corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904

 newsBEAT
+ "Warehouse 13"
+ William Shatner
+ "Captain America"
+ "Der perfekte Friede"
+ "Captains Table"
+ Walter Koenig
 Kunterbunt
+ RingCon 2011
+ "Drachengasse 13"
+ Kurd Laßwitz Preis 2011
+ "Perry Rhodan" 2600
+ 1. mucCON
+ „Perry Rhodan“
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 Buch-Tipp
TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze
Das Buch nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen dieses Franchises. Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes. Ideen, die weltweit von Millionen von Trekminds gelebtwerden.
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07. August 2011 - Ausgabe 251 - "Silly Season"
Im Sommerloch
Wie bedauerlich, da brütete ich in der vergangenen Woche über diesem Vorwort mitten im alljährlichen Sommerloch und verfasste geradezu wortgewaltige Zeilen über die Möglichkeiten eines drohenden finanztechnischen Armageddons in den Vereinigten Staaten von Amerika – quasi als Wirklichkeit werdende Science Fiction in Reinkultur. Und was geschieht, die Politiker erinnern sich kurz vor Toresschluss doch noch an die Grundfesten einer lebendigen Demokratie, basteln einen wie auch immer gearteten Kompromiss und versauen mir kurzerhand mein Konzept.
 
Wie auch immer, meine eigenen Herausforderungen sind vermutlich mikroskopischer Natur gegenüber den global anzusiedelnden Auswirkungen einer solchen Schockwelle. Und wie sagte ein von mir in den Jugendjahren hochgeschätzter SitCom-Darsteller namens Al Bundy doch immer: „Es gibt Menschen, die müssen mit ihren Problemen leben. Und manche müssen mit Ihnen sogar schlafen!“ In diesem Sinne…
 
Herzlich Willkommen zu unserer ersten Ausgabe nach der Sommerpause, in der Sie wie gewohnt ein bunter Blumenstrauß an Themen rund um unser Faible der SF erwartet. Wobei ich allerdings einschränken muss, dass sich noch stattliche Teile unserer Redaktion im wohlverdienten Urlaub befinden und daher unsere TV-Vorschau dieses Mal ausnahmsweise entfallen muss. Ich glaube aber, dass Sie nicht zuletzt durch unser großes „Drachengasse 13“-Gewinnspiel zu den spannenden neuen Romanen unserer Redakteure Bernd Perplies und Christian Humberg voll auf Ihre Kosten kommen werden.
 
Hinweisen möchte ich hier auch noch einmal auf die Möglichkeit, uns auf Facebook und Twitter zu folgen, bzw. unsere neue Homepage (http://www.corona-magazine.de) zu besuchen. Unsere Online-Medien werden regelmäßig mit Neuigkeiten und Hintergrundinformationen bestückt, welche aus Platzgründen partiell leider keinen Einzug in das Corona Magazine finden können. Insofern lohnt sich also ein Besuch!
 
Doch jetzt genug der vielen Worte! Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit unserer neuen Ausgabe und eine gute Zeit.
 
Semper Fidelis
Ihre Jennifer Christina Michels
Chefredaktion (v.i.S.d.P.)
Inhalt
1.Spotlight: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2)
„Stirb langsam“ trifft Harry Potter im Schloss Hogwarts
6.Phantastische Spiele: "Race for the Galaxy"
Welchem Spieler gelingt es, das mächtigste Imperium zu errichten?
2.newsBEAT
Kurzmeldungen aus Fernsehen, Kino & Co.
7.Der „Perry Rhodan“-WeltCon: Wie schaffen die das bloß?
Die Vorbereitungen für den „Perry Rhodan“-WeltCon 2011 in der Endphase
3.Comics: Thorgal – eine prachtvolle Neuausgabe
Tiefe Einblicke in eine der ungewöhnlichsten Fantasy-Comicserien überhaupt
8.Kunterbunt
Pressemitteilungen, Veranstaltungen und mehr...
4.Corona Gewinnspiel: „Drachengasse 13“
Das neue Gewinnspiel in Zusammenarbeit mit SchneiderBuch
9.Wissenschaft: Good bye, Spaceshuttle!
Über die Geschichte eines sehr prägenden Kapitels der bemannten Raumfahrt
5.Unheimliche Begegnung der dritten Art
Steven Spielbergs grandioser Oldtimer neu entdeckt
10.Die Corona-Kurzgeschichte
"Erlösung" von Andreas Dresen

1. Spotlight: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2)
von Armin Rößler
Wir erinnern uns, schließlich ist es nur wenig mehr als ein halbes Jahr her: In Ausgabe 244 des Corona Magazines stand überwiegend wenig Erfreuliches über den insgesamt vorletzten „Harry Potter“-Film zu lesen, die erste Hälfte der Verfilmung des siebten und finalen Buchs der so erfolgreichen Reihe aus der Feder Joanne K. Rowlings. „Das macht nicht unbedingt Lust auf die zweite Hälfte“, war damals unter anderem zu lesen, weil im ersten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ leider die negativen Aspekte überwogen haben, neben einigen gelungenen Szenen hatte es eben auch viel zu viel Leerlauf und eine vergleichsweise biedere Optik gegeben, sodass die besseren Momente nicht wirklich angemessen zur Geltung kommen konnten. Eine Enttäuschung, die für Teil zwei wenig Gutes erahnen ließ.
 
Doch nun, oh Überraschung, oh Freude, gelingt Regisseur David Yates (schon für „Der Orden des Phönix“, 2007, und „Der Halbblutprinz“, 2009, verantwortlich) nach drei weitgehend verhunzten Filmen doch noch der nicht mehr erwartete versöhnliche Abschluss: Statt eine gefühlte Ewigkeit lang nur Harry und seine Freunde zu zeigen, die unentschlossen durch die leeren Wälder und Berge Englands wandern, geht es jetzt endlich richtig zur Sache – das große Finale zwischen Harry Potter und seinem Erzfeind Voldemort, auf das seit dem ersten Buch hingearbeitet worden ist, steigt und wird auch weitestgehend würdig in Szene gesetzt. Eher überflüssig ist allerdings, dass das nun plötzlich in 3D geschieht – eine Spielerei, die ausgerechnet im letzten Film der Reihe nun auch nicht mehr unbedingt notwendig gewesen wäre; zumal sich der Mehrwert für den Zuschauer hier doch arg in Grenzen hält. Das große Staunen, das manchen beispielsweise bei James Camerons „Avatar“ überkommen haben mag, will sich dann allen positiven Punkten zum Trotz doch nicht einstellen.
 
Im Lauf der zehn Jahre, in denen die nun acht „Harry Potter“-Filme über die Leinwand flimmerten, ist das anfangs so märchenhaft-bunte Geschehen immer düsterer geworden. Dass es für die Helden höchste Zeit ist, erwachsen zu werden, hatte schon die erste Hälfte des Finales deutlich gemacht, als der schwarze Magier Voldemort (Ralph Fiennes) die letzte Jagd auf Harry Potter (Daniel Radcliffe) begonnen hat. Der kehrt nun – nach einem wirklich gelungen inszenierten Intermezzo in den Tiefen der Zaubererbank Gringotts – auf seiner Suche nach den „Horkruxen“, magischen Objekten, in denen Voldemort einen Teil seiner Seele aufbewahrt, mit seinen treuen Freunden Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) in die Zauberschule Hogwarts zurück. Dort ist es nicht allzu schwer, Verbündete zu finden: Severus Snape (Alan Rickman) wird auf relativ simple Art und Weise als Schulleiter entmachtet, und schon rüsten sich Lehrer wie Schüler zum aktiven Widerstand gegen Voldemorts Heerscharen – die Schlacht, die sich nun anschließt, gehört zu den sehenswerteren Momenten der gesamten Potter-Reihe. Harry muss derweil die letzten Horkruxe finden und zerstören, ehe er dem Bösewicht gegenübertritt.
 
Das Tempo ist speziell zu Beginn deutlich höher, die Bilder sind stärker und vor allem hat die Handlung viel mehr Relevanz – es scheint, als habe sich Regisseur David Yates  erst „warm filmen“ müssen. Jetzt hat er im vierten Anlauf endlich die Formel gefunden, insgesamt ein bisschen spät, möchte man meinen, dem aktuellen Film tut es aber immerhin gut. Denn Langeweile kommt nicht auf, stattdessen bietet der zweite Teil der „Heiligtümer des Todes“ unerwartet gute Unterhaltung mit lediglich wenigen Schwächen. Schade ist beispielsweise, dass nach der Schlacht um Hogwarts das Tempo dann doch wieder gedrosselt wird und auch das finale Duell zwischen den beiden großen Kontrahenten nicht ganz die Intensität einzelner vorangegangener Szenen erreicht. Trotzdem ist das ein Ende der Reihe, das so nicht zu erwarten war und nicht nur die treuen Fans zufriedenstellen wird.
 
Die Diskussion um die Altersfreigabe muss in dieser Ausgabe nicht noch einmal geführt werden, es gilt auch weiterhin die Aussage aus Corona 244: Eltern dürfen ruhig vorher mal reinschauen, um zu überprüfen, ob ihre Sprösslinge schon für alle Bilder des letzten Potter-Films bereit sind – die fallen nicht übermäßig brutal aus, sind aber auf der anderen Seite auch keinesfalls kindgerecht.
 
Bleibt der Versuch eines Fazits zur gesamten Reihe. Nach dem ebenso kunterbunten wie harmlosen Beginn mit den beiden ersten Filmen unter der Regie von Chris Columbus (2001 und 2002), die, vom stellenweise unsäglichen Hype einmal abgesehen, recht nett anzuschauen waren, qualitativ nur wenig Eindruck hinterlassen konnten, haben die Potter-Filme mit Alfonso Cuaróns „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (2004) einen vergleichsweise frühen Höhepunkt erreicht. Für die Nachfolger lag diese Messlatte zu hoch: Mike Newell lieferte mit „Harry Potter und der Feuerkelch“ (2005) einen passablen Film ab, ohne allerdings zu überragen. Und David Yates hat gleich vier Filme gebraucht, um endlich auch einmal überzeugen zu können – wobei der Abschluss der Reihe natürlich auch einen dankbaren Inhalt anbietet, was bei den beiden vorangegangenen Romanen nicht immer der Fall gewesen ist. Zum Film, den man sich auch in zehn Jahren guten Gewissens noch einmal ansehen will, taugt also wohl am ehesten Cuaróns Werk. Die ganze Reihe kann solche Ansprüche leider nicht erfüllen, hat das vielleicht auch nie gewollt. Schließlich mussten die Filme angesichts der großen Begeisterung um Joanne K. Rowlings Bücher, die manchmal schon bizarre Züge angenommen hat, so rasch und so massenkompatibel wie möglich auf den Markt kommen – zumindest das hat definitiv funktioniert.

2. newsBEAT
Kate Mulgrew und Jeri Ryan wieder "vereint"...
Laut dem amerikanischem "TV Guide Magazine" werden die zwei bekannten Schauspielerinnen Jeri Ryan (ST:VOY Seven of Nine) und Kate Mulgrew (ST:VOY Cpt. Kathrin Janeway) bei der am 11. Juli startenden dritten Staffel der Serie "Warehouse 13" mit von der Partie sein. Ryan wird demnach in der am 1. August in den Vereinigten Staaten gezeigten Episode einen Auftritt haben, Mulgrew sogar zeitgleich in einem vier Teile langen Handlungsbogen als Wachfrau.
 
Weiterhin können sich "Star Trek"- und SF-Fans auf ein Wiedersehen mit den beiden vorangegangenen Gaststars René Auberjonois (ST:DS9 Odo) und Lindsay Wagner (The Bionic Woman) freuen. Und last but not least auf Sasha Roiz (BG:CAP Sam Adama) und Alessandra Torresani (BG:CAP Zoe Graystone) aus der Serie "Caprica".
 
"Warehouse 13" ist eine im Jahr 2009 beim Sender SyFy gestartete US-amerikanische SF-Serie, die sich um ein Lagerhaus der amerikanischen Regierung dreht, in dem merkwürdige Artefakte aller Art aufbewahrt werden. Produziert wird die Serie von Jack Kenny, David Simkins (Blade – Die Jagd geht weiter) und Jace Alexander (Rescue Me).
William Shatner schon bald in einer Gastrolle bei "Psych"
William Shatner (ST:TOS Cpt. James T. Kirk) wird in der im Herbst startenden sechsten Staffel der US-amerikanischen Krimiserie "Psych" in einer Gastrolle als Vater von Detective Juliet O´Hara (gespielt von Maggie Lawson) zu sehen sein.
 
Er wird beschrieben als ein charmanter Betrüger, der die zerbrochene Beziehung zu seiner entfremdeten Tochter flicken möchte. Als sich ihm die unerwartete Gelegenheit zu einem traumhaft großen Coup bietet, wird jedoch seine Entscheidung, nun auf der rechten Seite des Gesetzes zu bleiben, auf eine harte Probe gestellt.
 
William Shatner kehrt somit also nach einer nur recht kurzen Auszeit - begründet durch das unerwartet vorzeitige Ende der CBS-Sitcom "Shat’s $#*! My Dad Says" nach nur einer Staffel trotz solide anmutender Einschaltquoten - wieder auf die US-amerikanischen Bildschirme zurück.
"Captain America": Neuer Trailer verfügbar!
In ganz Europa tobt der Zweite Weltkrieg und richtet unendliche Verwüstung an. Der junge Steven Rogers (Chris Evans) ist fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen, doch seine Körperkraft reicht für den gefährlichen Kriegseinsatz nicht aus. Unbeirrt stellt er sich nach seiner Ausmusterung für eine mysteriöse Versuchsreihe zur Verfügung: Das „Super-Soldier“-Programm macht aus dem unscheinbaren Mann eine unschlagbare menschliche Waffe – Captain America ist geboren!
 
Kaum ist der neue Kriegsheld auf dem umkämpften Kontinent angekommen, steht ihm die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor: Der Kampf gegen Nazi-Agent Red Skull (Hugo Weaving), der als absolut unbesiegbar gilt. Um ihn zu stoppen, muss Captain America sich selbst opfern…
 
„Captain America“ ist eine Comicverfilmung der Superlative. Neben den „X-Men“ und „Spider-Man“ zählt „Captain America“ zu den Klassikern des Marvel-Comics-Universums. In Gestalt von Chris Evans („Fantastic Four“) erhält er nun unter der Regie von Joe Johnston („Wolfman“) die Gelegenheit, auf der großen Leinwand zu zeigen, warum er seit Jahrzehnten weltweit einer der beliebtesten Superhelden ist. Seinem Gegner verleiht niemand Geringeres als Hugo Weaving („Matrix“, „Der Herr der Ringe“) ein teuflisches Gesicht.
 
Unterstützung erhält der unerschrockene Held bei seinem Kampf um Frieden und Freiheit durch Tommy Lee Jones („Men in Black“, „Men in Black II“, „No Country For Old Men“) in der Rolle des Colonel Chester Phillips und durch Hayley Atwell („Säulen der Erde“), die als toughe Widerstandskämpferin sein Herz erobert. Als genialer Arzt Dr. Abraham Erskine begeistert darüber hinaus Charakterdarsteller Stanley Tucci („In meinem Himmel“, „Burlesque“).
Neue Anthologie: "Der perfekte Friede"
Mit der Anthologie "Der perfekte Friede" startet die neue, von Alisha Bionda herausgegebene SF-Reihe "Dark Wor(l)ds" bei p.machinery. Die Anthologie beinhaltet eine Auswahl der nicht mehr auf dem Mark befindlichen Anthologie "Der Himmelspfeifer" und neue Texte - jeder mit einer Grafik von Mario Moritz versehen, der ebenfalls als Autor vertreten ist. Die Titelstory stammt übrigens von Uschi Zietsch, den Perry Rhodan-Lesern auch unter ihrem Pseudonym Susan Schwartz bekannt.
 
Es folgt ein bunter Mix aus den unterschiedlichsten SF-Themenkreisen: Die Bandbreite der gebotenen Beiträge reicht von reinen Pointenstorys bis zur Aufarbeitung gesellschaftlicher und politisch relevanter Themen, von Alternativwelt- und Zeitreise-Geschichten über Space-Opera-Texte, humoristisch-groteske Beschreibungen der Verlagsszene, Erstkontakte mit Fremdlebewesen der unterschiedlichsten Art und Lösungen geschichtlicher Fragen bis hin zu Projektionen heutiger Probleme in die nähere Zukunft. Aber Vorsicht! Oft trügt der Schein, und die Lösung, die der Autor für sein fragliches Problem gefunden hat, ist nicht immer die, die der Leser erwartet.
 
Autoren:
Linda Budinger, Tanya Carpenter & Melanie Stone, Frank W. Haubold, Florian Hilleberg, Jörg Isenberg, Andrä Martyna, Christian Montillon, Mario Moritz, Niklas Peinecke, Thorsten Schweikard, Margret Schwekendiek, Achim Stößer, Mikis Wesensbitter, Uschi Zietsch
 
Der perfekte Friede
Hrsg. Alisha Bionda
p.machinery
Anthologie - Dark Wor(l)ds, Band 1 - Dark Fiction / Social Fiction / Fantasy Fiction
Taschenbuch - 200 Seiten - 13.90 EUR
ISBN: 9783942533058
Mai 2011
 
Cover- und Innengrafiken: Mario Moritz
Mit einem Vorwort von Herman Urbanek
"Captains Table": Aktuelle Infos zum großen „Star Trek“-Event in Düsseldorf!
Zum mit Spannung erwarteten „Captains Table – A FedCon Special“, wo mit Sir Patrick Stewart (ST:TNG Captain Jean Luc Picard) und Kate Mulgrew (ST:VOY Captain Kathrin Janeway) auch Avery Brooks (ST:DS9 Captain Benjamin Sisko) als weiteres Highlight eines sehr interessanten Trios zu Gast sein wird, wurden nun Preise für die Autogramm-Gutscheine bekannt gegeben:
 
Ein signiertes Bild von Patrick Stewart kostet demnach 70,- EUR, Kate Mulgrew und Avery Brooks schlagen mit jeweils 40,- EUR zu Buche. Weiterhin ist nun auch das sehr umfangreiche Programm über die drei Tage (09.09.-11.09.2011) auf der Homepage der Veranstalter im PDF-Format abrufbar. Zu guter Letzt lassen sich im dortigen Ticketshop auch Wochenendtickets und Zimmer im Maritim Hotel am Düsseldorfer Flughafen bestellen. Die dahingehenden Ticketpreise schauen in diesem Kontext wie folgt aus:
 
45,- EUR Tageskarte (direkt an der Tageskasse vor Ort erhältlich)
79,- EUR Wochenendticket von Freitag bis Sonntag (garantierter Sitzplatz, Souvenirmagazin, Eintritt zu allen Programmpunkten und Parties, Lanyard)
69,- EUR Wochenendticket für OSTFC Mitglieder (Leistungen wie Wochenendticket)
349,- EUR Gold-Ticket (Sitzplatz in den ersten Reihen, Shirt, Lanyard, Souvenirmagazin, Autogramm UND Fotosession mit Patrick Stewart, Daniel Stewart und Kate Mulgrew - Streng Limitiert)
Walk of Fame-Stern für Walter Koenig
Mit Walter Koenig geht ein weiterer Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood an einen Schauspieler der originalen „Star Trek“-Serie. Walter Koenig, der den Waffenoffizier Pavel Chekov in den 60er Jahren und auch in den ersten sieben Kinofilmen verkörperte, war selbst sehr überrascht und schrieb in einer E-Mail gegenüber Trekmovie.com: "Nach all der Zeit hatte ich gedacht, das würde höchstens passieren, nachdem ich tot bin." Damit sind alle Hauptdarsteller der Classic-Serie ausgezeichnet worden:
 
1983 William Shatner (Kirk)
1985 Leonard Nimoy (Spock)
1986 George Takei (Sulu)
1991 DeForest Kelley (McCoy)
1992 Nichelle Nichols (Uhura)
2004 James Doohan (Scotty)
2011 Walter Koenig (Chekov)
 
Viele Fans von Walter Koenig setzten sich mit Hilfe einer Kampagne für die Ehrung des „Star Trek“-Schauspielers ein. Koenig spielt 2008 auch schon in einem Sketch mit, wo er sich darüber ärgert, dass er nie einen Stern bekommen hat. Das Video dazu findet man auf YouTube.
„Perry Rhodan“ goes „Star Trek“!
Wie nun bekannt wurde, ist das „Perry Rhodan“-Geheimprojekt - an dem die VPM-Verantwortlichen seit Monaten intensiv arbeiten - eine neue und demnächst im Taschenheft-Format erscheinende Romanserie namens „Perry Rhodan Neo“. Am Freitag, 30. September 2011, kommt der erste Band der neuen Serie in den Handel, also pünktlich zum WeltCon in Mannheim.
 
Worum geht es denn bei dem neuen Projekt? „Perry Rhodan Neo“ basiert auf der Fragestellung: Wie wäre es, wenn man die „Perry Rhodan“-Serie neu starten lassen würde? Man nehme die grundlegende Handlung und katapultiere sie in ein neues Gewand, eine neue Zukunft. Die Handlung von NEO beginnt im Jahr 2036 und ein gewisser amerikanischer Raumfahrer namens Perry Rhodan fliegt mit seiner Mannschaft zum Mond ...
Verfasst wurde der erste Roman von Frank Borsch, der auch für die Exposés verantwortlich ist. Die Titelbilder stammen von Dirk Schulz.
 
„Perry Rhodan Neo“ soll klassische Motive der Heftromanserie aufgreifen sie in eine neue Zeit verlagern – wobei dies keinen Abklatsch darstellen soll. Das Autorenteam möchte die klassischen Geschichten neu interpretieren zusätzliche Handlungsstränge einführen. Vertraute Charaktere werden im neuen Licht gezeigt, weitere Charaktere kommen hinzu.
Mehr zum Inhalt der neuen Serie erfahren interessierte Leser auf dem „Perry Rhodan“-WeltCon 2011, der vom 30. September bis 2. Oktober 2011 in Mannheim veranstaltet wird.

3. Comics: Thorgal – eine prachtvolle Neuausgabe
von Uwe Anton
Die Serie „Thorgal“ gehört zu den interessantesten und ungewöhnlichsten Fantasy-Comics überhaupt. Geschaffen wurde sie von Texter Jean van Hamme (* 16. 1. 1939 in Brüssel) und Zeichner Grzegorz Rosinksi (* 3. 8. 1941 in Stalowa Wola).
 
Van Hamme trat in der Comic-Szene erstmals 1968 mit dem erotischen Strip „Epoxy“ in Erscheinung. Er arbeitete als Redakteur des Magazins „Tintin“, schrieb Serien wie „XIII“, „Largo Winch“ und „Blake“ und „Mortimer“ und legte 1977 den ersten „Thorgal“-Band vor.
 
Rosinksi ist einer der wenigen polnischen Comic-Zeichner von Weltruf. Nach Arbeiten in seiner Heimat wurde er 1977 für den belgischen Verlag Lombard tätig; im gleichen Jahr wechselte er jedoch zum Magazin Tintin, in dem seine Serien „Thorgal“ und „Hans“ vorabgedruckt wurden, die ab 1980 dann als Albenausgaben erschienen. 1982 siedelte Rosinski endgültig nach Belgien über.
 
32 Bände der Serie sind bislang erschienen; mit Band 30 übernahm Yves Sente (*17. 1. 1964 in Uccle; Serien: „Skarbek“, „Der Janitor“, ebenfalls „Blake“ und „Mortimer“) als Szenarist. Die ersten 31 Bände erschienen in Deutschland ab 1987 im Carlsen-Verlag. Mit Band 32 übernahm in diesem Jahr der Splitter Verlag die deutsche Ausgabe. Splitter verlegt jedoch nicht nur die neuen Bände und die brandneue Spin-off-Serie „Die Welten von Thorgal“, sondern auch eine Collectors Edition der bei Carlsen erschienen Alben erstmals im Hardcover.
 
Der Anfang der Serie mutet noch recht konventionell an: Irgendwann um das Jahr 1000, zur Blütezeit der Wikinger, rebelliert auf einer Erde, die der unseren verblüffend ähnlich sieht, ein beutefahrender Wikingertrupp gegen den Anführer und will ihn opfern, um die Götter gnädig zu stimmen. Doch unmittelbar vor der verräterischen Tat scheinen die Götter selbst ein Zeichen zu geben: Ein geheimnisvolles Licht erhellt die sturmgepeitschte See, und kurz darauf finden die Wikinger in einer seltsamen Kapsel einen kleinen Jungen, den sie für den Sohn Ägirs oder den Boten des Thor halten ... weshalb sie ihm auch den Namen Thorgal Ägirsson geben.
 
Doch schon bald gewinnt die Serie eine ureigene Stimme. Die Welt des Helden ist nicht ganz die unsrige: Der noch junge Thorgal begegnet einem Zwerg, der "das Metall, das es nicht gibt", sucht, das der Vater aller Zwerge vor tausend Jahren an die Götterschlange Nidhogg Ivaldir verspielt hatte. Der Knabe bricht mit dem Zwerg zu einer phantasievoll geschilderten Queste auf, und das Metall entpuppt sich als letzter Rest der Kapsel, in der man den Säugling Thorgal gefunden hat. Nach Jahren kommt es zu einer weiteren schicksalhaften Begegnung. Ein angeblicher Gott verkündet Thorgal seine Vergangenheit: Er ist Abkömmling einer außerirdischen, ursprünglich von der Erde stammenden Zivilisation. Die Besatzung entzweite sich und musste schließlich ihr Raumschiff aufgeben. Der "Gott" entpuppt sich als Thorgals Großvater und nimmt dem Knaben schließlich jede Erinnerung an die Offenbarung.
 
Damit öffnen sich der Serie sämtliche Türen: Die Serie kann mythologische Fantasy aus der nordischen Götterwelt sein, aber auch Science Fiction, historischer Abenteuer-Comic, Familiensaga und noch einiges mehr. Auch Thorgal selbst ist kein Held, wie man ihn unbedingt mit dem Genre Fantasy assoziiert, beileibe kein „Conan Schlagetot“, und er erklärt schon ziemlich früh: "Ich will nichts anderes als in Frieden leben ..."
 
Dieser Frieden bleibt ihm natürlich verwehrt – schließlich wollen Rosinski und van Hamme ja eine spannende Fantasy-Serie verkaufen. Doch Thorgal bleibt seiner Sehnsucht treu, auch, nachdem er die geliebte Aaricia als Frau gewonnen hat. Wie ein Leitfaden zieht sich seine Einstellung durch die gesamte Serie: "Aaricia und ich suchen weder Macht noch Reichtum, sondern nur die Freiheit, nach unserem Gewissen zu leben." Und auch der neue Szenarist Sente wahrt die Tradition, wenn Thorgal im neuesten Band sagt: "Gemeinsam sind die Menschen stärker, und Freundschaft ist in dieser Welt überlebenswichtig."
 
Bevor ein falscher Eindruck entsteht: „Thorgal“ ist alles andere als die wehleidige Suche eines lebensuntauglichen Pazifisten nach Erlösung. Obwohl in den ersten Bänden Rosinski noch auf der Suche nach dem perfekten Strich für die Serie ist, lassen die Zeichnungen bereits spätere Höhepunkte erahnen, und auch die Handlung wird schnell immer komplexer. Thorgal muss sich gegen eine „Zauberin“ durchsetzen, deren Herkunft mit der seinen verbunden ist, und Aaricia zur Frau gewinnen, wird gefangen genommen und verschleppt. Einen ersten Höhepunkt stellen die Bände 9 bis 13 dar, in denen die gewissenlose Söldnerin Kriss de Valnor eingeführt wird, eine der faszinierendsten Frauengestalten des Fantasy-Comics, deren Schicksal mit dem Thorgals untrennbar verbunden ist. Dieser Handlungsabschnitt führt Thorgal nach Südamerika und enthüllt weitere Geheimnisse seiner Herkunft.
 
Thorgal und Aaricia bekommen einen Sohn und eine Tochter mit ungewöhnlichen Fähigkeiten, und Thorgal verliert seine Familie, woran er fast verzweifelt. Ein weiterer Höhepunkt der Serie ist z.B. der 15. Band, „Der Herr der Berge“, eine Zeitreisegeschichte im Fantasy-Comic, eine auf den ersten Blick unglaubliche Mischung, die jedoch dank des Geschicks des Autors perfekt funktioniert. Das ausgeklügelte Zeitparadoxon verlangt vom Leser einige Aufmerksamkeit, doch die Erwartungen werden nicht enttäuscht – nach über einem Dutzend Bänden dürfte nun auch dem letzten Leser klargeworden sein, dass es sich bei Thorgal um alles andere als um eine konventionelle Fantasy-Serie handelt. Neben der geschickten und ungewöhnlichen Handlung fällt vor allem die interessante Charakterisierung der Nebenfiguren aus dem Rahmen. So gewinnt der Satz: "Wenn man die Gegenwart ändern kann, indem man die Vergangenheit ändert ..." eine über ein bloßes Zeitparadoxon hinausgehende schicksalhafte Bedeutung.
 
Und es folgen noch viel mehr herausragende Zyklen, bis schließlich, fast wie bei „Prinz Eisehnherz“, Thorgals Sohn Jolan immer mehr ins Zentrum der Handlung rückt und seinen Vater ein wenig an den Rand drängt, was jedoch nur für noch mehr Abwechslung sorgt.
 
Auch die neue Zweitserie „Die Welten von Thorgal“ legt einen beeindruckenden Start hin. Nachdem „Thorgal“-Erfinder und –Texter Jean van Hamme sich aus Altersgründen von „Thorgal“ zurückgezogen hatte, beschloss der Verlag gemeinsam mit dem polnischen Zeichner Grzegorz Rosinski und dem neuen Szenaristen Yves Sente, die Serie nun wieder regelmäßig(er) erscheinen zu lassen und das Franchise unter Rosinskis Gesamtleitung auszubauen. Da der Pole vollauf damit beschäftigt ist, die Hauptserie zu gestalten, kam man auf die Lösung, diese Zweitserie zu starten, die sich, von unterschiedlichen Textern und Zeichnern gestaltet, bekannten Charakteren aus der Hauptserie widmet. Dabei sollen „Die Welten von Thorgal“ so flexibel wie möglich angelegt werden: Mehrteiler sind genauso möglich wie einzelne, in sich abgeschlossene Bände.
 
Sente ließ es sich nicht nehmen, den ersten Zyklus selbst zu schreiben. Und natürlich widmet er ihn Kriss de Valnor, der wohl bekanntesten Nebenfigur der Serie. In „Ich vergesse nichts!“ erzählt Kriss ihr Leben, ihre Vergangenheit, die sie zu der machte, die sie war. In ihrem Dorf war sie als junges Mädchen eine Ausgestoßene, gepeinigt von ihrem Stiefvater Farkel, der ihre Mutter wie eine Sklavin hielt. Als ihre Mutter schließlich Selbstmord beging, tötete Kriss ihren schlimmsten Peiniger und ihren Stiefvater. Damit waren die Grundsteine für Kriss‘ spätere Entwicklung gelegt …
 
Dieser Band richtet sich an eine deutlich ältere Leserschaft als die Hauptserie. Die Charakterzeichnung erfolgt zwar manchmal mit etwas dicken Strichen, ist jedoch durchaus gelungen. Der Leser bekommt Verständnis dafür, warum Kriss schließlich so wurde, wie man sie kennt. Besonders die Schilderung der dreizehnjährigen Tochter eines mächtigen Barons als maßlos verzogenes, egoistisches, schlichtweg grausames Kind beeindruckt. Die dem Stil der Hauptserie nachempfundenen Zeichnungen erreichen durchaus deren Qualität und lassen den Leser sich sofort heimisch fühlen.
 
Neben dem ersten Band von „Die Welten von Thorgal“ liegt bei Splitter bislang der neueste Band 32, „Die Schlacht von Asgard“, in deutscher Erstausgabe sowie Band 1, „Die Rache der Zauberin“, als Collectors Edition vor, alle als gediegene, graphisch hervorragend gestaltete Hardcover-Comicbände. Die Neuveröffentlichungen der Collectors Edition werden in etwa zweimonatlichem Abstand folgen. Etwa jeder fünfte Band der Collectors Edition wird einen „Blick hinter die Kulissen“ enthalten: umfangreiches Bonus-Material, das einzelne Aspekte der Serie aufgreift und erläutert und seltene Zeichnungen, Gemälde und Skizzen von Grzegorz Rosinski präsentiert.
 
Die Werkausgabe von „Thorgal“ bietet dem Leser den perfekten, zeitgemäßen Einstieg in eine der faszinierendsten Mischungen aus Fantasy, Science Fiction und Adventure, aus nordischer Götterwelt, Außerirdischen und Zeitreisenden, aus Familiengeschichte, Herkunftsrätseln und Intrigen, die die Comic-Literatur jemals hervorgebracht hat. Unbedingt reinlesen!

4. Corona Gewinnspiel: „Drachengasse 13“
von Frank Hebenstreit
Liebe Leser,
in dieser Ausgabe verlosen wir 5 Buchpakete, bestehend aus „Drachengasse 13“ Band 1 und Band 2, der neuen Fantasy Reihe von Bernd Perplies und Christian Humberg. Den Zusatz „für junge und jung gebliebene Leser“ kann unser Redakteur Frank Hebenstreit nur bestätigen.
 
Dazu jedoch mehr in unserer nächsten Ausgabe, vorerst haben wir das Gewinnspiel für Sie:
Mehr oder weniger unfreiwillig fand in diesen Wochen ein Experiment statt. Irgendwie kam alles zusammen und plötzlich standen mehrere Abgabetermine gleichzeitig an und irgendwie musste alles klappen. Auf die Frage „Darf ich das lesen?“ antwortete ich daher einfach nur mit einem knappen „ja“ und versenkte mich wieder in meine Arbeit. Ein Fehler irgendwie, aber auch irgendwie ein Glücksfall.
 
Nun rückte der Abgabetermin für diese Verlosung näher und ich suchte „Drachengasse 13“. Meine Redaktionskollegen Bernd Perplies und Christian Humberg haben diese Buchreihe mit den Abenteuern von den drei Freunden Tomrin, Hanissa und Sando geschrieben. Veröffentlicht wurden Band 1 und 2 erst am 07.07.2011 also kann ich hier etwas Druckfrisches präsentieren.
 
Immer noch auf der Suche stoße ich auf meine schmökernde bessere Hälfte. Und was soll ich sagen, die Nase steckt in „Drachengasse 13 – Schrecken über Bondingor“, auf den letzten Seiten. Auf mein „Ähm, wann kann ich das lesen? Ich will da was drüber schreiben…..“ trifft mich ein nahezu vernichtender Blick. „Warte… Habs gleich durch… Wo isn das zweite?“
Jetzt bin ich baff. Da liest jemand, der irgendwann in der „Harry Potter“-Reihe einfach mangels weiteren Interesses aufgegeben hat, tatsächlich wieder Fantasy. Und das mit Begeisterung. Also habe ich natürlich fix meine Nase in Band 1 gesteckt und Band 2 „Geister aus der Tiefe“ weitergereicht.
 
So begleiten wir nun beide die drei Helden durch die Stadt Bondingor. Ach und Fleck haben wir auch schon kennen gelernt. Möchten Sie die drei Freunde Tomrin, Hanissa und Sando auch kennen lernen? Dann beantworten Sie bitte die Frage:
 
„In welcher fantastischen Stadt nehmen die Abenteuer der neuen Reihe „Drachengasse 13“ ihren Anfang?“
 
Schicken Sie uns eine Email mit der Antwort, sowie Name und Anschrift an gewinnspiel@corona-magazine.de. Aus allen Einsendern ziehen wir 5 Gewinner. Zu gewinnen gibt es 5 Buchpakete „Drachengasse 13 – Schrecken über Bondingor“ Band 1 und „Drachengasse 13 – Geister aus der Tiefe“ Band 2. Beide selbstverständlich signiert von den Autoren. Über den Gewinn entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
 
Nicht ausgeschlossen ist es mehr über die Drachengasse 13 zu erfahren. Da gibt es einerseits die Internetseite www.drachengasse13.de und in der nächsten Ausgabe des Corona Magazines werden Sie neben einem exklusiven Interview mit den beiden Autoren auch noch einiges mehr erfahren. Bis dahin frohes (selber) Lesen.

5. Unheimliche Begegnung der dritten Art
von Sven Wedekin
Ein Pick-up Truck fährt des nachts über eine einsame Landstraße irgendwo im mittleren Westen der USA.
Hoch über der Straße erstreckt sich ein wunderschöner Sternenhimmel. Der Fahrer des Wagens hat jedoch keinen Blick für das mit abertausenden Lichtpunkten gesprenkelte Himmelszelt. Er hat sich verfahren und fährt rechts ran, um einen Blick auf seine Straßenkarte zu werfen. Unvermittelt setzt der Motor seines Trucks aus und die Innenbeleuchtung des Führerhauses schaltet sich wie von Geisterhand ab.
Plötzlich erstrahlt ein ultrahelles Licht, das so grell ist, als hätte Gott persönlich seinen stärksten Suchscheinwerfer auf den Truck gerichtet, gleichzeitig ertönt ein dumpfes Brummen. Der Fahrer erschrickt und blickt aus dem Seitenfenster nach oben um den Ursprung des unheimlichen Leuchtens zu ergründen, aber er wird davon so stark geblendet, dass er nichts erkennen kann. Ein paar Sekunden später ist der Spuk schon wieder vorbei. Das Licht erlischt, das Brummen verstummt und zurück bleibt ein ratloser Mensch, der zum ersten Mal in seinem Leben eine Begegnung mit der Welt außerhalb seiner ihm wohl bekannten Alltagserfahrung gemacht hat ...
 
Anfang der 50er-Jahre, irgendwo in den USA: Ein kleiner Junge namens Steven Spielberg wird mitten in der Nacht von seinem Vater mit der Ankündigung geweckt, dass er „ein Abenteuer mit ihm vor hat“, und ohne weiter Erklärungen ins Auto geschleppt. Sie fahren zu einem abgelegenen Feld, auf dem sich bereits zahlreiche andere neugierige Menschen versammelt haben. Nach kurzer Zeit wird die Menge Zeuge eines spektakulären Meteorschauers. Hunderte kleiner Sternschnuppen schießen innerhalb weniger Minuten wie Leuchtspurgeschosse über den Himmel.
 
Dieses Ereignis prägte den kleinen Steven für sein ganzes Leben: Zum ersten Mal wurde er in jener Nacht mit den Weiten des Universums konfrontiert. Fast ein Vierteljahrhundert später hat sich Steven Spielberg durch seinen Überraschungshit „Der weiße Hai“ einen Ruf als Hollywoods neues Wunderkind und damit die Freiheit erworben, als Nächstes einen Film über ein Thema zu realisieren, das ihn bereits seit seinem Kindheitserlebnis beschäftigte: der friedlichen Kontaktaufnahme von überlegenden außerirdischen Wesen mit der Menschheit.
Bis zu jener Zeit wurden Aliens im Science-Fiction-Film überwiegend als Aggressoren dargestellt, welche die menschliche Zivilisation auslöschen bzw. versklaven wollten. Spielberg wählte jedoch einen völlig anderen Ansatz für seinen Film: Seine Weltraumbesucher sind der Menschheit  friedlich gesonnen Freunde.
 
Im Jahr 1977 kam „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ in die Kinos.
Hauptfigur ist der Kraftwerksingenieur Roy Neary (Richard Dreyfuss), dessen bisher durch und durch normales Vorstadtdasein durch die eingangs geschilderte UFO-Sichtung völlig durcheinander gebracht wird. Roys Ehefrau und seine drei Kinder erkennen ihn fortan nicht mehr wieder. Er beginnt eine regelrechte Besessenheit für UFOs zu entwickeln, die ihn völlig vereinnahmt, was dazu führt, dass er schließlich sogar seinen Arbeitsplatz verliert. Gleichzeitig hat Roy immer wieder Visionen von einem rätselhaften Berg, welche offensichtlich mit seiner UFO-Sichtung zusammenhängen.
Zur selben Zeit beschäftigen sich der französische Wissenschaftler Claude Lacombe (Francois Truffaut) und sein Team mit der Untersuchung mysteriöser Zeichen auf der ganzen Welt: So tauchen in der Sonora-Wüste in Mexiko mehrere Flugzeuge der U.S. Air Force auf, die vor Jahrzehnten im Bermuda-Dreieck verschwanden. Wenig später wird mitten im mongolischen Teil der Wüste Gobi ein ebenfalls vor langer Zeit verschwundenes Frachtschiff aufgefunden, das offenbar von einer unbekannten Kraft hierher transportiert wurde. Ebenso wie bei den Flugzeugen fehlt auch bei dem Schiff jede Spur von der Crew.
Kurze Zeit darauf untersucht Lacombe das Verhalten einer Gruppe von Hindi in Indien, die über Nacht damit begonnen haben, immer und immer wieder im Chor eine kurze Abfolge von fünf Tönen zu singen. Gefragt, woher sie diese Tonfolge haben, richten sie ihre Finger in Richtung Himmel.
Als die Forscher um Lacombe die kurze Melodie mittels eines Radioteleskops ins All senden, erhalten sie scheinbar sinnlose Zahlenfolgen zurück, von denen sich schließlich herausstellt, dass es sich um die geografische Koordinaten des Devils Tower handelt, einem Tafelberg im U.S. Bundesstaat Wyoming.
 
Unterdessen nimmt Roy Nearys UFO-Manie immer groteskere Züge an. Er glaubt, die markante Form des Berges aus seinen Visionen an allen möglichen Orten zu sehen, und macht seiner Familie damit zunehmend Sorgen. Als er schließlich damit beginnt ein riesiges Modell des Berges aus Abfall mitten in ihrem Wohnzimmer zu bauen, ist für seine Frau das Maß voll: Sie schnappt sich die Kinder und verlässt ihren Mann.
Kurz darauf sieht Roy im Fernsehen einen Bericht über ein Zugunglück in der Nähe des Devils Tower. Er erkennt in ihm sofort „seinen“ Berg und macht sich auf den Weg nach Wyoming. Dort muss er feststellen, dass die Umgebung des Berges vom Militär hermetisch abgeriegelt und evakuiert wurde, da durch das Zugunglück angeblich für Menschen hochgefährliche Chemikalien in die Umwelt geraten sind. Außerdem trifft er auf Jillian Guiler (Melinda Dillon), einer Mutter aus Roys Heimatstadt, deren kleiner Sohn Barry vor kurzem von Außerirdischen entführt wurde. Auch sie hatte Visionen vom Devils Tower und hat sich in der Hoffnung, hier Hinweise auf den Verbleib ihres Kindes zu finden, auf den Weg dorthin gemacht.
Beim Versuch, die Absperrungen zu durchbrechen, werden sie von Soldaten aufgegriffen und in ein provisorisches Militärcamp am Fuß des Devils Tower gebracht, wo sie mit Claude Lacombe Bekanntschaft machen. Es stellt sich heraus, dass noch viele andere Menschen aus dem ganzen Land an diesem Ort sind, die ähnliche Erlebnisse hatten wie Roy und Jillian.
Es gelingt den beiden schließlich aus dem Lager zu entkommen und den Berg zu besteigen. Sie gelangen zu einem Plateau, auf dem man eine riesige Basis aufgebaut hat. Es sieht so aus, als ob Lacombe und sein Team irgendetwas Bestimmtes erwarten. Schließlich werden Roy und Jillian Zeugen, wie ein gewaltiges außerirdisches Raumschiff an diesen geheimnisvollen Platz landet.
 
Mithilfe der fünf Töne, die sie an diesem Ort geführt haben, nehmen die Wissenschaftler Kontakt mit den fremden Wesen an Bord des Schiffes auf. Das Schiff öffnet sich und es entsteigen ihm zahlreiche Menschen, die von den Außerirdischen in den vergangen Jahrzehnten entführt wurden, darunter auch Jillians Sohn Barry.
Die Fremden haben Roy und auch die anderen Menschen zum Devils Tower eingeladen, um sie in ihrem Raumschiff mit ins All zu nehmen. Roy wird auserwählt an Bord des fremden Schiffes zu gehen, welches daraufhin in der Nacht verschwindet ...
 
Man spürt, dass dieser Film für Steven Spielberg die Erfüllung eines Kindheitstraumes gewesen ist. Am deutlichsten wird dies an der Darstellung der Hauptfigur Roy Neary, die ganz eindeutig ein Klon des jungen Spielberg ist. Seine außergewöhnliche Erfahrung weckt das Kind in ihm, was sich in einer Sehnsucht nach dem Übernatürlichen ausdrückt, die ihn von seiner „normalen“ Umwelt mehr und mehr entfremdet.
Spielberg erklärte einmal, dass die männlichen Hauptfiguren seiner Filme stets eine gewisse charakterliche Ähnlichkeit mit ihm selbst haben. Als Sohn eines Air-Force-Offiziers fiel es dem Regisseur in seiner Kindheit stets schwer, Freunde zu finden, da die Familie in schneller Folge von einem Ort zum anderen gezogen ist. Durch sein nächtliches Erlebnis mit dem Meteorschauer entstand jedoch in ihm ein Bewusstsein für die Weite des Universums, das es ihm erleichterte, mit seiner Einsamkeit zurechtzukommen und auch sein bis heute anhaltendes Interesse an Astronomie und UFOs auslösten.
 
Den gleichen Bewusstseinswandel macht auch die Figur des Roy Neary durch. Bei ihm setzt nach seiner UFO-Sichtung eine Vereinsamung ein, die hauptsächlich aus dem Unverständnis seiner Familie resultiert. Nur die junge Mutter Jillian ist in der Lage, Roys Obsession nachzuvollziehen, da sie als einziger Mensch in seiner unmittelbaren Umgebung die selbe Erfahrung mit einer fremden Welt hatte wie er. Clevererweise vermeidet es Spielberg jedoch, eine Liebesbeziehung zwischen diesen Charakteren zu etablieren. Es geht ihm stattdessen einfach nur darum, zwei Menschen zusammenzuführen, die aufeinander angewiesen sind, um hinter das Geheimnis ihrer außergewöhnlichen Erfahrungen zu kommen.
 
Durch die Suche nach diesem Geheimnis werden sie beide schließlich mit dem ultimativen Fremden konfrontiert. Die Kontaktaufnahme der Wissenschaftler um Lacombe mit den Außerirdischen wird von Spielberg wie eine quasi-religiöse Offenbarung inszeniert, welche von den beiden Hauptfiguren mit dem ehrfürchtigen Staunen zweier Kinder beobachtet wird.
Es gelingt ihm auf geniale Weise, zu vermitteln welche Bedeutung der Erstkontakt mit diesen Wesen für uns Menschen hat und wie unser Horizont hierdurch erweitert wird. Spielberg nutzt die UFO-Besessenheit seiner Protagonisten, um die Sehnsucht des Menschen nach einem höheren Sinn im Leben aufzuzeigen, die wir alle von Natur aus in uns tragen, die aber im Laufe unseres Erwachsenwerdens bei den meisten von uns wieder verloren geht. In einer Welt, in der wir durch familiäre und berufliche Verpflichtungen dazu gezwungen sind, uns stets mit kleineren und größeren Alltagsproblemen herumzuschlagen, verkümmert die uns angeborene Fähigkeit des Staunens über die Welt, in der wir leben. Wir beginnen irgendwann unweigerlich Dinge als selbstverständlich anzusehen, die eigentlich ganz und gar nicht selbstverständlich sind. Doch unbewusst vermissen die meisten von uns diese verloren gegangene Fähigkeit. 
 
„Unheimliche Begegnung der dritten Art“ konfrontiert uns mit dieser Sehnsucht. Seine nächtliche UFO-Sichtung erinnert Roy daran, dass es in seinem Leben eine Lücke gibt, die sich mit dem Älter werden auftat. In gewisser Weise ist er ein erwachsen gewordener Elliott, der Junge, der in Spielbergs nachfolgender Hitproduktion „E.T. - Der Außerirdische“ Bekanntschaft mit den Titelhelden macht. Roys Entschluss, das außerirdische Raumschiff zu besteigen und die Erde für immer zu verlassen, ist der letzte Schritt in ein neues Leben, in dem alles fremd und neu ist, so wie unsere eigene Welt für uns fremdartig und im eigentlichen Sinn des Wortes erstaunlich gewesen ist, als wir noch Kinder waren.
 
Steven Spielbergs Film ist daher für alle empfehlenswert, die sich daran erinnern wollen, wie wichtig es ist, sich über die Welt einfach zu wundern und dabei neugierig auf das Fremde zu sein. Er zeigt uns, dass wir keinen Grund haben, Angst vor dem Unbekannten zu haben, und dass wir unsere Welt vielleicht zu einem besseren Ort machen könnten, wenn wir uns dieser uns allen angeborenen Offenheit für alles Neue besinnen würden.

6. Phantastische Spiele: "Race for the Galaxy"
von Peter Berneiser
Die Menschheit hat den Sprungantrieb entwickelt und bricht in die unerforschten Weiten des Weltraums auf. Kolonien werden gegründet und neue Technologien erforscht. Welchem Spieler gelingt es, das mächtigste Imperium zu errichten?
 
„Race for the Galaxy“ ist ein schnelles Kartenspiel für zwei bis vier Spieler. Die Karten sind qualitativ gut und die Illustrationen sind überwiegend sehr stimmungsvoll. Auf den Karten ist wenig Text abgedruckt, da die Fähigkeiten durch Symbole dargestellt werden. Die Symbolsprache sieht anfangs kompliziert aus, stellt aber nach wenigen Spielen keine Hürde mehr dar.
 
Jede Runde besteht aus fünf Phasen, in denen die Spieler die Galaxis erkunden, neue Entwicklungen ausspielen, Planeten besiedeln oder erobern sowie Güter verbrauchen und produzieren. Jeder Spieler beginnt das Spiel mit einer Startwelt, sieben Aktionskarten und vier Karten auf der Hand. Handkarten sind entweder Entwicklungen oder Welten, die durch das Ablegen anderer Handkarten bezahlt und ausgespielt werden können. Sie haben unterschiedliche Fähigkeiten und sind Siegpunkte wert.
 
Am Beginn einer Runde legen die Spieler eine ihrer sieben Aktionskarten verdeckt aus und drehen sie gleichzeitig um. Die Spieler spielen nur die Phasen, die durch die Aktionskarten (für „Erkunden“ und „Verbrauchen“ gibt es zwei verschiedene Aktionskarten) aller Spieler ausgewählt wurden. Hat beispielsweise niemand die Aktionskarte „Erkunden“ gespielt, überspringen alle Spieler diese Phase. Für das Ausspielen der Aktionskarte erhalten die Spieler in den entsprechenden Phasen einen Bonus.
 
„Race for the Galaxy“ ist zu zweit sehr gut spielbar. Jeder Spieler erhält zwei zusätzliche Aktionskarten „Siedeln“ und „Entwickeln“ und kann pro Runde zwei Aktionskarten ausspielen.
 
In der Phase „Erkunden“ ziehen die Spieler zwei Karten vom Nachziehstapel, werfen eine ab und nehmen die andere auf die Hand. Wer eine der beiden Aktionskarten gespielt hat, zieht sechs Karten und behält eine oder zieht drei Karten und behält zwei.
 
Jeder Spieler darf in der Phase „Entwickeln“ eine Entwicklungskarte und in der Phase „Siedeln“ eine Welt ausspielen. Wer die Aktionskarte „Entwickeln“ gespielt hat, muss weniger bezahlen, wer die Aktionskarte „Siedeln“ gespielt hat, zieht eine Karte. Für Entwicklungen und Welten müssen Handkarten in Höhe der Kosten abgelegt werden. Militärische Welten kosten nichts, allerdings muss der Spieler eine Militärmacht in Höhe der Verteidigungsstärke haben.
 
In der Phase „Verbrauchen“ müssen die Spieler die Güter, die ihre Welten produzieren, verbrauchen. Welten und Entwicklungen wandeln Güter in Siegpunkte oder neue Spielkarten um. Die Aktionskarten ermöglichen als Bonus, Güter gegen Spielkarten umzutauschen oder die Siegpunkte, die in dieser Phase gewonnen werden, zu verdoppeln. Zuletzt werden auf Produktions-Welten Güter produziert. Wer die Aktionskarte gespielt hat, darf auf einer seiner Windfall-Welten ein Gut legen, die ohne Aktionskarte nichts produzieren.
 
Das Spiel endet, wenn ein Spieler 12 oder mehr Karten ausgespielt hat oder die Siegpunkte in der Mitte der Spielzone aufgebraucht sind. Siegpunkte, die in der Phase „Produzieren“ gewonnen wurden, und Siegpunkte der Welten und Entwicklungen werden zusammengezählt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt den Wettstreit um die Vorherrschaft in der Galaxis.
 
Fazit: Bei „Race for the Galaxy“ führt die geschickte Kombination der Kartenfähigkeiten zum Sieg. Strategie und Glück beim Kartenziehen beeinflussen das Spiel gleichermaßen. Ein Kritikpunkt ist die fehlende Interaktion zwischen den Spielern. Nur bei dem Ausspielen der Aktionskarten muss überlegt werden, welche Karten die Mitspieler legen könnten. Alles in allem ist „Race for the Galaxy“ ein anspruchsvolles und kurzweiliges, wenn auch teures Kartenspiel. Wer beim Preis nicht nur auf die Menge des Spielmaterials sieht, sondern auch den Spielspaß berücksichtigt, wird den Kauf nicht bereuen.

7. Der „Perry Rhodan“-WeltCon: Wie schaffen die das bloß?
von Rüdiger Schäfer
Auf der offiziellen Homepage zum „Perry Rhodan“-WeltCon 2011 (30. September – 02. Oktober im Rosengarten zu Mannheim, www.weltcon2011.de) läuft bereits der Countdown. Während ich diese Zeilen schreibe, zeigt er an, dass es noch gut 66 Tage sind, bevor das dreitägige Event in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs eröffnet wird und die Serie gemeinsam mit einigen Tausend Fans ihren 50. Geburtstag feiert.
 
Die wenigsten Besucher können sich vorstellen, welche umfangreichen Vorarbeiten notwendig sind, damit eine Großveranstaltung wie besagter WeltCon erfolgreich und ohne Pannen über die Bühne gehen kann. Das kleine Redaktionsteam, das im VPM-Verlagsgebäude in Rastatt sitzt, ist deshalb schon seit Monaten nicht nur an-, sondern vor allem eingespannt, um die zahllosen Termine und Deadlines einzuhalten, die mit der Planung des WeltCons einhergehen.
Als Verantwortlicher für die Präsentationstische der Fanclubs und Fanzine-Herausgeber, darf auch ich meinen bescheidenen Teil zum Gesamtwerk beitragen. Hinzu kommen zwei Artikel für das Conbuch und die Moderation von einem oder zwei Programmpunkten auf dem Con selbst. Um ehrlich zu sein, lässt sich der Einblick in die Arbeit der Truppe um PR-Chefredakteur Klaus N. Frick, den ich in den letzten Monaten erhielt, auf eine simple Frage reduzieren: Wie schaffen die das bloß?
 
Bereits während meines Verlagsbesuchs im April dieses Jahres war die unterschwellige Rastlosigkeit in den Büroräumen fast körperlich zu spüren. Den Con, das darf man nicht vergessen, managen Frick & Co. schließlich zusätzlich zu den ohnehin schon komplexen Aufgaben des Tagesgeschäfts. 50 Jahre „Perry Rhodan“ hin oder her – die Fans wollen auch weiterhin jede Woche pünktlich einen neuen Heftroman lesen. Und das nicht nur deshalb, weil gerade mit Band 2600 ein neuer Zyklus begonnen wurde, dessen Bewerbung sich ebenfalls nicht von allein erledigt.
Ich will hier nicht aus der Schule plaudern, aber wenn ich manchmal die Zeiten sehe, zu denen die diversen Mails von Klaus N. Frick oder dem als WeltCon-Koordinator fungierenden Marc A. Herren in meinem elektronischen Postkorb landen, erscheint es mir, als würde man bei VPM schon seit einigen Monaten nicht mehr schlafen. Das nährt allerdings auch meinen schon länger gehegten Verdacht, dass man im Verlag – entgegen aller Dementis – eben doch ein paar Zellaktivatoren vorrätig hat und mit ihnen die Leistungskraft der maßgeblichen Mitarbeiter steigert.
 
Da nehmen sich meine eigenen Aktivitäten dann doch vergleichsweise kümmerlich aus. Von Beginn an war man sich innerhalb des Organisationsteams einig, dass die Clubs und Fanzinemacher Gelegenheit erhalten sollten, sich auf dem WeltCon zu präsentieren. Das ist schon deshalb lohnend, weil ein Großteil des in Mannheim anwesenden Publikums nicht zur etablierten Anhängerschar gehört, also zu jenen Fans, die man ohnehin auf fast jedem größeren Con treffen kann. Viele Leser wissen vermutlich gar nicht, dass rund um ihre Serie eine bunte Mischung aus Stammtischen, Vereinen und Fan-Magazinen existiert, und man auf diese Weise schnell Kontakt zu Gleichgesinnten aus ganz Deutschland bekommt. Ich selbst habe meinen Eintritt ins Fandom nie bereut und diesem Schritt viele Freundschaften zu verdanken, die bis heute andauern.
 
Aber auch aus dem Ausland haben sich ein paar Gruppen angesagt. So wird unter anderem der französische PR-Club BASIS einen Tisch besetzen. Auch die Light-Edition aus Österreich ist vertreten und stellt ihre ansehnliche PR-Fanzine-Palette vor. Daneben gibt sich in Sachen Fandom so ziemlich alles die Ehre, was Rang und Namen hat. Ob „Atlan Club Deutschland“ oder „SF-Club Universum“, ob „Science Fiction Club Deutschland“ oder „Perry Rhodan FanZentrale“, ob „Terranischer Club Eden“ oder „PR-Stammtisch München“ – die Fanmeile im Foyer des Kongresszentrums Rosengarten wird ausreichend Vielfalt bieten, damit man sich selbst in den praktisch nicht vorhandenen Pausen zwischen den Programmpunkten nicht langweilt!
 
Auch wenn die Koordination dieses Teils des WeltCons natürlich Zeit verschlingt, so hat mir der Job bislang doch sehr viel Spaß gemacht. Vor allem habe ich viele Fans kennen gelernt, mit denen ich bislang noch gar keinen Kontakt hatte, oder von denen mir lediglich die Namen bekannt waren. Ich freue mich schon riesig, sie in Mannheim alle persönlich begrüßen zu dürfen.
 
Dass die „Perry Rhodan“-Serie ohne die Begeisterungsfähigkeit und das Engagement der Fans niemals zu dem Erfolg geworden wäre, der sie heute ist, wussten bereits ihre Gründerväter. Deshalb ist es auch mein persönlicher Ehrgeiz, dass jene, die nach Mannheim kommen, um ihre Aktivitäten rund um PR zu präsentieren, die bestmöglichen Voraussetzungen vorfinden. Klaus N. Frick und Marc A. Herren unterstützen mich in diesem Bestreben vorbildlich, sind immer zu erreichen, auch wenn ich sie mal wieder mit einer ganzen Litanei an Fragen nerve.
 
Dass der „Perry Rhodan“-WeltCon 2011 nicht nur ein unvergessliches Fest für alle Fans und SF-Freunde, sondern auch ein großer Erfolg werden wird, davon bin ich schon lange überzeugt. Es bleibt allerdings die oben bereits erwähnte Frage, die mich wie keine andere umtreibt:
 
Wie schaffen die das bloß?

8. Kunterbunt
RingCon 2011 - Jubiläum mit Vampiren, Zauberern und Hobbits
Zum zehnten Mal versammeln sich Fantasy-Fans aus aller Welt zu Europas größter Fantasy-Convention, der RingCon, vom 14.-16. Oktober 2011 im Maritim Hotel in Bonn. 24 Schauspieler und Schauspielerinnen aus "Der Herr der Ringe", "Harry Potter", "Twilight", "True Blood", "Xena", "Buffy" und "The Vampire Diaries" geben sich zusammen mit zahlreichen Autoren, Vortragenden und anderen Special Guests die Ehre.
 
So sind zum Beispiel Tom Felton, bekannt als "Draco Malfoy" aus der Harry-Potter Saga oder Sam Tremmell, einer der Hauptdarsteller aus der aktuellen Serie "True Blood" angekündigt.
Autogramme, Foto-Sessions, Vorträge und besonders die Fan-Aktivitäten wie der sehr beliebte Talent- und Kostümwettbewerb prägen die RingCon ebenso wie das Zusammentreffen der Fans aus den unterschiedlichen Fantasy-Serien und Filmen. Da kann bei den Parties schon mal der Hobbit mit Draculas Braut anbändeln oder der Elb mit dem Ork zu Mittelalter-Metal das Haar schwingen.
Wochenendkarten gibt es ab 90,- EUR auf der Website des Veranstalters. Für Mitglieder der Deutschen Tolkien-Gesellschaft gibt es Karten zum Sonderpreis von 60,- EUR.
 
Wer sich immer noch nichts unter der RingCon vorstellen kann, sollte sich vielleicht mal den Videoclip bei YouTube anschauen.
"Drachengasse 13" ist ab jetzt im Handel erhältlich!
Liebe Abenteurer,
 
tobten Sie als Kind mit Pippi Langstrumpf durch die Villa Kunterbunt und wollten nie erwachsen werden? Haben Sie mit den Fünf Freunden Schmugglerhöhlen durchsucht? Halfen Sie den Spürnasen von TKKG und den Drei Fragezeichen beim Lösen kniffliger Fälle?
 
Wir auch, Nacht für Nacht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Und die Begeisterung von damals hat irgendwie nie nachgelassen. Sie führte uns zu „Drachengasse 13“, der neuen Fantasy-Romanreihe für Kinder und Junggebliebene, die wir Ihnen gern vorstellen möchten.
 
„Drachengasse 13“ schildert die Abenteuer der Freunde Tomrin, Hanissa und Sando, die gemeinsam mit dem zahmen Jungdrachen Fleck in den Straßen der fantastischen Stadt Bondingor zu Hause sind. Dort gibt es keine Langeweile jeder Tag ist anders. Kein Wunder – wo Elfen, Zwerge, Trolle und andere Fantasywesen Tür an Tür leben, geschieht immer wieder Unglaubliches. Die vier Freunde wissen das nur zu gut, denn ihre Neugierde, ihr Mut und ihr Gerechtigkeitssinn lassen sie in so manches Abenteuer stolpern.
 
Tomrin ist der Sohn des Gardehauptmanns und träumt davon, ein Held wie sein Vater zu werden. Doch noch bringt ihn seine forsche Art gern in Schwierigkeiten. Die Halbwaise Hanissa lebt mit ihrer Mutter auf dem Campus der Magischen Universität und übt sich heimlich in der Kunst der Zauberei, was Mädchen eigentlich strengstens verboten ist. Und Straßenjunge Sando, der von Gump, dem Zwergenwirt der Hafenkneipe GUMPS BRANDUNG großgezogen wird, kennt Bondingor so gut wie die Tasche seiner dreifach geflickten Hose. Begleitet werden unsere drei Helden von Fleck, dem jungen Flugdrachen, der nicht fliegen kann und ein großes Geheimnis hat.
 
Was könnten wir Ihnen noch alles erzählen? Beispielsweise, dass über den Dächern Bondingors eine Horde Kobolde einen unabhängigen Freistaat gegründet hat und sich einen feuchten Drachenpups um das schert, was jenseits der Dachrinnen geschieht? Dass auf Hanissas Magiercampus ein Geist Geisterkunde unterrichtet? Dass Zwerge wie Sandos Ziehonkel in ihren Kettenhemden schlottern, wenn sie an die „Verbotenen Hügel“ denken? Aber vielleicht sollten wir Ihnen all das gar nicht verraten. Denn wie viel mehr Spaß macht es, diese Stadt gemeinsam mit Tomrin, Hanissa, Sando und Fleck persönlich zu erkunden.
 
Wir hoffen, dass unsere kurzen Zeilen Ihr Interesse an unserer neuen Buchreihe geweckt haben, wünschen schon jetzt viel Spaß bei der Lektüre und verbleiben mit herzlichen Grüßen
 
Bernd Perplies & Christian Humberg
Der "Kurd Laßwitz Preis" 2011 - Die Preisträger
Der Kurd Laßwitz Preis ist ein alljährlich in bis zu acht Kategorien vergebener Literaturpreis zur deutschsprachigen Science Fiction. Seit 30 Jahren stimmen die professionell in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätigen Autoren, Übersetzer, Lektoren, Verleger, Graphiker und Fachjournalisten über die besten Neuerscheinungen des Vorjahres ab. Der Preis ist nicht dotiert.
 
Nachfolgend die Ergebnisse der diesjährigen Wahl zum Kurd Laßwitz Preis für die besten Science Fiction Werke des Jahres 2010. Es haben sich 67 deutschsprachige SF-Schaffende an der Wahl beteiligt, in der Kategorie Übersetzung bewertete eine Fachjury, für die Kategorie Hörspiel wurde kein Werk nominiert.
 
Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 7. Penta-Con, eines dreitägigen literarischen Symposiums zur Science Fiction, am Samstag, den 1. Oktober 2011 im Kulturzentrum Palitzschhof in Dresden. (http://www.urania-dresden.de/sfclub/vorschau.htm)
 
Bester deutschsprachiger SF-Roman mit Erstausgabe 2010
 
Preisträger: Uwe Post, Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes, Atlantis (115 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: Thomas Thiemeyer, Korona, Knaur (105 Punkte)
3.: Andreas Brandhorst, Kinder der Ewigkeit, Heyne 52610 (93 Punkte)
4.: Michael Marcus Thurner, Plasmawelt, Heyne 52758 (70 Punkte)
5.: Marcus Hammerschmitt, Yardang, Sauerländer (58 Punkte)
6.: Stefan Blankertz, Der Lamo-Kodex, Edition Phantasia 1013 (46 Punkte)
7.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (33 Punkte)
53 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt, 14 Stimmenthaltungen
 
Beste deutschsprachige SF-Erzählung mit Erstausgabe 2010
 
Preisträger: Michael K. Iwoleit, Die Schwelle, in: Hahn / Hebben / Iwoleit (Hrsg.): Nova 17, Nova (85 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: Karsten Kruschel, Ende der Jagdsaison auf Orange, in: Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (71 Punkte)
3.: Karla Schmidt, Lebenslichter, in: Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (66 Punkte)
4.: Niklas Peinecke, Die verhinderte Himmelfahrt der Jana Maria Magdalena Sibelius, in: Hahn / Hebben / Iwoleit (Hrsg.): Nova 16, Nova (62 Punkte)
5.: Heidrun Jänchen, Kamele, Kuckucksuhren und Bienen, in: Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (58 Punkte)
6.: Nadine Boos, Finja-Danielas Totenwache, in: Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (39 Punkte)
7.: Andreas Flögel, Lod, Lad, Chine, in: Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (35 Punkte)
8.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (15 Punkte)
42 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt, 25 Stimmenthaltungen.
 
Bestes ausländisches Werk zur SF mit deutschsprachiger Erstausgabe 2010
 
Preisträger: China Miéville, Die Stadt & Die Stadt (The City & The City), Bastei 24393 (114 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: Iain Banks, Welten (Transition), Heyne 52710 (96 Punkte)
3.: Scott Westerfeld, Leviathan - Die geheime Mission (Leviathan) (Leviathan, Band 1) cbj (80 Punkte)
4.: Cory Doctorow, Little Brother (Little Brother), Rowohlt (71 Punkte)
5.: Adam Troy Castro, Sturz der Marionetten (War of the Marionettes) (Andrea Cort, Band 3), Bastei 28546 (57 Punkte)
6.: Karl Schroeder, Planet der Sonnen (Sun of Suns) (Virga, Band 1), Heyne 52626 (46 Punkte)
7.: Brian Falkner, Der Tomorrow-Code (The Tomorrow Code), dtv 24806 (40 Punkte)
8.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (10 Punkte)
47 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt, 20 Stimmenthaltungen
 
Beste Übersetzung zur SF ins Deutsche, erstmals erschienen 2010
 
Preisträger: Juliane Gräbener-Müller & Nikolaus Stingl für die Übersetzung von Neal Stephenson, Anathem (Anathem), Goldmann (66 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: Eva Bauche-Eppers für die Übersetzung von China Miéville, Die Stadt & Die Stadt (The City & The City), Bastei 24393 (53 Punkte)
2.: Bernhard Kempen für die Übersetzung von John Scalzi (Hrsg.): Metatropolis (Metatropolis), Heyne 52684 (53 Punkte)
2.: Usch Kiausch für die Übersetzung von Charles Stross, Du bist tot (Halting State) Heyne 52687 (53 Punkte)
5.: Uwe-Michael Gutzschhahn für die Übersetzung von Cory Doctorow, Little Brother (Little Brother) Rowohlt (50 Punkte)
6.: Stephanie Pannen für die Übersetzung von David Mack, Götter der Nacht (Gods of Night), Cross Cult (25 Punkte)
7.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (0 Punkte)
Die Abstimmung erfolgte durch eine Jury aus acht Lektoren und Übersetzern.
 
Beste Graphik zur SF (Titelbild, Illustration) einer deutschsprachigen Ausgabe, erstmals erschienen 2010
 
Preisträger: Timo Kümmel für das Titelbild zu Dirk van den Boom, Die Ankunft (Kaiserkrieger, Band 1), Atlantis (123 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: Arndt Drechsler für das Titelbild zu Achim Mehnert, Tschirque der Kreuzwächter (Atlan, Marasin-Trilogie, Band 2), FanPro 71026 (120 Punkte)
3.: Jacek Kaczynski für das Titelbild zu Rößler / Jänchen (Hrsg.): Die Audienz, Wurdack SF 16 (113 Punkte)
3.: Crossvalley Smith für das Titelbild zu Moreau / Wipperfürth / Kemmler (Hrsg.): Exodus 27, Exodus (113 Punkte)
5.: Christine Schlicht für das Titelbild zu Schmidt (Hrsg.): Der wahre Schatz, p.machinery (90 Punkte)
6.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (29 Punkte)
60 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt, 7 Stimmenthaltungen
 
Sonderpreis für langjährige herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF 2010
 
Preisträger: Dieter von Reeken für die Neuauflage der phantastischen Geschichten von Oskar Hoffmann sowie für sein anhaltendes Bemühen, das Gesamtwerk von Kurd Laßwitz herauszugeben (132 Punkte)
 
weitere Platzierungen:
2.: René Moreau & Heinz Wipperfürth & Olaf Kemmler für die Herausgabe des Magazins Exodus (117 Punkte)
3.: Armin Rößler & Heidrun Jänchen & Ernst Wurdack & Dieter Schmitt für die Herausgebertätigkeit im Wurdack Verlag (108 Punkte)
4.: Robert N. Bloch für jahrzehntelange Verdienste als herausragender Kenner und führender Bibliograph der deutschsprachigen utopischen und phantastischen Literatur (104 Punkte)
5.: kein Preis – ich halte in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig (10 Punkte)
53 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt, 14 Stimmenthaltungen
 
Anmerkung: Der Kurd Laßwitz Preis benennt pro Kategorie nur den Erstplatzierten als Preisträger, es werden keine zweiten oder dritten Preise ausgelobt. Die Nummerierung gibt nur die Reihenfolge aufgrund der Abstimmungspunkte wieder.
 
Udo Klotz
Treuhänder des Kurd Laßwitz Preises
 
Ausführliche Informationen zum Kurd Laßwitz Preis, den Nominierungen und Wahlergebnissen der letzten 30 Jahre sowie den nominierten Werken und Künstlern finden Sie im Internet unter http://www.kurd-lasswitz-preis.de.
"Perry Rhodan" 2600: Das größte E-Book-Projekt der Welt beginnt!
Vor wenigen Wochen erschien „Das Thanatos-Programm“, Band 2600 der Science Fiction-Romanserie "Perry Rhodan". Der erste Band wurde am 8. September 1961 veröffentlicht, seitdem folgt seit annähernd 50 Jahren jede Woche ein neues Heft: "Perry Rhodan" ist somit die längstlaufende Fortsetzungsgeschichte der Welt. Der Jubiläumsband markierte nun zugleich den Startschuss für einen weiteren Rekord.
 
In den kommenden Monaten wird die vollständige Serie, insgesamt mehr als 200.000 Seiten, in allen wichtigen Onlineshops bereit gestellt – das größte E-Book-Projekt der Welt beginnt. Zur 50-Jahr-Feier im Herbst richtet die "Perry Rhodan"-Redaktion in Mannheim den WeltCon 2011 aus: eine mehrtägige Feier für Science Fiction-Fans und -Interessierte. Wichtigster Partner ist die European Space Agency (ESA).
 
1960, auf dem Höhepunkt des kalten Krieges, entwickelten die Autoren Walter Ernsting alias Clark Darlton und K. H. Scheer die Grundidee der "Perry Rhodan"-Serie: Eine amerikanische Mondexpedition trifft auf abgestürzte Außerirdische. Mit deren Technik verhindern die Astronauten den Atomkrieg auf der Erde und erreichen die Auflösung der Supermächte ebenso wie eine friedliche politische Einigung der gesamten Menschheit. Die Serie war ursprünglich auf 30 Bände angelegt. Ihr Erfolg war jedoch so überwältigend, dass sie bis heute fortgesetzt wird.
 
Mehr als 200.000 Seiten Belletristik bei Apple und Amazon
 
2600 Bände mit jeweils 60 Seiten: Das sind 156.000 Seiten Science Fiction-Belletristik. Dazu kommt die Bearbeitung der Serie in den sogenannten Silberbänden. In diesen werden mehrere Romane zusammengefasst, die Handlung gestrafft und Widersprüche zwischen Einzelheften aufgelöst. Mittlerweile sind 114 Silberbände von jeweils rund 400 Seiten Länge erschienen – weitere 45.600 Seiten für den Phantastikleser.
Gemeinsam mit dem Technikpartner bookwire GmbH stellt die "Perry Rhodan"-Redaktion diese mehr als 200.000 Seiten nun vollständig zum Download in allen wichtigen Onlineshops zur Verfügung. Den Auftakt macht die wöchentliche Veröffentlichung des aktuellen Romans am Erscheinungstag auf allen relevanten Kanälen: Apples iBookstore und der Amazon-Kindle-Store werden beliefert, dazu die Downloadshops der großen deutschen Buchhändler wie Thalia, Libri und buch.de, sowie verschiedene Spezialdienstleister für Downloads. Bereits im Juni 2011 sollen die Silberbände folgen, später dann sämtliche Heftromane.
 
Band 2600: Einstieg für Neuleser
 
Wer als neuer Leser in die Welt von "Perry Rhodan" eintauchen möchte, dem bietet der Jubiläumsband mit dem Titel „Das Thanatos-Programm“ einen einfachen Einstieg in die Serie. Das Heft bildet den Anfang eines neuen Handlungsabschnitts: Der Roman schildert die Erde im Jahr 1469 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, nach unserem Kalender das Jahr 5056. Von einem Tag zum anderen verschwinden die Sterne. Die Sonne und ihre Planeten stranden in einem fremdartigen Kosmos, abgeschirmt vom Universum. Seltsame Wesen tauchen auf – sie bringen Milliarden von Menschen in tödliche Gefahr. Wer außer Perry Rhodan sollte helfen können?
 
WeltCon: 50 Jahre "Perry Rhodan" vom 30. September bis 2. Oktober in Mannheim
 
Im Herbst feiert die Serie dann ihren fünfzigsten Geburtstag beim WeltCon vom Freitag, den 30. September, bis zum Sonntag, den 2. Oktober 2011, im Mannheimer Congress Center Rosengarten. Wichtigster Partner hierbei ist die ESA, die European Space Agency. Gezeigt werden Satellitenmodelle und andere Ausstellungsstücke aus der realen Raumfahrt; namhafte Missionsspezialisten und ein Astronaut halten Referate. Zu den Stargästen des "Perry Rhodan"-WeltCons zählen zudem die Bestseller-Autoren Frank Schätzing, Markus Heitz und Andreas Eschbach, der Literaturkritiker Denis Scheck und der Schauspieler Bruno Eyron.
Der 1. mucCON: München ist Fantastik!
Am 6. November 2011 findet in München zum ersten Mal der mucCON statt. Die neue Convention steht unter dem Motto "München ist Fantastik!" Veranstaltungsort ist das Oberangertheater (Oberanger 38, 80331 München) in der Innenstadt.
 
Der Eintrittspreis beträgt 8,00 EUR bzw. ermäßigt 6,00 EUR. Anspruch auf Ermäßigung haben – bei Nachweis – neben fantastisch Gewandeten auch Schüler, Studenten, Rentner, SFCD-Mitglieder, Behinderte und München-Pass-Inhaber. Kinder unter 14 Jahren erhalten freien Eintritt. Das Rahmenprogramm wird laufend ergänzt und kann online eingesehen werden. Bewerbungsschluss für Autoren(gruppen), Künstler und Verleger ist der 3. August 2011. Für sie befinden sich, ebenso wie für interessierte Aussteller, umfangreiche Informationen auf der Homepage der Veranstalter.
Verena Themsen ist neue Autorin im „Perry Rhodan“-Team
Science Fiction gilt für manche Leser sowie für Betrachter von außerhalb als ein Genre, das vorrangig von Männern gelesen und geschrieben wird. Die in der Nähe von Heidelberg wohnende Verena Themsen ist eine jener Autorinnen, die erfolgreich gegen das Klischee anschreiben: Mit ihrem Roman »Die Planetenbrücke« feiert sie nun ihren »Einstand« im Autorenteam von „Perry Rhodan“, der erfolgreichsten Science-Fiction-Serie der Welt.
 
In ihrem Roman »Die Planetenbrücke«, der als Band 2605 der „Perry Rhodan“-Serie in den Handel kommt, schildert die Autorin ein seltsames Miniatur-Universum, in die es die Erde und ihre Bewohner verschlagen hat. Die wagemutigen Teilnehmer einer Expedition versuchen herauszufinden, was geschehen ist, und landen auf einer fremdartigen Welt. »Die sogenannte Planetenbrücke gehört zu den exotischsten Elementen der neuen „Perry Rhodan“-Geschichte«, verspricht Klaus N. Frick, der „Perry Rhodan“-Chefredakteur.
 
Seltsame Welten und ungewöhnliche Charaktere prägen auch die bisherige Arbeit der 1970 in Hamburg geborenen Verena Themsen. In ihrem ersten veröffentlichten Roman »Der Quell der Nibelungen« verschlägt es die Handlungsträger – Elfen auf der Suche nach der Unsterblichkeit – in die Region bei Worms und an den Rhein.
 
Weitere Romane erschienen in den Reihen „Perry Rhodan“-Action sowie „Perry Rhodan“-Extra, mit denen sie Leser und Kritiker gleichermaßen überzeugte. Ab dem Freitag, 22. Juli 2011, gehört sie nun »richtig« zum „Perry Rhodan“-Team und trägt dazu bei, die fiktive Geschichte der Menschheit in die fernste Zukunft weiterzuschreiben.
Heute lebt Verena Themsen in einer Kleinstadt in der Nähe von Heidelberg. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter; ihren bisherigen Beruf im Maschinenbau übt sie weiter aus.
Große „Fantasy Night“ bei der RingCon 2011
Am Freitag, den 14. Oktober 2011 wird aus der RingCon 2011 ab 21.30 Uhr im Saal Gondolin eine große Fantasy Night veranstaltet.
 
Zauberschüler, Hobbits und Zwerge, Krieger, Vampire, Werwölfe, Formwandler und alle anderen Gestalten der phantastischen Literatur sind herzlich dazu eingeladen. Natürlich wird aber auch Zivilisten im mit vielen Fantasy-Elementen dekorierten Saal Einlass gewährt. An der Bar werden unter anderem gemischte Cocktails passend zu den Themen der Nacht ausgeschenkt werden.
 
DJ Rick wird mit der entsprechenden Musik – eine Mischung zwischen Rock, Mittelalter Rock, Filmmusik und Partymusik – richtig einheizen und die Nacht zum Tag werden lassen. Und hoffentlich mit den anwesenden Gästen bis in die frühen Morgenstunden feiern.
 
Einlass ist ab 21.30 Uhr, das Mindestalter für die Teilnahme an der Fantasy Night ist 16 Jahre; Jugendliche unter 18 Jahren müssen die Party um 0.00 Uhr verlassen. Werden Sie also Teil einer ganz besonderen Nacht auf der RingCon 2011 und bringen Sie Partylaune mit.
Uwe Anton spricht über „50 Jahre Perry Rhodan“
Am 8. September 1961 erschien das erste „Perry Rhodan“-Heft, Ende September feiern die Leser auf dem Weltcon in Mannheim das 50jährige Jubiläum der Serie. Doch schon zwei Wochen vorher, am 15. September 2011, spricht Chefautor Uwe Anton in Wuppertal exklusiv über „50 Jahre Perry Rhodan“.
 
Ort der Veranstaltung ist das Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Küllenhahn, Nesselbergstraße 12, 42349 Wuppertal. Beginn ist um 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
 
Aus der Ankündigung:
„Perry Rhodan“ ist ein Phänomen, ist Kult. Bislang sind über 2600 Hefte der Serie erschienen, über 110 gebundene Buchausgaben, die regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste auftauchen. Darüber hinaus gibt es „Perry Rhodan“ als Paperback und Taschenbuch, als E-Book, Hörbuch und Download, als Comic, Computer- oder Brettspiel. Sogar ein Spielfilm kam in die Kinos. Zahlreiche Nebenprodukte vervollständigen die Produktpalette, die Gesamtauflage geht in die Millionen, wenn nicht sogar Milliarden.
 
Das erste „Perry Rhodan“-Heft erschien am 8. September 1961. Die Serie begeht im September 2011 also ihr 50jähriges Jubiläum, das vom 30. September bis zum 2. Oktober etwa 3000 Leser auf dem „Weltcon“ in Mannheim feiern werden. Aber schon 14 Tage vorher, zeitnah eine Woche nach dem eigentlichen Jubiläumstag, bekommen die Besucher des Vortrags einen faszinierenden und exklusiven Einblick in die Welt von „Perry Rhodan“. Was ist „Perry Rhodan“ überhaupt? Was schildert die Serie, und welchen Einflüssen unterliegt die größte „Zukunftsgeschichte der Menschheit“?
 
Unter welchen Umständen ist die Serie entstanden? Wie war das Leben damals in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland, die zwischen Wirtschaftswachstum und Angst vor dem Atomkrieg pendelte und bei aller Euphorie noch ihren Platz in der neuen Weltordnung suchte? Wie wurde „Perry Rhodan“ fünfzig Jahre lang als Science Fiction-Stoff immer wieder von der jeweils aktuellen Gegenwart geprägt?
 
Und wie entsteht „Perry Rhodan“ überhaupt? Wie ist es möglich, dass seit fünfzig Jahren Woche für Woche ein neuer Roman erscheint – ein Gesamtwerk von mittlerweile gut 150.000 Seiten? Wie arbeiten zum Beispiel Redaktion, Autoren und Titelbildzeichner zusammen?
Antworten auf diese Fragen gibt ein Vortrag von jemandem, der sich wirklich mit dem Thema auskennen müsste: Uwe Anton ist seit einigen Jahren als Chefautor der Serie für die Handlungsführung zuständig, kennt sich also bestens mit den Hintergründen aus und weiß sicher auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Und wenn danach noch Fragen offen sind, können die Besucher des Vortrags sie gern stellen. Der Referent wird sie nach bestem Wissen und Gewissen beantworten …

9. Wissenschaft: Good bye, Spaceshuttle!
von Andreas Dannhauer
Während ich dies schreibe, kreist das Spaceshuttle Endeavour, angedockt an die Internationale Raumstation, um die Erde. Dies ist der letzte Flug der Endeavour und der vorletzte des gesamten Shuttleprogramms. Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt kamen damit wiederverwendbare Raumschiffe zum Einsatz. Bei 135 Flügen wird das Spaceshuttle mehr Menschen ins Weltall befördert haben als alle anderen bemannten Raumfahrtprogramme zusammen. Leider kehrten 14 Astronauten von ihrem Flug nicht mehr zurück.
 
Die Vision
 
Mit dem Ende der Apollo-Mondflüge, die wegen ihrer extrem hohen Kosten eingestellt wurden, brauchte die NASA ein neues Ziel, sowie ein neues Raumfahrtzeug und das bei deutlich gekürzten Mitteln. Die mit Abstand größten Kosten bereiteten die Trägerraketen, welche bislang nach einmaligem Gebrauch weggeworfen wurden. Man beschloss dem zu begegnen, indem man ein mehrfach einsetzbares Fluggerät konstruierte. Es musste starten wie eine Rakete, aber weich landen wie ein Flugzeug. Das einzige Verbrauchsmaterial sollte, wenn möglich, der Treibstoff sein. Dadurch sollten die Kosten so weit sinken, dass 50 Starts pro Jahr möglich wären. Mit einem solchen Raumschiff wären die Grundlagen für den Bau einer großen Raumstation und den Unterhalt einer riesigen Satellitenflotte gelegt. Letzteres ist besonders wichtig, wenn man eine Raketenabwehr im Weltraum aufbauen möchte mit hunderten von Satelliten. Tatsächlich war die militärische Nutzung der Spaceshuttle von Anfang an eingeplant und einige der Missionen gelten bis heute als geheim.
 
Die STS-134 Crew bei einem Gruppenfoto nach der Landung des Spaceshuttle Endeavour am Kennedy Space Center, 1. Juni 2011, in Cape Canaveral, Florida. Die Endeavour absolvierte zuvor erfolgreich ihre letzte Mission und besuchte dabei im Verlauf der 16 Tagen auch die Internationale Raumstation ISS. Sie startete am 7. Mai 1992 auf ihre erste Mission und verbrachte seitdem insgesamt 299 Tage im Weltraum. Daraus resultiert bei ihren 25 Flügen eine Gesamtflugstrecke von mehr als 122.800.000 Meilen. Bild: NASA / Bill Ingalls
 
Die Realität
 
Schon bald musste man feststellen, dass eine vollständige Wiederverwendung aller Teile nicht möglich war. Der große, mit Sauerstoff und Wasserstoff gefüllte, Haupttreibstofftank wird vom Shuttle mit in den Orbit genommen. Damit dieser den Wiedereintritt übersteht, müsste man ihn jedoch mit einem schweren Hitzeschutzschild ausstatten, so dass die Nutzlastziele nicht mehr zu erreichen wären. Also wird bis heute für jeden Start ein neuer Tank benötigt. Außerdem hatte man die Komplexität des Systems unterschätzt, schließlich hatte man eine Rakete gebaut, die neben rund 28t Gerät auch noch sieben Astronauten transportieren sollte und deshalb mit den mehrfach redundanten Lebenserhaltungs- und Sicherheitssystemen ausgestattet sein musste, die für die bemannte Raumfahrt unverzichtbar sind. Die Sicherheitsanforderungen stiegen mit der Zeit immer weiter an, was dazu führte, dass bis heute kaum ein Shuttlestart zum geplanten Termin stattfindet. Verschiebungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Dadurch stiegen die Kosten auf mittlerweile rund 500 Mio. US$ pro Start. Kein Wunder also, dass das Ziel von 50 Starts pro Jahr klar verfehlt wurde. 1985 war mit neun Starts DAS Spaceshuttlejahr.
 
Die Erfolge
 
Obwohl das Shuttleprogramm weit hinter der angestrebten Starthäufigkeit und der erhofften Mitteleinsparung zurückblieb, hat es doch die Erwartungen in Hinsicht der Verwendbarkeit erfüllt. Das Meisterstück ist sicherlich die Internationale Raumstation ISS. Bei insgesamt 37 Flügen werden die Shuttles die größten und wichtigsten Module und deren Ausstattung geliefert und teilweise montiert haben.
Auch seine Fähigkeiten Satelliten auszusetzen, einzufangen und zu warten, durfte das Shuttle unter Beweis stellen. Das berühmteste Beispiel ist das Hubble Weltraumteleskop, welches fünf Mal eingefangen, repariert und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Bekanntlich waren durch einen Berechnungsfehler die ersten Bilder des Teleskops unscharf. In der ersten Servicemission wurde diese Fehlsichtigkeit korrigiert. Ohne das Spaceshuttle wäre das Hubble Weltraumteleskop ein teurer, kurzlebiger und grandioser Fehlschlag geworden.
 
Die Katastrophen
 
Trotz der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen kehrten zwei Spaceshuttle nicht in einem Stück zur Erde zurück. Die erste Katastrophe traf das Shuttle Challenger am 28. Januar 1986. Grund war das Versagen eines Dichtungsringes im rechten Festtreibstoffbooster. Die Boosterraketen sind im Grunde lange Röhren, die mit festem Treibstoff gefüllt sind und einer Düse am unteren Ende, durch die das heiße Gas austritt. Die Röhre besteht aus mehreren Segmenten. Die Übergänge von einem Segment zum nächsten sind mit mehreren Dichtungen aus Gummi versehen, damit sich die einzelnen Ringe unterschiedlich ausdehnen können. Durch starken Frost am Vorabend des Starts war mindestens ein Gummiring so steif geworden, dass er seine Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte. Schwarzer Qualm zeugte schon beim Zünden der Booster vom Verbrennen des Gummis und der Isolation. Durch diese Undichtigkeit traten heiße Verbrennungsgase aus, die unglücklicherweise gerade die Verbindungsstütze zwischen Booster und Haupttank trafen. Als diese Stütze versagte, schlug der Booster ein Loch in den Haupttank. Der ausströmende Wasserstoff entzündete sich und der Rückstoß trieb den Tank in die oberen Strukturen. Der Sauerstofftank wurde ebenfalls durch den umherschwingenden Booster aufgerissen. Eine massive Wasserstoff-Sauerstoff-Explosion hüllte das Shuttle ein, welches total zerstört wurde. Sieben Astronauten verloren ihr Leben.
 
Die zweite Katastrophe ereilte die Columbia am 1. Februar 2003. Nach einer erfolgreichen Mission mit vielen wissenschaftlichen Experimenten, brach der Funkkontakt beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Bundesstaat Texas ab. Was war geschehen? Während des Starts war ein Stück vereisten Isolationsschaums vom Haupttank des Shuttles abgebrochen und hatte den Orbiter am linken Flügel getroffen. Da abbrechender Schaum nichts Ungewöhnliches war, ebenso wenig wie beschädigte Hitzeschildkacheln, hielt man das ganze Geschehen nicht für gefährlich, ja nicht mal für untersuchenswert. Hätte man, z.B. mit einem Spionagesatelliten nachgesehen, wäre ein großes Loch im Hitzeschild an der Vorderkante des linken Flügels aufgefallen. Leider an einer während des Wiedereintritts besonders belasteten Stelle. Durch das Loch trat extrem heiße Luft in das Innere des Flügels ein. Die dortigen Konstruktionsteile aus Aluminium hielten der Hitze nicht stand, wurden weich und der Flügel riss ab. Mit einem fehlenden Flügel geriet das Fluggerät natürlich ins Trudeln und zerbrach unter den Beschleunigungskräften. Wieder verloren sieben Astronauten ihr Leben.
 
Die Nachfolger
 
Mit der Landung des Spaceshuttles Atlantis, voraussichtlich im Juli 2011, wird die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA über kein bemanntes Raumschiff mehr verfügen. Bei der Versorgung der ISS sind sie damit von russischen Soyus- und Progressfrachtern und den gelegentlich startenden europäischen und japanischen Frachtschiffen abhängig. Ein mögliches Nachfolgesystem ist noch nicht in Sicht. Die derzeitige Planung sieht vor, dass die NASA diese Versorgungsdienste für die ISS an Privatfirmen ausschreibt, um Geld zu sparen und um sich auf Deep-Space-Missionen zum Mars oder Asteroiden konzentrieren zu können. Auf jeden Fall will man zurück zum Modell Weltraumkapsel, teilweise wiederverwendbar, und getrennten Transport von Mensch und Material.
 
Informationen zum Thema:
Wer einmal ein Spaceshuttle live sehen möchte, wird in den folgenden Museen fündig.
 
Enterprise - Intrepid Sea, Air & Space Museum in New York
Discovery - Smithsonian's National Air and Space Museum Steven F. Udvar-Hazy Center in Virginia
Endeavour - California Science Center in Los Angeles
Atlantis - Kennedy Space Center Besucherkomplex in Florida

10. Die Corona-Kurzgeschichte
Liebe Kurzgeschichten-Freunde,
 
vor der Sommerpause hat in Ausgabe 249 die Themenrunde „Eroberer“ unseres Story-Wettbewerbs begonnen, heute geht es mit dem zweiten Platz weiter: Auf dem ist mit Andreas Dresen ein alter Bekannter gelandet, der schon öfter im Corona Magazine vertreten war. Seine aktuelle Geschichte trägt den Titel „Erlösung“. Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen zur Story – egal ob per E-Mail oder im Forum.
 
Das nächste Thema des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs lautet „Todsicher“, Einsendeschluss ist am 1. November 2011. Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury (mindestens) drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.
 
Armin Rößler


Erlösung
von Andreas Dresen

Er roch ihre Haut. Der leichte Hauch von Pfirsich, der sich immer zwischen den Laken hielt. Jay sog die Luft im Halbschlaf tief ein. Sein Herz schlug etwas schneller, als er sich an letzte Nacht erinnerte.
Er liebte sie. Das war ihm von Anfang an klar gewesen. Er würde sie nie verlassen, nie im Stich lassen. Doch wie immer, wenn sich Jay diesen Gedanken hingab, mischte sich die altbekannte Furcht in seine Träume, trübte seine Freude, wie ein Tropfen Tinte in einem Glas klaren Wassers.
War er ihr genug? Sie hatte nie etwas gesagt, ihn sogar mit Freuden geheiratet.
"Du spinnst", hatte sein bester Freund Pete gesagt, als er ihm von seinen Befürchtungen erzählt hatte. "Sie liebt dich, du liebst sie. Sei glücklich, denn du hast viele Mitbewerber ausgestochen, als du sie erobert hast."
Doch das kneifende Gefühl war geblieben. Es lag nicht daran, was sie sagte. Nicht daran, was sie tat, denn das, was sie tat, war atemberaubend. Es lag daran, wie sie ihn ansah. Manchmal, wenn sie dachte, er würde es nicht wahrnehmen. Der Ausdruck in ihrem Gesicht, er veränderte sich dann, wurde leblos. In diesen Momenten schien sie weit, weit weg zu sein. Wo auch immer sie dann war, sie war jedenfalls nicht bei ihm. Und das machte ihm Angst.
Jay räkelte sich noch ein wenig und wollte sich auf den Bauch drehen, um noch etwas zu schlafen, als ein scharfer Ruck durch seinen Körper ging. Mit einem Schlag war er hellwach. Er war gefesselt.
Erschrocken setzte er sich auf. Er war mit seiner rechten Hand an das Bett gekettet. Die Handschelle schnitt ihm in sein Handgelenk, als er versuchte, sich davon zu befreien. Er konnte es nicht fassen. Was war passiert?
Er durchforstete seine Erinnerungen, ob sie letzte Nacht vielleicht Handschellen benutzt hatten, aber das hatten sie noch nie getan. Jay stand nicht auf solche Sachen. Da war er altmodisch.
"Du bist wach!" Barbara stand in der Tür und lächelte ihn an. Jay war erleichtert. Er betrachtete Barbara, die nur mit einem Bademantel bekleidet am Türrahmen lehnte und ihn mit diesem leeren Blick anstarrte, den er schon häufiger bei ihr bemerkt hatte. Das Ganze wurde ihm nun doch unheimlich.
"Schatz, komm her und mach mich los, bitte. Ich muss pinkeln."
Barbara lächelte und kam mit langsamen, großen Schritten auf ihn zu. Die Öffnung des Bademantels wölbte sich dabei und gab Jay einen Blick auf Barbaras weiße, weiche Haut. Er zitterte. Was hatte sie vor? War ihr das gemeinsame Liebesleben doch zu langweilig geworden? Ein Schauer überlief seinen Körper, aber Jay wusste nicht, ob er sich freuen oder fürchten sollte.
Barbara setzte sich zu ihm auf das Bett, zog langsam den Bademantel aus und streichelte ihm das Gesicht.
"Jay, lieber Jay." Sie lächelte ihn an, aber ihr Blick blieb leer. Jay lächelte nicht mehr.
"Komm, Barbara, lass mich frei. Ich mag das nicht."
"Ich bin nicht Barbara."
Jay starrte sie an, verstand kein Wort von dem, was sie sagte.
"Was? Keine Rollenspiele, okay? Lass den Quatsch, mir ist kalt, ich will pinkeln und muss sowieso aufstehen. Ich muss zur Arbeit. Du weißt, ich mag es nicht, wenn ich zu spät komme."
Barbara wollte erneut sein Gesicht streicheln, doch Jay schlug die Hand weg. Barbaras Gesicht wurde hart, und mit eisernem Griff packte sie sein freies Handgelenk und drückte es fest auf das Bett.
"Ich bin nicht Barbara. Nicht mehr." Sie schien ihn ohne Anstrengung auf das Bett zu fixieren, obwohl er versuchte, sich zu wehren. Wieder drangen ihre Worte nicht zu ihm durch. Sie war immer schon stärker gewesen als er. Aber er war überrascht, dass sie so stark war. Er bekam Angst.
"Was? Lass mich los."
Barbara hob ihre andere Hand, in der sie ein kleines Kästchen hielt, aus dem zwei lange Drähte herausragten.
"Ich bin nicht mehr Barbara. Barbara ist weit weg, tief in ihrem Unterbewusstsein. Ich selbst habe keinen Namen. Ich habe ihren Körper besetzt. Du kennst mich nicht, aber du wirst bald ein Teil von mir sein. Wir sind alle eins. Ein Bewusstsein, zusammengeschlossen in den Körpern so vieler Menschen."
Jay wusste nicht, was er sagen sollte. Er sah seine Frau nur überrascht an. Doch ihr Blick blieb leer, und sie schien durch ihn hindurch zu starren.
"Ich brauche dich, Jay. Ich kann nur in euch überleben. Ich brauche eure Körper. Ihr seid so schwach, so endlich. Ihr sterbt nach so kurzer Zeit. Aber ich brauche euch. Immer mehr von euch."
"Barbara?" Jay begann zu winseln.
"Barbara geht es gut. So wie es dir gut gehen wird. Habe keine Angst. Sie lebt! Aber sie ist dort, wo es ihr immer gut gehen wird. Sie spürt nichts mehr, dort wo sie jetzt ist. Ihr Bewusstsein ist nun in einer anderen Welt. Und jetzt halte still. Ein kurzer Stromstoß, und das war alles. Es tut gar nicht weh!" Sie hob das Gerät an seine Stirn.
"Ich will nicht." Immer wieder warf Jay den Kopf zu Seite. Seine Frau saß vor ihm und wartete. Jay riss an seinen Fesseln, doch nichts geschah.
"Du musst es mal so sehen", redete sie ihm gut zu.  "Du hast danach keine Sorgen mehr. Nichts wird dich mehr belasten. Wir werden für dich sorgen. Ich werde für dich sorgen. Schau mich an, es ist nur Barbaras Körper, der vor dir steht. Der Teil, der Barbara war, ihr Bewusstsein, ist in einer anderen Welt. Es geht ihr gut. Eine Welt, die nur für sie erschaffen ist.
"Gestern ..."
"Du meinst, als wir miteinander geschlafen haben?" Sie schüttelte den Kopf. "Nein, da war sie schon nicht mehr da. Du hast mit der Puppe geschlafen, einem willenlosen Körper. Ich kann nur in euch überleben. Aber ihr seid so schwach … ihr sterbt … ich brauche mehr. Verstehst du das nicht?"
Jay winselte unter ihrem festen Griff, als sie mit dem Gerät näher kam. Vorsichtig drückte sie die Elektroden an seiner Stirn fest. Dann lächelte sie ihn ein letztes Mal an und drückte den Knopf.
Jay zuckte zusammen, erwartete einen Schmerz oder eine Reaktion, doch nichts geschah. Vorsichtig öffnete er die Augen. Barbara drückte wieder und wieder auf den Knopf, doch es passierte immer noch nichts.
"Verfluchte Batterien", ärgerte sie sich. Sie stand auf, warf das Gerät auf das Bett und verschwand grummelnd aus dem Zimmer.
"Wir sind noch nicht fertig, ich hole Batterien“, rief sie ihm zu.
Kaum war sie verschwunden, riss sich Jay zusammen. Er musste hier raus. Hektisch zog er an den Handschellen, riss so fest, dass er sich fast die Hand abriss, doch es klappte nicht.
"Die Schlüssel", fuhr es ihm durch den Kopf. "Vielleicht hat sie …" Schnell griff er zum Bademantel und fühlte in den Taschen. Tatsächlich. Erleichterung durchflutete ihn, als er den kleinen, silbernen Schlüssel aus der Tasche des Mantels zog. So schnell es seine feuchten und zitternden Finger zuließen, öffnete er das Schloss. Dann sprang er vom Bett, zog sich schnell eine Hose an, die auf dem Stuhl lag und warf sich einen Pulli über. Da hörte er die Schritte ihrer nackten Füße auf dem Steinfußboden im Flur. Er sprang zum Fenster, schob es auf und flüchtete hinaus in den Vorgarten. Erst als er auf dem nassen Rasen landete, merkte er, dass er keine Schuhe anhatte. Trotzdem lief er, so schnell er konnte, den Garten entlang, sprang über das kleine Gartentor und rannte über die Straße. Barbara rief aus dem Fenster:
"Wir kriegen dich noch, Jay! Ich bin nicht die Einzige! Ich bin viele! Und bald bin ich alle …"  Jay hörte sie noch lachen, dann war er um eine Ecke verschwunden.
 
Er bemerkte nicht, dass ihn die Leute auf der Straße komisch anstarrten. Er lief weiter. Tränen rannten über sein Gesicht und er murmelte in einem fort: „Das darf nicht sein, das darf nicht sein, nicht Barbara.“
Seine nackten Füße klatschten auf die Straße, aber das spürte er nicht. Leise fiel Schnee von Himmel. Jay begann zu zittern, aber auch das spürte er nicht.
Er erreichte Petes Wohnung und klingelte Sturm. Als Pete öffnete, rannte Jay ins Haus und sprudelte wie ein Wasserfall.
„Musst mir helfen, Barbara, nicht normal, besessen, ein Wesen, das alle besetzen will, erobern will, braucht jeden Körper ...“
Doch Pete nahm ihn erst einmal an den Schultern und drückte ihn auf einen Stuhl.
„Wie siehst du denn aus? Was ist denn mit dir passiert? Und wieso hast du keine Schuhe an?“
Jay wiederholte aufgeregt, was ihm geschehen war. Erst als er geendet und wieder einigermaßen zu sich gefunden hatte, bemerkte er, dass Pete ihn mit leerem Blick anstarrte.
„Es ist gut, dass du zu mir gekommen bist, mein Freund“, sagte Pete. „Wir regeln das jetzt schon. Warte mal hier.“ Er klopft Jay auf die Schultern.  „Ich geh mal was holen, was dir gut tut.“ Damit ging er hinaus.
Jay blieb auf seinem Stuhl sitzen und versuchte, sich langsam zu beruhigen. Was war da geschehen? Barbara war besetzt, von einem Wesen, das offensichtlich versuchte, auch andere Menschen zu erobern. Ein Parasit, dachte Jay.
Jetzt bemerkte er, dass er fror. Er nahm sich ein paar Socken von Pete und schlüpfte in die Hasenohrhausschuhe, die in der Küche immer für Besucher herumstanden. Er war froh, bei Pete zu sein. Jetzt würden sie das Ding schon schaukeln. Er erinnerte sich an die ganzen Zombiefilme, die sie zusammen gesehen hatten. Sie würden die Welt retten und am Ende das Mädchen kriegen. Trauer durchzuckte ihn. Barbara. Sie konnte er nicht mehr kriegen. Sie war bereits befallen.
Er weinte ein bisschen, mehr, weil er dachte, dass das angemessen sei, statt dass er das im Moment wirklich fühlte. Wenn Pete zurückkam, wollte er schließlich keinen falschen Eindruck erwecken.
Da hörte er Petes Stimme. Er stand auf und öffnete leise die Tür.
„Ja, Barbara“, hörte er Pete sagen. „Ja, er ist hier. Ja, ich kümmere mich drum. Ich habe auch eins hier, das ist gar kein Problem, dass habe ich schon oft gemacht.“ Seine Stimme wurde leiser, offensichtlich war Pete wieder weiter ins Wohnzimmer hineingegangen.
Jay wurde es heiß und kalt. „Auch du, Pete?“, dachte er. Wenn Barbara befallen war und auch Pete ... wie weit mochte sich das ... Wesen wohl schon ausgebreitet haben? Jay schüttelte den Kopf. Nun galt es, schnell zu handeln. Sie durften ihn nicht kriegen. Leise öffnete er die Tür zum Flur, schlich ins Schlafzimmer. Dort lag, neben dem Bett ein Kasten, der genauso aussah, wie der, den Barbara ihm an den Kopf gehalten hatte. Hätte Jay noch einen Beweis gebraucht, so hatte er ihn nun.
Festen Schrittes ging er zum Kleiderschrank, denn er wusste, dass Pete dort eine Schrotflinte versteckt hatte. Die schnappte er sich, stopfte sich eine Handvoll Patronen in die Hosentaschen und floh durch das Schlafzimmerfenster. Ihn würden sie nicht kriegen.
 
Die Nacht war bitterkalt. Jay hielt sich in den Schatten der kleinen Straßen auf, versteckte sich hinter Mülltonnen und wärmte sich über den Lüftungen der Schnellküchen, die ihre Abluft in die Gassen ließen. Hin und wieder lief er jemandem über dem Weg, aber bisher waren alle schreiend weggelaufen. Jay wertete das als Indiz dafür, dass diese Menschen noch nicht befallen waren. Er musste nachdenken. Die Hasenohrenpantoffeln hatten sich voller Schneematsch gesogen, aber das spürte er nicht mehr. Er musste nachdenken. Das Gewehr lag schwer auf seiner Schulter, aber das spürte er nicht mehr. Er musste nachdenken. Sirenen heulten durch die Nacht. Weit entfernt sah er Polizeiwagen über die Straßen jagen. Das brachte ihn zurück auf einen Gedanken. Was, wenn nicht nur Barbara und Pete befallen waren? Sondern auch andere? Konnte er zur Polizei gehen und sagen: „Guten Tag, meine Freundin ist von einem fremden Wesen befallen, bitte helfen Sie mir.“ Er glaubte nicht. Entweder würden sie ihm nicht glauben und ihn einsperren. Das konnte er gerade nicht gebrauchen. Oder sie waren selbst befallen. Dann würden sie so tun, als ob sie ihm helfen wollten, würden ihn dann aber selber infizieren. Sein Kopf schmerzte. Er hatte seit dem Morgen nichts mehr gegessen, nichts mehr getrunken. Seine Gedanken rasten. Konnte er überhaupt noch jemandem vertrauen? Nein, eigentlich nicht. Jedenfalls nicht den Menschen, die von sich aus mit ihm Kontakt suchen würden. Wieder fuhr die Polizei mit Sirenengeheul über die nahe Hauptstraße, diesmal langsamer. Wen die wohl suchen?, dachte er. Doch das interessierte ihn nicht, denn plötzlich wurde ihm etwas bewusst. Ich bin alleine, dachte er. Ich kann keinem mehr vertrauen. Jetzt spürte er doch die Kälte in seine Knochen kriechen. Die Verantwortung liegt bei mir, dachte er. Ich kann es schaffen. Ich muss es besiegen. Vielleicht bin ich sogar der Einzige, der davon weiß und nicht befallen ist! Dieser Gedanke machte ihm Mut. Aber was war mit Barbara? Als die Polizei wieder die Straße entlangfuhr, zog er sich weiter in die Schatten zurück. Heute Nacht würde er sich verstecken, sich ausruhen. Aber morgen war ein großer Tag für die Menschheit.
 
Im Morgengrauen stand Jay wieder vor dem Haus, aus dem er vor vierundzwanzig Stunden geflohen war. Kein Mensch war auf der Straße. Es war eine gute Zeit. Doch plötzlich öffnete sich die Tür zum Nachbarhaus und Herr Mickrig bückte sich hinaus, um seine Zeitung aufzuheben. Dabei erblickte er Jay. Er sah auf die Hasenohrenpantoffeln, er sah das Gewehr in Jays Hand und wurde bleich. Jay hob die Hand und grüßte aus alter Gewohnheit. Herr Mickrig verschwand schnell wieder im Haus.
Dann ging Jay zu seiner Haustür und trat sie ein, denn er hatte keinen Schlüssel dabei. Mit ein paar schnellen Schritten war er im Schlafzimmer. Als er Barbara und Pete im Bett liegen sah, lud er das Schrotgewehr durch.
„Gut, dass ihr beide da seid“, sagte er erleichtert.
Barbara schreckte hoch. Sie war nackt, und das freute Jay. So wollte er sie in Erinnerung behalten. Pete war aufgesprungen. Auch er war nackt, aber das störte Jay ein bisschen. Das wollte er nicht so gerne in Erinnerung behalten. Pete kam langsam auf ihn zu. Er war blass.
„Hey, alter Junge, gut das du da bist. Wir haben uns Sorgen um dich gemacht.“
Jay zeigte auf das Bett. „Geh da rüber.“ Er verlieh seiner Forderung mit der Waffe Nachdruck.
Pete wurde noch blasser und kroch wieder unter die Decke.
„Gut, dass ihr beide da seid“, wiederholte Jay. „Ich habe darüber nachgedacht. Barbara“, er blickte seiner Frau tief in die Augen. “Wenn du mich irgendwo da drinnen hören kannst, ich liebe dich! Ich lasse dich nicht im Stich.“
Dann wandte er sich wieder Pete zu. „Das gleiche gilt für dich, alter Freund. Auch wenn ich nicht glaube, dass du mich hörst.“
„Aber ich höre dich doch!“ Petes Stimme überschlug sich.
„Nein, das ist nur dein Körper, der mich hört. Das gemeinsame Bewusstsein, dass von dir Besitz ergriffen hat. Aber du, Pete, der Pete, der irgendwo da drinnen verschüttet ist, der kann mich nicht hören.“
Jay blickte Barbara sehnsuchtsvoll an. Sie bedeckte ihre Blöße mit dem Laken, brachte kein Wort heraus, blickte nur immer wieder ängstlich auf die Waffe. Jay fuhr fort: „Ich kann euch beiden nicht helfen. Aber ich kann euch erlösen.“ Er hob die Waffe, zielte auf Pete. Barbara kreischte.
„Hör auf! Es reicht! Jay, bitte!“
Jay schaute sie verdutzt an. „Was ist denn?“
„Jay, ich gebe es zu. Ich habe dich betrogen. Mit Pete. Schon lange. Du wolltest ja nie was merken. Wir ... wir haben uns das Ganze ausgedacht, um dich loszuwerden. Wir hatten gehofft, dir solch einen Schrecken einzujagen, dass du fliehst und uns in Ruhe lässt.“
„Es war ihre Idee“, warf Pete hastig ein, worauf er sich einen bösen Blick von Barbara einfing.
„Mich betrogen?“ Jay schien nur langsam zu verstehen. „Ihr beide? Aber ... was war mit den Geräten? Die Kabel an meiner Stirn, dein leerer Blick?“
Barbara seufzte. „Du bist immer so naiv. Das war gespielt, alles von langer Hand vorbereitet. Die Batterien. Der Schlüssel im Bademantel. Verstehst du nicht, du  solltest ihn finden! Wir wollten dich verwirren, dir so eine Angst machen, dass du nie wieder kommst. Du bist doch so leichtgläubig. Vielleicht sogar ...“
Jetzt sprang Pete ihr doch zu Hilfe. „Vielleicht sogar hätte dich die Polizei als Wahnsinnigen verhaftet. So wie du herumgelaufen bist. Vor allem mit meinem Gewehr in der Hand.“
Jay dachte kurz nach. „Ihr habt mich betrogen? Mir eine Falle gestellt? Das war alles nicht echt?“
Pete und Barbara schüttelten stumm den Kopf.
„Aber dann ...“  Jay verstummte, versank in Gedanken.
Blaue Lichter flackerten plötzlich an den Wänden.
„Polizei“, flüsterte Barbara erleichtert. Pete warf einen Blick durch das Fenster.
„Sie umstellen das Haus.“
Das ließ Jay wieder zu sich kommen. Er hob erneut das Gewehr.
„Ihr habt euch verraten. Du hast dich verraten, sollte ich wohl besser sagen, wenn du wirklich nur ein gemeinsames Bewusstsein bist, das in vielen Körpern steckt. Pete und Barbara hätten mich nie betrogen. Nie hätten sie mich auf so eine plumpe Art getäuscht, nur um ... Sex zu haben.“ Er hob die Waffe.
„Das die Polizei nun hier ist, ist der Beweis, dass du sie alle unter Kontrolle hast.“
Er seufzte, dann streckte er die Schultern durch. „Aber mich bekommst du nicht. Ich erlöse euch, Barbara und Pete, und danach befreie ich diese Stadt.“
Jay weinte ein bisschen, als er schoss. Es war nicht die Trauer um Barbara oder Pete, denn sie waren erlöst. Es war die Erleichterung, dass er endlich klar sehen konnte, was um ihn herum geschah. Dann wischte er sich die Tränen von der Wange, lud die Waffe nach und trat nach draußen. Er hatte das Mädchen gehabt,  und jetzt würde er die Welt retten.


Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert – von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Und so findet sich in seinen Kurzgeschichten genauso wie in seinem Debütroman „Ava und die STADT des schwarzen Engels“ eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags.
www.andreas-dresen.de

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Ausgabe 251 - 07.08.2011
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Ausgabe 252 erscheint am
20.08.2011.

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