corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904

 newsBEAT
+ "Star Trek"-Hörbücher
+ "Stargate Universe"
+ "2012" TV-Serie
+ Sci Fi Monster-Contest
+ "Heroes" jetzt nachts
+ Rückkehr bei "24"
 Kunterbunt
+ "Star Voyager"
+ Kuh auf dem Nachttisch
+ "Die Tür" - im Kino
+ "Geisterdrache" Jubiläum
+ DreieichCon 2009
 Buch-Tipp
TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze
Das Buch nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen dieses Franchises. Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes. Ideen, die weltweit von Millionen von Trekminds gelebtwerden.

Star Trek in Deutschland
Das Buch beschreibt mit Hingabe und Begeisterung das Phänomen bzw. Fandom und beleuchtet es unterhaltsam und informativ von allen Seiten.
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Dr. Hubert Zitt über die Wissenschaft in Star Trek.

Stargate-Project
Die News- und Entertainment-Seite zu Stargate-SG1 und Atlantis.
11. November 2009 - Ausgabe 226 - "A name is a name"
Namen verpflichten
“Star Trek” ist ein großer Name. So ein richtig großer. Vieles verbindet man mit diesem Namen: Charaktere, Schiffe, Abenteuer in gleich mehreren Quadranten der Galaxis. Viel Tradition steckt in diesen beiden Worten und nun, wo in den Regalen der Kaufhäuser wieder eine DVD/eine Blu-ray mit diesem Namen steht, greifen hoffentlich auch all jene zu, die in diesem Frühjahr nicht ins Kino gegangen sind. „Star Trek“ ist ein großer Name - und dieser Film trägt ihn mit Würde.
 
Peng! Da hab ich Sie, nicht wahr, liebe Leser? Beim Schreiben dieser Zeilen höre ich schon den Aufschrei unter allen, die das gaanz anders sehen, und die nicht verstehen können, was an diesem neuen Film denn so besonders groß(artig) sein soll. Gut erinnere ich mich noch an die Diskussionen von vor ein paar Monaten, aber was soll ich sagen? Meine Meinung hat sich trotz aller vehement vorgebrachten Argumente nicht geändert: „Star Trek“ ist ein richtig guter Film geworden und sollten Sie sich noch keine Meinung gebildet haben, liegt die Lösung nur einen Mausklick entfernt.
 
„Mark Brandis“ ist auch großer Name. Und Balthasar von Weymarn und Jochim C. Redeker machen aus den Abenteuern, die mich vor vielen Jahren andauernd und nachhaltig unterhalten haben, große Hörspiele. Die neuesten Folgen sind gerade erschienen und ich freue mich, dass wir Sie Ihnen im Spotlight dieser Ausgabe vorstellen dürfen. Wer SF mag und Hörspiele schätzt, darf an diesen CDs nicht vorbei gehen. Aber lesen Sie selbst.
 
Lesen werden Sie in diesem Jahr hoffentlich noch so einiges und wenn Sie mögen, auch aus unserer Feder. Dazu aber in der nächsten Ausgabe des Corona Magazines mehr. In dieser finden Sie schon genug zu lesen, was Sie hoffentlich erheitert, informiert und vor allem unterhält! In diesem Sinne:
 
Bleiben Sie uns gewogen!

Herzlichst
Ihr Mike Hillenbrand
Chefredaktion (v.i.S.d.P.)
Inhalt
1.Spotlight: Neue Folgen der SF-Hörspielreihe "Mark Brandis"
Auf in die unendlichen Weiten eines Universums, das sich zu entdecken lohnt.
6.Die Memmen des Meeres - Der Corona-Fortsetzungsroman
Das 22. Kapitel unseres Fortsetzungsromans
2.newsBEAT
Kurzmeldungen aus Fernsehen, Kino & Co.
7.Klassiker der Science Fiction #3: "Die unendliche Reise"
Die Corona-Redaktion empfiehlt Klassiker für den gemütlichen Leseabend mit und ohne Kamin
3."Die nächste Begegnung" von Arthur C. Clarke
Aber bitte mit...nee, das war jetzt was anderes.
8.Kunterbunt
Pressemitteilungen, Veranstaltungen und mehr...
4.Ihre Meinung & Gewinnspiel
Hier ist alles von und für die Corona-Leser
9.Wissenschaft: Nobelpreise 2009
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir so neugierig sind? Damit Sie Artikel wie diese lesen können!
5.TV-Vorschau
Unsere Fernsehtipps für die nächsten zwei Wochen
10.Die Corona-Kurzgeschichte
"Der Interferenzspiegel" von Hans-Joachim Heider

1. Spotlight: Neue Folgen der SF-Hörspielreihe "Mark Brandis"
von Oliver Koch
Spannung mit Hirn und doppeltem Boden: „Mark Brandis“ ist ganz sicher eine der besten Hörspielserien am Markt. Dabei überzeugen nicht nur die Geschichten, die auf den gleichnamigen Romanvorlagen der Buchreihe des Autors Nikolai von Michalewsky beruhen sowie die gekonnten, cleveren Drehbuchadaptionen – auch produktionstechnisch ist „Mark Brandis“ ein Garant für hochkarätige Unterhaltung, die mit ordentlichen Pfunden wuchert. Neben exzellenten Sprechern, die den Geschichten Authentizität und Lebendigkeit verleihen, ist auch die Tonkulisse großartig. Geräusche, Musik und Tonqualität sind Spitzenklasse.
Nun sind Teil 5 und 6 dieser Hörspielreihe erschienen: Nach dem mit Folge 4 abgeschlossenen Erzählstrang wird mit dem Zweiteiler „Testakte Kolibri I und II“ ein neues Kapitel aufgeschlagen.
 
Zuvor ein kurzer Schnelldurchlauf durch Folgen 1–4:
Während eines Fluges des Raumschiffprototyps Delta IV wird die EAAU (Europäisch-Afrikanisch-Amerikanische Union), der westliche Teil der in zwei verfeindete Machtblöcke geteilten Erde, durch politische Manöver von General Gordon B. Smith übernommen. Die Besatzung der Delta IV mit dem Testpilot Mark Brandis findet sich in einer Gesellschaft wieder, die durch mit Implantaten gefügig gemachte Politiker und Medienakteure in einer Diktatur gleichgeschaltet werden soll. Der beliebte Präsident Hirschmann, ebenfalls manipuliert, dankt scheinbar freiwillig ab und wird interniert. Mark Brandis und seine Mannschaft befreien ihn und fliehen gemeinsam zur Kolonie auf der Venus, die noch unabhängig ist. Die Besatzung der Delta IV wird Teil der dortigen Streitkräfte und beginnt einen Kampf gegen Smith und sein Regime. Dabei kommt auch der andere Machtblock der Erde, die VOR (Vereinigte Orientalische Republiken) ins Spiel.
 
All das ist mit mörderischem Tempo inszeniert, dass der Hörer glaubt, die Tonspur eines Hollywood-Films zu hören. Rasant, aber ohne Hetze jagt die Story um Macht, Kampf und Politik von Höhepunkt zu Höhepunkt und bringt das Kunststück fertig, dabei weder oberflächlich zu sein, noch die notwendigen Charaktere oder die politischen Hintergründe zu vernachlässigen.
Nicht umsonst wurde die erste Folge „Unternehmen Delta IV“ auch 2008 mit dem Deutschen Phantastik Preis als bestes Hörspiel ausgezeichnet.
 
Die beiden neuen Teile nehmen nun etwas den Fuß vom Gas. Auch wenn die vorherige Handlung abgeschlossen ist, ist das Hören dringend zu empfehlen, da sonst die persönlichen und politischen Hintergründe nicht klar werden.
„Testakte Kolibri“ versetzt Mark Brandis auf den Stützpunkt „Espirito Santo“ in der Südsee, von dem aus der Prototyp des neuen trimedialen Gleiters „Kolibri“ getestet wird, der in Kürze in großer Stückzahl an die Streitkräfte ausgeliefert werden soll.
Doch mehrere tödliche Unfälle mit den Kolibris geben Rätsel auf, die Brandis nun unter Zeitdruck zu klären hat. Dabei stellt sich die Frage, ob wer was wann warum vertuscht. Interessen gibt es auf verschiedenen Seiten aus verschiedenen Gründen. Sollen technische Fehler des Kolibri vertuscht werden, um die Auslieferung nicht zu gefährden? Stecken politische Intrigen, auch von der asiatischen Liga, dahinter? Welche Drahtzieher mit welchen Motiven gibt es?
 
Was im 1. Teil von „Testakte Kolibri“ noch langsam beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einer Detektivgeschichte, die immer neuen Fragen nachgeht und stets weitere Indizien in jede Richtung findet.
 
Die Folgen 1–4 beschäftigten sich stark mit Diktaturen und ihren Auswirkungen, die beiden neuen Folgen stellen Misstrauen in politische, wirtschaftliche und zwischenmenschlichen Prozesse in den Vordergrund. Wie auch Brandis, muss sich der Hörer auf ein neues Team einstellen und zurechtfinden. Freundschaften schließen, mit Verlusten fertig werden – dies sind die Hauptanliegen der beiden Folgen.
Daher geht es auch beinahe schon intim zu. Ohne die ersten vier Folgen entgehen dem Hörer zahllose Bezüge, die erst die Wunden und Brüche in den Charakteren und dem herrschenden Frieden deutlich machen. Die Welt hat zwar Smith überstanden, aber allgegenwärtig ist er dennoch. Mehr als einmal nimmt ein Protagonist darauf Bezug, etwa wenn es darum geht, dass unter der Diktatur einige Dinge schneller und einfacher waren als in demokratischen Gefügen. Auch die Mitläuferschaft wird thematisiert: Die neue Weltordnung besteht noch immer aus Teilen der alten und ist somit immer noch allgegenwärtig.
 
Die Folgen sind geprägt von tiefem Misstrauen bis hin zur Paranoia, die alle Gefilde durchsetzt: große Politik ebenso wie persönlichen Umgang.
 
Dies wird sehr überzeugend und atmosphärisch umgesetzt und zeigt erneut, dass die „Mark Brandis“-Reihe clevere, doppelbödige Unterhaltung ist, die eine spannende Geschichte mit Tiefgang erzählt.
 
Vieles ist nun neu bei Mark Brandis, nicht nur inhaltlich. So wurden große Teile der Protagonisten ausgetauscht – was jedoch der Romanvorlage entspricht und kein Einfall der Serienmacher ist. Die Veröffentlichung hält sich nicht genau an die Romanreihenfolge und überspringt die „eigentlichen“ Teile 5 und 6, die jedoch als Nächstes erscheinen sollen.
Ausgetauscht wurde mit den beiden neuen Folgen auch das Label. Erschienen die ersten vier Folgen der Interplanar-Produktion noch unter der Ägide von „Steinbach Sprechende Bücher“, ist man nun zu „Folgenreich“ gewechselt, dem Jugend- und Erwachsenenhörspiellabel der Universal Music Group, die auch andere Schwergewichte wie die Erfolgsserie „Gabriel Burns“, aber auch „Point Whitmark“ und „Abseits der Wege“ vertreibt.
 
Mit dem neuen Label sollen, nomen est omen, künftig öfter und mehr Folgen der Serie erscheinen, zum Glück. Sechs pro Jahr sollen es nun sein, glaubt man der Ankündigung auf der Webseite http://www.folgenreich.de/home/detail/article/76188/0/folgenreicher-mark-brandis/
Darauf kann man sich unbedingt freuen.
 
Erfreulich ist zudem, dass zeitgleich sämtliche Romane beim Wurdack Verlag erscheinen.
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, hat unter den unten stehenden Links die beste Gelegenheit.

--
Ein ganz besonderes Highlight bietet die "Mark Brandis"-Tour durch verschiedene Planetarien, in der die beiden Hörspielfolgen "Testakte Kolibri" ein adäquates Ambiente finden:

20.11.2009 Sternfreunde Görlitz
28.11.2009 Raumflugplanetarium Halle
04.12.2009 Planetarium am Insulaner/Berlin
10.01.2010 Planetarium Bremen
15.01.2010 Carl-Zeiss Berlin
23.01.2010 Planetarium Merseburg
05.02.2010 Planetarium Nürnberg
(wird fortgesetzt................................)

www.folgenreich.de/markbrandis

2. newsBEAT
"Star Trek"-Hörbücher schon ab Dezember
Zur bevorstehenden Veröffentlichung der ersten "Star Trek"-Hörbücher auf Deutsch gibt es weitere Informationen zur Preisgestaltung und zum Erscheinungsrhythmus.

Einen Monat früher als zunächst geplant, erscheint das erste "Titan"-Hörbuch bereits als digitaler Download im Dezember 2009. Dabei handelt es sich um eine ungekürzte Fassung des Romans "Eine neue Ära", die eine Laufzeit von ungefähr elf Stunden umfassen wird. In Sachen Inhalt steht das Hörbuch dem gedruckten Wort also in nichts nach. Eine gekürzte Version käme entgegen erster Meldungen wohl nur zum Einsatz, falls das Buch auch auf CD erscheint.

Die "Titan"-Hörbücher sollen nach aktuellem Stand im Monatsrhythmus herauskommen. Damit können "Trek"-Fans sich im Januar 2010 auf "Der rote König", im Februar 2010 auf "Die Hunde des Orion" und im März 2010 auf "Schwert des Damokles" freuen. Die digitalen Downloads werden wohl sowohl auf audible.de angeboten als auch bei amazon.de und iTunes.

Die von audible.de herausgegebenen Hörbücher erscheinen übrigens nicht als mp3-Dateien, sondern in einem speziellen Audible-Format, wovon man sich einen besseren Schutz vor Raubkopierern verspricht. Audible.de betont aber auch weitere Vorteile des hauseigenen Standards: Die Datei nimmt weniger Speicherplatz in Anspruch als im mp3-Format, das Audible-Format ermöglicht zusätzliches Blättern durch die Kapitel und erlaubt das Setzen von eigenen Lesezeichen, die erhalten bleiben, wenn zwischendurch andere Dateien abgespielt werden.

Für das Abspielen der Hörbücher ist eine Software nötig, die man bei audible.de kostenlos herunterladen kann. Diese läuft auf den gängigen Windows- und Macintosh-Betriebssystemen, aber nicht auf Linux. Wer seine Hörbücher lieber unterwegs hört, sollte vor dem Kauf prüfen, ob das eigene Abspielgerät das Audible-Format unterstützt; eine Liste der kompatiblen Geräte, darunter iPhone und iPod, findet man hier bei audible.de.

Auch zum Preis gibt es inzwischen Neuigkeiten: Die "Star Trek"-Hörbücher werden von audible ins Abo-Programm aufgenommen. Als Abonnent kann man für 9,95 EUR im Monat je ein Hörbuch auswählen. Auch jedes weitere Hörbuch, das man zusätzlich kauft, ist für 9,95 EUR zu haben. Das Abo hat keine Mindestlaufzeit, es kann monatlich gekündigt werden und auch nach erfolgter Kündigung hat man weiterhin Zugriff auf die gekauften Hörbücher. Bis Ende des Jahres bietet audible.de außerdem noch eine spezielle Playeraktion an, bei der man bei Abschluss eines Drei-Monate-Abos einen Player gratis dazu bekommt.
"Stargate Universe" im I. Quartal auf RTL II
Vor längerem konnte sich der Münchner Sender RTL II die Rechte an der neuen Serie im „Stargate“-Franchise – „Stargate Universe“ - sichern. Ein genauer Zeitpunkt für die Ausstrahlung konnte damals leider noch nicht genannt werden. Bis jetzt ...

Auf Nachfrage bei RTL II steht nun fest, dass nun eine definitive Ausstrahlung im ersten Quartal des nächsten Jahres (Januar - März 2010) geplant ist. Auch wenn noch kein genaueres Datum genannt wurde, ist dies eine sehr erfreuliche Nachricht und zeigt das Engagement des Senders.

Auch wurde mitgeteilt, dass die achte Staffel von „Smallville“ im ersten Quartal 2010 seine deutsche Free-TV-Premiere haben wird. Beide Serien werden jedoch wohl nicht gleichzeitig am Sci-Fi-Mittwoch zu sehen sein, da bis jetzt „Smallville“ immer samstags gezeigt wurde.

Selbstverständlich werden die genauen Sendetermine von „Stargate Universe“ veröffentlicht, sobald sie RTL II bekannt gibt ...
TV-Serie zum Film "2012" in Planung
Das Magazin Entertainment Weekly berichtet in seiner Online-Ausgabe von Planungen für eine TV-Serie, welche auf Roland Emmerichs neuem Film „2012“ basieren soll.

“2013“, so der Arbeitstitel, soll nach den Ereignissen des Films spielen und von einer Gruppe Menschen erzählen, welche die Katastrophe, die in dem Film die Erde heimsucht, überlebt haben und eine neue Gesellschaft etablieren wollen.

Als Produzent wird derzeit Mark Gordon gehandelt. Dieser ist nicht nur ausführender Produzent von „2012“, sondern auch als Produzent von Serien wie Grey’s Anatomy“ und Private Practice“ erfolgreich. Die Idee stammt von Roland Emmerich selbst und dem Autor Harald Kloser.

Angeblich verhandelt Mark Gordon bereits mit dem Sender ABC über die Ausstrahlung. Es besteht die Hoffnung, „2013“ könnte die Serie „Lost“ nach ihrem Ende dort beerben. Der Sender wollte sich dazu allerdings nicht äußern.
Monster-Contest bei Sci Fi
TV-Premiere auf Sci Fi: Ab dem 9.11. begleitet „Sanctuary – Wächter der Kreaturen“ das Team um Dr. Helen Magnus (Amanda Tapping) bei der Suche nach seltsamen, oft auch bösartigen Kreaturen und Monstern, die im Verborgenen mitten unter uns leben. Passend zum Serienstart ruft scifi.de zum großen Monster-Contest auf! Einige Top-Sci Fi-Stars haben schon gezeichnet – und diese Original-Zeichnungen sowie drei iPod touch gibt es nun zu gewinnen.
Am großen „Sanctuary“-Contest teilzunehmen ist ganz einfach: Die Teilnehmer müssen im Online-Malprogramm eine außergewöhnliche Kreatur zeichnen und dann mit abstimmen, denn nur die besten Monster können gewinnen. Auf www.sanctuary.scifi.de sind die Spielregeln sowie auf der Startseite einen Erklärungstext zur Kampagne zu finden.

Die Serie „Sanctuary – Wächter der Kreaturen“ wird immer montags bis donnerstags um 20:15 Uhr auf Sci Fi ausgestrahlt.
RTL 2 verschiebt "Heroes" ins Nachtprogramm
Seit Anfang November müssen sich alle „Heroes“-Fans an eine neue Sendezeit gewöhnen. Die Serie wird nun ab 23:00 Uhr Mittwochs ausgestrahlt.

Diese Maßnahme ist auf die wirklich schlechten Quoten der letzten Wochen zurückzuführen, die dann auch dazu führten, das die anderen Serien am Mittwochabend wie z. B. „Stargate Atlantis“ rein quotenmässig runtergezogen wurden.

Etwas Positives hat diese Verschiebung dann dennoch, hin und wieder mussten bei „Heroes“ einige Szenen herausgeschnitten werden, damit die Serie um 20:15 Uhr gesendet werden durfte, das fällt mit der Verschiebung auf einen späteren Sendeplatz weg.
Rückkehr bei "24"
Der aus den Staffeln fünf und sechs bekannte Schauspieler Gegory Itzin kehrt in der achten Staffel von „24“ in die Rolle des Ex-Präsidenten Charles Logan zurück. Bislang war unklar, ob der Charakter die Messerattacke seiner Ex-Frau (Jean Smart) überlebt hat.

In der neuen Staffel soll Logan der amtierenden Präsidentin Taylor (Cherry Jones) bei einer diplomatischen Krise unter die Arme greifen.

Die achte Staffel von „24“ wird am 17. und 18. Januar in den USA ihre vierstündige Premiere haben. Der Großteil der Handlung soll in New York spielen.
"Salt": Action mit Angelina
Erst im August 2010 kommt der bisher wenig beachtete Film „Salt“ in die deutschen Kinos.

Mit Namen wie Angelina Jolie, Liev Schreiber und Chiwetel Ejiofor scheint der Action-Thriller interessant zu sein, auch wenn, oder eben weil, er sich primär um die CIA-Agentin Evelyn Salt (Angelina Jolie) dreht. Der erste Filmtrailer dürfte das Interesse durchaus wecken.
"Metropolis": Arbeiten an neuer Rekonstruktion kurz vor dem Abschluss
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet in einem Artikel auf ihrer Website über den Stand der neuesten Rekonstruktion von Fritz Langs „Metropolis“.

Nachdem im Sommer letzten Jahres im Filmmuseum in Buenos Aires eine argentinische Schnittversion des Films entdeckt wurde, welche bislang verschollen geglaubte Szenen enthält, arbeiten sich die Experten der Friedrich-Murnau-Stiftung durch das Material mit dem Ziel, basierend auf der Rekonstruktion von 2001 eine neue und noch vollständigere Version zu erstellen.

Nun ist die erste Rohschnittfassung fertig. Wer genau wissen möchte, welche Szenen die neue Version enthalten wird, der sollte sich den Artikel zu Gemüte führen.

Obwohl die Version von 2001 schon sehr gut war, werden die Fans des Films die neue Fassung von „Metroplis“ gar nicht erwarten können. Im Frühjahr 2010 will das Team seine Arbeit abschließen.
"Men in Black 3": Drehbuchautor verpflichtet
Für einen weiteren „Men in Black“-Film wurde von Columbia Picture nun Etan Cohen („Tropic Thunder“, „Idiosyncracy“) als Drehbuchautor verpflichtet, das berichtet Slaashfilm.com

Worüber der Film handeln soll und ob Will Smith und Thommy Lee Jones mitspielen bzw. wer Regie führen soll, ist noch nicht bekannt.

Geplant ist, dass der Film 2011 in die Kinos kommen soll.
"Torchwood"-Stargast auf der Fedcon 19
Gareth David-Lloyd spielt in „Torchwood“ Ianto Jones und wurde nun für die Fedcon 19 seitens der Fedcon als Stargast angekündigt.

Die Fedcon 19 findet vom 30. April bis 2. Mai 2010 im Maritim Hotel in Bonn statt.

3. "Die nächste Begegnung" von Arthur C. Clarke
von Bernd Perplies
Die Reise mit Rama geht weiter. Im dritten Teil von Arthur C. Clarkes „Rama“-Zyklus bringen Clarke und sein Co-Autor Gentry Lee Licht hinter die Existenz des geheimnisvollen Riesenraumschiffs Rama, das schon zweimal unser Sonnensystem besuchte und von irdischen Astronauten erforscht wurde. Beim zweiten Mal nahm es drei der Weltraumfahrer mit sich auf eine interstellare Reise. Ihr Schicksal ist der Inhalt von „Die nächste Begegnung“.
 
Damit hatte die Ärztin Nicole Wakefield (geboren Des Jardin) sicher nicht gerechnet, als sie sich meldete, um gemeinsam mit der zweiten Rama-Expedition das geheimnisvolle Superraumschiff Rama (beziehungsweise ein identisches Schwesterschiff) bei seinem erneuten Besuch im Sonnensystem zu erforschen: Dass sie am Ende zusammen mit ihrem frisch geehelichten Mann, dem Wissenschaftler Richard Wakefield, und dem nach Gott suchenden Ex-Militär Michael O’Toole in dem interstellaren Reisenden stranden und auf große Fahrt gehen würde. Doch genau so kommt es und so waren Nicole, Richard und Michael am Ende des zweiten „Rama“-Romans – „Rendezvous mit Übermorgen“ – einer ungewissen Zukunft entgegengeflogen.
 
Im vorliegenden dritten Band wird ihre galaktische Odyssee geschildert, die sie nicht nur in die Ferne führt, sondern tatsächlich sogar noch einmal zurück zur Erde, bevor es wieder ab ins Ungewisse geht. Diese drei Reisen machen im Wesentlichen die drei Inhaltsteile des Romans aus. Der erste Teil wird dabei in Form von Nicoles Tagebuch erzählt und schildert, wie die Reisenden zwischen 2200 und 2213 die Strecke von der Erde bis zu einer fantastischen Raumstation in der Nähe des Sirius zurücklegen. Der Fokus liegt hier auf der Familienbildung – so bekommt Nicole mit Richard und Michael mehrere Kinder – und auf der Art und Weise, wie sich die unfreiwilligen Raumfahrer mit ihrer Situation abfinden und in ein Leben einrichten, das ihrem Befürchten nach aus einer endlosen Odyssee bestehen könnte.
 
Der zweite Teil handelt von der Begegnung der Clarke’schen „Robinsons“ mit den Schöpfern von Rama. Hier wird der noch sehr wissenschaftliche Ansatz des ersten „Rama“-Romans endgültig ins Fantastische überführt, wenngleich auch das Wunderbare mit dem, die Romanreihe beherrschenden, trockenem Ernst präsentiert wird. Die Außerirdischen sind vollkommen fremdartig und ihre Motive bleiben weitgehend unverständlich – von galaktischer Völkerverständigung im Sinne eines „Star Trek“ bleibt Clarkes und Lees Vision weit entfernt. Es soll nicht zu viel verraten werden, doch jedenfalls werden Nicole und die Ihren nach einem gewissen Aufenthalt erneut auf die Reise geschickt. Sie sollen zurück zur Erde und die Gründung einer Menschenkolonie im metallenen Leib von Rama ermöglichen.
 
Deren Entwicklungsjahre werden im dritten Teil des Romans geschildert. Dabei kommt, was beinahe zwangsläufig kommen muss: Der geplante Garten Eden, den Nicole, Richard und ihre Familie vorbereitet haben, wird durch die Machtgier und Dummheit der bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft nach und nach ins Gegenteil verwandelt. Dabei zeigen die Autoren mit ihren „Kindern“ keine Gnade: Die Familie wird zerschlagen und was einst eine Keimzelle einer besseren Menschheit gewesen war, wird durch die Masse, die im Ganzen schlecht ist, so gut der Einzelne auch sein mag, verschlungen. Genusssucht, Fremdenhass und ökologische Verantwortungslosigkeit – überhaupt mangelnde Weitsicht – werden dabei vor allem von den Autoren an den Pranger gestellt.
 
Im Gegensatz zum ersten und – mit Abstrichen – dem zweiten „Rama“-Roman liegt der Fokus bei „Die nächste Begegnung“ kaum noch auf Science-Fiction, sondern vielmehr auf Social-Fiction. Wie entwickelt sich eine Kleinfamilie in Isolation; welcher Gruppendynamik ist eine Kolonie im All unterworfen. Es werden, gerade im dritten Teil, viele neue Protagonisten eingeführt, wobei Nicole und die anderen ein wenig in den Hintergrund rücken. Das alles liest sich – auch als Kommentar auf die menschliche Gesellschaft an sich – durchaus interessant, allerdings fehlt dem 636 Seiten umfassenden Buch ein wenig die notwendige Spannung, um den handlungsgewohnten Leser bei der Stange zu halten. Man muss schon offen für diese besondere amerikanische Science-Fiction-Tradition sein, die vor einem fantastischen Hintergrund vor allem ein Lebensporträt seiner Protagonisten entfaltet.
 
Fazit: „Die nächste Begegnung“ ist kein Buch für Science-Fiction-Leser, denen es um Handlung geht. Auf unglaublich vielen Seiten geschieht über weite Strecken kaum mehr als die Beschreibung des Lebens von Clarkes und Lees Protagonisten im All oder auf dem Weg dorthin. Endgültige Antworten gibt es keine, endgültige Auflösungen der Handlungsstränge eigentlich auch nicht – sieht man von ein paar Toten ab. Wer bereit ist, sich auf eine lange Odyssee zu begeben und dabei als stiller Beobachter menschlichen Handelns in einer außergewöhnlichen Situation zu fungieren, wird in dem Buch gute Unterhaltung finden. Für alle anderen zieht es sich ungefähr so zäh wie ein Flug zum Mars.

4. Ihre Meinung & Gewinnspiel
Corona Magazine 225
Klassiker-Rubrik


hallo,

wollte euch mal gratuliern zu der neuen rubrik. auf genau so was hab ich gewartet. es gibt so viele tolle bücher, aber welche soll man lesen? und eure besprechungen sind ja auch echt top! hab mir gleich ender's game bestellt und kann euch nur zustimmen: tolles buch, komisches ende. interessant, dass ihr mit starship troopers ein gar micht so unähnliches buch als zweites genommen habt: auch militärausbildung und krieg gegen ausserirdische mit insektenartigem aussehen. da drängt sich ja geradezu ein vergleich auf. hab mir jetzt auch heinlein im original bestellt, nachdem ich vor jahren vom deutschen buch enttäuscht war.

also: danke für die tollen besprechungen und macht weiter mit der serie!!!!

klaus maintz

Gewinnspiel

Corona-Redakteur Bernd Perplies hat in diesen Tagen den letzten Band seiner Tarean-Trilogie im Egmont Lyx-Verlag veröffentlicht: Nachdem Tarean die Kristalldrachen aus ihrem Kerker in den Dunkelreichen befreit hat, ist es nun an ihm, die letzten Ritter des Kristalldrachenordens zu suchen. Zuvor jedoch steht ihm eine schwere Reise bevor: Er durchwandert den Cerashmon auf der Suche nach Moosbeeres Heimat, um das tote Irrlicht nach Hause zu bringen wie Moosbeere es sich gewünscht hat. Unterdessen regt sich im Herzen Nondurs eine uralte Macht, die eine Gefahr für die gesamte Welt darstellt. Nur mit vereinten Kräften können die Kristalldrachen und ihre Ritter das wiedererwachte Böse in seine Schranken weisen. Eine große Geschichte in einer fantastischen Welt, meint nicht nur Autoren-Kollege Christoph Hardebusch („Die Trolle“), sondern auch die Redaktion des Corona Magazines. Und bevor wir in der nächsten Ausgabe eine ausführliche Rezension des Buchs bringen, verlosen wir an dieser Stelle unter allen Abonnenten des Corona Magazines einmal
 
Die komplette Tarean-Trilogie
signiert vom Autor & Corona-Redakteur Bernd Perplies
 
Um an der Verlosung teilzunehmen, senden Sie einfach bis zum 22.11.2009 eine e-Mail an gewinnspiel@corona-magazine.de und beantworten Sie darin folgende Frage:
 
Mit welchem anderen Corona-Redakteur hat Bernd Perplies jüngst das Abenteuer-Spielbuch „Das schleichende Grauen“ verfasst?
 
Viel Erfolg!
 
PS: Wer die ersten beiden Bände bereits hat, findet hier den Abschluss der Trilogie!

5. TV-Vorschau
(16. November 2009 - 29. November 2009)
Besuchen Sie auch die Online-Version der TV-Vorschau und stellen Sie sich dort Ihr persönliches Fernsehprogramm zusammen.

Colorcode:PayTVÖsterreichSchweiz

6. Die Memmen des Meeres - Der Corona-Fortsetzungsroman
von Carolina Möbis
Zum besseren Verständnis: Dieser Corona-Fortsetzungsroman ist interaktiv, denn hier spielt der Corona-Leser mit! Wie früher in einem dieser alten Abenteuerspielbücher bestimmen Sie die Handlung. (Sie wissen schon: Wie damals in "Die absolut tödliche Insel des fürchterlichen Schreckens" und so weiter.) Aber anstatt zur Seite 170 oder 91 weiterzublättern, helfen Sie unserem Helden mit der Abstimmung auf unserer Website bei seinen Entscheidungsschwierigkeiten. Seien Sie die flüsternde Stimme im Wind und lesen Sie das Ergebnis in der nächstes Ausgabe des Corona Magazine.

Was bisher geschah:

Im Sturm ist die Déjà-Vu in voller Fahrt im wörtlichen Sinn auf einen Schiffsfriedhof gestoßen. Der verwirrte Bewohner der künstlichen Insel gibt sich als Orakel zu erkennen. Wie es sich für ein echtes Orakel gehört, spricht er nicht nur in Rätseln, sondern gewährt Daniel auch die Antwort auf eine Frage. Um sich richtig zu entscheiden, sucht Daniel die Hilfe der Stimmen.

22. Kapitel

„Das Mädchen“, wispert der Chor in meinem Geist, zart, aber eindringlich wie der Flügelschlag eines Kolibris. „Frage nach Monique.“
Also tue ich genau das. Wieder huschen des Alten Augen hin und her. Als sie sich dann schließlich doch auf mein Gesicht richten, wird mir ganz übel. Die Pupillen sind riesig, füllen fast den gesamten Augapfel aus. Ich kann den Blick nicht von den onyxfarbenen Kreisen abwenden. Wo eben noch menschliche Augen waren, starren mich bodenlose Abgründe an. Ein Sog zerrt an mir, zwingt mich, hineinzusehen … Wachsen sie? Schrumpfe ich? Sie füllen meinen gesamten Horizont. Ich blicke in die Dunkelheit der Unendlichkeit. Die Leere im Herzen der Milchstraße. Schwärze ohne Anfang und Ende. Seelenlose Weite. Sie nimmt mir den Atem und erstickt den Schrei in meiner Kehle, noch bevor er entsteht. Selbst den Schrecken saugt die Unendlichkeit aus mir heraus.
Einzig ein Flüstern, irgendwo weit hinter mir, über mir, unter mir, hält mich fest. Ein Bindfaden, nicht mehr.
„Finden wirst du sie im Reich des Aidoneos, des Chtonios und Polydektes, dort wo das unsichtbare Auge die Schatten sichtbar macht. Nimm den Weg, den andere vor dir gegangen sind.“
Die Worte verklingen, verschluckt von der eigenen Bedeutungslosigkeit angesichts des Unfasslichen. Der Faden reißt. Und ich stürze durch die Finsternis, durch die Zeit, rückwärts. Rase durch Zeitalter, die Menschen nicht erfassen können, höchstens benennen. Kambrium … Trias … und weiter in die Vorzeit … und das unendlich tiefe Brummen der Ewigkeit … ein Seufzen, so tief, dass es nicht existieren kann … Atlas' Last … auf meinem Brustkorb … was bin ich angesichts des Gewichts von Äonen? … Nicht einmal eine Ameise … und nur Leere … die Leere des Anfangs … Ich halte das nicht länger aus, zerfalle wie Asche im Wind … Nimmt man das wahr, wenn man stir-
„Daniel … Daniel …“ Eine Hand rüttelt mich an der Schulter. „Daniel, wach auf! Sie sind weg!“
Die Unendlichkeit weicht dem Salzgeruch der alten Planken. Und hämmerndem Kopfschmerz. Meine Lider sind unendlich schwer, wollen den Traum nicht loslassen. Ich bin ein Gefangener in meinem eigenen Körper. Noch immer kann ich nicht atmen, geschweige denn schreien.
„Daniel! Wach auf!“
Etwas klatscht, meine Wange brennt und dann bin ich endlich ganz da.
Ein leichenblasser Johann beugt sich über mich. Doch die Sorge in seinen hektikverzerrten Zügen gilt nicht mir.
„Sie sind weg!“, brüllt er mir ins Ohr. „Es hat sie geholt!“
„Wen?“, huste ich, auch wenn ich mir diese Frage selbst beantworten kann. Die Auswahl ist ja nicht sonderlich groß.
„Hubertus und Kikki! Sie waren weg! Einfach weg! Erst hat sie geschrien, ich dachte, das wäre wegen der angeketteten Seeleute, aber dann war da ein Schaben! Ein Ding in der Dunkelheit und dann war sie weg! Hubertus hat noch kurz geröchelt und ich bin gerannt! Verstehst du? Ich bin … was hätte ich denn tun sollen? Es war auch hinter mir her … was hätte ich … tun sollen …?“
Jetzt bin ich es, der Johann wieder in die Wirklichkeit holen muss. Seine fahrigen Gesten während dieser konfusen Schilderung erinnern mich unangenehm an den Alten. Wo ist der eigentlich?
„Ganz ruhig, Johann, ganz ruhig. Ich bin da. Du bist da. Alles ist gut.“
Während ich in bester Psychoonkel-Manier auf Johann einrede, sehe ich mich um.
Das Orakel ist nicht weg. Nur wenige Meter von uns entfernt, sitzt der Alte auf einer durchlöcherten Bordwand. Der bedenkliche Zustand seiner morschen Sitzgelegenheit lässt ihn scheinbar kalt. Wieder schaukelt sein Oberkörper vor und zurück, ganz im Rhythmus des Wellenschlags. Er brummt leise.
Auch Johann plappert vor sich hin. Halbsätze, Gedankenfetzen über lange Arme in der Dunkelheit und Flucht vor Kreaturen des Hungers.
Ich kann nur einem von beiden zuhören und so halte ich mich an denjenigen, der mir am nächsten ist. Ich presse Johann einfach die Hand auf den Mund.
Johann wehrt sich halbherzig, aber ich bin stärker. Schnell gibt er nach, sinkt an meine Schulter und schluchzt hilflos meinen Kragen voll.
Dafür verstehe ich endlich, was der Alte brabbelt. Er gibt einen seltsamen, eintönigen Singsang von sich.
„Fort! Das Licht, das Licht es schwindet
Kurz und kürzer jeder Tag
Und die Dunkelheit sie bindet
Alle Herzen Schlag für Schlag.

Tod und Sterben, Trug und Stille
Düst're Bilder, dünner Strang
Leer und öde schweigt das Leben
Wo des Sommers Lied verklang.

Sieh! Es zieht mich in die Tiefe
Wehmut nötigt mich hinab
In die Dunkelheit der Hoffnung
Die ich mir einst selber gab.“


Was soll das? Sind wir drei jetzt endgültig kuku? Das muss aufhören. Und zwar bald. Doch der Singsang geht weiter, tänzelt um meine Sinne. Ich komme mir vor wie der kleine Junge, der vor des Erlkönigs Werbung zurückschreckt.

„Und der Schrecken lauert hämisch
Unter Moos und unter Stein
Dennoch muss ich ihn erwecken
Muss tief in sein Reich hinein

Denn erst wo die Nacht am tiefsten
Und das Grauen schrecklich ist
Wo die Ungeheuer hausen
Und der Tod das Leben frisst

Dort erst wartet meine Wahrheit
Letzte Grenze, überschritten
Dort erst kann die Angst des Geistes
Schatten um Vergebung bitten.
 
Jetzt reicht's! Diese kranke Emo-Scheiße höre ich mir nicht länger an! „Was zur Hölle singst du da?“
Der unstete Blick gleitet wieder zu mir. Ein kalter Hauch fährt über mich hinweg und lässt mich schaudern. Hätte ich mal bloß die Klappe …
„Persephones Abendlied“, weht mir der Wind die kurze und erstaunlich direkte Antwort hinüber. Die heisere Stimme dringt in deutlicher Klarheit zu mir durch. „Eine Strophe fehlt noch. Du kennst sie, Odysseus. Sie wird dir das Tor öffnen, das du suchst. Aber nur, wenn du die Wahrheit in dir zulässt. Du musst dich der Dunkelheit hingeben, Odysseus, nur dann …“
„Sei still!“
Das Orakel verstummt. Dafür hat sich Johann endlich entschieden, wieder bei der Realität mitzumachen.
„Professor!“ Schockiert richtet sich mein ehemaliger Mentor auf. „Professor Sandström-Willinghaus! Sind Sie das?“
Der Alte wackelt mit dem Kopf. „Vergangene Zeiten. Schatten“, krächzt er. „Zuckende Schatten, nichts weiter.“
Ich helfe Johann auf die Füße. Gemeinsam nähern wir uns vorsichtig unserem Gastgeber.
„Das ist er“, flüstert Johann. „Oh Gott, das ist der Professor.“
„Der, der verschwunden ist? Der, der die Aufzeichnung über den Phaiakenzauber zuerst gefunden hat?“
Johann nickt verunsichert.
„Na großartig“, entfährt es mir. „Wenn das unsere Zukunft ist, können wir auch in den Schiffsbauch gehen und uns von deinen Schatten fressen lassen!“
„Daniel, sag doch nicht so was!“
Sandström glotzt auf die Wellen. Sein paradontotisches Grinsen schenkt uns keine Freunde. Zumal er nicht mit uns spricht. „Oh ja, du bist hungrig, meine Liebste. Hätte ich das sagen sollen? Was? Ich habe vergessen, dich den Besuchern vorzustellen? Oh, das tut mir leid. Aber ich werde es … Was, nicht nötig? Na, gut. Jaja, er wird kommen. Er kommt bald.“
„Wer?“
„Du.“
Na super. Schatten holen meine Freunde in irgendeinem verdammten Schiffswrack, weil die nicht mal fünf Minuten auf sich selbst aufpassen können. Ein Alm-Öhi auf dem Opiumflash labert mir was von tiefster Nacht und letzten Grenzen vor, während mein einziger verbliebener Kumpel vor Angst meine Schulter vollsabbert. Und ich dachte, ich wäre verrückt, aber meine Störung von früher ist ja nichts gegen diese mentale Müllhalde hier.
„Weißt du was, Johann, wir gehen da jetzt runter“, beschließe ich. „Dem Professor ist nicht mehr zu helfen, aber Kikki und Hubertus vielleicht schon. Du zeigst mir, wo sie verschwunden ist.“
Johann schüttelt wild den Kopf. „Ich kann da nicht noch mal hinunter! Das geht nicht!“
„Dann geh' ich allein. Und du kannst ja mit dem Professor und seiner unsichtbaren Freundin die Zeit totschlagen. Aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wovon der sich ernährt? Kühlschränke habe ich hier nämlich noch nicht gesehen!“
Ein hastiger Blick, erst zu dem Alten, dann zurück zu mir, entscheidet die Sache. „Überredet. Ich komme mit.“ Schicksalsergeben trottet Johann neben mir her. „Du bist wirklich ein Sklaventreiber, Daniel. Fast wie der echte Odysseus.“
Wir lassen das Orakel im Nebel hinter uns zurück. Johann führt mich zu einer zertrümmerten Luke an Bord der Galeere. „Da bin ich rausgekommen. Die Leiter ist noch intakt. Ich habe vorhin höchstens zwei Stufen rausgebrochen.“
„Dann mach Platz“, fordere ich.
Johann gibt nur allzu bereitwillig nach. Ich klettere nach unten. Zaudern hat ja auch keinen Zweck.
Am Fuß der Stiege angekommen, stehe ich in einer Geruchskaskade aus Meerestieren und Seetang in mannigfachen Stadien der Verwesung. Abgesehen von Johans Keuchen und seinen Schritten auf der Leiter, umgibt mich nur ein gedämpfter Wellenschlag.
Die Gorgone auf meiner Brust beginnt wieder zu glühen. Komisches Teil. Endlich habe ich die Zeit dazu, sie mir noch einmal näher anzusehen. Als ich das Amulett hervorziehe, schimmert das schlangenumkränzte Haupt. Es schenkt uns ein wenig Licht in diesem Gefängnis der Nacht. Praktisch, dieses Teil.
„Daniel, was ist das?“ Neugierig grapscht Johann nach meinem Anhänger. Selbst noch verblüfft, ziehe ich das Amulett nicht schnell genug aus seiner Reichweite. Als Johanns gierige Pfoten die Gorgone berühren, stehen wir im Dunkeln.
„Lass das!“, zische ich. „Das ist meins.“
„Ja, schon gut. Schon gut.“ Schlachtenmüde lässt Johann los.
Schon wird es wieder heller um uns.
„Aber ich habe es dir gegeben“, erinnert mich mein Begleiter.
„Na und? Bei mir wirkt's!“, fauche ich. Ich habe keine Lust, länger über mein Eigentum zu palavern, wo wir doch Wichtigeres zu tun haben. „Kommen wir zur Sache. Wo sind die verschwunden?“
„Da hinten irgendwo.“
Je weiter ich mich der Stelle nähere, die Johann mit einem vagen Winken bezeichnet hat, erfasst mich ein Ziehen, das mich an den Sog der Nachtaugen erinnert, die mich während meines Orakelspruches beinahe sonst wohin entführt hätten.
Apropos Orakelspruch: „Johann, was sagen dir Aidoneos, Chtonios und Polydektes?“ Vielleicht kann ja der Herr Archäologe und Altphilologe dazu mal Stellung nehmen. Für irgendwas muss das trockene Studium doch gut sein.
„Das sind alles Beinamen des Hades, des Herrschers der Unterwelt. Und ich finde es sehr makaber, dass du das jetzt erwähnst.“
Na, das ist ja echt Moppelkotze. Soll ich Monique im Hades suchen? Den Weg nehmen, den andere vor mir gegangen sind? Das hatte der Alte noch gesagt. Hat er damit Kikki und Hubertus gemeint? Und wenn ja, was bedeutet das? Muss ich mich jetzt auch noch fressen lassen?
Aber da ist nichts. Keine Arme. Kein Schatten. Bis auf ein paar angekettete Skelettreste unglücklicher Gefangener ist der Bauch der Galeere so ziemlich leer.
„Bist du sicher, dass das die richtige Stelle war?“, frage ich Johann, aber der antwortet nicht.
Ich fahre herum. „Johann?“
Johann ist fort. Die Medusa und ich sind allein.
Seltsam. Bei diesem Gedanken erfasst mich eine tiefe Ruhe, geboren aus der Gewissheit, dass mir nichts passieren kann, was ich nicht will. Die Gorgone schützt mich. Sie überlässt mir die Entscheidung, ob ich den Weg gehe. Meine Göttin beschützt mich und lächelt mir zu. Und für den Hauch eines Augenblicks schenkt sie mir ihre Weisheit. Danke, Athene. Endlich habe ich dich erkannt.
Eine alte Erinnerung erwacht in mir. Im Grunde weiß ich, was ich tun muss. Hier, in diesem nassen Schlund, befindet sich, warum auch immer, eins der Tore. Von hier ist ein Abstieg möglich. Ich habe zwar keinen Widder, den ich opfern kann, aber in Anbetracht der Umstände muss es auch anders gehen. Ein bisschen eigenes Blut wird genügen, um das Tor zu öffnen.
Ich war bereits dort. Ich bin dem Ort schon einmal entkommen.
Was für eine Wahl habe ich denn noch? Meine Kameraden sind alle gegangen. Wenn ich hierbleibe, werde ich allein sein. Allein mit dem Alten.
Dann lieber die Flucht nach vorn. Sobald ich den Entschluss gefasst und mir mit dem Fingernagel einen winzigen Schnitt die Fläche der linken Hand geritzt habe, dringt der alte Zauberspruch wie von selbst über meine Lippen. Die letzte Strophe der Persephone. Zuckende Schatten. Das hat der Alte gesagt. Zuckende Schatten.

„Schatten Schatten tiefe Nacht
Schatten Schatten längst erwacht
Schatten Schatten dunkler Rauch
Schatten Schatten holt mich auch!“
 
Wieder erfasst mich der Sog der Ewigkeit, aber diesmal bin ich vorbereitet. Gewarnt durch die Vision. Ich falle. Die Nacht verschlingt mich. Doch ich werde mich nicht verlieren, sondern …
… … … … als ich endlich wieder Boden unter den Füßen habe, hat die Dunkelheit kein bisschen nachgelassen.
Das ist auch nicht zu erwarten an einem Ort wie diesen. Die Reise hierher ist aus meinem Gedächtnis getilgt wie ein flüchtiger Traum. Wahrscheinlich ist das auch besser so.
Alle Geräusche, selbst mein eigenes Räuspern, dringen nur gedämpft durch die ewige Nacht. Es riecht nach ... nichts. Wonach sollte es auch riechen?
Im Hades.
Naja, was soll’s. Ich kenne das ja. Ich war ja schon mal hier. Aber da nannten sie mich noch Odysseus.
Wie war das noch? Wo muss ich jetzt hin? Wenigstens kann man in dieser Finsternis nicht die Orientierung verlieren. Man hat ja von vornherein keine.
Bei genauem Hinsehen schenkt mir die Gorgone einen dünnen Lichtstrahl. Er lenkt mich in eine bestimmte Richtung. Athene, du bist die Größte! Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dir bin. Mein persönlicher Ariadnefaden. Ich sehe dich milde lächeln, oh Göttin. Und ich verspreche dir, ich werde dich nicht enttäuschen.
Gerade will ich dem winzigen Licht folgen, da höre ich irgendwo hinter mir ein Weinen. Ist das Kikki? Ruft sie nach mir?
Au Backe! Eben noch war alles so klar. Da wusste ich, was ich wollte, und fühlte mich geleitet.
Aber Kikki weint. Sie ist ganz allein in der Dunkelheit. Und ich glaube, ich bin schuld.
Wem folge ich nun?
Dem Licht meiner Gorgone?
Oder Kikkis Schluchzen?

Sagen Sie unserem Helden, was er tun soll, und zwar hier.

- Fortsetzung folgt.-

7. Klassiker der Science Fiction #3: "Die unendliche Reise"
von Oliver Koch
Complain lebt als Jäger in seinem Stamm inmitten eines Waldes aus Ponik-Bäumen. Sein Leben ist wie das der anderen Mitglieder seines Stammes: archaisch, streng hierarchisch mit einem Oberhaupt und fest zugewiesenen Rollen. Zudem ist das Leben begrenzt: Von den Gebieten anderer Stämme und den trennenden Barrikaden, vom Dschungel und von den „Todesstraßen“. Ein mittelalterliches Leben. Wären da nicht bestimmte Merkmale, die gleich von Beginn des Romans an deutlich machen: Diese Welt ist kein Planet. Zahlreiche Artefakte liegen herum oder kursieren, so auch Waffen. Der Rückgriff auf eine unbekannte Vergangenheit ist jederzeit möglich – was fehlt, ist Wissen und Erkenntnis darüber.
Auf diese Weise ist das Leben der Menschen durch Unwissen begrenzt.
 
Das Leben findet auf einem von den so genannten Ponik-Bäumen überwucherten Raumschiff statt. Die Stämme, bedroht von anderen Stämmen und den so genannten „Mutanten“, leben in den Gängen und den seit Ewigkeiten leerstehenden Kabinen, in denen sie immer wieder Gerät und Werkzeug, Waffen und Material finden. An das Raumschiff selbst wie auch an die Mission erinnern sich die Bewohner nicht mehr. Nur in alten Mythen erzählt man sich von der „Raumschiff-Theorie“, die besagt, dass sich die gesamte bekannte Welt seit Urzeiten auf einem fliegenden, begrenzten Raumschiff befindet – freilich ohne Vorstellung davon, was ein Raumschiff ist, geschweige denn, wie eine Welt außerhalb der bekannten Welt aussehen könnte. An Stelle der Kenntnis ist eine krude Religion getreten.
 
Als Complains Gefährtin Gwenny entführt wird, was ihn seiner gesellschaftlichen Stellung im Stamm beraubt, hat er nichts mehr zu verlieren und entschließt sich, sich dem geltungssüchtigen und opportunistischen Priester Marapper und einigen seiner Gefährten anzuschließen. Marapper hat sich nicht nur in den Kopf gesetzt, mit einer kleinen Schar aufzubrechen, um die Realität hinter den Mythen und Sagen zu erkunden – sondern auch die sagenumwobene Steuerzentrale zu finden, um mit ihr die Kontrolle des Raumschiffs zu übernehmen.
Nun beginnt die Reise durch das unbekannte Schiff mit all seinen Rätseln und Wundern, während deren Verlauf sich, Deck für Deck, Gebiet für Gebiet, immer mehr die Wahrheit herausschält.
Die Gruppe Abenteurer stößt dabei nicht nur auf die rätselhaften „Riesen“, sondern auch in das Land der „Voruns“ vor – und damit in die Erkenntnis.
 
„Die unendliche Reise“ von 1958 ist Brian W. Aldiss' erster Science-Ficion-Roman und bietet ein inzwischen bekanntes und variiertes Sujet. Originaltitel „Starship (Nonstop)“ und die bisherigen deutschen Auflagen des Romans verrieten sofort die Tatsache, dass die Handlung auf einem Raumschiff spielt – jedoch zieht der Roman seine Anziehungskraft nicht aus dieser Überraschung, sondern der Weg, die Odyssee, ist das Ziel. Dem Leser werden mit rasch fortschreitender Handlung mehr und mehr Informationen an die Hand gegeben, die zur Lüftung des Rätsels führen. Zugleich werden Denkweisen und Philosophien ausgeführt – Leser und Protagonisten sind ebenbürtig: Zwar weiß der Leser mehr über die Zusammenhänge des Schiffes und ist den Figuren gegenüber im Vorteil, wenn es um die Deutung von Zeichen, Mythen und Dingen geht, die gefunden werden oder zum Einsatz kommen – gleichzeitig ist ihm die gezeigte Welt mit ihren Denkweisen fremd, die hingegen von den handelnden Personen gelebt und verstanden wird. Beiden gemeinsam ist, dass sie über die Hintergründe im Unklaren sind. Leser und Figuren gehen somit eine interessante Verbindung ein, man erforscht gemeinsam, und jeder möchte dem anderen Wissenswertes zurufen, um damit die Geheimnisse aufzuklären. So bangt man als Leser mit, ob die Dinge richtig gedeutet werden.
Unter anderem ist das auch der Grund, aus dem „Die unendliche Reise“ so viel Vergnügen bereitet. Lange gefackelt wird in dem gerade einmal 235 Seiten umfassenden Buch nicht, die Handlung prescht nach etwas holprigen 20 Seiten zu Beginn wacker voran.

„Die unendliche Reise“ ist keine politische oder gesellschaftskritische Literatur. Auch Ideenliteratur, die Technik deutet und voran- bzw. vorausdenkt, ist der Roman nicht. Vielmehr beschreibt der Roman einen geradezu philosophischen Weg zur Erkenntnis und die Überwindung von Unwissen in Wissen. Vieles erinnert an Platons Höhlengleichnis aus der „Politeia“, in dem die fehlerhafte Deutung von Welt und Wahrheit beschrieben wird. In diesem Gleichnis vergleicht Platon den Menschen mit Menschen in einer Höhle, die lediglich auf die Höhlenwand vor sich starren, statt sich umzublicken und somit die Schatten an der Wand notwendigerweise als Wahrheit betrachten statt zu erkennen, dass es eine „wahre“ Welt gibt.
 
Der Roman gibt Auskunft darüber, wie schnell und wie konsequent Wahrheit erodiert und zu reinen Mythen verfälscht wird. Jedoch erzählt er auch, wie hartnäckig sich die Wahrheit hält und auf Entdeckung oder Wiederentdeckung wartet, wenn es Menschen mit dem Ziel gibt, sie zu finden.
„Die unendliche Reise“ ist auf diese Weise neben einem klassischen und waschechten Abenteuerbuch auch ein kleiner Aufklärungsroman der Science-Fiction, in dem der Held Complain mit seinen Gefährten über sich und ihren begrenzten Horizont hinauswachsen.
 
Heutzutage mag einiges in Aldiss' SF-Erstling sowohl bekannt als auch antiquiert erscheinen. Gemeint sind damit nicht technische Details, sondern Handlungsmuster und Deutungsebenen. Des Autors Schuld ist das jedoch nicht. Aldiss war mit diesem Roman einer der Ersten mit dieser Thematik. Die Sprache ist einfach, aber nicht zu simpel, und durch die zahlreichen Implikationen ist er weder lapidar noch naiv.
Die Geschichte wäre ein trefflicher Filmstoff – auch wenn gerade aktuelle Filme wie „Pandorum“ die Thematik in weitestem Sinne kopieren, wie bereits andere Filme zuvor.
 
„Die unendliche Reise“ ist leider seit geraumer Zeit nur noch antiquarisch erhältlich, was schade ist: So geradlinige Storys ohne Schnörkel, aufgeblähte Nebenhandlungen und erzählerische Mätzchen bekommt man inzwischen selten zu lesen.

8. Kunterbunt
"Star Voyager: Der Virenplanet" im Blitz-Verlag erschienen
Terra droht im Chaos zu versinken. Die Weltregierung beschließt zusammen mit der CRC das Projekt „Star Voyager“ und die Titan startet mit zahlreichen weiteren Prospektorenschiffen ins All. Die Ziele: Rohstoffe zur Energiegewinnung und erdähnliche Planeten zur raschen Besiedelung.

Amos Carter betraut den Cyborg Five mit einer schwierigen Aufgabe, die nur einer wie er zu lösen vermag. Seine Entdeckungen sind bizarr und schier unglaublich. Ceccyl Céraderon meldet sich freiwillig zu einem Testflug mit grauenvollen Folgen. Ohne es zu wissen, stößt sie auf Spuren der Schwarzen Raumer.

E. C. Tubb (Jahrgang 1919), Sohn eines Ingenieurs und einer Modeschöpferin, war schon in seiner Kindheit ein begeisterter Science-Fiction-Leser. Er verfasste selbst Geschichten und verkaufte seine erste im Jahre 1950 an das britische Magazin „New Worlds“. Bald schrieb er auch Romane, die unter vielen Pseudonymen erschienen. Auch als Redakteur war er später tätig. Um vom Schreiben leben zu können, schrieb er auch eine Reihe von Western, Spannungsromanen und historischen Romanen, aber die SF blieb stets sein Hauptgebiet und seine große Liebe. Besonders populär wurde Tubb wegen seiner Romane um Earl Dumarest, den Weltraumtramp. Diese Serie ist mittlerweile auf 33 Romane angewachsen und erscheint gerade neu in Italien und den USA, während in Frankreich eine Comic-Adaption in Arbeit ist. Tubb schreibt auch heute noch neue Romane und aktualisiert seine älteren Bücher. Er gehört mit Sicherheit zu den populärsten britischen Autoren abenteuerlicher Spannungsromane überhaupt.

Matthias Falke wurde am 6. August 1970 in Karlsruhe/Baden geboren. Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte er Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Karlsruhe und Freiburg/Breisgau. Seit 1999 ist er freier Autor, Herausgeber und Übersetzer. Er veröffentlichte bis jetzt über 40 Bücher. Sein Stück Kassandra-Szenen wurde beim Ersten Autorenwettbewerb des Sandkorn-Theaters Karlsruhe im Juli 2007 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Nach Ausflügen in nahezu alle literarischen Gattungen und Genres konzentriert sich Falke in den letzten Jahren zunehmend auf die Science-Fiction. Seine Erzählung Harey wurde 2009 für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert und errang beim Deutschen-Science-Fiction-Preis den 3. Platz.
Nach mehreren umfangreichen Zyklen widmet sich Falke nun den „Titan“-Sternenabenteuern.

E. C. Tubbs „Star Voyager: Der Virenplanet“
Band 01, Science-Fiction-Thriller
ISBN: 978-3-89840-281-1
Seiten: 512 Hardcover/Schutzumschlag Preis: 24,95 €
Cover: Andrä Martyna
Innengrafiker: Ralph G. Kretschmann
"Wir sind nicht allein." - Die Entführung einer Kuh auf dem Nachttisch
Wer bisher nicht glauben wollte, wird nun in Form einer Lampe des Besseren belehrt. Die Alien Abduction Lamp beleuchtet eindrucksvoll eines der letzten Mysterien der Menschheit. Sie ist jetzt, pünktlich zur Weihnachtszeit, bei General Robots erhältlich.

Vom Entwurf bis zur fertigen Serienreife brauchte es etwas mehr als zwei Jahre und die Ideen zahlreicher Fans weltweit. Der erste veröffentlichte Entwurf erschien im Juni 2007 im Blog des norwegischen Designers Lasse Klein und zog sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Die Reaktionen waren einstimmig - und sie waren gut. In der Entwicklung des endgültigen Prototyps wurden denn auch die Ideen der Fans, der Abductees eingebracht.

"Wir wissen, dass die Marsianer jährlich Hunderte von Kühen entführen. Wir wissen auch, dass Elvis lebt - auf dem Mars. Nehmen Sie beide Fakten, dann werden Sie feststellen, dass die Marsianer mit dem Entführen irdischer Kühe beschäftigt sind, allein um Elvis ausreichend mit frischen Burgern zu versorgen." (Lasse Klein)

Nun ist die 29cm hohe Alien Abduction Lamp auch in Deutschland erhältlich. Zu bestellen ist sie bei General Robots für 99,- € und wird versandkostenfrei geliefert.

Bei der Entwicklung dieser Lampe kamen keine Tiere zu Schaden. Sollten Sie dennoch Auffälligkeiten in der Anzahl der Kühe auf den Weiden bemerken, wenden Sie sich bitte die bekannten Hamburgerbratereien.

General Robots ist ein spezialisierter Internet Versandhandel rund um das faszinierende Thema Roboter mit Sitz in Berlin.
"Die Tür" - ab dem 26.11.09 im Kino
David Andernach (Mads Mikkelsen) ist auf der Höhe seines Erfolgs als Maler, als ein tragisches Unglück von einer Sekunde auf die andere alles verändert. Während er seiner schönen Nachbarin, mit der er eine Affäre hat, einen Besuch abstattet, ertrinkt sein Töchterchen Leonie im Pool seines Hauses. Von Schuldgefühlen gepeinigt, bekommt David sein Leben nicht mehr in den Griff, zumal seine Frau Maja (Jessica Schwarz) ihm nicht verzeihen kann.
David, völlig am Ende, will sich umbringen, als er unerwartet eine verborgene Tür in die Vergangenheit entdeckt. Durch sie gelangt er zurück zu dem alles entscheidenden Augenblick und erhält so die Möglichkeit, seine Tochter zu retten. Doch die Glück verheißende Chance auf einen Neuanfang entpuppt sich bald als wahres Schreckensszenario, denn die Vergangenheit birgt dunkle, verhängnisvolle Geheimnisse.

Ein Film von Anno Saul mit Mads Mikkelsen, Jessica Schwarz, Thomas Thieme, Tim Seyfi und als Gast Heike Makatsch.
Eine Produktion von Wüste Film / Wüste Film Ost in Co-Produktion mit Senator Film Produktion.

Kinostart: 26. November 2009
"Geisterdrache" feiert mit zwei Chronik-Bänden 25. Jubiläum
Die Dark-Fantasy-Serie „Geisterdrache“ von Marc-Alastor E.-E. widmet sich in einzelnen Zyklen den Einzelschicksalen der Unscheinbarsten und Gemeinen, in der zum Untergang geweihten Fantasywelt Praegaia.

Dabei fühlt sich der Autor sowohl der klassischen High-Fantasy als auch dem zeitgenössischem Horror verbunden und verbindet beides zu einer Mischung dunkler, melancholischer und bösartiger Unterhaltung, in der es um Einzelschicksal und ihren Weg durch die Dunkelheit geht.

Diese letzten Entdeckungsreisen beginnen zwischen Anfang und Ende, zwischen Ordnung und Chaos - im Konflikt.
Bis jetzt vermochten nur Wissenschaftler und Magier in den Bereich vorzudringen, in dem sich alles zu wiederholen scheint, doch jetzt sind die unvorstellbaren Distanzen der Zeit und andere unüberwindbaren Hindernisse bedeutungslos geworden.
Die Urwelt wird zum Schauplatz, an dem die Geringsten auf Götter treffen, um dem Untergang beizuwohnen oder ihm entgegenzuwirken - im großen, ersten Kataklysmus einer "nicht mehr ganz so klassischen" Fantasy-Welt.

Das ungewöhnliche Dark-Fantasy-Epos feiert 2009 sein 25-jähriges Bestehen - zu diesem Anlass sind nun zwei Chronik-Bände mit ausgesuchten Kurzgeschichten, die teilweise von Timo Kümmel illustriert wurden, in der von Alisha Bionda im Sieben Verlag herausgegebenen ARS LITTERAE-Reihe erschienen:

"Die Chroniken – Widerparte und Gefolge I (1984 – 1996)"
http://www.literra.info/buecher/buch.php?id=6335

»Weite Ebenen, grünes, fruchtbares Land, Wälder, Auen, Flüsse und Seen umfassen das Leben der Frühzeit auf Praegaia, der Welt vor allen Welten, einer Welt, die Wanderlust weckt und das Gefühl von Heimat gibt.
Doch irgendwo wird ein Drache geboren, der nicht heimisch ist, und es geschieht der Natur seiner aussterbenden Rasse zuwider. Man sagt, dass er die Völker besiegt, bevor er sie versklavt, dass er alle Völker schändet, ehe er selbst geschunden und gebrochen wird. Und wenn er darauf wiederkehrt, wird er ein anderer sein. Ein Nebel, ein Strom und eine Kraft, welche die Erde erfüllt.
Dann wird er sie beschützen, vor der ersten Bedrohung und auch vor der letzten, vor den stummen, alten Götzen und ihrer Dämmerung. Von seinen Widerparten und seinem Gefolge sollen sie handeln, die Chroniken.«

Vigil, Landhutsknecht aus Arayton aus dem Dialog der Ersten Mannen.

Die Chroniken – Widerparte und Gefolge II (1997- 2009)“
http://www.literra.info/buecher/buch.php?id=6336

»Bizarre Früchte trägt der Baum, der seinen Schatten über diese unsere so geliebte Welt gestreckt. Wenn selbst Könige vom einfachen Landsmann verraten werden können, Priester gar bangen um die Erhörung ihres nächsten Gebets und nicht zu unterscheiden ist, wer wem noch wahrlich wohlgesonnen, dann ist es schlimm missraten. Immer wieder ist zu hören, dass hinter diesem Zeitalter dunkle, längst vergessen gewähnte Götzen sich anschicken, alles zu einem letzten, großen Kataklysmus hinzuführen, ob zu ihrem erneuten Aufschwunge oder einfach nur dem Willen des Zerfalls zudienend, sei dahingestellt. Dabei ist der verdorbene Götze, der sich großen Wortes Allmutter benamte, kaum mehr als ein furchtbarer Wegbereiter. Denn um wie viel weniger arg und tückisch wäre dies Los, würden nicht statt Trümmern und Wüsteneien nur grüne Wiesen und blauer Himmel zurückbleiben, und zeigen, wie einfach und schön die Welt erneuert gehöre, bliebe da nicht der fade Beigeschmack von Gleichförmigkeit, die alle Vielfalt vermissen lässt? Sodenn, was sonst sollten sie uns lehren, diese Chroniken?«

Shurupak vom Kusch in Tell'LarrSa, aus dem Dialog der Ersten Mannen
Deutsche Rollenspiel-Szene trifft sich auch 2009 in Dreieich!
Als zentrale Veranstaltung der Rollenspiel-Szene Mitteldeutschlands und darüber hinaus findet am 21. und 22. November 2009 bereits zum 19. Mal das "Dreieicher Rollenspieltreffen" statt. Unter rund 120 Events dieser Art in Deutschland belegt der "DreieichCon", wie sich die Veranstaltung abgekürzt nennt, Platz 4. Organisator ist der Jugendclub WIRIC im BVB e.V. in Zusammenarbeit mit den Bürgerhäusern Dreieich und mit freundlicher Unterstützung der Stadtbücherei Dreieich und Ulisses Medien & Spiel Distributions GmbH.

Dieses Großereignis im Bürgerhaus von Dreieich-Sprendlingen (Fichtestr. 50) und den angrenzenden Gebäuden, zu dem rund 1000 Besucher erwartet werden, bietet auf über 1500 Quadratmetern alles, was das Herz des Rollenspielers und Phantastik-Fans höher schlagen lässt. Im so genannten Tabletop-Bereich beschäftigt man sich mit Demonworld, BattleTech oder Warhammer. Zusätzlich werden zahlreiche Workshops, Turniere und Demonstrationsrunden angeboten. Lesungen bekannter Phantastik-Autoren runden das Programm ab.

Weitgereisten Fans stehen in diesem Jahr kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das gilt natürlich nur für diejenigen, die nicht 32 Stunden am Stück ihrem Hobby frönen wollen. Die Anzahl der Schlafplätze ist begrenzt, wer also sicher gehen will, sollte sich voranmelden.

Spielzeit ist durchgehend von Samstagmorgen 10 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr, also insgesamt 32 Stunden. Der Preis für das Wochenendticket beträgt 9,- Euro. (GfR e.V. Mitglieder: 5,- Euro), nur Samstag: 7,- Euro, nur Sonntag: 5,- Euro.

Informationen gibt es auch im Internet unter:
http://www.dreieichcon.de

Einige Highlights aus dem Programm:

Turniere & Meisterschaften (Auswahl):

4. Deutsche Warmachine / Hordes Meisterschaft
11. Deutsche Armalion Meisterschaft
Demonworld - Turnier
Meister der Mannschaften im Mechwarrior Tabletop
BattleTech Liga Süd
2. Frankfurter Alkemy Turnier
Großes Turnier zum PERRY RHODAN-Sammelkartenspiel

... sowie zahlreiche Demorunden und vieles mehr ...

Autoren-Lesungen (Auswahl):

Karl Heinz Witzko: "Dämon wider Willen"
Thomas Finn: "Der brennende Berg"
Markus Heitz: "Drachenkaiser"
Simone Edelberg: "Beiß mich bitte noch einmal, Baby!"

Workshops (Auswahl):

Zacharias Fögen: "Helden und Mutanten - die Zukunft der Superhelden-Rollenspiele?"
Podiumsdiskussion: 25 Jahre "Das Schwarze Auge"
Simone Edelberg: "Fantastische Erotik schreiben"
Florian Don Schauen: "Spannungsbögen in Abenteuern"

9. Wissenschaft: Nobelpreise 2009
von Andreas Dannhauer
Physik
 
Auch dieses Jahr wird der Nobelpreis für Physik geteilt. Er geht zu 50% an Charles K. Kao, einen chinesischen Wissenschaftler für seinen Beitrag zur Verbesserung von Glasfasern als Datentransfermedium.
Bei Glasfasern wird der Effekt der Totalreflektion von Licht ausgenutzt. Geht Licht von einem optischen dichteren Medium (z. B. Glas) in ein optisch dünneres Medium (z. B. Luft) über, so wird es zur Oberfläche hin gebeugt. Fällt das Licht so flach ein, dass es in das optisch dichtere Medium zurück reflektiert wird, so spricht man von Totalreflektion. Mit einer Faser aus Glas kann man also Licht leiten, so lange das Licht immer nur im genügend flachen Winkel versucht, die Faser zu verlassen. Eine einfache Glasfaser verliert jedoch sehr schnell viel Licht.
Mit der Erfindung der zweischichtigen Faser, es wird ein Kern und Mantel aus Glas mit unterschiedlichem Brechungsindex verwendet, wurden die Verluste so weit verringert, dass auf einen Meter 80% des Lichtes transmittiert werden. Das reichte aus für Anwendungen auf kurzen Distanzen, wie etwa im Endoskop.
 
Es ist Kaos Verdienst, den Grund für die restlichen Lichtverluste zu finden. In London untersuchte er die Eigenschaften von Lichtleitfasern und fand heraus, dass es Unreinheiten im Glas sind, die das Verlustlicht streuen oder absorbieren. Alle anderen bis dahin diskutierten Verlusteffekte waren dagegen gering. Kao fand auch das richtige Material, aus dem die Fasern gemacht sein sollten, synthetisches Quarzglas. Mit Hilfe des CVD-Verfahrens (Chemical Vapor Deposition) gelang es dann, auch die geforderte Reinheit zu erhalten.
Bei diesem Verfahren wird das Quarzglas verdampft und in eine Röhre geleitet. Der Dampf kühlt es an den Wänden der Röhre ab und das reine Siliziumoxid wird an ihr abgelagert. Mit diesen Glasfasern wurde eine Transmissionrate von 99,995% auf einen Meter Faserlänge erreicht. Genug damit Glasfasern über viele Kilometer benutzt werden können. Heute sind Glasfasern die überlegene Datenübertragungstechnologie.
 
Die zweite Hälfte des Preises teilen sich Willard S. Boyle und George E. Smith für die Entwicklung des CCD.
Seit Jahrtausenden versucht sich der Mensch ein bleibendes Bild seiner Umgebung zu schaffen. Bis vor rund 200 Jahren durch Aufbringen von Farbe auf einen Untergrund. Es blieb dabei dem Künstler überlassen, inwieweit er sich an die Vorgabe hielt. Die Erfindung der Kamera und der lichtempfindlichen Fotoplatte änderten dies. Zum ersten Mal konnten objektiv richtige Abbildungen erzeugt werden.
Eine weitere Revolution in der Bildgewinnung leiteten die Preisträger in den 1970er-Jahren ein. Sie arbeiteten in den Bell Laboratorien und erfanden dort die CCD (Charged-Coupled Device). Die CCD ist ein Halbleiterbauelement. Sie ist in viele kleine (1 Mikrometer) quadratische Bereiche, die Pixel, eingeteilt. Jedes Pixel hat eine metallische Oberfläche, welche Photonen, Lichtteilchen, absorbieren kann. Die Energie des Lichts wird dabei einem Elektron hinzugefügt, welches dadurch von seinem Atom befreit wird und sich frei in dem Halbleitermaterial bewegen kann.
Um ein Abdriften der Elektronen in benachbarte Pixel zu verhindern, werden zwischen den Pixeln liegende Elektroden mit negativer Spannung versorgt. Während der Belichtung sammeln sich so eine bestimmte Menge an freien Elektronen, die proportional zur Intensität des einfallenden Lichtes ist, in dem Pixel an. Danach erfolgt das schrittweise auslesen. Dabei wird die Spannung an der einen Seite des Pixels verringert und an der anderen Seite erhöht. Die freien Elektronen werden so zum Nachbarpixel und in weiteren Schritten bis zum Rand des Chips und danach über eine senkrechte Reihe von Pixeln zu einem Messgerät, welches die Anzahl an Elektronen misst. Der Vorteil gegenüber dem fotografischen Film ist, dass das Bild sofort zur Anzeige zur Verfügung steht und ausgewertet, gespeichert oder gelöscht werden kann.
Unmengen an umweltschädlichen Chemikalien und chemischen Herstellungsprozessen werden gespart. Anwendung finden die CCDs oder die davon abgeleiteten CMOS Sensoren in digitalen Kameras, in der Medizin und in der Astronomie. Bei astronomischen Kameras werden CCD-Flächen mit bis zu 5.000 Megapixeln verwendet.
 
Chemie
 
Den Nobelpreis für Chemie erhalten zu gleichen Teilen Ada E. Yonath (Weizmann Institut, Israel), Venkatraman Ramakrishnan (Cambridge, GB) und Thomas A. Steitz (Yale Universität, USA) für ihre Forschungen über das Ribosom.
Ribosomen sind die Fabriken in den Zellen. Die Information, was eine Zelle zu tun hat, ist bekanntlich in den Chromosomen enthalten, die sich im Zellkern befinden. Die Chromosomen bestehen aus einer langen Reihe, in Form einer Doppelhelix vorliegenden, paarweise zusammenhängender Aminosäuren. Enzyme teilen immer wieder Stücke, genannt Gene, davon ab. Diese werde in eine Transfer-RNA kopiert, die den Zellkern verlassen kann.
Das Ribosom nimmt diese Stücke auf und übersetzt Dreiergruppen von Aminosäuren in Peptide, die aus dem Zellplasma gefischt werden, hängt diese aneinander, bis eine bestimmte Kombination von Aminosäuren das Ende des Gens anzeigt. Die Peptidkette wird dann freigelassen und faltet sich zu dem endgültigen Produkt, einem Eiweiß, zusammen.
 
Um diese Prozesse chemisch genau zu verstehen, ist es notwendig, den Aufbau der Ribosomen Atom für Atom zu ermitteln. Ada E. Yonath gebührt dabei der Verdienst um die erste Kristallisierung eines Bakterienribosoms (Bakterienribosomen sind einfacher aufgebaut, funktionieren aber grundsätzlich genau so wie Ribosomen höherer Organismen). Eine Kristallisierung ist die unumgängliche Voraussetzung für Untersuchungen mittels Röntgenstreuung oder Synchrotonstrahlung aus Beschleunigeranlagen. Alle drei Preisträger führten diese Untersuchungen durch, bis zum Erreichen der atomgenauen Auflösung.
 
Der Aufbau von Ribosomen war also bekannt, aber die genauen chemischen Vorgänge noch nicht. So konnte Venkatraman Ramakrishnan als Erster erklären, wie die geringe Fehlerhäufigkeit bei der Übersetzung der Transfer-RNA-Information durch Mehrfachlesen erreicht wird. Einige Antibiotika stören diesen Prozess und sind deshalb giftig für Bakterien. A. Steitz entschlüsselte den Prozess, der die Peptide aneinander bindet.
 
Medizin
 
Der Medizin-Nobelpreis wird ebenfalls dreigeteilt und geht an Elizabeth H. Blackburn (Universität von Californien, USA), Carol W. Greider (Johns Hopkins Universität, USA) und Jack W. Szostak (Harvard, Boston, USA) für die Entdeckung und Untersuchung, wie Telomere und das Enzym Telomerase die Chromosen schützen.
 
Chromosomen enthalten bekanntlich die Erbinformation einer Zelle in Form von einer zu einer Doppelhelix verdrehten Kette von Aminosäurepaaren. Sie befinden sich normalerweise im aufgewickelten Zustand im Zellkern einer Zelle. Während des Prozesses der Zellteilung jedoch, wird die Kette der Länge nach von Enzymen durchtrennt und die Aminosäurepaare werden durch frei verfügbare Aminosäuremoleküle wieder vervollständigt, so dass jetzt zwei identische Ketten vorliegen. Während dieses Prozesses sind jedoch besonders die Enden der Kette sehr empfindlich gegenüber Änderungen (Mutationen), z. B. ausgelöst durch stark reaktive Radikale. Des Weiteren sollten die Enden der DNS-Stränge immer kürzer werden. Damit sollte die DNS nach wenigen Zellteilungen eigentlich irreparabel beschädigt sein.
 
Des Rätsels Lösung begann mit der Sequenzierung von RNA-Stückchen in Ribosomen von Bakterien durch Elizabeth H. Blackburn. Sie stellte fest, dass diese Stücke immer mit mehreren Abfolgen aus 4 Cytosin- und 2 Adenin-Aminosäuren endeten. Zusammen mit Jack Szostack fand sie heraus, dass an diesen Enden weitere Stücke von RNA koppeln und diese so verlängern.
Carol Creider, Schülerin von Blackburn, setzte die Forschungen fort und zusammen fanden sie heraus, dass es ein Enzym gibt, Telomerase, welches die Verlängerung von Chromosomen bewirkt. Telomerase verlängert also Chromosomen und schützt so vor der Zerstörung der DNA. In Krebszellen ist die Telomerase hyperaktiv, weshalb sich Krebszellen beliebig oft teilen können, ohne Schaden zu nehmen. In gesunden Zellen verlängert die Telomerase die DNA fast genau so schnell, wie sie durch Schädigungen während der Zellteilung verkürzt wird.
Der Fakt, dass sie die Schädigungen nicht ganz ausgleicht, führt zu einer langsamen Verkürzung der DNA, die mit Fehlfunktionen weiterer Zellgenerationen und damit der Alterung des ganzen Organismus einher geht. Durch zusätzliche Telomerase könnte man also eine Verlängerung der DNA und damit eine Verjüngung des Organismus erreichen. Nur leider löst man damit auch Krebs aus.

10. Die Corona-Kurzgeschichte
Liebe Kurzgeschichten-Freunde,
 
und noch ein Debütant: Auch den ersten Platz in unserer Themenrunde „Hinter dem Spiegel“ hat sich ein Corona-Neuling geholt: Hans-Joachim Heider, dessen Geschichte den Titel „Der Interferenzspiegel“ trägt. Ein Glückwunsch an den Sieger und ein Dankeschön an alle Autoren fürs Mitmachen – ebenso an die beiden Juroren Andreas Flögel und Benedict Marko, die mitgeholfen haben, die besten Storys dieser Runde zu küren. In der kommenden Ausgabe wird es an dieser Stelle dann mit den Geschichten zum Thema „Labyrinth“ weitergehen und es ist auch geplant, die Wettbewerbsthemen fürs kommende Jahr dann endlich bekannt zu geben. Über Feedback zu allen Storys, auch das sei mal wieder erwähnt, freuen sich übrigens Autoren wie Redaktion – egal ob per E-Mail oder im Forum.
 
Das nächste Thema des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs lautet „Exil“ (Einsendeschluss 1. Dezember 2009). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury (mindestens) drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.
 
Armin Rößler


Der Interferenzspiegel
von Hans-Joachim Heider

„Hier ruht in Frieden – Johann Klewitz – Kriminalkommissar.“
Ein provisorisches Holzkreuz steckte neben den Blumen und Kränzen. Mein Blick sank in die Tiefe der dunklen Grube. Die Abendsonne lag als Feuerball hinter meinem Rücken, aber mein Schatten war dünn wie ein Spinnennetz. Ich lag in einem braunen Eichensarg.
Meine Rückkehr von diesem Einsatz war entsetzlich. Der Spiegel lag zertrümmert auf dem Boden, die Interferenzschicht erblindet. Mein Körper leblos in den Sessel gesunken! Hastige Schritte tappten die Treppe hoch, die Tür schwang auf. Vera erschien mit verweinten Augen und der Hausarzt hinter gewichtiger Miene.
„So hab’ ich ihn gefunden“, sagte Vera unter Schluchzen.
Der Arzt nahm meinen schlappen Arm, fühlte den Puls, schüttelte den Kopf, nahm das Stethoskop und schüttelte den Kopf noch entschiedener. Vera heulte los.
„Herzversagen“, war die Diagnose für das Ende meiner körperlichen Existenz.
Mein Katzenjammer hatte die Größe eines Tigerfells. Es war erschütternd, mich so zu sehen. Der Rest ist so weit schnell erzählt. Sieben Tage später verfolgte ich die Absenkung meines Leichnams. Vera schwankte am Grabesrand, dass es aussah, als wolle sie hineinfallen. Schwarz stand ihr vorzüglich, weil ihre blasse Haut noch blasser wurde. Das schwarze Käppchen schenkte ihrer Witwenschaft erotischen Hauch. Sonja, unsere Tochter, hing an ihrer Hand und weinte auch. Sie war ein Jahr alt und wusste nicht, was dieses weinerliche Ereignis bedeutete.
Weshalb hatte ich nie an ein Testament gedacht? Griechische Musik wünschte ich mir für diesen Augenblick. Keine orthodoxen Gesänge natürlich, sondern Mikis Theodorakis. Dafür sprach mein Chef zu lange, nachdem sich der Pfarrer zurückgezogen hatte.
Im Schatten einer Friedhofsulme grübelte ich. Die ganze Misere war meine eigene Schuld. Eine unendliche Schar Trauernder defilierte am Grab, warf Erde auf den Sarg oder Blumen.
Der Alte hatte mich gewarnt, den Spiegel nur für den Entführungsfall seiner Tochter zu verwenden. Aber das lief so perfekt. Der Spiegel stand seit damals in meinem privaten Büro unter dem Dach.
„Der Spiegel reflektiert neunzig Prozent und lässt zehn Prozent durch.“
Zehn Prozent standen im Schatten der Ulme und kein Prozent mehr.
 
Der Alte, grauer Bart, langer Mantel - heruntergekommen schien das passende Wort -, kam morgens in mein Büro im LKA. „Meine Tochter wurde entführt. Sie ist mit Stahlketten an eine Wand gefesselt“, sagte er.
Er klang ruhig, aber als er mir das Video reichte, zitterte seine Hand. Ein schrecklicher Film! Die Stimme verzerrt! Wüste Drohungen! Die Kleider des Mädchens zerrissen! Achtzehn Jahre! Angst verstümmelte das hübsche Gesicht.
„Meine Tochter hat Diabetes“, sagte er und weinte.
„Wie viel Zeit haben wir?“
Er schluchzte kaum verständlich: „Vierundzwanzig Stunden.“
„Können wir den Fall eingrenzen?“
„Schmalschlächter“, zischte er.
„Vierundzwanzig Stunden klingt beschissen.“
„Sie ist mein einziges Kind!“
„Selbst wenn er der Täter ist, steht er unter einer Schutzglocke, von der Ihre Tochter nur träumen kann.“
„Das ist unmenschlich!“
„Ein Mörder ist ein Gentleman, solange das Opfer atmet, und nachher ein Ehrenmann.“
An diesem Morgen fühlte ich mich beschissen und machte kein Geheimnis daraus. Er strich mechanisch Staub von meinem Schreibtisch. Etwas machte sich in seinem Gehirn sprungbereit.
„Wenn Sie meine Tochter retten, helfe ich Ihnen, und Sie helfen wieder mir“, sagte er.
„Hört sich kompliziert an.“
„Kommen Sie!“
Er sprach so zwingend, dass ich, trotz lähmender Unlust, meinen bequemen Sessel verließ. Wir fuhren mit meinem Dienstwagen. Unterwegs sprach er über diesen Schmalschlächter und die Hintergründe des Verbrechens. Vielleicht erzählte er nicht alles, aber es formte sich ein Bild, das erlaubt hätte, den Mann festzunehmen.
„Anja kann ohne Insulin nicht überleben.“
„Geld?“, fragte ich.
„Meine Großaufträge!“, zischte der Alte
Er nannte die Adresse des Verdächtigen und wusste unendlich viele Einzelheiten - Aussehen, Gewohnheiten, Laster.
„Hier!“, rief er.
Ein industrieergrautes Mehrfamilienhaus. Wir eilten über knarrende Holztreppen zum dritten Stock hoch.
 
Der Raum war ungefähr möbliert wie unsere Garage. Ein Barockstuhl, ein großer Spiegel, blanke Wände! Schwere Vorhänge sperrten den Sonnenaufgang aus.
„Das ist er!“
„Wer?“, fragte ich – vermutlich mit blödem Ausdruck.
„Der magische Interferenzspiegel.“
„Magie gehörte nicht zu den Methoden der Kriminalpolizei.“
„Wenn Sie durchgehen, reflektieren neunzig Prozent und zehn Prozent kommen hinten raus.“
Schwachsinn widerlegt sich durch Entlarvung selbst. Zwei Schritte auf den Spiegel zu und ein sonderbares Gefühl überkam mich. Mein Geist stand unvorbereitet hinter dem Spiegel. Ein Satz zurück! Dann wieder vor! Mein Körper saß entspannt auf dem Stuhl, das bekannte Klewitz-Lächeln zierte meine Wangen, blonde Locke lässig über der Stirn. Ein Blick in den Spiegel und nichts reflektierte. Der Schreck war so groß, dass ich einige Schritte rückwärts stolperte und kopfüber draußen am Fensterrahmen hing. Geschmeidiger als das warme Messer in Butter glitten die zehn Prozent durch die Fensterscheibe – durch alle Scheiben, wie sich später herausstellte. Umständlich rappelte ich mich hoch, durchschritt den Spiegel von hinten und war wieder „Mister hundert Prozent“. Der Alte gab mir ein durchsichtiges Handy.
„Weshalb machen Sie’s nicht selbst?“, fragte ich.
„Weil ich bereits zu ausgedünnt bin.“
Seine Antwort schockierte mich.
 
Mein Plan war so weit einfach. Beide Rundfunksender erhielten eine Nachricht, dass eine verwahrloste Frau befreit wurde, die von einem noch unbekannten Täter mit Ketten und so weiter. Brutalität kaschierte fehlende Fakten. Der Täter konnte sich nicht mehr sicher fühlen. Unser Spezialist analysierte das Video und bestätigte, dass sich das Opfer nicht im Keller eines Hauses befand.
Mit dem Spiegel im Kofferraum meines Volvo fuhr ich in die Nähe von Schmalschlächters Haus. Hecken boten dem Wagen und meiner Aktion Deckung. Der Countdown lief. Es war zehn Minuten vor drei Uhr, zehn Minuten vor den ersten wichtigen Nachrichten.
Kofferraumdeckel auf, durch den Spiegel, Deckel zu – und das ging fast nicht. Körperkraft und -gewicht reduzierten sich auf zehn Prozent. Am Straßenrand schüttelte mich der Luftzug vorbeirasender Autos - links, rechts, dann rüber.
Schmalschlächter saß in einem Plüschsessel. Er ließ sich von seinem Hausmütterchen Cognac eingießen. Unbemerkt glitten „zehn Prozent“ durch die Balkontür. Aus der Küche tönte das Radio mit durchdringender Lautstärke.
„Die Kriminalpolizei steht vor einem rätselhaften Fall. Eine junge Frau ...“
Das Telefon klingelte. Sofort huschte ich hin und grub die Nummer auf dem Display in mein Gedächtnis.
„Ja?“, fragte Schmalschlächter, dann: „Schnauze!“ und beendete das Gespräch mit „Mal schaun!“
So weit lief mein Plan recht gut.
Schmalschlächter wählte eine Nummer, die sich ebenfalls eingrub. „Wird erledigt“, sagte er nur und legte auf.
Als er aus der Garage fuhr, saß ich auf dem Rücksitz seines Mercedes. Es schien unwahrscheinlich, dass er direkt zu dem Mädchen fuhr. Mein zehnprozentiger Zustand erlaubte keine spektakulären Aktionen. Jeder Neunjährige konnte mich aufs Kreuz legen.
Richtung Freudenstadt ging’s über die Hochstraße. Mit Blick in die Rheinebene hielt er an und schaute ins Tal. Die Fahrerscheibe senkte sich, und er neigte den Kopf hinaus, ein Fernglas an die Augen gedrückt. „Da ist nichts“, sagte er. Irgendwo im Tal musste es sein. Schmalschlächter bog links in einen Waldwirtschaftsweg, der in Serpentinen abwärts führte. Waldluft wirbelte herein. Wieder eine Pause mit angestrengtem Blick durchs Fernglas. Ein alter Bunker oder ein uralter Bergwerksstollen? Er fuhr scharf an den Abgrund, stellte den Motor ab, öffnete das Handschuhfach, entnahm eine Walther PPK, die er in den kleinen grünen Rucksack schob. Als Wanderer verkleidet, mit dem Rucksack auf dem Rücken, stieg er einen engen Waldpfad hinab.
Schmalschlächter verschwand gebückt unter Tannenwedeln. Das durchsichtige Handy war genial. Ich rief meine Dienststelle an und erklärte im Schnelldurchlauf die Fakten. „Ortet mein Handy!“ Den Pfad versteckten Gras und Laub, aber seine Schuhe trampelten alles nieder. Meine Füße traten in seine Spur.
Schmalschlächter zog eine quietschende Stahltür auf. Ein Bunker! Dann nahm er eine Taschenlampe aus dem Rucksack, den er am Eingang ablegte. Mit drei großen Schritten stand ich beim Rucksack, nahm die Pistole heraus, lud durch und folgte dem schwankenden Lichtstrahl in den Schacht. Als ich den modrigen Raum betrat, lagen seine Hände bereits um ihren Hals. Sie wirkte leblos, Gegenwehr verhinderten auch die Ketten. Beide sahen die Pistole durch die Luft schweben. Auf die Vorrede, das Salz einer ordentlichen Festnahme, verzichtete ich und drückte ab.
Beide Hände umspannten die Waffe. Trotzdem brach mir der Rückstoß den rechten Daumen samt Unterarm und schleuderte mich gegen die Betonwand, was mir eine Platzwunde am Hinterkopf einbrachte. Laut schallende Martinshörner beendeten meine Bewusstlosigkeit. Die Taschenlampe strahlte grell ins Mädchengesicht. Blaue Augen, weit und glanzlos! Die Pistole lag auf dem Boden. Ich drückte sie in Schmalschlächters rechte Hand und wartete auf meine Kollegen. Der Notarzt und ein Krankenpfleger drängten herein.
Auf der Rückbank des Streifenwagens ging’s zum LKA. Mein Heimweg wurde ein Slalom zwischen Menschen in ihren verschiedenen Ausprägungen, Fußgänger, Radfahrer, Skateboardfahrer – die Hunde sollte ich noch erwähnen, die mich weder sahen noch rochen. Meine Sinne orientierten sich nach allen Richtungen, dass die zwei Kilometer zur Tortur wurden. Endlich erreichte ich unser Haus und wusste fast nicht mehr weiter. Die Schlüssel lagen mitsamt meiner Hülle im Kofferraum. Kann ich sprechen? – Natürlich! – Welche Erleichterung.
„Ja?“, fragte Veras Stimme aus der Sprechanlage.
„Ich bin’s.“
Vera eilte mit hellem Sommerkleid die Treppe herunter. Ich glitt durch die Scheibe. Wir standen so dicht beieinander, dass ich ihre schwarze Haarflut roch.
„Erschrecke nicht.“ Sie drehte sich zu meiner Stimme. „Unsichtbar“, sagte ich.
Ihr Unterkiefer klappte langsam herunter, und ich wartete geduldig, bis er seine gewohnte Stellung einnahm. Meine unverletzte Hand streichelte Veras Wangen. Sie zuckte zurück.
„Du fühlst dich beschissen an“, sagte sie. „Wie ist das passiert?“
Eigentlich müsste ein solches Ereignis mit Tränen begossen werden, aber Vera zeigte die gewohnte Nervenstärke und ich legte los. Zuerst der Spiegel, dann erklärte ich, dass mein gesamter Rest im Kofferraum lag.
Vera unterbrach mich. „Erzähl’s später. Wo steht dein Wagen?“
Die Stelle hinter den Hecken konnte Vera unmöglich verfehlen. Sie rief ein Taxi. Fünf Minuten später war sie weg. Eine Viertelstunde später quietschte das Schwenktor der Garage, der Motor stand.
„Du kannst das Tor schließen“, sagte ich.
Vera fragte nur: „Wie geht’s weiter?“ und öffnete den Kofferraum.
„Der Spiegel muss raus.“
„Du liegst da, wie ein Kartoffelsack“, nörgelte sie.
„Ein Meter neunzig lässt sich nicht beliebig falten“, erwiderte ich angekratzt.
Helfen war unmöglich. Vera rutschte den Spiegel über die Kofferraumkante und stellte ihn auf. Das war der große Moment. Ich marschierte durch die blinde Spiegelseite. Die Hinterachsfedern entspannten sich und hundert Prozent standen neben dem Wagen. Meine Verletzungen am Arm waren so gut wie weg. Blutergüsse! Allerdings schmerzte mein Kopf fürchterlich. Die Platzwunde sprudelte.
„Komm schnell!“, rief Vera erschreckt.
Sie band mir einen weißen Turban und telefonierte mit meiner Dienststelle. Blaulicht erleuchtete die Straße - ein Streifenwagen und der Krankenwagen. Mit kleinem Geleit fuhren wir zur Notaufnahme.
Die offizielle Version: Kommissar Klewitz erlitt durch den Täter schwere Verletzungen an Kopf und Arm. Er irrte unter Schock durch den Wald, bis ihn seine Ehefrau fand.“ Natürlich las sich die Geschichte in den Akten noch weicher.
Der Alte besuchte mich am Krankenbett und weinte an meine Schultern. „Danke Klewitz“, immer wieder. „Wie konnte es zu dieser schrecklichen Verletzung kommen?“
„Hat Ihre Tochter nichts gesagt?“
„Zwei Stunden später, und alles wäre umsonst gewesen.“
„Unfälle passieren eben“, sagte ich.
Da er nicht wusste, wie’s geschehen war, hielt ich den Mund. Er bedankte sich. Ich grub zwei Telefonnummern aus meinem Gedächtnis und stellte keine Fragen.
Damit hätte die Geschichte des Spiegels ein Ende gefunden.
 
Vera half mir, den Spiegel in mein Büro hochzuschleppen.
„Aber nur, wenn du versprichst, das Teufelszeug nicht mehr zu benutzen“, sagte sie.
Meine Antwort: „Ist klar.“
Der imposante Spiegel sollte den spartanischen Raum schmücken. Die brutalen Schmerzen, die wochenlang in meinem Kopf hämmerten, waren Lehre genug. Aber dann starb ein Kollege im Kugelhagel.
 
Gangster raubten einen Geldtransporter aus. Drei Tote, dreißig Millionen Euro spurlos verschwunden. Weshalb Kommissar Schwarzer in die Flugbahn von vier Kugeln geraten konnte, blieb unklar. Dieser Tatort wühlte meine hartgekochten Eingeweide um. Kaltblütige Mörder der übelsten Sorte hatten eine blutige Spur hinterlassen.
„Das werdet ihr büßen!“, schwor ich mir.
Unser Psychologe lieferte eine Analyse, die gefühlsmäßig sehr nah an den Kern heranreichte.
„Mindestens einer der Geldtransporteure gehörte zu den Tätern – aber er wurde zum Risikofaktor.“
„Da könnte Eifersucht reinspielen.“
Der Psychologe akzeptierte meinen Einwand.
Reifenspurenauswertung, DNA, Zeugen, Gesprächsaufzeichnung, Funkkontakt und was wir sonst noch sicherstellten und untersuchten, war negativ. Schwarzer hinterließ keine Notizen, die zu einem Geldraub passten. Wir hatten nichts Greifbares. Private Anrufe folgten als Nächstes, Beziehungen, Tagesabläufe. Keine Spur! Dann wies uns der Handyanruf einer Witwe eine Richtung. – Diese Überwachung war unzulässig und eher blindes Tasten als eine Spur.
Ich rief diese Nummer an. „Schmoller hier“, und dann entschuldigend: „Hab’ mich verwählt.“ Danach zwanzig Minuten geduldiges Warten, ob jemand zurückruft.
Vor dem Spiegel wiederholte ich: „Das werdet ihr büßen!“
Meine Hülle lungerte bequem im Sessel. Als Dekoration legte ich mir einen Roman in den Schoß und verschwand.
Der Linienbus brachte mich achtzig Meter vor das Haus Nummer achtzehn. An der Haltestelle wollte niemand aus- oder einsteigen, sodass ich das Haltesignal drücken musste. Der Bus hielt, der Fahrer schaute verärgert in den Rückspiegel, und ich flutschte durch die Scheibe.
Die Wohnungstür hielt mich mit massivem Holz auf. Ein Türspion auf Brusthöhe war zu eng. Mit einem Ohr an der Tür lauschte ich. Ein Mann und eine Frau stritten.
Der Mann grollte: „Hättest nicht kommen sollen.“
„Hab Angst, dass du wegläufst.“
„Ich hab gesagt, dass ich dich liebe.“
„Nicht so, wie ich’s gern höre.“
„Muss ich meinem Karl Sprachunterricht geben?“
„Schwein!“
„Wir gehen spazieren“, sagte der Mann.
Also genügte es zu warten. Von oben polterten Kinderstiefel. Ein Junge rannte herab und schleifte einen Ballonroller. Mit einem Satz drückte ich mich in eine Ecke. Der hintere Gummireifen schrammte haarscharf vorbei.
Die Tür öffnete sich. Die dunkelhaarige, gut aussehende Witwe eines Geldfahrers stöckelte heraus. Sie verbarg ihr Haar unter einem Kopftuch, der Saum eines schwarzen Rocks schlappte um die Knöchel. Sie tarnt sich, vermutete ich. Dann kam der Mann - für mich ein absolut neues Gesicht. Er stieg die Treppe hinab und sie folgte. Ich ging als Schlusslicht in die Tiefgarage. Er zeigte durch eine Kopfbewegung auf einen grauen Sprinter mit Bäckereibeschriftung. Sie gingen zu einem roten Kombi.
Mir gehörte die Rückbank.
„In einer Woche fährt eine Hälfte nach Frankreich und die andere nach Polen“, sagte er.
„War’s nötig mit Max?“, fragte sie.
„Glaubst du nicht, dass er durchgedreht hätte?“
Sie sagte: „Schon möglich. – Und der Polizist?“
„War einfach da. Hände hoch, Polizei! Bums!“
„Steffen hat dreimal?“, fragte sie.
Er nickte gelassen und fragte: „Liebst du mich noch?“
„Muss wohl. – Sonst machst mich alle.“ Sie betrachtete ihn herausfordernd.
Sein Lachen schepperte in meinen Ohren wie ein Todesurteil. Mein Gefühl sagte mir, dass sie die tödliche Gefahr erkannte. Beide schwiegen.
„Wohin fährst?“, fragte sie.
Seine Stimme klang gereizt. „Wirst schon sehn.“
Ein Stück Schnur lag auf dem Sitz! Der Wagen hielt, er zog eine Pistole, ich strangulierte ihn und sägte mit der Schnur. Er schlug um sich, sie floh und rannte in den nahen Wald. Ich kniete auf der Rückbank und sägte mit aller Kraft, was nicht sonderlich beeindruckte. Das Gesicht des Mannes rötete Wut, da traf mich seine Faust am Kopf. Wie ein Geschoss rauschten meine zehn Prozent durch die Heckscheibe und rollten über den Asphalt. In meinen Ohren, meinem Kopf, meinem ganzen Körper zersplitterte Glas. Er rannte der Frau nicht nach, sondern riss sich die Schlinge vom Hals und suchte den Würger.
Die Frau entkam und meldete sich bei der nächsten Polizeistelle. Dieser Täter wurde in der Tiefgarage festgenommen. Er wollte mit dem Sprinter wegfahren. Der andere eine Stunde später. Er packte einen Kleinlaster für eine Frankreichreise.
„Wo ist Klewitz?“, fragten die Kollegen.
Diese Frage schwirrte mir ebenfalls durch den Kopf, der wie ein Medizinball an meinen Schultern hing. Meine Erinnerung an das Vorher war eine Nebelbank. Auf allen vieren, mit dem letzten Rest Kraft, schleppte ich mich in den Wald, brach zusammen und kurierte tagelang eine Ohnmacht aus.
Vera überkam ungutes Gefühl, als ich um zehn Uhr noch nicht zu Hause war. Sie stürmte in mein Büro, bemerkte meine Hülle im Sessel. Blinde Spiegelscherben lagen über den Teppich verstreut. Sie wusste, dass mein Tor zurück zugeschlagen war.
Vier Tage später hörte Vera wieder meine Stimme.
„Scheiße!“, schrie sie.
„Ich weiß, der Spiegel.“
„Du sitzt in deinem Sessel“, sagte sie. „Bist heute noch krankgemeldet.“
Frisch wie am ersten Tag! Ich überlegte lange, ob mir eine Chance blieb. Nur der Alte konnte helfen. Er sei eine Woche außer Haus, erklärte seine Sekretärin. Wir mussten die Dinge dem amtlichen Weg überlassen.
„Ruf den Hausarzt. Ich will nicht, dass an mir rumgeschnippelt wird.“
Bestattungsunternehmen, Leichenhalle, die Chance betrug sieben Tage. Kollegen betrachteten meine Hülle. Ich stand die meiste Zeit neben mir.
Die Spannung wurde unerträglich. Im Büro des Alten legte ich eine Nachricht auf den Schreibtisch – mit der Traueranzeige. „Helfen Sie mir!“, schrieb ich.
Die letzten Tage krochen wie ein Leichenzug. Es folgte der Abschied von Vera, denn wir wussten nicht, wie es weiter gehen würde. Ich hätte mich gern beweint, aber meine Tränensäcke lagen im Sarg. Beschissene Stimmung! Vera wusste, dass ich zuschaute und hielt sich kaum auf den Beinen. Der Alte war noch außer Haus. Also tschüss Klewitz!
Wie gesagt, griechische Musik wäre versöhnlich gewesen. Die Idee war kaum zu Ende gedacht, als fremde Harmonien die Friedhofsruhe störte. Verrückt! Ein Typ mit einem Rekorder voller Theodorakis schlenderte über den Friedhof. Danke, mein Gott! Der schmuddlige Typ wiegte auf der rechten Schulter Musik und hielt mit der anderen Hand einen Spiegel.
„Platz da!“, rief er, was reichlich pietätlos klang.
Er stellte den Spiegel vor die Grube. Ich spurtete durch die Gasse, die er in die Trauergemeinde gerissen hatte und hechtete.
„Verflucht noch mal!“, schrie ich. „Lasst mich endlich raus!“
Ratlosigkeit und Unruhe! Die Sargträger kurbelten mich hoch und verlangten Sonderprämie. Sie öffneten fachmännisch. Mein Siegerlächeln erhellte den Friedhof.
„Der ist bequem“, sagte ich zu den Trägern. „Ist fürs nächste Mal schon reserviert.“
Dracula wirkte wie eine billige Imitation. Vera zog Sonja hinter sich her. Beide hingen an meinen hundert Prozent. Mit dezenter Verbeugung dankte ich den Trauergästen für ihre Anteilnahme. Griechische Musik klang von weit her. Der Spiegel blitzte noch einmal auf. Die Suche nach meinem Wagenschlüssel blieb erfolglos, bis ich merkte, dass mein Hemd keine Taschen hatte.
„Fährst du?“, fragte ich Vera. „Hab’ den Führerschein vergessen.“


Hans-Joachim Heider:
geboren am 31. Mai 1945 in Böblingen, Studium Maschinenbau und BWL, zuletzt Verkaufsingenieur für Anlagen im Bereich Wasserversorgung und Bewässerung; Haupteinsatzgebiet war der arabische Raum; verheiratet und zwei Söhne; seit drei Jahren schreibe ich intensiv.
 
Veröffentlichungen 2009:
Grusel-Anthologie des Persimplex – von Einem der auszog, das Gruseln zu lernen – „Hinter der Umkehrung des Spiegels“, ISBN: 978-3-940528-72-8
Preisträger des Heidelberger Krimiwettbewerbs 2009 (3. Platz) – verlegt in der
Anthologie des Gmeiner-Verlags – Tödliche Wasser – „German Water“, ISBN-10: 3839210240
Fantasy-Anthologie des Noel-Verlags – „Das Spiegelkabinett“ (angekündigt)
Odenwälder Krimipreis Sieben Verlag – Mords Apfel – „Boskop in Stücken“, ISBN-10: 3940235857
Angekündigt ist eine Veröffentlichung beim Dienstwerk Verlag – „Die verpatzte Hauptprobe“
Sowie die vorliegende fantastische Krimi-Kurzgeschichte im Corona Magazine.

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Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904
Ausgabe 226 - 11.11.2009
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25.11.2009.

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