zusammengepressten Lungen und Lippen, doch Yue machte nur eine wegwerfende Handbewegung und ich wurde aus dem Stuhl gegen die Wand geschleudert; als ich auf dem Boden aufkam und sie betrachten konnte, war sie schon nicht mehr anwesend.
Sie hielt den Würfel in beiden Händen und fuhr mit ihren Daumen die ganze Zeit über die Verzierungen; erst jetzt bemerkte ich, wie das Blut aus ihrer Nase ihre Lippen benetzte, und ich stand, das Schauspiel betrachtend, auf. Nach einem Schritt zurück öffnete ich die Tür und ließ die ältere Dame ein, gefolgt von einigen anderen Telepathen.
Raus, flüsterte die Dame in meinen Gedanken.
"Ich gehe bestimmt nicht ohne den Würfel."
"Raus", wiederholte die Dame. Sie ignorierte mich daraufhin und trat auf Yue zu; sie griff ihr ans Kinn, zog die von Blut benetzte Hand dann jedoch schnell zurück. Mittlerweile lief das Blut schon aus Yues Ohren und ihren Augen, ohne dass sie eine einzige Regung zeigte, ohne uns auf irgendeinen Schmerz hinzuweisen. Wir sahen nur Apathie und die ältere Dame griff an ihren Nacken. Sie betrachtete ihre Hand für einen Augenblick und versetzte Yue daraufhin eine knallende Ohrfeige, die blutgetränkte Spuren in ihrem Gesicht zurückließ, doch die gefangene Telepathin fuhr nur beständig mit ihren Daumen über die Verzierungen, eine nach der anderen, und fiel dann mit leisem Poltern und mit dem Kopf voran auf den Tisch.
"Raus", rief die Dame, und als sie ihren Zeigefinger ausstreckte, versetzte sie mir eine kleine Ohrfeige, um ihre Worte zu untermauern. Ich spürte einen starken Arm, der mich aus dem Raum zog, während Yues Name von allen Telepathen ständig geflüstert wurde. Ein paar taten es offen und laut, aber manchmal, so schien es, konnte ich auch ein Flüstern in meinem Geist hören, auch wenn dies keines war, das von Yue ausging. Erst als ich hörte, dass das Relais zu Boden fiel und dort in Scherben zerbarst, machte ich kehrt und suchte mir einen Weg hinaus.
Das ist alles, woran ich mich erinnere. Der Rest liegt in Dunkelheit.

Es tut mir unendlich leid, dass alles so kommen musste. Selbst von meiner niedrigen Position aus, hier auf meinen eigenen Knien, mit den Glasscherben, die sich in meine Kniescheiben geschnitten haben, kann ich noch einige wenige Brände sehen, obwohl es auch sein kann, dass das Leuchten da am Horizont von der Dämmerung kommt. Sie blendet mich. Die Ruinen Hamburgs – und die der meisten anderen Städte –, sind schon längst niedergebrannt, und alles Glas ist schon längst zu tausend Scherben zersplittert. Die Schlachtschiffe der Dak'ro haben nichts übrig gelassen.
Ich spüre, wie die zwei Hände, die gerade noch an meine Schläfen gedrückt waren, gemeinsam mit dem zu ihnen gehörigen Körper sich zurückziehen; das Gewand der weiblichen Dak'ro streicht über meine Beine, ihr Mantel über meine Arme und ich schaudere, als sie an mir vorbeitritt auf die drei Männer zu, die ihren Bericht erwarten. Sie alle sind groß und schön und sehen eigentlich genauso aus wie die Inschriften und Bilder, die ich auf Cellar Door bearbeitet habe; doch in personae nimmt ihnen ihr Auftritt viel von der Imposanz.
Die Frau tritt auf den mittleren Dak'ro zu, den kleinsten und daher wohl jüngsten, den Prinzen, dessen Haut so purpurn glänzt, und sie sprechen so laut in ihren Gedanken, dass ich sie ohne Weiteres hören kann. Das liegt aber vor allem daran, dass ich ihre Sprache durch meine Arbeit schon lange benutzen konnte – ihre Worte sind daher für mich so klar wie meine eigenen. Und dabei habe ich schon den Wind in meinen Ohren.
"Die menschlichen Telepathen haben seine Erinnerungen stark bearbeitet", sagt die Frau. "Ich müsste noch tiefer graben als meine Vorgänger, um zumindest diese gelöschten Informationen zu finden. Es sind nur Bruchstücke, die Bilder des Relais beinhalten. Wenn ich einen von ihnen zu meiner Unterstützung hätte, würde es meine Arbeit vielleicht erfolgreicher werden lassen."
Der Prinz blickt mich an, er blickt mir direkt in die Augen, und ich erwische mich beim mehrmaligen Blinzeln, während sein Blick – eiskalt und untermauert von den zusammengefalteten Armen und den dicken Augenbrauen – nicht einmal von mir weicht. Er streckt die Hand aus und einer seiner Diener reicht ihm den verzierten Würfel, ein Duplikat des Relais, das ich auf Cellar Door gefunden habe. Er betrachtet den Würfel in seiner Hand und fährt wie besessen mit dem Daumen über die Verzierungen.
"Finde sie", sagt er. "Finde meine Königin."


D. M. Hirth, Jahrgang 1992, geboren in Nähe von Aachen und derzeit Student der Anglistik und Germanistik an der Universität zu Köln, wo er seit knapp einem halben Jahr wohnt. Einen großen Teil seiner Freizeit verbringt er, neben dem kreativen Schreiben selbstverständlich, mit der Lektüre von englischsprachigen Comics und Büchern und ist dabei großer Fan von Autoren wie Margaret Atwood, Salman Rushdie und Kristine K. Rusch. Selbst schreibt er jetzt seit knapp sechs Jahren und hat mit "Relais" nun seine vierte Veröffentlichung.

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Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904
Ausgabe 277 - 02.12.2012
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Jennifer Christina Michels

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Ausgabe 278 erscheint am
23.12.2012.

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