corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904

 newsBEAT
+ "ST"-Romane gewinnen
+ "FlashForward"
+ "Caprica"
+ "In Treatment"
+ "Captain America"
+ "Captain America" #2
 Kunterbunt
+ "The Book of Eli"
+ "Dorian Hunter" auf CD
+ "Eine zauberhafte Nanny"
 Buch-Tipp
TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze
Das Buch nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen dieses Franchises. Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes. Ideen, die weltweit von Millionen von Trekminds gelebtwerden.

Star Trek in Deutschland
Das Buch beschreibt mit Hingabe und Begeisterung das Phänomen bzw. Fandom und beleuchtet es unterhaltsam und informativ von allen Seiten.
 Shops
Corona-Shop
Phantastisches Shoppen im Corona Web-Shop, powered by amazon.de
 Partner
FEDCON
Infos, Foren und mehr zur erfolgreichsten europäischen Star Trek-Convention.

u-kult.de
Medien, Serien, Filme und mehr. Ambitioniertes Webprojekt!
 Links
phantastik.de
Täglich neue Infos, Kritiken und mehr zu vielen Themen rund um die Phantastik.

SF-Radio
Großes Science Fiction-Internetportal mit täglichen Radiosendungen und News.

The Daily Trekker
Großes Star Trek: Voyager- und Andromeda-Projekt mit Reviews, Infos und mehr.

STARTREKVorlesung.de
Dr. Hubert Zitt über die Wissenschaft in Star Trek.

Stargate-Project
Die News- und Entertainment-Seite zu Stargate-SG1 und Atlantis.
24. Februar 2010 - Ausgabe 231 - "The sun never shone that day"
Stürmische Zeiten
Ich weiß ja nicht, wo Sie wohnen und ob Sie in den vergangenen Tagen am heimischen Wohnzimmertisch in heimeliger Atmosphäre saßen oder wie ich quer durch Deutschland gondelten, wobei das Verb “gondeln“ aufgrund eines gewissen Sturmtiefs mit weiblichem Vornamen eine ganz neue Bedeutung bekam. Offensichtlich ist uns beiden aber nicht allzuviel passiert, Ihnen und mir, denn ich bin in der Lage, diese Zeilen zu schreiben und Sie sind in der Lage, diese Zeilen zu lesen. Hervorragend. Darum schreibe ich diese Zeilen nun noch zu Ende und überlasse Sie dann dem Lesen der dem Vorwort folgenden Zeilen, die durch die Bank und alle Artikel viel werthaltiger sind als diese hier.
 
Wenn überhaupt, dann ist unsere Aktion mit ooge.com aus der letzten Ausgabe werthaltig. Sie erinnern sich, Sie konnten drei Perry Rhodan-Posterdrucke gewinnen und drei von Ihnen haben das auch. Die anderen zahlreichen Teilnehmer, die leider nichts gewonnen haben, können allerdings noch bis zum 10.3. von einer Aktion profitieren, die das Internetangebot www.ooge.com mit dem Corona Magazine bietet: Wer bei der Bestellung einer der wirklich hübschen und stylishen Bilder dort den Aktionscode CM10P angibt, spart 10%. Schauen Sie sich dort vielleicht einmal um. Es gibt dort auch nicht nur Perry Rhodan… ;-)
 
Apropos „Geben“ und apropos „Gewinnen“. Auch in dieser Ausgabe bieten wir Ihnen ein Gewinnspiel, das uns freundlicherweise von der Miracle Images GmbH ermöglicht wird, und vor allem die „Star Wars“-Fans unter Ihnen ansprechen wird. Die „Jedi-Con“ findet nämlich Anfang April im Maritim-Hotel Düsseldorf statt und mit uns können Sie dort Ihre Zuneigung zur hellen oder dunklen Seite der Macht ausleben. Wir verlosen 2x1 Dauerticket und da wünsche ich Ihnen nicht viel Glück, sondern bleibe stilecht bei „Möge die Macht mit Ihnen sein.“ Schauen Sie doch mal rein: www.jedi-con.de.
 
In dieser Ausgabe geht es natürlich auch um das andere Franchise mit dem „Star“ im Titel. Aber auch die Fantasy lassen wir nicht außen vor, während sich die Wissenschaft dieses Mal mit einem knallharten SF-Thema beschäftigt. Oder doch nicht mehr so SF? Entscheiden Sie selbst – und, bitte:
 
Bleiben Sie uns gewogen!

Herzlichst
Ihr Mike Hillenbrand
Chefredaktion (v.i.S.d.P.)
Inhalt
1.Spotlight: "Star Trek" als 2-Disc Special Edition auf Blu-ray
Jetzt kann man den Tribble in Scottys Einführungszene so richtig gut erkennen!
6.Die Memmen des Meeres - Der Corona-Fortsetzungsroman
Das 27. Kapitel unseres Fortsetzungsromans
2.newsBEAT
Kurzmeldungen aus Fernsehen, Kino & Co.
7.Klassiker der Science-Fiction #8: "Die Drachenreiter von Pern"
Drachen sind auch nur Pferde... oder etwa doch nicht?
3.Vorsicht Suchtgefahr: Die Fantasy-Serie "Merlin"
"Smallville" auf Fantasy: Die Abenteuer des jungen Merlin...
8.Kunterbunt
Pressemitteilungen, Veranstaltungen und mehr...
4.Gewinnspiel: JEDI-CON 2010 - STAR WARS ROCKS!
Gewinnen Sie 2 Dauertickets für die Veranstaltung!
9.Wissenschaft: Mensch/Maschine
Wir sind Corona. Widerstand ist zwecklos!
5.TV-Vorschau
Unsere Fernsehtipps für die nächsten zwei Wochen
10.Die Corona-Kurzgeschichte
"Die Aufgabe" von Timo Mengel

1. Spotlight: "Star Trek" als 2-Disc Special Edition auf Blu-ray
von Bernd Perplies
Wer hätte das gedacht? Kirk, Spock und McCoy tun’s noch einmal auf der großen Leinwand. Dabei waren sie doch bereits 1991 am Ende von „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ mit Fanherzen erwärmender Geste „bis zum Sonnenaufgang“ geflogen. Und nach dem finanziellen Flop des „TNG“-Kinofilms „Nemesis“ schien das Ende des cineastischen „Star Treks“ ohnehin besiegelt. Doch dann kam J. J. Abrams, und mit ihm kam ein Wort, das seitdem durch viele Franchises geistert: Reboot. Zurück auf Anfang und noch mal von vorne. Das erste der neuen Abenteuer der „Classic“-Crew gibt es nun auf Blu-ray zu bewundern.
 
Die Handlung stammt aus der Feder von Alex Kurtzman und Roberto Orci, die zuvor etwa die Drehbücher zu „Die Insel“, „Mission Impossible III“ und „Transformers“ verfasst hatten. Das merkt man praktisch sofort: Das neue „Star Trek“ ist jung, actionreich, sexy, mal mehr, mal weniger witzig und schert sich die meiste Zeit nicht wirklich um Plotlogik, solange es dem Tempo und den Schauwerten zugute kommt. Das wirkt bisweilen wie ein „Star Wars“-Film im anderen Gewand und nicht ohne Grund haben spitzfindige Fans im Internet bereits den Inhalt von „Star Trek“ und „Star Wars – Episode IV“ in gleichen Worten und parallel montierten Bildern erzählt. Aber der Reihe nach …
 
Die Handlung
 
Im Jahr 2387 – das erfährt man aber erst in Rückblenden (beziehungsweise etwas ausführlicher im bei Cross Cult erschienen Begleit-Comic „Countdown“) – wird die Heimatwelt der Romulaner durch eine Supernova zerstört. Nero, der romulanische Captain eines Bergbauschiffes, gibt wahlweise Spock, den Vulkaniern oder gleich der ganzen Föderation die Schuld daran, lässt sein Schiff in einem geheimen Flottenstützpunkt experimentell aufrüsten und reist dann, zugegeben nicht ganz freiwillig, durch ein schwarzes Loch in die Vergangenheit.
Dort, im Jahr 2233, trifft er auf die U.S.S. Kelvin und zerstört diese. An Bord befinden sich auch die Eltern des just in diesen Augenblicken geborenen James T. Kirk. Während die Mutter mit Klein-Jim entkommt, stirbt der Vater den Heldentod.
 
Durch Neros Eingreifen wird die Zeitlinie verändert und eine parallele Zeitlinie entsteht (was die Autoren als Kniff verwendeten, um ihren Reboot in den bisherigen Kanon einzubinden, ohne daran etwas dauerhaft zu verändern). Kirk wächst als junger, vaterloser Rebell auf, der von der Sternenflotte nicht viel hält, bis er eines Tages nach einer Schlägerei in einer Bar von einem alten Freund seines Dads, Christopher Pike, ins Gewissen geredet bekommt. Es folgt ein rascher Streifzug durch Akademietage, die Kirk mit McCoy, Uhura und Spock zusammentreffen lässt – nicht immer unter den besten Umständen, denn gerade der menschliche Rabauke und der halbvulkanische Pedant kommen anfangs überhaupt nicht miteinander klar.
 
Die Wege der Protagonisten führen 2258 letztendlich auf Pikes Raumschiff, der neu in Dienst gestellten U.S.S. Enterprise, zusammen, als ein Notruf vom Vulkan eintrifft und alle verfügbaren Raumschiffe mit Kadetten besetzt (oder zumindest deren Besatzungen durch sie verstärkt) werden müssen, weil die reguläre Flotte natürlich an völlig anderer Stelle viel Wichtigeres zu tun hat.
Nach 25 Jahren ist Nero wieder aus der Versenkung aufgetaucht und beabsichtigt nichts Geringeres, als die Heimatwelt von Spock zu vernichten. Die junge Besatzung – darunter auch der Pilot und Fechtmeister Sulu und der wissenschaftliche Wunderknabe Chekov – nimmt den Kampf gegen den Wahnsinnigen auf, in dessen Verlauf Kirk nicht nur dem eigenwilligen Ingenieur Scotty, sondern auch einem „alten Freund“ begegnet.
 
Der Film
 
Eins muss man Abrams neidlos zugestehen. Es ist ihm wirklich gelungen, „Star Trek“ ins 21. Jahrhundert zu bringen. Die Effekte sind hervorragend, der visuelle Stil wird von Farbfiltern, Lensflares und einem rasanten Schnitt-Tempo beherrscht, wie man es von modernen Actionfilmen eben erwartet, und die Ausstattung von der Uniform bis zur Brückenkonsole fühlt sich einfach echt an. Mitunter leider zu echt. Manch Zuschauer mag sich gewundert haben, warum der Maschinenraum der Kelvin und auch der Enterprise wie eine Fabrikhalle (inklusive Betonfußboden) anmutet. Genau deshalb, weil diese Szenen aus Kostengründen in Fabrikhallen gedreht wurden. Angesichts der Tatsache, dass uns diese Enterprise womöglich noch einige Filme lang begleiten wird, wäre hier etwas mehr Liebe zur Set-Ausstattung wünschenswert gewesen.
 
Das Ensemble liefert praktisch durch die Bank eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Chris Pine gibt den zukünftigen Raumschiff-Captain ebenso schlagkräftig wie mit jungenhafter Nonchalance. Zachary Quinto gefällt als Sohn zweier Welten, der auch in dieser Zeitlinie spürbar mit seinen Gefühlen zu kämpfen hat. Und Karl Urban lässt den guten Doktor McCoy auf eine Weise wieder auferstehen, die einen glauben lässt, er sei vom Geist DeForest Kelleys beseelt worden. Einzig Simon Pegg als Scotty interpretiert die Rolle deutlich exaltierter als seinerzeit James Doohan, aber selbst das ist in meinem Augen in Ordnung, denn die ganze Besatzung ist irgendwie jünger, wilder und aufgeregter als ihre Vorgängerinkarnation. Das entspricht einfach dem heutigen Zeitgeist.
 
Störender sind einige Handlungsmomente, über die man immer wieder stolpert. Warum sich manche Fans über die „Rote Materie“ aufregen, will sich mir nicht völlig erschließen (es gab schon ganz andere Dinge bei „Star Trek“). Ich frage mich eher, warum Nero 25 Jahre lang Däumchen gedreht hat, bevor er Vulkan angriff. Warum Spock Kirk einfach auf einem Eisplaneten aussetzen kann, ohne dass irgendjemand in der Besatzung gegen diesen de-facto-Mordversuch Einspruch erhebt (und gibt es keine Arrestzellen in dieser Zeitlinie?). Warum die Innenraumgestaltung von Neros Schiff so jedem Sinn und Zweck zu entbehren scheint (außer bedrohlich auszusehen). Und wie es möglich ist, dass ein Kadett, dem noch ein Verfahren wegen Betrug anhängt, binnen einer Woche zum Ersten Offizier und dann zum dekorierten Raumschiffcaptain aufsteigt.
Solche Fragen kann man sich stellen. Oder man denkt nur „Transformers“, zuckt mit den Schultern und genießt die Show.
 
Die DVD
 
Die mit einem der beliebten Wendecover versehene Blu-ray ist hervorragend ausgestattet. Die hohe Bildauflösung kommt zwar aufgrund der zumeist unruhigen, überstrahlten und gefilterten Bilder oft nicht ganz zur Geltung, dennoch ist der Eindruck, der sich etwa auf der Brücke oder im Weltraum einstellt, hervorragend. Darüber hinaus steckt man als Zuschauer akustisch wirklich mitten im Geschehen drin. Das merkt man vor allem in Kampfsequenzen, in denen es aus allen Lautsprechern rumst und scheppert.
 
Das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich und lässt für den Fan, der hinter die Kulissen schauen möchte, kaum Wünsche offen. Auf der ersten Scheibe findet sich ein Audiokommentar von Regisseur J. J. Abrams, den Produzenten Bryan Burk und Damon Lindelof sowie den Drehbuch-Autoren Alex Kurtzman und Roberto Orci. Auf der Habenseite gibt es hier zu verbuchen, dass die Jungs wirklich viel zu erzählen haben. Leider manchmal alle gleichzeitig, was der Verständlichkeit nicht immer zugute kommt. Theoretisch sollte es außerdem BD-Live-Features geben, die allerdings allem Anschein nach nicht realisiert wurden (zumindest war auf meinem Player nur ein „Coming Soon“-Hinweis).
 
Auf dem zweiten Silberling finden sich dann diverse, in HD produzierte Dokumentationen. In zehn Featurettes wird auf die unterschiedlichen Aspekte der Produktion eingegangen. „Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist“ (16:41) erzählt davon, wie es zu dem Reboot kam. Das „Casting“ (28:53) beschreibt die Suche nach einer neuen, alten Crew. „Eine neue Vision“ (19:31) für das „Star Trek“-Universum wird im gleichnamigen Beitrag entworfen, wobei interessanterweise „Star Wars“ explizit als Vorbild genannt wird. Die Gestaltung der „Raumschiffe“ (24:33), „Aliens“ (16:30), „Planeten“ (16:10) und der „Ausstattung und Kostüme“ (9:22) wird dann in immer kürzer werdenden Kapiteln behandelt. Dabei kommen leider die Effekte an sich etwas zu kurz. Gerade die Arbeit von ILM wäre im Detail für den Fan höchst spannend gewesen. Interessant sind auch die Kapitel zum Akustischen – „Ben Burt und die Sounds von Star Trek“ (11:45) sowie „Musik“ (6:28). Diese für das Kino so wichtigen, aber in Dokus immer wieder sträflich vernachlässigten Tätigkeitsfelder hätten auch hier noch etwas länger sein dürfen. Den Abschluss bildet „Gene Roddenberrys Vision“ (8:47).
 
Darüber hinaus finden sich noch neun „Entfernte Szenen“ mit optionalem Audiokommentar sowie ein „Gag Reel“, dessen Humor allerdings zu forciert wirkt, um zu wirken. Ein Trailer zum Film sowie der „Sternenflotten-Raumschiff Simulator“, mit dem man von außen die 3D-Modelle der Enterprise sowie der Narada betrachten kann, runden das Bonusmaterial ab. Besitzer einer WebCam können zuletzt auf www.experience-the-enterprise.com die Enterprise durch ihr Wohnzimmer fliegen lassen. (Was bei meinem Mac allerdings irgendwie nicht funktionierte.)
 
Fazit: „Star Trek“ mag vielleicht nicht ganz das sein, was sich mancher Fan erhofft hat, aber der Film ist zweifellos deutlich besser, als zu befürchten war, auch wenn die humanistische Vision zugunsten des Popcorn-Feelings etwas gelitten hat. Den direkten Vergleich mit früheren Kinofilmen (die auch zumeist keineswegs frei von seltsamen Handlungsmomenten oder nicht ganz geglücktem Humor waren) muss er jedenfalls nicht scheuen. Und wenn man den Film zum wiederholten Male anschaut, merkt man durchaus, dass man sich immer mehr für ihn zu erwärmen beginnt. Die sympathischen Darsteller und die tolle Optik machen es einem leicht. Und die hervorragende Blu-ray-Edition macht es möglich.

Star Trek
USA 2009
Regie: J. J. Abrams
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (McCoy), Leonard Nimoy (Spock Prime), Eric Bana (Nero), Bruce Greenwood (Christopher Pike), Zoe Saldana (Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov)

Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 02.11.2009

Länge: 127 min.
Bildformat: 2.40:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby TrueHD 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Hörfassung für Blinde in Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch

Bonusmaterial: Audiokommentar, BD-Life-Content, Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist (HD), Casting (HD), Eine neue Vision (HD), Raumschiffe (HD), Aliens (HD), Planeten (HD), Ausstattung und Kostüme (HD), Ben Burt und die Sound von Star Trek (HD), Musik (HD), Gene Roddenberrys Vision (HD), Entfernte Szenen, Sternenflotten-Raumschiff-Simulator, Gag-Reel, Trailer

2. newsBEAT
"Star Trek"-Romane gewinnen beim Kauf im Buchhandel um die Ecke
Wer seine „Star Trek“-Romane im stationären Buchhandel kauft, hat in den nächsten Monaten die Möglichkeit „Star Trek“-Bücher seiner Wahl oder Buchpakete zu gewinnen.

Der Verlag Cross Cult veranstaltet ein Gewinnspiel für die Käufer der „Star Trek“-Romane des Verlages im stationären Buchhandel. Jeder Original-Einkaufsbeleg eines „Star Trek“-Romankaufes gilt als ein Los.

Unter den Einsendungen werden jeden Monat
2x ein „Star Trek“-Roman nach Wahl
und
1x die nächsten drei herauskommenden „Star Trek“-Bücher
verlost.

Weitere Informationen unter www.startrekromane.de/raumstation-buchhandel
Neue Showrunner für "FlashForward"
Jessika Borsiczky, Lisa Zwerling und Tim Lea sind die drei neuen Showrunner der SF-Serie "FlashForward", die hierzulande ab dem 1. März auf ProSieben zu sehen sein wird. Die drei ersetzen damit David S. Goyer, der letzte Woche seine Tätigkeit als Showrunner der Serie niederglegt hat.
Goyer hat zusammen mit Brannon Braga die Serie entwickelt und nach dem Rücktritt von Mark Guggenheim als Showrunner im Herbst vergangenen Jahres diesen Posten übernommen.

Das amerikanische Network ABC hat zudem die Episoden-Order erneut gekürzt. Die erste Staffel soll nun 22 Episoden umfassen. Die Folgen 17 und 18 werden momentan produziert. Ursprünglich hat ABC im Oktober 25 Episoden geordert, doch man kürzte später auf 24 und dann auf 23 Folgen.

Basierend auf dem Roman "FlashForward" von Robert J. Sawyer dreht sich die Serie um den FBI-Agenten Mark Benford, gespielt von Joseph Fiennes, der versucht herauszufinden, was hinter dem weltweiten Blackout steckt, bei dem fast jeder Mensch für zwei Minuten und 17 Sekunden in die Zukunft sehen konnte.

David S. Goyer, der auch Regie beim Pilotfilm geführt hat, wird weiterhin mit Brannon Braga und Jessika Borsiczky als Ausführender Produzent tätig sein.

In den USA werden die verbleibenden Episoden der ersten Staffel ab 18. März ausgestrahlt, in Deutschland startet die Serie laut wunschliste.de am 1. März auf ProSieben.
"Caprica": Pläne zum "Battlestar Galactica"-Prequel
Vorsicht Spoiler

Seit dem 22. Januar wird „Caprica“ nun in den USA ausgestrahlt. Der Pilotfilm hatte eine fragwürdige Quote, was aber mit der vorher angebotenen DVD erklärbar ist. Mittlerweile sind zwei weitere Folgen gelaufen und laut Serienjunkies sinken die Einschaltquoten weiter.

Die Ausführende Produzentin Jane Espenson äußerte sich nun, dass man wohl versuchen werde, die so genannten „Final Five“, die bekanntlich bereits zu jener Zeit in den Kolonien weilten, mit „Caprica“ zu verknüpfen.

Aus anderer Quelle soll bereits bei Lucy Lawless angefragt worden sein. Problem dabei: Lawless' Charakter „Nummer Drei“ gehörte nicht zu den „Final Five“.

Ob sich die Serie aufgrund ihrer Einschaltquoten und den hohen Produktionskosten überhaupt halten wird, sei erst einmal dahingestellt.
"In Treatment" hat in Deutschland nur wenige Zuschauer
Die Emmy- und Golden Globe-prämierte HBO-Serie „In Treatment“ feierte am 15. Februar im deutschen Free-TV seine Premiere. 3sat wollte ganz dem Vorbild ZDFneo auch das jüngere Publikum mit ausländischen Serien locken und versagte kläglich. 180.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 0,5 Prozent beim Gesamtpublikum hatte die Serie und lag sogar unter dem Senderschnitt.
Bei den jüngeren Zuschauern, der Werberelevanten Zielgruppe der 14-49-Jährigen, kam der hatte die Erstausstrahlung 70.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 0,5 Prozent. In der zweiten Folge ab 21:25 Uhr sind die Zuschauerzahlen geringfügig gestiegen.

Der Sender 3sat zeigt in dieser und kommender Woche jeden Abend ab 21:00 Uhr zwei Episoden der ersten Staffel. Danach sollen Mittwochs um 21:00 Uhr je zwei weitere Episoden der 43 Episoden starken ersten Staffel gezeigt werden.

Die Serie handelt von einem Psychologen (Dr. Paul Weston), der in jeder Folge eine Sitzung mit einem Patienten hat. Die ursprüngliche Ausstrahlung ist in den USA auf eine Episode pro Tag angelegt, wobei Freitags der Psychologe selbst im Mittelpunkt steht. HBO hat die zweite Staffel bereits ausgestrahlt und eine dritte bestellt.
"Captain America": Bösewicht bestätigt
Regisseur Joe Johnston hat nun den Bösewicht des bevorstehenden Films aus der „Avengers“-Filmreihe bestätigt. Es ist so gar keine Überraschung.

Der „Captain America“-Film spielt hauptsächlich im 2. Weltkrieg. Das macht auch vollkommen Sinn, da die Origin-Geschichte von „Captain America“ groß und breit den Stempel "2. Weltkrieg" trägt. Comic-Kenner wissen hier Bescheid, für die anderen soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden.

Doch mit diesem Hintergrundwissen überrascht es nun gar nicht, dass Red Skull als Bösewicht des "1. Films" ausgewählt wurde.

Moment! "1. Film"? Entweder bezieht sich Johnston auf einen mittlerweile fast üblichen 3-Filme-Vertrag für den Fall, dass ein Film erfolgreich ist, oder Johnston meint die „Avenger“-Reihe. Da „Captain America“ allerdings nach „Iron Man“, „The Incredible Hulk“, „Iron Man 2“ und „Thor“ dann allerdings nicht der "1. Film" ist, lässt sich wohl letzteres ausschließen ... Genau so wenig wie eine Fortsetzung von „The Incredible Hulk“.
"Captain America": Regisseur Johnston verrät noch mehr
Es ist nun einmal so, dass Regisseure bei Promo-Terminen ihrer Filme, in diesem Fall „The Wolfman“, auch zu bevorstehenden Filme befragt werden. Regisseur Joe Johnston macht hier keine Ausnahme.

Zu seinem bevorstehenden Filmdreh von „The First Avenger: Captain America“ hat Johnston in jüngster Zeit bereits das Setting des Films bekannt gegeben wie auch den Bösewicht. Nun gab er weitere Dinge preis.

Johnston erklärte, dass für die Titelrolle ein relativ unbekannter Schauspieler gecastet werde. Dieses Casting steht kurz bevor. Dabei geht Johnston so vor wie Kenneth Branagh beim „Thor“-Casting. Ein relativ unbekannter Schauspieler wird von bekannten Schauspielern umgeben.

In der gesamten zweiten Hälfte von „Captain America“, so Johnston, wird die Superheldengruppe Invaders mit von der Partie sein.

Die Invaders bestehen in den Comics neben Captain America und seinem Sidekick Bucky unter anderem aus Human Torch, Toro, Namor und Silver Scorpion. Wer nun genau im Film vorkommen wird, verriet Johnston nicht, aber Johnston bestätigte insgesamt sechs Helden.

Dafür merkte Kevin Feige, bekanntlich der oberste Marvel-Verantwortliche des Filmstudios, noch an, dass die Invaders eine Möglichkeit für internationales Casting böten.
"Green Lantern": Tim Robbins gecastet
Neben Ryan Reynolds, Blake Lively, Peter Sarsgaard und Mark Strong wurde nun auch Tim Robbins für den anstehenden DC-Film gecastet.

Robbins wird Senator Hammond spielen, welcher der Vater des Filmbösewichts Dr. Hector Hammond (Peter Sarsgaard) ist.

Die Dreharbeiten zum Film starten im kommenden März in New Orleans.
"Terminator"-Rechte verkauft
Seit einer Weile ist bekannt, dass der letzte Eigentümer der „Terminator“-Rechte diese aufgrund von Schuldenabbau verkaufen wollte. Die Halcyon Holding Corp. hatte die Rechte für 30 Mio. Dollar gekauft und erwartete schon durch den großen Erfolg des letzten Films eine gehörige Preissteigerung.

Es kam alles ganz anders und Serienjunkies hat den besten Einblick in die ganze Geschichte, die in der Tat abenteuerlich klingt.

Die Halcyon Holding Corp. hatte die „Terminator“-Rechte 2007 mittels Gelder aus einem Hedgefonds von Pacificor gekauft. Pacificor trieb dann aber Halcyon in den Bankrott. Ein Umstand, durch den Pacificor wegen Betruges bei Gericht angeklagt ist.

Das Geld aus dem Verkauf der Rechte sollte nun Halcyon aus dem Bankrott helfen. Lionsgate bot anfänglich 15 Mio. Dollar, später zusammen mit Sony Pictures 29 Mio. Dollar, und gleichzeitig einen Reboot des Franchises.
Es kam, wie gesagt, ganz anders. Für 29,5 Mio. Dollar verkaufte Halcyon die Rechte nun an ... Pacificor.

Pacificor tilgt dafür sämtliche Schulden Halcyons bei sich und für jeden weiteren „Terminator“-Film zahlt Halcyon an Pacificor 5 Mio. Dollar.

Ob es überhaupt weiter mit dem Franchise geht, ist weiterhin offen. Der ursprüngliche Plan Halcyons war zumindest eine neue Trilogie.
Neuer Drehbuch-Autor für "Dune"-Film gefunden
Chase Palmer wurde als Drehbuchautor für den neuen Paramount-Dune-Film von Regisseur Pierre Morel engagiert. Dies berichtet das Magazin "The Hollywood Reporter".

Morel stieß Anfang des Jahres zu dem Projekt. Palmer wird seine Ideen in das Drehbuch des ursprünglichen Autors Josh Zetumer einarbeiten. Der Regisseur, der u. a. auch für "From Paris With Love" und "Taken" verantwortlich war, beabsichtigt nahe an Frank Herberts Original-Roman aus dem Jahr 1965 zu bleiben.

Der neue Film wird von Kevin Misher und Richard Rubinstein produziert. Beide hoffen, damit den Grundstein für ein neues Franchise legen zu können.
Vin Diesel spielt in neuem "Riddick"-Film mit
Vin Diesel wird im dritten „Riddick“-Film die Hauptrolle übernehmen. Regie führen und Drehbuch schreiben wird wie gehabt von David Twohy gemacht.

Nach aktuellen Gerüchten wird der neueste Ableger des Franchise wieder mehr in Richtung des Erstlings gehen. Man will sich noch näher mit dem Ursprung des Charakters von Vin Diesel auseinandersetzen. Auch soll der dritte Teil der Reihe wieder etwas düsterer werden.
Bill Murray bestätigt "Gostbusters 3"-Gerüchte
Vorsicht Spoiler!
 
Ein kürzlich von Sigourney Weaver in Umlauf gebrachtes Gerücht wurde nun von Schauspieler Bill Murray bestätigt: Murray wird im kommenden „Ghostbusters 3“ einen Geist darstellen. "Ich komme nur dann für ‚Ghostbusters 3’ zurück, wenn ich ein Geist sein darf," so der Schauspieler. "Ich sagte ihnen, ‚ich mache es, wenn ihr mich in der ersten Szenen bzw. Filmspule tötet’." Also werden sie mich nun als Geist im Film haben."

Wie Weaver weiter erzählte, wird ihr kleiner Sohn Oscar als Ghostbuster zurückkehren. Ob sie selbst dabei sein wird, konnte Sigourney Weaver noch nicht bestätigen.

Regisseur von „Ghostbusters 3“ wird wieder Ivan Reitman sein. Die Dreharbeiten sollen im Sommer dieses Jahres beginnen. Die Veröffentlichung ist für 2011 vorgesehen.
Alex Meraz kommt zur Ringcon 2010
Nachdem es ja letztes Jahr wegen Dreharbeiten nicht geklappt hat, wird Alex Meraz dieses Jahr zur Ring*Con kommen. Alex ist auch ein großer Künstler, er malt und wird einige seiner Gemälde mitbringen.

Die Ring*Con 2010 findet vom 15. bis 17. Oktober 2010 im Bonner Maritim Hotel statt.

Des Weiteren haben bis zum jetzigen Zeitpunkt Kyle Schmid („Blood Ties“), Dylan Neal („Blood Ties“), Daniel Falconer (Weta Workshop) ihr Erscheinen ebenfalls zugesagt.
Peter Facinelli kommt zur Ringcon 2010
Letztes Jahr gab es auf der Ring*Con die Aktion „Dr. Cullen rät“, dieses Jahr kommt er höchstpersönlich. Ja, Peter Facinelli , Dr. Carlisle Cullen aus der „Twilight“-Saga, kommt zur Ring*Con 2010!

Peter Facinelli ist mit über 1.500.000 Followern wohl der ungekrönte Twitter-König und für seine Fan-nähe bekannt und beliebt. Sie finden ihn auf Twitter unter: http://twitter.com/peterfacinelli
Er wird auf der Ring*Con in den Panels den Fans Rede und Antwort stehen, Autogramme live und in Person geben und natürlich die beliebten Fotosessions machen.

Peter Facinelli wurde am 26. November 1973 in Queens, New York, USA, geboren und ist mit der aus „Beverly Hills 90210“ und „90210“ bestens bekannten Schauspielerin Jennie Garth verheiratet. Die beiden haben sich bei den Dreharbeiten zu An Unfinished Affair im Jahr 1996 kennen gelernt und haben mittlerweile drei Kinder. Wer Peter Facinellis Beiträge aus Twitter verfolgt, weiß, dass ihm seine Familie über alles geht und wie wichtig ihm seine Fans sind. Peter liebt es, auf Conventions zu gehen und dort seine Fans zu treffen.

Seine offizielle Seite ist unter www.peter-facinelli.com zu finden.
Ed Wasser ist dieses Jahr MC der Fedcon 19
Marc Lee kann dieses Jahr leider nicht als Master of Ceremonie zur FedCon kommen. Deshalb freuen sich die Veranstalter ganz besonders, einen alten Freund gewonnen zu haben, der dieses Mal für Marc einspringt. Ed Wasser der sympathische Darsteller des Mr. Morden in „Babylon 5“ wird dieses Jahr durch das Programm der FedCon führen. Ed kommt als Moderator und ist kein offizieller Schauspieler für die Autogrammstunde. Wenn er sich entscheidet, Autogramme zu geben, dann ist das seine Privatsache. Außerdem ist sein AG nicht Bestandteil des Goldtickets!

3. Vorsicht Suchtgefahr: Die Fantasy-Serie "Merlin"
von Birgit Schwenger
Auf RTL ist im Dezember die erste Staffel zu Ende gegangen, aber die Ausstrahlung der zweiten lässt leider noch auf sich warten. Wen der „Merlin“-Virus bereits infiziert hat, wird also auf die DVD zurückgreifen müssen und kann somit die Folgen – ergänzt um kurzweiliges Bonusmaterial – auch im Original genießen. Wovon ist hier eigentlich die Rede?
Natürlich von der britischen Fantasy-Serie „Merlin“, die die „Artus“-Saga einmal ganz anders erzählt.
 
Vom finsteren Mittelalter verlegt die Serie die Handlung der Legende in eine renaissancehaft anmutende Epoche. Der edle König und sein großer Zauberer sind genau dies eben noch nicht, sondern ein arroganter Prinz und sein Diener, der seine magischen Fähigkeiten geheim halten muss, da in Camelot auf Zauberei die Todesstrafe steht. Dennoch muss Merlin natürlich ein ums andere Mal seine Zauberkräfte einsetzen, um Arthur und seine Freunde zu retten. Ob er entgegen des Rats des Großen Drachen den Druidenjungen Mordred rettet oder einen Zauberbann lösen muss, der Arthur befallen hat:
 
Merlin sieht sich zunehmend größeren Gefahren gegenüber, die es ihm immer schwerer machen, seine Fähigkeiten geheim zu halten. Mehrere Male scheint der Moment der Wahrheit gekommen zu sein: Merlin muss in Gegenwart Arthurs zur Zauberei greifen, um das Leben des Prinzen zu retten. Dafür lässt er sich sogar auf einen Handel mit Nimue ein, bereut dies aber noch bitterlich. Auch sein Handel mit dem Großen Drachen, der mit seinem Feueratem Excalibur erschafft, geht schief: Merlin kann das Versprechen, dass nur Arthur dieses Schwert führen werde, nicht halten, und zieht sich den Zorn des Drachen zu.
Aber auch Arthur selbst hat es nicht leicht: Zwar verleiht ihm sein Vater die Würde des Kronprinzen, doch dessen bedingungslose Härte seinen Untertanen und selbst engen Angehörigen gegenüber macht es Arthur immer schwerer, in Treue zu ihm zu stehen. In seinem Wüten gegen die Magie lässt Uther sogar Gwens Vater, den Schmied Tom, hinrichten.

Was als relativ harmlose Jugendserie begonnen hat, legt in der zweiten Hälfte der ersten Staffel um einiges an Dramatik und Spannung zu. Die Episoden, die immer wieder klassische Elemente der „Artus“-Sage aufgreifen, aber in einen ganz neuen Kontext stellen, sind gut erzählt und setzen sich ernsthafter als man auf den ersten Blick meint, mit Werten wie Freundschaft, Loyalität oder Gerechtigkeit auseinander.
Das exzellente Zusammenspiel der Darsteller und die köstlichen Wortgeplänkel sorgen für beste Unterhaltung und lassen für die folgenden Staffeln noch Großes erwarten. Mit der Folge „Ein Moment der Wahrheit“ gibt es sogar eine Hommage an „Die glorreichen Sieben“. Die Tricks fallen meist – aufgrund des relativ geringen TV-Budgets – eher bescheiden aus, was schade, aber zu verschmerzen ist.
 
Vielleicht nicht die beste Merlin/Arthur-Version aller Zeiten, aber definitiv eine, die das Anschauen lohnt. Staffel-Highlights: „Jedes Ende besitzt einen Anfang“, „Excalibur“, „Tod dem König“. Und wer es danach gar nicht abwarten kann, wie es weiter geht, der kann im Original schon mal zur 2. Staffel greifen.

4. Gewinnspiel: JEDI-CON 2010 - STAR WARS ROCKS!
Das offizielle Eventerlebnis zur Saga!
3. – 5. April 2010 im Maritim Hotel Düsseldorf
 
„DIE MACHT“ HAUTNAH UND LIVE ERLEBEN!
Mittlerweile zum sechsten Mal präsentiert der Offizielle Star Wars Fan-Club (OSWFC) in enger Kooperation mit Lucasfilm ein actionreiches Osterwochenende. Von der klassischen Trilogie über die Prequels bis hin zu Star Wars: The Clone Wars, dem Erweiterten Universum und der kommenden Realserie wird für jeden Geschmack eine Menge geboten!
 
MEGA-PROGRAMM
Star Wars-Gäste
Schauspieler/innen zur Saga, die Macher hinter der Kamera, „Expanded Universe“-Spezialisten ...
 
Programm-Highlights
Panels, Frage- und Antwortsessions mit den Stargästen (bevorzugt in englischer Sprache), Opening- und Closing-Ceremony, „Super Jedi“-Showabend, Autogrammstunden, Lucasfilm-Insidermaterial (z. B. zur Zukunft der Saga), Händlerraum mit großem Star Wars-Angebot, Kids-Corner mit  Schminkstudio und Bastelrunden ...
 
Fans im Rampenlicht
Rund ein Dutzend Fangruppen-Präsentationen (wie z. B. ‘501st Legion’, 'Rebel Legion‘, 'R2-Builders Club’), Workshops,
Podiumsdiskussionen, Fanfilme, Kostümwettbewerb, Artshow (Modellbau, Grafiken, Multimedia) ...
 
Sammler-Souvenirs
Stets beliebt und begehrt sind die exlusiven Merchandise-Produkte, die speziell für die JEDI-CON entwickelt und produziert
werden. Von coolen Shirts über Caps bis hin zu Lanyards und dem JEDI-CON-Actionfigurenspecial (in Zusammenarbeit mit Hasbro
Deutschland) warten schöne Erinnerungsstücke auf alle Fans …
 
Tolle Extras
Gewinnspiele, Tombola …
 
PROMINTENTE GÄSTE
Eine Reihe von Schauspielern sowie weitere interessante Gäste werden zur JEDI-CON 2010 erwartet. Bereits dabei sind:
 
·  Jake Lloyd
Zum allerersten Mal wird der Darsteller des jungen Anakin Skywalker aus Episode I auf dem europäischen Festland sein. Mit Jake Lloyd ist es den Veranstaltern gelungen, einen Hauptdarsteller aus den Star Wars-Filmen für die JEDI-CON 2010 verpflichten zu können. 
 
·  Matthew Wood
Die Stimme von Kultschurke General Grievous aus Episode III und der TV-Serie Star Wars: The Clone Wars,
Supervising Sound Editor bei Skywalker Sound/Lucasfilm
 
·  Richard LeParmentier
Imperialer Admiral Motti aus Star Wars: Episode IV Eine Neue Hoffnung
 
·  Wanja Gerick
Synchronsprecher Anakin Skywalker (Episode II und III, Star Wars: The Clone Wars) - weitere Synchronrollen in
Serien wie Supernatural, Lost, Gilmore Girls, Everwood, O. C. California und vielen anderen Produktionen
 
·  Steve Sansweet
Lucasfilm’s head of Fan Relations, Sachbuchautor (bis dato 15 Titel zur Saga), weltgrößte Star Wars-Sammlung
 
·  Randy Martinez
International renommierter Künstler (Star Wars-Comics, Star Wars-Artworks und mehr)
 
·  Denise Vasquez
International renommierte Künstlerin (Star Wars-Artworks, Star Wars-Trading Card-Design und mehr)
 
Weitere Gäste folgen. Die aktuelle Übersicht findet sich auf www.jedi-con.de.
 
 
EVENTZEITEN
 
03.04.2010 / Samstag
Check-In 12:00 Uhr
Programmbeginn 14:00 Uhr
Programmende 23:00 Uhr (ca.)
 
04.04.2010 / Sonntag
Einlass 09:30 Uhr
Programmbeginn 10:00 Uhr
Programmende 23:00 Uhr (ca.)
 
05.04.2010 / Montag
Einlass 09:30 Uhr
Programmbeginn 10:00 Uhr
Programmende 17:00 Uhr (ca.)
 
WEITERE INFOS
Stets aktuell auf www.jedi-con.de (gleich kostenlosen Newsletter abonnieren) und telefonisch unter 0821-7291-666 (Mo.-Fr. von 12 - 16 Uhr).
 
In der kommenden Ausgabe des Corona Magazines gibt es zudem ein ausführliches Interview mit Marco Frömter vom Offiziellen Star Wars-Fanclub über die kommende Jedi-Con, für die Sie jetzt bereits 2 Dauertickets gewinnen können.
 
Schreiben Sie uns einfach bis zum 7.3.2010 eine e-Mail an gewinnspiel@corona-magazine.de und beantworten Sie uns folgende Frage:

Wann fand die letzte Jedi-Con in Deutschland statt?

Viel Erfolg und mögen die Macht, der Saft und alle Tribbles mit Ihnen sein!
Ihre Corona-Redaktion!

5. TV-Vorschau
(01. März 2010 - 14. März 2010)
Besuchen Sie auch die Online-Version der TV-Vorschau und stellen Sie sich dort Ihr persönliches Fernsehprogramm zusammen.

Colorcode:PayTVÖsterreichSchweiz

6. Die Memmen des Meeres - Der Corona-Fortsetzungsroman
von Carolina Möbis
Zum besseren Verständnis: Dieser Corona-Fortsetzungsroman ist interaktiv, denn hier spielt der Corona-Leser mit! Wie früher in einem dieser alten Abenteuerspielbücher bestimmen Sie die Handlung. (Sie wissen schon: Wie damals in "Die absolut tödliche Insel des fürchterlichen Schreckens" und so weiter.) Aber anstatt zur Seite 170 oder 91 weiterzublättern, helfen Sie unserem Helden mit der Abstimmung auf unserer Website bei seinen Entscheidungsschwierigkeiten. Seien Sie die flüsternde Stimme im Wind und lesen Sie das Ergebnis in der nächstes Ausgabe des Corona Magazine.

Was bisher geschah:

Daniel ist tot. Er hätte es besser wissen müssen, als im Hades Kaffee zu trinken. Doch glücklicherweise befindet sich unser Held an einem Ort, der den Zustand des Todes als „eingeschränkt lebend“ definiert und so hat Daniel vielleicht noch eine Chance. Allerdings muss es dazu Monique gelingen, seinen Leichnam zu bergen. Sie sieht sich schon fast am Ziel, da stürmt eine neue Partei das Spielfeld …

27. Kapitel

„Einen wunderschönen immerwährenden Abend, die Damen.“ Mit dem routinierten Charme des geübten Verführers ließ Hermes seine blendend weißen Zähne inmitten eines umwerfenden Lächelns blitzen. „Was kann ein einfacher Götterbote für die hinreißenden Grazien tun?“
„Hast du meine neueste Lieferung?“, fragte Calypso mit bebenden Lippen.
Der Gott hob die Schultern. „Leider, nein, die neue Staffel ist noch nicht draußen. Aber wenn du willst, kann ich dir eine Kopie der Drehbücher besorgen.“
„Ach nein, lass nur, die DH muss man einfach auf Zelluloid sehen.“
„Das heißt heute Blue-ray, Baby.“
Monique vermisste die Landkarte zum Gespräch.
„DH?“
„Desperate Housewives. In brandaktuellem Format. Möchtest du auch eine Staffel ordern, Liebes?“
Moniques Stimme versagte. Sie räusperte sich. „DVDs?“
„Blue–ray“, korrigierten Hermes und Calypso unisono.
„Sind wir nicht wegen Daniel hier?“
„Oh ja.“ Calypso kicherte. „Daniel. Und Odysseus, dazu kommen wir gleich.“ Die Nymphe wandte sie den Blick nicht vom Götterboten. „Du hast nicht zufällig …“
„Die neue Yves Saint Laurent Peeling Crème dabei? Natürlich, Liebes.“ Hermes zückte eine in edlem Gold und grün bedruckte Plastiktube aus der scheinbar leeren Innentasche seines Sakkos. „War schwer zu bekommen, immerhin kommt sie erst in einem halben Jahr auf den Markt.“
„Oh, das ist göttlich! Du bist ein Schatz“. Die Nymphe nahm das Pflegeprodukt wie biblisches Manna entgegen. Sie bestaunte es wie Gollum seinerzeit Saurons Ring.
„Ich weiß“, Hermes reckte die Schultern, während er es sich auf der Bahre bequem machte. „Noch mehr als meine Fähigkeit, alle erdenklichen Bedürfnisse zu decken, schätzen Kunden meine Kreativität bei der Produktauswahl. Ich rechne das über die Bonuspunkte deiner Clubkarte ab.“
„Sicher doch.“ Calypso nickte. „Dann lohnt es sich wieder, zu sammeln.“
„Es lohnt sich immer. Und falls auch du Bedarf hast, holde Maid …“ Hermes griff sich ans Revers, dann schwebte eine Visitenkarte zu Monique herüber. Es fiel ihr leicht, das bedruckte Stück Karton aus der Luft zu fischen.
 
Hermes – Import/Export, stand dort in Kombination mit einer Handynummer. Was immer du brauchst, ich besorg´s dir.
 
„Ich bin schon lange im Logistikgeschäft. Drüben bei euch habe ich meinen eigenen Paketdienst. Nebenbei versorge ich ins Nebelmeer exilierte Unsterbliche mit unverzichtbaren Produkten des täglichen Bedarfs. Wäre doch bedauerlich, wenn eine ganze Welt nicht an den Errungenschaften der Konsumgesellschaft teilhaben sollte“, erklärte der Gott freundlich.
Monique nickte verwirrt.
Hermes´ Aufmerksamkeit wanderte wieder zu Calypso. „Deine Anwesenheit hier in diesen düsteren Hallen, Tochter des Atlas, noch dazu in Begleitung einer Sterblichen, verblüfft sogar mich. Ich hatte eigentlich Charon erwartet.“
„Meister kommt gleich.“ Puschel legte seine zwei Schnauzen auf Hermes´ Oberschenkel. Der Gott kraulte das Höllenhundchen.
„Bin ja auch früh dran. Während ich mir eine Zigarettenpause gönne, lausche ich gern dem Anliegen, das Eos´ liebliche Schwestern hergeführt hat.“
Tatsächlich zog Hermes aus der scheinbar leeren Anzugtasche ein silbernes Etui hervor. Elegant wanderte eine Zigarette in seinen Mundwinkel. Ein Feuerzeug und ein kräftiger Atemzug brachten sie zum Glimmen. Hermes inhalierte den Rauch genussvoll. Die Asche klopfte er an einer mit großen Lettern beschrifteten Schautafel hinter sich ab. Der Schriftzug auf der Tafel informierte Rauchen verboten!
„Also, ich höre?“
„Wir kommen wegen meines Freundes – Bekannten – Daniel“, begann Monique.
„Es ist wegen Odysseus“, fiel ihr Calypso ins Wort.
Hermes hob eine Augenbraue. „Nein, wirklich?“
„Ich weiß, dass Odysseus irgendeine Gaunerei ausgeheckt hat.“ Calypso stampfte mit einem Fuß auf.
„Wie immer also.“ Eine weitere Portion Asche rieselte an der Tafel herab.
„Das muss eine groß angelegte Sache sein. Eine Intrige von Jahrhunderten. Und sie zielt auf so einen armen Jungen, der von nichts eine Ahnung hat. Gerüchteweise ein Nachkomme des alten Schwerenöters.“ Ein koketter Schwung der Handtasche unterstrich das Gewicht der Aussage.
„Und?“
„Und der arme Junge ist jetzt hier. Ich habe ihm eine Nachricht geschickt. Ich habe sogar eine Freundin von ihm, - naja, entführt kann man das nicht nennen, wir sind ja BFF – auf meine Insel geholt und hoffte, dieser Junge stattete mir einen Besuch ab. Aber nichts. Nada. Wieder einmal mussten wir warten. Das ist die Treue von Ithaka. Erst wird man angehimmelt, dann vergessen. Wir beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Aber da war es schon zu spät. Unter den Lebenden war er nicht mehr zu finden. Also mussten wir unter den Toten suchen. Und wie sich herausstellte, lag ich richtig. Monique hätte diesen Jungen aus mir persönlich unverständlichen Gründen gern wieder, und da haben wir den Plan gefasst, uns seines Körpers zu bemächtigen. Vielleicht lässt er sich ja dann irgendwie ins Leben zurückrufen.“
„Ein beeindruckender Plan“. Der Gott drückte die Zigarette aus. Eine letzte anmutige Rauchwolke verließ seine Lippen. „Wann war denn eigentlich das letzte Mal, dass jemand eine Seele aus dem Hades befreite?“
Calypso schwieg. Sie runzelte die Stirn. „Noch nie, glaube ich.“
„Glaube ist immer gut. Und du liegst sogar richtig. Was sagt uns das?“
„Dass es noch nicht oft versucht wurde?“
„Dass es nicht gelingen kann. Noch nie, in Worten NIE, entriss man Hades, was sein war.“
Moniques Hoffnung sank in ozeanische Tiefen. Calypso hatte behauptet, einen Plan zu haben. Nun stellte sich heraus, dass die Nymphe wie viele überschätzte Fachleute keine Ahnung von dem hatte, was sie tat.
„Kannst du uns nicht helfen?“ Monique übte ihren besten Augenaufschlag. „Du bist ein Gott.“
Hermes lachte wohlklingend und zwinkerte ihr zu. „Wenn Götter Tote beleben könnten, dann hätte der Trojanische Krieg dreihundert Jahre gedauert und unser Musen-Phöbus ein glückliches Liebesleben. Bedauere, aber so funktioniert das nicht.“
Gerade als Monique zu einer leidenschaftlichen Antwort ansetzte, erklangen hinter ihr schlurfende Schritte. „Es ist verboten, sich in diesem Bereich des Lagers ohne entsprechende Schutzkleidung aufzuhalten“, schnarrte eine Stimme.
Hermes lächelte an Monique vorbei. „Charon, alter Dracula, dich habe ich gesucht. Wie ist die Lage?“

***

„Ach Daniel, du ooch hier? Na dit is ja ne Überraschung!“
„Kikki, was …“
„Wat ick hier tu? Na ick hab gleich wat inna Verwaltung bekomm. Da hamse Stellen jesucht. Und weil ick mir mit Papierkriech jut auskenn, hab ick die Stelle vom Fleck weg jekricht. Ick bin zwar noch inna Lernphase, aber keene Angst, ick werd mir schon jut um dir kümmern. Herzliches Beileid übrijens zu deim Tod.“
Kikki lächelte liebenswürdig. „Aber nu spiel ma nicht die janze Zeit Arbeiterdenkmal, sondern nimma Platz.“
Unfähig diesen Schwall Berliner Mundart oder dessen Inhalt zu kommentieren, lasse ich mich auf einen Besucherstuhl plumpsen. Hektor und Odysseus tun es mir gleich. Vielleicht liegt es an Kikkis lebhafter Präsenz, aber auf einmal sind wir alle wieder der Illusion der Körperlichkeit unterworfen.

- Fortsetzung folgt.-

7. Klassiker der Science-Fiction #8: "Die Drachenreiter von Pern"
von Birgit Schwenger
Mädchen lesen keine Science-Fiction. Sie interessieren sich nicht für Raumschiffe oder fremde Planeten – gebt ihnen ein Pferdebuch und sie sind glücklich. Oder nicht?
 
Definitiv nicht! Und darum wird es auch höchste Zeit, dass in dieser Reihe nicht nur die Herren der Schöpfung gebührend präsentiert werden, sondern auch die Großmeisterinnen der Zunft. Neben Ursula K. LeGuin („Planet der Habenichtse“, „Das Wort für Welt ist Wald“) ist hier vor allem auch Anne McCaffrey zu nennen. Viele Leser werden die amerikanische Autorin vermutlich eher der Fantasy zurechnen, da sie mit ihrem 1968 begonnenen Zyklus „Die Drachenreiter von Pern“ Weltruhm erlangte. Und auch wenn es heutzutage in der Fantasy-Literatur von Drachenreitern nur so wimmelt – sei es aus der Feder von Cornelia Funke, Christopher Paolini oder seinem deutschen Äquivalent Alexander Fürst, Naomi Novik oder Licia Troisi, um nur einige zu nennen -, so haben diese Anne McCaffrey sicherlich viel zu danken, insbesondere die Autorinnen, denen McCaffrey mit Sicherheit den Weg geebnet hat.
Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es sich bei den „Drachenreitern von Pern“ – wie McCaffrey selbst nicht müde wird zu betonen -, um bodenständige Science-Fiction handelt. Es gibt keine Magie und die Drachen sind auch keine mythischen Fabelwesen. Aber dazu später mehr.
 
Der Rote Stern greift an
Mit „Die Welt der Drachen“ legte Anne McCaffrey den ersten Roman des „Pern“-Zykluses vor. Gleich in der Einleitung des Romans erfahren wir, dass dereinst irdische Kolonisten den dritten Planeten im Sagittarius-Sektor der Sonne Rubkat besiedelten und ihm den Namen Pern gaben. Doch das ist inzwischen auf Pern noch nicht einmal mehr eine Legende. Nur bruchstückhaft haben Erinnerungen an die Besiedlung des Planeten in Form von Märchen Eingang in die moderne Welt von Pern gefunden, die so modern allerdings gar nicht zu sein scheint.
Der Leser findet sich vielmehr in einer feudalen, mittelalterlich anmutenden Welt wieder, in der neben den mächtigen Burgherren und den Handwerksgilden die Drachenreiter eine zentrale Rolle spielen. Gemeinsam mit ihren Drachen, mit denen sie bis zum Tod ein untrennbares telepathisches Band verbindet, ist es die Aufgabe der Drachenreiter Pern gegen den Einfall der tödlichen Sporen zu beschützen. Diese Fäden genannten Pilzsporen regnen alle 200 bis 250 Jahre auf Pern hinab, wenn der Rote Stern, auf dem die Sporen heimisch sind, die Bahn des Planeten kreuzt. Die Fäden vernichten alles Leben, auf das sie stoßen. Nur Metall oder Felsen vermag sie aufzuhalten – oder der Feueratem der Drachen, die dazu von ihren Reitern mit Phosphorgestein gefüttert werden.
 
Da der letzte Fädeneinfall zu Beginn des Romans allerdings aufgrund eines Intervalls an die 400 Jahre zurückliegt, hat sich der Glaube verfestigt, dass die Gefahr vorüber ist – so sie denn je existiert hat. Vor allem die Burgherren begehren auf und verweigern den Drachenreitern den Tribut, der ihre Heimstatt - Benden Weyr - unterhält. Einzig Drachenreiter F’lar und seinen Getreuen sowie der neuen Weyrherrin Lessa ist es zu verdanken, dass der Planet den tödlichen Fäden nicht völlig schutzlos ausgeliefert ist, als sie – wie in den alten Prophezeiungen vorhergesagt – aus dem Himmel auf Pern hinabregnen.
 
Legenden werden Wirklichkeit
Nach und nach beginnen die alten Legenden vergangener Jahrhunderte Gestalt anzunehmen, verloren geglaubtes Wissen wird wieder entdeckt und schließlich holen die Drachenreiter im wahrsten Sinne des Wortes Hilfe aus der Vergangenheit, um im Kampf gegen das tödliche Sporengeflecht bestehen zu können.
 
McCaffrey ist es gelungen, eine unglaubliche dichte Welt mit einer jahrhunderte alten Historie zu erschaffen, die von zahlreichen indigenen Geschöpfen bevölkert ist, die dennoch nicht so fremdartig sind, dass nicht eine gewisse Vertrautheit aufkommen würde. Die Drachen, einst von den ersten Siedlern durch Genmanipulation aus den heimischen Feuerechsen gezüchtet, verfügen über drei wesentliche Fähigkeiten: Durch den Verzehr von so genannten Feuersteinen vermögen sie Feuer zu spucken. Wenn sie aus dem Ei schlüpfen, schließen sie mit einem jungen Drachenreiter ein unzertrennbares telepathisches Band. Außerdem können sie sich selbst und ihren Reiter so wie zusätzliche Lasten teleportieren – oder ins Dazwischen springen - wie es auf Pern heißt.
 
So wird denn auch klar, dass Pern keine dem Mittelalter der Erde ähnliche Gesellschaft ist, die sich erst noch weiter entwickeln und technische Errungenschaften kennen lernen muss. Sondern im Gegenteil um eine Gesellschaft, deren hoch technologische Kenntnisse und Gerätschaften der Vergangenheit angehören. Durch den quasi Angriff des Roten Sterns und den Wandel der Jahrhunderte haben die Bewohner Perns gelernt, mit den Möglichkeiten, die der Planet ihnen bietet, zu leben und eine neue Gesellschaftsform zu entwickeln.
 
Die Geschichte von Pern
Im Verlauf der folgenden Romane schildert Anne McCaffrey einerseits die weitere Geschichte der zentralen Charaktere des ersten Romans. Gleichzeitig spinnt sie in einigen Nebenhandlungen aus einer anderen Erzählperspektive die Ereignisse weiter und gibt interessante Seiteneinblicke in die Haupthandlung.
 
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass bei der Fülle von Romanen – inzwischen ist der Zyklus auf über 20 Bände angestiegen, die letzten vier davon schrieb sie in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Todd - nicht alle von gleichbleibender Qualität sind. Aber zumindest für die ersten sechs Bände gilt auf jeden Fall das Verdikt „Klassiker“. Auch unter den späteren Bänden sind durchaus noch einige echte Perlen zu entdecken, z. B. „Die Weyr von Pern“, in denen F’lar, Lessa, Meisterharfer Robinton, Jaxom, der Reiter des einzigen weißen Drachen, und andere lieb gewonnen Charaktere auf die Spuren der Kolonisten stoßen und im wahrsten Sinne des Wortes ihre eigene Vergangenheit auszugraben, um daraus für ihre Zukunft zu lernen.
 
Auf den Spuren der Siedler
Andererseits erzählt McCaffrey in einer Handvoll späterer Romane von den Anfängen der Kolonisation Perns. Wissenschaftler der Konföderation Vernunftbegabter Rassen (FSP) landen mit einem kleinen Forschungsschiff auf einem erdähnlichen Planeten, dessen anmutige Flugechsen (später Feuerechsen genannt) sie sofort in ihren Bann ziehen. Der Planet wird als P.E.R.N. klassifiziert: Parallel-Erde, Ressourcen nebensächlich.
In „Drachendämmerung“, dem neunten Band, erreichen schließlich drei Kolonistenschiffe den Planeten, der ihre neue Heimat werden soll: Die Siedler wollen ihrem bisherigen, hoch technologisierten Leben bewusst den Rücken kehren, schlachten ihre Schiffe aus, um die Kolonie aufzubauen – und sehen sich der Möglichkeit zur Umkehr beraubt, als der Planet ohne Vorwarnung von den tödlichen Fäden heimgesucht wird. Eine begnadete Genetikerin entwickelt aus den Feuerechsen die Drachen von Pern, benannt nach den mythischen Geschöpfen der alten Erde.
 
Die Charaktere sind – wie schon in den ersten Bänden – ungemein vielschichtig und überaus lebendig. Die Handlung ist extrem spannend und überzeugt durch eine unglaubliche Detailfülle. Es empfiehlt sich allerdings beim Lesen des besseren Verständnisses wegen nicht der Chronologie Perns zu folgen, sondern der Veröffentlichungsreihenfolge der Romane. So entwickelt sich aus einer spannenden Geschichte mit SF- und Fantasy-Anklängen - und äußerst gelungenen Charakteren! - ein die Jahrhunderte umspannender Science-Fiction-Kosmos, dessen schierer Ideenreichtum seinesgleichen sucht.
Für den „Pern“-Kenner ist es ein spannendes Puzzlespiel, herauszufinden, dass Benden, Telgar oder Boll einst Menschen aus Fleisch und Blut waren, deren Namen in der Geschichte Perns verewigt wurden, um ihr Andenken zu ehren. Das Geheimnis der Dämmer-Schwestern wird gelöst und natürlich auch, warum die ersten Siedler den paradiesischen Südkontinent verließen, um sich im wesentlich unwirtlicheren Norden des Planeten anzusiedeln.
 
Was wie Fantasy scheinen mag, ist stets in einen wissenschaftlichen Kontext gebettet. Anne McCaffrey beschreibt eine Welt im Umbruch: Die Technologie und die irdische Herkunft der Menschen gerät in Vergessenheit, bis sie noch nicht einmal mehr Legende ist. Erst Jahrhunderte später wird altes Wissen wieder entdeckt und hergebrachte Traditionen in Frage gestellt. Eine neue Geschichtsschreibung nimmt ihren Lauf.
 
Die Drachenreiter lassen grüßen
Anders als ihre Schriftstellerkollegin Ursula K. LeGuin hat Anne McCaffrey bislang allen Angeboten widerstanden, aus den „Drachenreitern“ einen Film machen zu lassen. 2002 wäre es unter der Federführung von Ronald D. Moore („Battlestar Galactica“) beinahe zu einer TV-Serie gekommen, die allerdings in letzter Minute gecancelt wurde, da weder Moore noch McCaffrey gefiel, was sie bei Warner Bros. aus dem „Drachenreiter“-Zyklus machen wollten.
Wenn man sich den unsäglichen TV-Mehrteiler ansieht, der auf LeGuins „Erdsee“ basiert, war das mit Sicherheit die richtige Entscheidung. Die Filmrechte liegen momentan offenbar bei einer kanadischen Produktionsfirma, die nicht gerade für hochkarätige Meisterwerke bekannt ist.
Immerhin hat man nun an James Camerons „Avatar“ gesehen, dass die Zeit für die „Drachenreiter“ auf der großen Leinwand reif ist. Vermutlich ist den Herren der Schöpfung aber einfach noch nicht aufgefallen, dass es auch Frauen gibt, die Science-Fiction-Klassiker schreiben, die noch dazu millionenfach begeistert gelesen werden.

8. Kunterbunt
10 Dinge, die man getan haben sollte, bevor die Welt untergeht
Stell dir vor: Nach einem nuklearen Krieg ist die Welt völlig zerstört. Wasser und Essen sind knapp. Die Zivilisation, wie sie vorher bestand, existiert nicht mehr. Durch diesen postapokalyptischen Alptraum kämpft sich Eli, der Held aus „The Book of Eli“, dem neuen Film der Hughes Brothers, der seit 18. Februar in den Kinos läuft.
Vor dem Kinobesuch bleibt gerade noch genug Zeit, dir selbst ein paar Gedanken zu machen: Stell dir vor, die Welt stände kurz vor ihrem Untergang. Was würdest du noch unbedingt machen, bevor alles, was du kennst, verschwindet?
 
Hier sind zehn Optionen, die vielleicht auch auf deiner persönlichen To-Do-Liste ihren Platz finden könnten:
 
Mit deinem Traumwagen über die Autobahn rasen.
Mal ehrlich, wen interessieren denn jetzt noch ein paar Punkte in Flensburg? Wer sagt denn, dass es Flensburg morgen überhaupt noch gibt?
 
Ganz bewusst in den nächstbesten See springen und ein letztes Mal das kalte klare Wasser genießen.
Und wenn du dir dazu momentan auch noch mit der Spitzhacke ein Loch schlagen musst, tu es! Wer geht schon gerne stinkend und durstig in einen so wichtigen Tag? Außerdem dürfte die tägliche Hygiene nach dem Supergau außerordentlich schwer werden …
 
Dich hinsetzen und ein gutes Buch lesen.
 Vorzugsweise einen Survival-Guide …
 
Versuchen, endlich das andere Geschlecht zu verstehen.
Eigentlich wie jeden Tag. Es ist zwar anzunehmen, dass du wie gewöhnlich daran scheitern wirst, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Und auch wenn’s nicht klappt, ist es doch auch schön, nach der Apokalypse wenigstens diese eine Konstante weiter zu haben ...
 
Ein Musikinstrument lernen und vor einem großen Publikum auftreten.
Am besten noch mal mit der E-Gitarre, Strom wird schließlich auch Mangelware sein – und die verstreuten Überlebenden zu einem großen Publikum zu formen, dürfte auch äußerst schwer werden.
 
Kampfsport und den Umgang mit Waffen erlernen.
Es ist zu befürchten, dass es nicht bei Lagerfeuerromantik in ausgebrannten Kernkraftwerken bleiben wird.
 
Einmal den Eifelturm in Paris sehen.
Ein bisschen etwas Spießiges muss schließlich jeder mal gemacht haben. Und zugegeben, romantisch ist es ja auch.
 
Ein letztes Mal richtig ungesund essen.
Das Risiko an Herzverfettung zu sterben, ist jetzt auch egal. Oder einfach mal japanischen Kugelfisch ausprobieren.
 
Deinen Mp3-Player mit Solarzellen versehen.
Musik macht das Leben nicht nur für Eli erträglicher. Empfehlenswert ist eine Playlist, die sowohl „I will survive“ als auch Fats Domino’s „I’m walking“ beinhaltet.
 
”The Book of Eli” im Kino anschauen.
Wenn du dir das letzte Mal einen Kinofilm anschauen kannst, dann sollte das schon solch ein Leinwand-Spektakel sein. Und außerdem kannst du dir dabei ein paar praktische Survival-Tipps von Denzel Washington abschauen.
 
Zugegeben, einige dieser Vorschläge benötigen wohl eine gewisse Vorbereitungszeit und es dauert ein Weilchen, um sie umzusetzen. Andere wiederum nicht – zum Beispiel ins Kino zu gehen, um mal wieder einen richtig guten Film anzuschauen. Wer weiß, was tatsächlich passiert. Deshalb solltest du Punkt 10 dieser Liste auf jeden Fall direkt in die Tat umsetzen. Dann musst du dich hinterher garantiert nicht über eine nicht genutzte Chance ärgern.
 
„The Book of Eli“ läuft seit 18. Februar überall im Kino.
Folgenreich präsentiert: Dorian Hunter, der Dämonen-Killer auf CD
Die spannenden Geschichten um den "Dämonen-Killer" wurden Anfang der 70er-Jahre von den Autoren Ernst Vlcek ("Paul Wolf"), Kurt Luif ("Neal Davenport") und Walter Appel (Earl Warren) konzipiert und erschienen anfänglich als lose Serie von abgeschlossenen Romanen. Aufgrund des großen Erfolges wurde mit dem 18. Abenteuer eine eigene Heftromanreihe herausgebracht, die alsbald wöchentlich erschien. Allerdings wurde die Reihe, trotz positiver Leserresonanz, eingestellt - standen doch 3 DK-Romane ob einiger jugendgefährdenden Szenen auf dem Index. 1983 wurde die DK-Heftserie dann (wesentlich "entschärft"), sehr zur Freude der zahlreichen Fans, neu aufgelegt. Inzwischen umfasst die Reihe mehr als 60 Bücher.

Seit 2000 erscheinen im Zaubermond Verlag vierteljährlich neue Titel. Mit der gleichnamigen und bereits mehrfach ausgezeichneten Hörspielserie, die im Sommer 2008 startete, konnte das Produzententeam Dennis Ehrhardt & Marco Göllner, vor allem durch die akustisch doch recht explizite Umsetzung der Horrorszenarien, viele Genre-Kenner überzeugen. Abgerundet wird die exquisite Produktion durch die eingängige Titelmusik vom "Goldenen Reiter" Joachim Witt.
Als Sprecher konnten zudem solche TV-, Film- und Theatergrößen gewonnen werden wie Thomas Schmuckert (u. a. "Die Rettungsflieger", "Tatort"), Patrick Bach (u. a. "Silas", "Anna", "Nicht von schlechten Eltern", "Großstadtrevier", "Die Wache", "Unter Geiern“), Stefan Krause (2007 Deutscher Preis für Synchron für Philip Seymore Hofmann in "Capote"; Nachfolger von Hans Clarin "Hui Bu"; "Perry Rhodan", "Abseits der Wege", "Gabriel Burns", "Point Whitmark“), Claudia Urbschat-Mingues (Sprecherin für Angelina Jolie; des Weiteren "Die Wache", "SOKO", "Don Harris", "John Sinclair" etc.), Peter Matic (Sprecher für u. a. Ben Kingsley) und Jochen Schröder (Sprecher Ralph Waite "Die Waltons" u. a.).

Kurzinfos zur Serie:

Während eines Urlaubs an der jugoslawischen Grenze erfährt der 29-jährige englische Journalist Dorian Hunter, dass er und 8 weitere 29-jährige Männer die Söhne der diabolischen Gräfin Anastasia von Lethian und des Dämons Asmodi ist. Abgestoßen von der Grausamkeit seiner Erzeuger und der Ruchlosigkeit seiner Brüder wendet sich Dorian Hunter von der "Schwarzen Familie" ab und führt fortan als "Dämonen-Killer", gemeinsam mit der Hexe Coco Zamis und anderen Mitstreitern, einen unerbittlichen Kampf gegen sinistre Mächte.

Detaillierte Informationen über "Dorian Hunter - Dämonen-Killer" finden sich auf den informativen Seiten www.folgenreich.de/dorianhunter sowie www.dorian-hunter.de.
Neu im Kino: "Eine zauberhafte Nanny"
Mit „Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer" kehrt die oscargekrönte Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson zu ihrer weltweiten Erfolgsrolle als Nanny McPhee zurück und schickt diese auf ihren nächsten Erziehungseinsatz. Auch diesmal taucht das magische Kindermädchen genau dort auf, wo es auf den ersten Blick vielleicht am wenigsten gewollt ist, aber wohl am dringendsten gebraucht wird.

So landet die Nanny - Warze, Knollennase und Vogelnestfrisur - auf der Türschwelle einer völlig überforderten Mutter (Maggie Gyllenhaal), die versucht, Farm und Familie am Laufen zu halten, während ihr Mann im Krieg kämpft. Die Schlacht tobt allerdings nicht nur in der Ferne, sondern auch auf dem Hof zwischen ihren Kindern und der verzogenen kleinen Verwandtschaft aus der Stadt, die vor kurzem bei ihnen eingefallen ist und offenbar nicht vorhat, wieder zu verschwinden.

In einem fliegenden Motorrad über eine lebendige Statue und ein kletterndes Ferkel bis zu einem an den unmöglichsten Stellen auftauchenden Baby-Elefanten zieht Nanny McPhee alle magischen Register und erteilt ihren lausbübischen Schützlingen fünf entwaffnende Lektionen ...

Versteckt hinter einer ruppigen Fassade verbergen sich bei Nanny McPhee wahre Schönheit und ein guter Charakter. Verwegen und charmant geht es mit der geheimnisvollen Kinderfee auf ihre zweite zauberhafte Mission. Schneidiger Witz, fantasievolle Unterhaltung und märchenhaftes Vergnügen sind garantiert.
 
Regie führte Susanna White, die Darsteller sind u. a. Emma Thompson, Maggie Gyllenhaal, Rhys Ifans, Asa Butterfield, Maggie Smith. Produziert wurde der Film von Lindsay Doran, Tim Bevan, Eric Fellner.
 
„Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer" ist ab 1. April 2010 im Kino zu sehen.

9. Wissenschaft: Mensch/Maschine
von Marcus Haas
Bereits heute verbessert der Mensch seine Fähigkeiten mit den zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Das gilt für so einfache Dinge, wie die Brille auf der Nase bis hin zu Teleskopen.
 
Zur Interaktion von Mensch und Maschine gehören aber auch zahlreiche Prothesen, die teilweise heute schon mit Mikroprozessoren ausgestattet sind, um zum Beispiel mit einer künstlichen Hand präzise greifen zu können.
Künstliche Beine ahmen den Menschen nicht mehr nur nach, spezialisierte Prothesen im Sport leisten bereits heute mehr als das natürliche Bein. Und sogar Herzschrittmacher und Dialysegeräte gehören in diese Kategorie und unterstützen körpereigene Funktionen.
 
Pharmazeutische Produkte nehmen schon heute alltäglich Einfluss auf neurobiologische Prozesse. Oft sind es medizinische Gründe, die ihren Einsatz rechtfertigen, zum Beispiel wenn Krankheiten, wie Depressionen, behandelt werden. Allerdings gibt es auch schon Medikamente, die keine Krankheit behandeln, sondern zum Beispiel die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigern.
 
Koffein oder Guarana einzusetzen, um eine Nacht durchzulernen, ist natürlich nicht neu, das machen Studenten wahrscheinlich, seit es Universitäten gibt. Aber die Wirkung dieser Substanzen ist kurzlebig und man kann nur soviel Kaffee trinken, bis man zu nervös wird, um konzentriert zu arbeiten. Nicht zu vergessen, dass ein Gewöhnungsprozess einsetzt und die Wirkung bei ständigem Konsum irgendwann nachlässt.
Modafinil versucht diese Nebenwirkungen zu umgehen und die geistige Leistungsfähigkeit dauerhafter zu steigern. Kein Wunder, dass es bereits einen Schwarzmarkt für die Tabletten gibt. Über die Nebenwirkungen ist noch nicht viel bekannt, aber die Droge verbessert das Kurzzeitgedächtnis, die Planungsfähigkeit und verringert die Impulsivität.
Und es wurden in den letzten Jahren noch zahlreiche andere Pharmazeutika entdeckt, die zum Beispiel bei Alzheimerpatienten die Symptome lindern oder das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) behandeln. Oder bei Menschen, die nicht an diesen Symptomen leiden, kognitive Fähigkeiten verbessern oder die Konzentrationsfähigkeit steigern.
 
Noch in den Kinderschuhen steckt die Entwicklung von künstlichen biologischen Geweben, zum Beispiel unter Einsatz von Stammzellen. Im Allgemeinen ist hier von rekonstruktiver Medizin die Rede. Heutzutage kann man beispielsweise Hautstücke wachsen lassen und sie bei Verbrennungen einsetzen. Es gibt jedoch keinen Grund, warum man sich darauf beschränken sollte, Organe nur wieder herzustellen, man könnte sie auch ein wenig verbessern, in dem man Gene in die Stammzellen einschleust, die vielleicht das Immunsystem stärken, oder künstliche Nieren, die besser mit Schadstoffen umgehen können. Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Realität sind die bereits oben erwähnten Implantate und Prothesen.
 
Besonders deutlich wird das, wenn man sich die Paralympics ansieht, da ist es selbstverständlich geworden, die Prothesen und Hilfsmittel für die jeweilige Aufgabe zu optimieren. Um nur ein Beispiel zu nennen, eignen sich normale Beinprothesen heutzutage nicht, um Wettrennen zu laufen, mit Prothesen aus Karbonfaser und Titan aber sind geringes Gewicht und Flexibilität erreichbar, die ganz herausragende Zeiten möglich machen. 2004 brach Oscar Pistorius den Weltrekord im 200m-Lauf mit unter 22 Sekunden mit zwei unter dem Knie amputierten Beinen. 1012 möchte der Südafrikaner in London bei den Olympischen Spielen antreten.
 
Und schließlich gibt es noch die weite Spielwiese der Implantate. Bereits heutzutage ist es mit modernen Herzschrittmachern kein Problem mehr auch Sport zu betreiben, denn inzwischen gibt es auch Herzschrittmacher, welche die Herzschlagrate an die Belastung anpassen.
 
Es existieren heute schon eine ganze Reihe künstlicher Organe und Implantate, die bei Krankheiten eingesetzt werden. So stimuliert ein Gehirnschrittmacher bestimmte Regionen im Gehirn, was bei epileptischen Anfällen eingesetzt wird, um eben diese zu verhindern, oder bei Parkinson, um das Zittern zu unterdrücken.
Es gibt künstliche Herzen, die entweder ein krankes oder schwaches Herz unterstützen oder solche, die es vorübergehend ersetzen, bis ein Spenderorgan gefunden wurde. Cochlearimplantate ersetzen das Innenohr und an künstlichen Augen wird intensiv geforscht. In beiden Fällen wenden Sinneseindrücke, ob akustisch oder optisch, in elektrische Reize umgewandelt, die dann an die Nerven weitergegeben werden, um einen Sinneseindruck hervorzurufen.
Bisher versuchen diese Implantate Funktionen herzustellen, aber zukünftige Technologien könnten auch hier effektiver arbeiten als das natürliche Vorbild.
 
Gerade bei den zuletzt angesprochenen Implantaten geht es aber nicht nur darum, irgendwelche Funktionen zur Verfügung zu stellen, sondern um eine Schnittstelle mit dem Nervensystem, um die künstlichen Sinneseindrücke auch wahrnehmen zu können. Im Moment simulieren die Implantate Nervenimpulse, wie sie ohnehin vom Gehirn verarbeitet werden. Das Auslesen von Gedanken aus dem Gehirn ist wesentlich komplizierter, aber auch daran wird intensiv geforscht. Fortschritte auf diesem Gebiet könnten irgendwann eine echte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Ohne Sonden im Gehirn ist es im Moment aber extrem schwierig und erfordert enormen technischen Aufwand, die Signale der Neuronen zu belauschen. Sollte das irgendwann einfacher werden oder Gehirnimplantate in Mode kommen, könnten ganz neue intellektuelle Fähigkeiten ins menschliche Repertoire aufgenommen werden, ob man nun Pi auf die millionste Stelle berechnen möchte, Simulationen von Proteinfaltungen im Kopf durchführt oder einfach nur an einer Videokonferenz im eigenen Kopf teilnimmt, mit einem Exokortex oder einer drahtlosen Verbindung zum nächsten Computer dürfte es genug Anwendungen dafür geben. Ein Ersthelfer an der Unfallstelle könnte seine Hände dem Notarzt zur Verfügung stellen, um erste Hilfe zu leisten und der Astronaut dem Spezialisten auf der Erde ein Problem mit den eigenen Augen zu zeigen.
 
Ob es wünschenswert ist, den menschlichen Körper zu verändern, ganz gleich ob mit Mechanik, Biotechnologie oder Genetik, wird sehr kontrovers diskutiert, die eine Seite sieht es als Menschenrecht, den eigenen Körper (und den der eigenen Kinder) verändern zu dürfen.
Auf der anderen Seite steht dabei die Gefahr, dass gerade diejenigen, die sich gegen diese Modifikationen entscheiden, diskriminiert werden, weil sie eben nicht schneller, stärker und intelligenter sind.

10. Die Corona-Kurzgeschichte
Liebe Kurzgeschichten-Freunde,
 
heute haben wir die Siegergeschichte unserer Themenrunde „Labyrinth“ an Bord: „Die Aufgabe“ von Timo Mengel, der damit auch sein Debüt im Corona Magazine feiert. Herzlichen Glückwunsch dazu. Ein großes Dankeschön geht nochmals an die beiden Juroren Helga P. Schubert und Christian Weis, die sich die Mühe gemacht haben, alle Geschichten dieser Wettbewerbsrunde zu lesen und zu bewerten. Wie immer freuen sich sowohl Autor als auch Redaktion über Rückmeldungen zur Story – egal ob per E-Mail oder im Forum. Ab der nächsten Ausgabe geht es dann an dieser Stelle mit den besten Storys zum Thema „Exil“ weiter.
 
Die nächsten Themen des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs lauten: „Das Opfer“ (Einsendeschluss 1. März 2010), „Spritztour“ (Einsendeschluss 1. April 2010), „Rückkehr“ (Einsendeschluss 1. Juni 2010), „Eroberer“ (Einsendeschluss 1. Oktober 2010), „Auf Lebenszeit“ (Einsendeschluss 1. November 2010) und „Schlaflos“ (Einsendeschluss 1. Dezember 2010). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury (mindestens) drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.
 
Armin Rößler


Die Aufgabe
von Timo Mengel

Jeder von uns bekommt eine Aufgabe mit auf den Weg, wenn er in diese Welt geboren wird. Bei dem einen zeigt sie sich nur undeutlich und dringt erst im Alter aus dem Schatten, der sie bis dato verbirgt. Bei dem anderen kristallisiert sie sich während der Schulzeit oder des Studiums heraus, wenn das Hirngespinst, als Biologe, Mediziner, Anwalt oder Mathematiker sein Geld zu verdienen, zu einer festen Absicht wird.
 
Mark kannte die Aufgabe, die ihm das Leben aufgebürdet hatte, bereits im Kindergarten. Wir waren vier Jahre alt, als wir Bekanntschaft miteinander machten. Es passierte an einem Spieltisch in der hintersten Ecke und ich erinnere mich daran, als lägen zwischen diesem Damals und dem Jetzt keine zweiundvierzig Jahre, sondern höchstens zweiundvierzig Minuten. Während die anderen Kinder rumtollten, stritten, sich mit lautem Geschrei über den Vorschlag der Erzieherin beschwerten, ein Puzzle zusammenzulegen, oder sich aus Langeweile gegenseitig an den Haaren zogen, saß Mark abseits und starrte auf die Karten, mit denen er auf dem Tisch Reihen gebildet hatte, die quer durcheinander liefen.
 
Weder die anderen Kinder noch die Erzieherin schenkten ihm Beachtung. Sie waren kein anderes Verhalten von ihm gewohnt. Doch ich war neu und auf mich löste die Konzentration, mit der er die Karten legte, eine Anziehungskraft aus, die über bloße Neugier hinausging. Vielleicht ahnte ich damals bereits, dass sich hinter dem Kartenlegen mehr verbarg als eine intensive Leidenschaft.
 
“Warum spielst du nicht mit uns?”, fragte ich Mark, der schon in diesem frühen Alter gezwungen war, eine Brille mit zentimeterdicken Gläsern zu tragen.
Er sah mich an, als hätte ich ihn gefragt, ob es in der Nacht dunkel ist. Dann lächelte er. Es wirkte schwerfällig, aber ehrlich. Später, als Mark und ich zu Freunden wurden, stellte ich fest, dass dieses gezwungene Lächeln so ehrlich war wie der Hütchenspieler, der uns einmal auf einem Jahrmarkt begegnete und mein mühsam zusammengespartes Taschengeld um die Hälfte erleichterte.
Als Mark seinen Blick wieder auf die Karten senkte, nahmen seine Augen einen traurigen und zugleich entschlossenen Ausdruck an. Eine Mischung, die man von einem normalen Kind nicht erwarten würde. Doch Mark war kein normales Kind, was mir seine nächsten Worte schlagartig bewusst machten. “Es muss eingesperrt bleiben!”
 
Während der Schulzeit versuchte er, seinem Leben den Anstrich von Normalität zu verpassen. Es gelang ihm überraschend gut. Zwar blieb er ein Außenseiter, der im Gegensatz zu mir nur selten zu Geburtstagspartys oder zum Fußballspielen am Nachmittag eingeladen wurde. Doch er war weit davon entfernt, von seinen Mitschülern als der Sonderling betrachtet zu werden, der er in Wirklichkeit war. Er ging als schüchterner Langweiler durch.
Es gab oberflächliche Kontakte zu anderen seines Alters, aber einen wirklichen Freund fand er nur in mir.
 
Marks Noten waren miserabel, obwohl ich alles darauf wetten würde, dass sein IQ selbst den von Cynthia Beier bei Weitem übertraf, die nun als Professorin an der Universität Heidelberg unterrichtet und mehrere Abhandlungen über die Möglichkeiten, die die Nanophysik der Medizin in Zukunft bieten wird, veröffentlicht hat.
Die schlechten Zensuren erklärten sich dadurch, dass Mark es nur selten fertig brachte, während des Unterrichts von dem College-Block aufzusehen, der stets verborgen hinter Lehrbüchern vor ihm lag und dessen Seiten er ununterbrochen mit Linien füllte.
 
Irgendwann gegen Ende des sechsten oder siebten Schuljahrs, als seine Mitarbeit im Unterricht auf ein Minimum gesunken war, tippte ich ihn an und sagte: “Wenn du nicht aufpasst, landest du nach den Sommerferien auf der Hauptschule!”
“Wenn ich nicht aufpasse”, erwiderte er in dem ernsten Ton, den ein Soldat anschlagen würde, während er sich von seinen Kameraden verabschiedete, um zu einem Kamikaze-Unternehmen aufzubrechen, “bricht es über uns und wir sind alle verdammt.” Dann blätterte er das voll gekritzelte Blatt um und zog mit seinem Kugelschreiber den ersten Strich auf dem neuen.
 
Mark verließ nicht oft das Haus. Also kam ich zu ihm, wenn wir uns am Nachmittag trafen. Seine Eltern gehörten zu der Sorte, die meine Mutter gerne als das arbeitsscheue-Trinker-Gesindel bezeichnete. Wenn ich kam, schienen sie sich erst kurz zuvor aus den Betten gequält zu haben. In schmutzigen Sachen traten sie mir entgegen und hauchten mir ihren Alkohol-Atem ins Gesicht, während sie mir erklärten, dass ihr unnützer Junge sich wahrscheinlich wieder auf dem Speicher rumtrieb.
Mir waren diese Begegnungen unangenehm. Das mangelnde Interesse für ihren Sohn machte mich betroffen. Sahen sie denn nicht, dass Mark mit Problemen zu kämpfen hatte? Dass er innerlich litt, auch wenn er das hinter einer neutralen Maske vor der Außenwelt zu verbergen versuchte? Dass er etwas Besonderes war?
Für Mark hatte ihr Desinteresse allerdings einen entscheidenden Vorteil. Er konnte die Räume unter dem Dach ganz für sich beanspruchen. Ich weiß nicht, ob seine Eltern je das Reich, das er sich dort geschaffen hatte, betreten hatten. Wenn ja, hätten sie festgestellt, dass es im Vergleich zum Rest des Grundstücks, das man scheinbar dem Zerfall preisgegeben hatte, aufgeräumt und sauber war. Sah Mark eine Spinnwebe, dauerte es keine Minute, bis er einen Lappen zur Hand hatte und sie entfernte. Dasselbe galt für den Mäusekot. Ich weiß bis heute nicht, warum er sich Gedanken über die Ordnung machte. Vielleicht war es schlichtweg so, dass er es schön haben wollte, während er auf dem Boden kniete und einen Dominostein nach dem anderen legte, um auf diese Weise ein Gebilde zu errichten, das an ein verschlungenes Straßensystem erinnerte. Doch natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es keine Wege waren, die er baute. Er baute Mauern.
Auf einer alten Kommode, die Mark als einziges Möbelstück nicht vom Dachboden verbannt hatte, stand ein Radio. Während wir Musik hörten und uns über Sport unterhielten oder darüber stritten, welche die bedeutendere Band war (Mark war ein riesiger Stones-Fan, während ich damals mein Herz an die treibende Gitarre von Angus Young verloren hatte), half ich ihm beim Legen der Steine.
 
Vielleicht mag sich das langweilig anhören. Aber Mark war ein begnadeter Diskussionspartner und außerdem war seine Obsession, was das Errichten von Linien betraf, ansteckend.
Wie weit diese Obsession ging, erfuhr ich an einem Tag Ende September. Mark und ich waren vierzehn und langsam, aber stetig navigierten wir auseinander. Mein Interesse wandte sich Saufgelagen und Mädchen zu, während Mark sich weigerte auch nur einen Schluck aus der Bierflasche anzurühren und Mädchen …
Na ja, ich glaube, eine Gisele Bündchen hätte sich ihre Bluse vor ihm aufknöpfen können, und er hätte sie nicht einmal eines Blickes gewürdigt.
 
“Wenn es passiert, trage ich die Schuld daran!” Mit diesen Worten begrüßte er mich, als ich die Tür zum Speicher öffnete und eintrat. Er hockte an einem Pfeiler, der das Dach stützte, und um ihn herum breiteten sich unzählige Reihen aus Dominosteinen aus.
Selbst in ihren Zwischenräumen hatte er parallel zueinander laufende Linien mit Kugelschreiber, Buntstiften und Eddings untergebracht. Er war sogar so weit gegangen, die holzverkleideten Wänden und die Decke vollzukritzeln. Als ich näher auf ihn zukam, erkannte ich, wie schlecht es um ihn stand. Obwohl es hier unter dem Dach bitter kalt war, lief ihm der Schweiß in Strömen übers Gesicht. Schweißperlen glitzerten in den Barthaaren, die über seiner Oberlippe erst kürzlich zu sprossen begannen hatten. Sein Kopf war rot, als hätte ihn ein bisher unbekanntes Fieber aus den tropischen Wäldern gepackt und würde ihn nun von innen kochen. Die Mühsamkeit, mit der seine Pupillen sich weiteten oder zusammenzogen, während er seine Augen durch den Raum schweifen ließ, deutete daraufhin, dass er in den letzten Tagen kaum Schlaf gefunden hatte.
“Ich war zu schwach”, fuhr Mark fort und ich wusste nicht, ob er zu mir sprach oder zu sich selbst. “Ich habe zu viel Angst gezeigt.” “Du hast dein Bestes gegeben”, erwiderte ich und brachte ihn dadurch zum Grinsen. Es war die Sorte Grinsen, die einem durch Mark und Bein fährt und daran erinnert, dass die Welt voller hässlicher, grauenvoller Dinge ist.
“Darauf kommt es nicht an”, sagte er und betrachtete seine Hände, die er auf seinen angezogenen Knien zusammengeknetet hatte. “Das ist kein Fußballspiel. Hier bekommt der Verlierer keine Anerkennung für die Anstrengung, mit der er sich gegen die Niederlage gestemmt hat. Hier geht es nur um das Ergebnis.”
Ich wusste nur halb, wovon er sprach. Aber mehr war auch nicht nötig. Mark litt schreckliche Angst und ich als sein Freund, sah meine Aufgabe darin, sie ihm zu nehmen.
“Für mich nicht. Ich weiß zu schätzen, wie sehr du dich angestrengt hast!” Mark schnaubte. Dann griff er neben sich in die Zigarettenschachtel und steckte sich einen Glimmstängel in den Mund. Während er sein Feuerzeug aufschnappen ließ, fiel mir der eigenartige Geruch auf, der auf dem Raum lastete. Es roch nach Fäulnis, nach Holz, das zu lange Wasser ausgesetzt gewesen war, nach Verderben, nach …
“Es spielt keine Rolle, ob du es zu schätzen weißt”, sagte Mark, nachdem er den ersten Zug an der Zigarette genommen hatte.
“Siegen oder Verlieren. Und ich werde verlieren.” Er sprach das letzte Wort mit einer Theatralik aus, die ich nicht von ihm kannte. Dann sah er zu mir auf, starrte mich mit Augen an, in denen die Sehnsucht nach Erlösung geschrieben stand, und sagte: “Du riechst es, nicht wahr?”
Ich nickte.
“Betrachte den Boden”, sagte Mark. Ich kam seiner Aufforderung nach und sah die Wellen, die die Dielen bildeten.
“Was … was ist das?”, stammelte ich.
“Das”, sagte Mark und kippte den Inhalt der Zigarettenschachtel neben sich aus, “ist eines der Zeichen dafür, dass ich es nicht mehr lange aufhalten kann.” Er legte zwei Zigaretten nebeneinander, sodass zwischen ihnen ein fingerbreiter Leerraum blieb.
“Es gibt noch weitere?”, fragte ich, während eine penetrante Stimme in meinem Kopf mir einreden wollte, dass Mark nun völlig den Verstand verloren hatte. Aber wenn er tatsächlich verrückt war, teilte ich dieses Schicksal. Denn, als Mark die nächsten Zigaretten an die vorangegangenen reihte, sah ich, wie in dem Pfeiler, an dem er lehnte, ein tiefer Riss auftauchte. Wie aus dem Nichts fraß er sich von der Stelle unter dem Dach bis zum Boden durch.
“Geh jetzt”, sagte Mark. “Es ist besser für dich!”
“Nein”, erwiderte ich, obwohl ich insgeheim froh über diese Aufforderung war. Ich konnte mir keinen Ort vorstellen, an dem ich weniger sein wollte, als auf diesem Speicher.
Der Geruch wurde stärker. Wie Giftgas kroch er durch die Nasenlöcher hinauf ins Zentrum meines Schädels. Ich schlug die Arme vor den Bauch. Krämpfe durchzuckten meine Gedärme, wie Elektroschocks.
“Verschwinde, du kannst mir nicht helfen!”, hörte ich Mark schreien. Die Panik, die in seiner Stimme lag, gab mir den Rest. “Es kommt. Ich habe versagt!” Ich taumelte zur Tür zurück, wobei ich etliche Dominosteine umwarf, und verschwand.
 
Auf dem Nachhauseweg setzte Regen ein. Ich nahm die Nässe, mit der sich meine Klamotten vollsogen, kaum war. Im meinem Kopf drehte sich alles. Lichter flirrten in ihm umher, zeigten Ausschnitte von fremdartigen Fratzen und von Mauern, die Jahrtausende alt und brüchig wirkten. Kurz vor meinem Elternhaus brach ich schließlich zusammen.
Ich sah Mark nicht wieder, was allerdings nichts mit dem Verbot meiner Mutter zu tun hatte, nachdem sie mich im Vorgarten aufgefunden hatte.
Es lag daran, dass er wegzog. Von einem auf den anderen Tag stand das Haus leer, als hätte seine Familie es fluchtartig verlassen müssen. In unserem Dorf machten Gerüchte die Runde. Es war die Rede von finanziellen Problemen. Was in Wirklichkeit dahintersteckte, erfuhr ich nie.
In den folgenden Monaten durchlitt ich immer wieder Alpträume, in denen das Wesen, das Mark in den Labyrinthen, die er schuf, hatte gefangen halten wollen, auf dem Speicher erschien und Mark und seine Eltern in eine Welt des Wahnsinns entführte.
 
Die Jahre zogen ins Land und mein Leben nahm einen normalen Verlauf. Ich schaffte mein Abitur, entschied mich gegen die Banklehre, zu der mir mein Vater riet, und begann stattdessen ein Physikstudium an der Universität. Ich glaube, mein Erlebnis auf dem Dachboden war nicht ganz unschuldig daran. Auch wenn ich mir nicht eingestanden hätte, dass mich die Sache immer noch beschäftigte, so verspürte ich doch das Bedürfnis, die Dinge und ihre Wirkungsweisen zu verstehen. Insgeheim suchte ich nach einer Erklärung für den Riss in dem Balken, den ich nicht als bloße Einbildung abtun konnte.
 
Auf der Universität lernte ich meine Frau Christin kennen. Wir heirateten noch vor dem Staatsexamen. Ich bekam eine Einstellung als Lehrer, wir bauten ein Haus und schließlich schenkte sie mir zwei Kinder. Ein ganz normales Familienleben eben, das vor zwei Tagen mit dem Klingeln des Telefons ein jähes Ende fand.
“Ja?”, fragte ich in den Hörer.
“Sind Sie Herr Weiland?” Die Stimme auf der anderen Seite der Leitung hörte sich zögernd an. Ich bekam ein ungutes Gefühl.
“Der bin ich”, antwortete ich. Daraufhin folgten ein paar Sekunden Stille, als müsse sich mein Gesprächspartner erst dazu durchringen, die nächsten Worte zu sagen.
“Ich rufe im Namen von Mark Lorenz an.” Die Härchen an meinem Rückgrat stellten sich schlagartig auf. Ich schluckte tief, während mein Herz zu pochen begann, als wolle es einen Infarkt herbeiführen.
“Er würde Sie gerne sehen”, sagte die Stimme.
 
Wie sich herausstellte hatte ich mit Prof. Nisbach, dem Leiter der Psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Erfurt, telefoniert. Als ich zwei Stunden nach unserem kurzen Gespräch dort eintraf, kam er mich an der Empfangstheke abholen. Er war ein hochgewachsener, dürrer Mann mit abnorm großen Fingern, die mich an die Tentakel einer Krake erinnerten.
“Ich bin unendlich froh, Sie zu sehen”, sagte er, während er mich einen Gang entlangführte, auf dem kaum Menschen unterwegs waren.
“Mark hat die ganze Zeit von Ihnen gesprochen.”
“Wie lange ist er schon in Ihrer … Einrichtung?”, fragte ich ihn. Die Neonröhren über unseren Köpfen warfen ein kaltes Licht. Das Weiß der Wände wirkte, als hätte man bewusst einen Gegenpart zu dem Wirrwarr in den Köpfen der Insassen hinter den Türen setzen wollen.
“Seit dreizehn Jahren”, erklärte der Professor, während wir immer tiefer in den Bauch des Gebäudes vordrangen.
“Ist er hier wegen der … “
“Labyrinthe”, unterbrach mich der Professor. “Ja, allerdings.” Ich hatte Linien sagen wollen. Aber Labyrinthe schien in der Tat der bessere Ausdruck zu sein. Eine alte Frau, gestützt auf einen Rollator, kam uns entgegen. Unter der Wolljacke, die sie trug, war sie spindeldürr.
“Hast du Gott gefunden?”, fragte sie mich mit großen Augen, als ich an ihr vorbeidrängeln wollte. “Er hat doch gesagt, dass er dich kontaktieren würde.” “Nein.” Ich schüttelte den Kopf. “Er … Er hat mich nicht kontaktiert.
“Frau Seibert, gehen Sie bitte in den Aufenthaltsraum, ja? Ich muss mit diesem Herrn zu einem Termin.” Professor Nisbach zog mich weiter.
Mark befand sich hinter der letzten Tür des endlos langen Flurs. “Das ist eine unserer Isolationszellen”, sagte Nisbach, als wir davor zum Stehen kamen. “Wir mussten ihn hier unterbringen, weil … “ Weiter kam er nicht. Er hatte einen Blick durch das Guckloch geworfen und erstarrte wegen dem, was er sah. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht und sein Körper sackte in sich zusammen, so dass er nicht mehr größer war als ich.
“Was …?”
Er wühlte hektisch in der Tasche seines Kittels und brachte schließlich einen Schlüsselbund zum Vorschein.
“Schwester! Schwester!”, brüllte er, während er versuchte, einen viereckigen Schlüssel in das Schloss zu stecken. Die ersten Versuche verliefen glücklos. Seine Hände zitterten zu stark.
“Was ist passiert?” Eine breit gebaute Frau in weißer Kleidung und mit lockigem roten Haar war aus einem der Nachbarzimmer auf den Flur getreten.
“Herr Lorenz, Mark, er …“ Der Schlüssel glitt ins Schloss. Ohne weiter auf die Frage der Schwester einzugehen, stürmte der Professor in den Raum.
Ich folgte ihm und es verschlug mir den Atem, bei dem, was sich mir dort bot. Mark lag auf einem Bett, die Füße und die rechte Hand waren mit Ledermanschetten ans Gestell gefesselt. Die linke Hand hatte er befreien können.
Mit ihr hatte er sich die Haut vom Hals gezogen. Dort, wo eigentlich sein Adamsapfel hätte sitzen müssen, klaffte eine dunkelrote Wunde.
Ich hörte einen spitzen Schrei. Die Schwester mit dem roten Haar stolperte an mir vorbei. Die Hände vor den Mund gepresst, blieb sie einen Meter vor meinem einstmaligen Freund stehen, dessen Körper so blass war, wie die Bettdecke an den Stellen, die nicht mit Blut besudelt waren.
Ihre Augen schienen jeden Moment aus ihrem Gesicht flutschen zu wollen. “Professor, Professor …”, stotterte sie. Doch Professor Nisbach hatte es ebenfalls die Sprache verschlagen. Er stand neben mir und wippte mit dem Kopf von einer Seite auf die andere, unfähig den Blick von dem blutigen Schauspiel zu wenden.
Meine Augen wanderten zur Wand, an der Mark die letzten Linien seines Lebens und eine Botschaft hinterlassen hatte.
“Es ist aus dem Labyrinth entkommen”, fügte ich die Buchstaben zusammen, die er zwischen den zittrigen Linien platziert hatte.
Ich sah wieder zu seinem Gesicht. Augen und Mund waren auf dem Höhepunkt seines Entsetzens eingefroren. Ich verstand, was passiert war. Man hatte Mark ans Bett gefesselt, da man seine Obsession anders nicht hatte bändigen können. Es musste die Hölle für ihn gewesen sein, machtlos verfolgen zu müssen, wie dieses Ding, dieses Es, in die Freiheit gelangte, weil er nicht mehr in der Lage war, weitere Labyrinthe zu erschaffen, die es gefangen hielten. Schließlich hatte Mark doch eine Möglichkeit gefunden. Eine, die zum Scheitern verurteilt gewesen war, da sie ihn gleichzeitig verbluten ließ. Aber wenigstens hatte er nichts unversucht gelassen.
 
Die letzte Nacht schlief ich kaum. Das Bild meines gestorbenen Jugendfreundes wollte mir nicht aus dem Sinn. In den frühen Morgenstunden quälte ich mich schließlich aus dem Bett. Ich ließ Christin allein zurück und schlich mich in den Flur. Ich wollte mir in der Küche eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank holen. Vielleicht würde mir der Alkohol in den Schlaf helfen.
Doch auf halbem Weg dorthin ließ mich ein Stöhnen aufhorchen. Es kam aus dem Zimmer meines jüngsten Sohnes. Unter dem Türschlitz sah ich Licht brennen.
“Jan?”, rief ich leise. Doch Jan antwortete nicht. Ich trat näher an die Tür. Die Hand auf dem Griff, hielt ich inne. Eine Vorahnung hatte mich gepackt.
“Jan?”, rief ich erneut, diesmal lauter. Wieder keine Antwort.
Trotz meiner Angst, riss ich die Tür auf, stürmte ins Zimmer und … und da saß er auf dem Boden, hatte seinen Legokasten ausgeschüttet und legte mit den Steinen Linien.


Timo Mengel
 
Geboren wurde ich am 30. August 1985 in Marburg. In einem Dorf in der Umgebung wuchs ich auf. Meine Schullaufbahn verlief nicht wirklich gradlinig; sagen wir es mal so: Ich durfte eine Vielzahl an Ebenen des Bildungssystems aus nächster Nähe miterleben. Schließlich sprang doch noch ein Realschulabschluss für mich heraus. Derzeit befinde ich mich auf der letzten Etappe zur Ausbildung zum Altenpfleger. Welche Station als nächste folgen wird? Keine Ahnung, aber es werden wohl noch einige Erfahrungen gemacht werden müssen, bis ich mich in einem Beruf zuhause fühle.
Jepp, ich bin feinfühlig. Deshalb konnte ich nicht anders, als mich dem Schreiben hinzugeben. Es gibt viel Entsetzliches, das verarbeitet werden muss. Meine Werke drehen sich darum, Schicksale zu beleuchten, die vom Leben auf eine harte Prüfung gestellt werden. Meine Figuren erfahren Leid und müssen kämpfen, um nicht an ihm zu zerbrechen.
Derzeit warten etliche Kurzgeschichten darauf, ihren Weg in Anthologien oder Szene-Zeitschriften zu finden. Ebenso befinden sich einige Romane in der Mache, von denen zwei im nächsten halben Jahr fertiggestellt sein werden.

Das Corona Magazine ist geistiges Eigentum der Redaktion (1997-2010).
Das Corona Magazine wurde von Philipp Ruch im Jahre 1997 gegründet und ist eine periodisch erscheinende, kostenlose Publikation der Website www.corona-magazine.de.

Der Nachdruck und die Weiterverbreitung von Inhalten im Internet und terrestrischen Medien ist unter Angabe der Quelle ausdrücklich gestattet. Beispiel: "Quelle: Corona Magazine, Autor: Max Mustermann, Ausgabe #231, http://www.corona-magazine.de". Ausdrücklich untersagt hingegen ist die Übernahme der "Corona-Kurzgeschichte", der "Leseprobe", des "Corona-Fortsetzungsromans" oder einzelner Passagen daraus.

Die im Corona Magazine veröffentlichten und namentlich gekennzeichneten Texte stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion überein. Die Zustimmung zur Veröffentlichung wird mit Eingang der Sendung vorausgesetzt. Der Autor erklärt mit der Einsendung, dass eingereichte Materialien frei sind von Rechten Dritter und hält die Redaktion von Rechten Dritter frei. Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichung kann trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernommen werden.

Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten ("Hyperlinks"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches der Herausgeber liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem die Herausgeber von den Inhalten Kenntnis hätten und es ihnen technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern.
Die Herausgeber erklären hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten haben die Herausgeber keinerlei Einfluss. Deshalb distanzieren sie sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten/verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb der Publikation gesetzten Links und Verweise. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist.

Gemäß Paragraph 28 Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz wird hiermit die Verwendung von persönlichen Daten dieses Magazines zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.
 Impressum
corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904
Ausgabe 231 - 24.02.2010
Herausgeber
Mike Hillenbrand

Chefredaktion
Mike Hillenbrand (mh) (v.i.S.d.P.)

Lektorat
Esther Haffner (eh)
Corona-Redaktion
Marcus Haas (mh)
Esther Haffner (eh)
Carolina Möbis (cm)
Bernd Perplies (bp)
Etienne Quiel (eq)
Armin Rößler (ar)
Klaus Schapp (ks)
Birgit Schwenger (bs)

newsBEAT
Phantastik.de
The Daily Trekker
SF-Radio.net

Ihre Meinung
Mike Hillenbrand (mh)

TV-Vorschau
Klaus Schapp (ks)

Kurzgeschichte
Armin Rößler (ar)

Fragen zum Abonnement:
abo@corona-magazine.de

Fragen zu Kooperationen:
dialog@corona-magazine.de

Corona Webseiten:
www.corona-magazine.de

Auflage:
10'867 Leser

Ausgabe 232 erscheint am
17.03.2010.

(Zum Seitenanfang)