corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904

 newsBEAT
+ "Star Trek XI" News
+ New Voyages / Phase II
+ Dead Like Me
+ SG: Die Finale Bedrohung
+ Battlestar Galactica
+ V-The Second Generation
 Kunterbunt
+ "Star Trek" Geburtstage
+ Themenabend "Babylon5"
+ "Die Hitzewelle"
+ "Halloween" auf DVD!
 Shops
Corona-Shop
Phantastisches Shoppen im Corona Web-Shop, powered by amazon.de

Sendit.com
Kino- und TV-Produktionen hier im englischsprachigen Original online bestellen.
 Partner
FEDCON
Infos, Foren und mehr zur erfolgreichsten europäischen Star Trek-Convention.

u-kult.de
Medien, Serien, Filme und mehr. Ambitioniertes Webprojekt!
 Buch-Tipp
Star Trek - Vanguard: Der Vorbote
Band 1 der Trilogie um die Raumstation Vaguard. Endlich wieder neues Star Trek in Deutschland. Ab Februar 2008 im Handel!

Star Trek - Vanguard: Rufe den Donner
Band 2 der Trilogie. Ab April 2008 erhältlich.

Star Trek - Vanguard: Ernte den Sturm
Das Finale der Reihe. Ab Juni 2008 im Handel.
 Links
Star Trek XI News
Alle Infos zum neuen Kinofilm - kompakt und aktuell präsentiert vom Corona Magazine.

Phantastische Welten
Ausführliche Besprechungen mit Infos zu allen großen SciFi-Serien und Filmen.

phantastik.de
Täglich neue Infos, Kritiken und mehr zu vielen Themen rund um die Phantastik.

SF-Radio
Großes Science Fiction-Internetportal mit täglichen Radiosendungen und News.

The Daily Trekker
Großes Star Trek: Voyager- und Andromeda-Projekt mit Reviews, Infos und mehr.

Star Trek-Quoten
Großes Einschaltquotenarchiv im Internet zum Star Trek-Universum auf sftv.ch.

STARTREKVorlesung.de
Dr. Hubert Zitt über die Wissenschaft in Star Trek.

Stargate-Project
Die News- und Entertainment-Seite zu Stargate-SG1 und Atlantis.
27. Februar 2008 - Ausgabe 196 - "One Man. One Car."
Knight Industries Three Thousand
Willkommen in der Zukunft, liebe Leser. Nach diversen Anläufen in den letzten 20 Jahren, das von David Hasselhoff und einem ganz bestimmten TransAm geprägten Franchise neu zu beleben, lief Mitte Februar auf NBC der nächste Anlauf: Ein Fernsehfilm namens "Knight Rider", der bei Erfolg zu einer Serie im Herbst werden wird. Wenn es nach den Einschaltquoten gehen sollte (harhar), wird das auch wohl so sein. Geht es nach der Qualität – nun, selten hat ein Film unsere Redaktion so gespalten wie diese Fortsetzung: Der Knight Industries Three Thousand ("You may call me KITT.") ist schon ziemlich cool, das Drumherum ist diskussionswürdig... wahrscheinlich können Sie sich Ende des Jahres selbst ein Bild machen.

Evtl. schon vorher gibt es ein Wiedersehen mit der Raumstation "Babylon 5" – der Erfinder dieses Franchise jedenfalls bestätigte, dass es weitere Direct-to-DVD-Produktionen geben wird, die im Rahmen der "Vergessenen Legenden" neue Geschichten um "Babylon 5" erzählen werden. Wollen wir hoffen, dass es diesmal ein größeres Budget gibt, die auch beeindruckende visuelle Umsetzungen von beeindruckenden Geschichten ermöglichen.

Wie lange sind Sie eigentlich bereits Leser des Corona Magazines? Unser kleines Projekt befindet sich ja nun schon im elften Jahr und nachdem wir schon Hunderte von Newslettern versandt haben, nähert sich jetzt auch die 200. Ausgabe des Magazins mit Riesenschritten. Aus diesem Grund wollen wir feiern: Am 31. Mai in Mülheim an der Ruhr. In der nächsten Ausgabe – der 197 – werden Sie mehr darüber hören, also seien Sie fürs Erste nur gewarnt! :-)

Auch in dieser Ausgabe des Corona Magazines haben wir wieder eine Reihe von interessanten Themen, inkl. einer faszinierenden Kurzgeschichte. Haben Sie viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie uns gewogen!

Herzlichst
Ihr Mike Hillenbrand
Chefredaktion (v.i.S.d.P.)
Inhalt
1.Spotlight: Dead Like Me: Der Tod ist erst der Anfang
Bryan Fullers Serie über das Leben nach dem Tod
6.Beyond SF: Begeben Sie sich auf die Couch - am besten täglich!
Matthias Pohlmann über "In Treatment"
2.newsBEAT
Kurzmeldungen aus Fernsehen, Kino & Co.
7.DVD-Kritik "Family Guy präsentiert: Blue Harvest"
Star Wars einmal anders
3.Wil Wheaton: Der Geek hinter Wesley Crusher
Aus dem Leben eines ehemaligen Fähnrichs
8.Kunterbunt
Pressemitteilungen, Veranstaltungen und mehr...
4.Ihre Meinung
Leserbriefe an das Corona Magazine
9.Wissenschaft: Nobelpreise 2007
And the winner is...
5.TV-Vorschau ade?
Aus aktuellem Anlass diesmal ohne Programmvorschau
10.Die Corona-Kurzgeschichte
"Sternenturm" von Bernd Wichmann

1. Spotlight: Dead Like Me: Der Tod ist erst der Anfang
von Christian Spließ
Georgia "George" Lass' erster Arbeitstag bei der Zeitarbeitsfirma "Happy Times" ist auch zugleich ihr letzter – denn mitten in der ersten Mittagspause ihres Lebens wird sie auf eine sehr überraschende Art und Weise getötet. Normalerweise würde jetzt ihre Seele dort hingehen, wo Seelen nach dem Tod eben hingehen, aber Georgia ist in die Reihen der Grim Reaper, der Seelensammler, berufen worden.
Der Tod, so stellt sich heraus, ist zum Franchise-Unternehmen geworden: Es gibt verschiedene Abteilungen, die sich um diejenigen kümmern, die bald sterben müssen. Da George durch einen gewaltsamen Unfall zu Tode kam, ist sie in der entsprechenden Abteilung gelandet. Da ihr letztendlich keine andere Wahl bleibt, übernimmt sie das Amt des Grim Reapers: Ihre Aufgabe besteht nun darin, die Seelen noch vor dem Todeszeitpunkt einzusammeln. Dazu reicht eine normale Berührung aus und nach dem Tod geleitet der Grim Reaper die Seelen zu den Lichtern. Für gewöhnlich spiegeln diese einen wichtigen Aspekt des Lebens wieder. Wenn, wie in einer Folge zu sehen, jemand zu Lebzeiten sehr gerne gesegelt hat, nehmen die Lichter die Gestalt eines Schiffes an. Für einen Yoga-Lehrer nehmen sie die Form einer Lotusblume an.
Was sich hinter den Lichtern verbirgt – ob Himmel, Hölle oder einfach nur das Nichts – wird in der Serie nicht erklärt. Rube Sofer, Georges Vorgesetzter, erklärt ihr nur, dass Grim Reaper nicht dorthin gehen können. Zudem erfährt Georgia, dass Grim Reaper keine besonderen Kräfte haben: Zwar änderte sich ihr Aussehen, aber weder kann Georgia durch Türen gehen noch fliegen noch sich unsichtbar machen. Und da auch Grim Reaper Rechnungen zu bezahlen haben, bleibt Georgia nichts anderes übrig, als sich erneut mit neuem Gesicht und neuem Namen als "Millie" bei "Happy Times" zu bewerben. Wo sie diesmal einen leichteren Start hat als zuvor und Delores Herbig, die Leiterin der Firma, schließt sie schon bald in ihr großes warmes Herz. Eine Freundschaft, die Georgia einige Vorteile, aber auch einige Nachteile einbringt. Sieht man mal davon ab, dass "Happy Times" durchaus nicht die normalste Zeitarbeitsfirma der Welt ist ...

Die Grim-Reaper-Abteilung, in die Georgia geraten ist, hat ebenfalls ihre bemerkenswerten Charaktere. Zum einen ist da Mason, ein Engländer, der immer auf der Suche nach dem besten "Gelegenheitsjob" ist. Also immer auf der Suche nach dem besten Job, der viel Geld und wenig Arbeit einbringt, was ihn des Öfteren in schwierige Lagen bringt. Roxy Harvey arbeitet zu Beginn der Serie als Meter-Maid – Politesse wäre wohl das Pendant im deutschen Berufswesen. Sie schlägt sich also mit Parkuhren und Autofahrern herum. Die harte, sehr starke Frau hat allerdings auch ab und an ihre schwachen Seiten. Betty Rohmer, die nur zu Beginn der ersten Staffel zu sehen ist, fotographiert diejenigen, deren Seelen sie einsammeln soll. Sie zeigt Georgia einige Tricks und Kniffe und generell mag sie das, was sie tut. Eigentlich. Allerdings: Spontanität gehört zu Bettys Wesen dazu und so kommt es, dass sie eines Tages einer Seele in den Bereich hinter den Lichtern folgt. Als Ersatz taucht dafür dann Daisy Adair auf. Kurzerhand quartiert Rube die Neue bei Georgia ein. Was der überhaupt nicht recht ist, denn Daisy nervt sie zu Tode. Die ehemalige Filmschauspielerin erzählt stets Anekdoten über ihre ehemaliges Leben mit den Stars – ob die erfunden oder wahr sind, weiß allerdings niemand –, ist sehr auf ihr Aussehen bedacht und scheint sehr oberflächlich zu sein. Allerdings gibt es Momente, in denen Georgia Mitleid mit ihr hat.
Geleitet wird die Abteilung von Rube Sofer, von dessem Privatleben oder wie er ums Leben kam in der ersten Staffel nie die Rede ist. Dafür erfährt man, dass Rube generell alten Methoden mehr vertraut als der Technik. Zudem bekommt er die Liste mit den Leuten, die bald sterben werden, überträgt die Daten auf ein Post-It und verteilt sie im "German Waffelhaus" an die Grim Reaper.

Während George sich an all die neuen Dinge in ihrem – nun – Tod gewöhnen muss, geht es ihrer Familie nicht anders. Das Ehepaar Joy und Clancy Lass sowie Georgias Schwester Reggie müssen erstmal lernen, wie man mit dem Tod Georgias umzugehen hat. Dass Reggie seltsame Gewohnheiten entwickelt – unter anderem klaut sie Toilettensitze und schmückt einen ganzen Baum damit – hilft ihren Eltern nun nicht gerade. Wobei Joy und Clancys Eheprobleme, die schon vor Georgias Tod bestanden sich noch verstärken. Und dass Georgia ab und an nochmal einen Blick auf ihre Familie wirft, auch wenn sie nicht mehr Kontakt mit ihr aufnehmen kann, macht ihr Un-Leben nun auch nicht einfacher.

Schon Joss Whedon spielte mit der Idee, einen Seriencharakter einzuführen und ihn dann am Ende der ersten Folge sterben zu lassen. Eine Idee, die Bryan Fuller – der vorher bei "Star Trek Voyager" mitarbeitete, bevor er als erste eigene Serie "Dead Like Me" entwarf – wohl mit inspiriert hat. Als größte Inspirationsquelle für die Serie nennt Bryan Fuller in Interviews aber Piers Anthonys Roman "Reiter auf dem schwarzen Pferd", im Original "On a Pale Horse". Der Roman gehört zur Inkarnationen-Reihe von Anthony, den man eher als Verfasser der Xanth-Bücher kennen dürfte. Bei Piers Anthony Parallelwelt-Roman erschießt der Held Zane aus Versehen den Tod, als dieser kommt, um ihn zu holen, und übernimmt dessen Amt. Allerdings holt Zane persönlich nur die Seelen, die in einem Gleichgewichts-Zustand schweben – die guten und die bösen Taten sind perfekt balanciert, so dass die Seelen erstmal ins Fegefeuer kommen. Das entpuppt sich bei Anthony als Behörde, in dem die Seelen dann damit beschäftigt sind Formulare auszufüllen. Zweifelsohne hat der Roman einen großen Einfluss auf die Serie gehabt, aber Fuller entwickelte die Idee etwas weiter.
Bei ihm wird der Tod tatsächlich zu einer Art Franchise mit verschiedenen Abteilungen. Diese werden dann von Gott, dem Schicksal oder der höheren Macht – die Serie definiert das nicht genauer – wie eine Firma geleitet. Wie genau das Ganze vonstattengeht, das überlässt die Serie der Imagination des Zuschauers, aber es gibt definitiv Regeln, an die man sich zu halten hat. So auch, dass man keinen Kontakt mit den Hinterbliebenen aufnehmen darf – eine Regel, die Georgia zu Beginn der Serie durchbricht, nur um festzustellen, dass ihr dafür ein Teil ihrer Erinnerungen genommen wird. Direkt kann sie nicht auf ihre Familie einwirken, aber indirekt schon. Man darf vermuten, dass ihr Boss Rube das auch ahnt.

"Dead Like Me" aber nur auf den Fantasy-Aspekt zu reduzieren, wäre allerdings falsch. Denn mit jeder Folge macht Bryan Fuller deutlich, dass er den Kniff des Lebens nach dem Tod dazu benutzt, um den Zuschauern einerseits Charaktere zu geben, die liebenswert und schrullig sind – das betrifft sowohl die Grim Reaper als auch die Mitarbeiter von "Happy Times" - andererseits wird aber sehr schnell klar, dass Bryan Fuller zeigen möchte, wie viel man im Leben eigentlich verpasst, wenn man Chancen nicht wahrnimmt.
Denn Georgia Lass, hervorragend dargestellt von Ellen Mouth, hat in ihrem bisherigen Leben eigentlich nichts erreicht und alle Chancen verpasst. Weder hat sie einen Freund, noch hat sie die College-Ausbildung vollendet, noch scheint sie in ihrem Leben jemals richtig Eigeninitiative entwickelt zu haben. Die sarkastischen Voice-Over von Georgia, die jede Folge kommentiert, verstärken diesen Eindruck noch. Im Grunde holt Georgia in ihrem Un-Leben jetzt alles das nach, was sie im Leben nicht hatte: Romanzen, Freunde, Erfahrungen. Irgendwann, so sieht es die Mythologie der Serie vor, wenn sie einen gewissen Punkt erreicht hat, wird sie die Reihen der Grim Reaper verlassen und befördert werden. Dann nämlich, wenn sie Frieden mit ihrem ehemaligem Leben schließen kann. Jedenfalls lässt sich das aus den Folgen erschließen.

Bryan Fuller zeigt aber auch, wie eine Familie aus der Bahn geworfen wird und wie diese versucht, sich mit der Sachlage anzufreunden – nicht nur Georgia entwickelt sich in der ersten Staffel, auch ihre Familie. Joy, die überaus starke Mutter, weiß nicht so recht, was sie mit Reggie anfangen soll. Sie versucht zwar Reggie zu verstehen, aber es fällt ihr schwer. Diese bewahrt eine tote Krähe in ihrem Zimmer auf, stiehlt Toilettensitze und während Georgia Zeit ihres Lebens Reggie kaum beachtete – was wunderbar im Pilotfilm visualisiert wird, wenn von Reggie zuerst nur die Brille zu sehen ist, wenn die Familie am Tisch sitzt – ermuntert sie ihre Schwester aus der Ferne, das Leben zu nutzen und nicht wie sie alles an sich vorbeiziehen zu lassen. Sich nicht einzumischen, weil das ja allemal bequemer ist.

Dass das Leben an sich kostbar und wertvoll ist, dass man ab und an auch mal die Rosen am Wegesrand riechen sollte – das vermittelt die Serie höchst eindrücklich. Wobei sie glücklicherweise nicht mit einer Holzhammer-Moral daherkommt, sondern mit cleveren, höchst witzigen Dialogen und Drehbüchern. Die vielen skurrilen Todesarten in der Serie erinnern an "Six Feet Under", sind aber wie dort nur Beiwerk. Fullers Augenmerk liegt auf den Charakteren. Rückblicke innerhalb der ersten Staffel erzählen die Vergangenheit der Reaper oder erklären zumindest wie sie ums Leben kamen – von Rube mal abgesehen, den eine geheimnisvolle Aura zu umgeben scheint.
Mandy Patinkin verkörpert den Boss der Grim Reaper und man kann einfach nicht anders als Bryan Fuller zu seinen Schauspielern generell zu gratulieren. Die unbekannte Ellen Muth ist eine so schöne schnippische, sarkastische und dennoch lernfähige Georgia Lass, dass es eine Freude ist. Dazu kommen Callum Blue, der als charmanter Kleingauner Mason mit englischem Akzent einfach umwerfend ist. Ebenfalls eindrucksvoll: Jasmine Guy als toughe Roxy. Dass Rebecca Gayheart nach Folge Vier aus der ersten Staffel ausstieg, ist schade. Ihr Verlust wird aber durch Laura Harris als zickige und arrogante Daisy Adair ersetzt. Ein Charakter, an dem man sich wirklich reiben kann, was die Serie wiederum wohltuend von anderen abhebt: Gleichförmige oder vorausehbare Charaktere sind in dieser Serie nun nicht zu finden. Und viel zu leicht könnten die Macher sich über ihre Figuren lustig machen und sie ins Lächerliche ziehen – es gelingt ihnen aber selbst Figuren wie Delores Herbig zwar als überaus schrullig, aber dann doch liebenswert zu zeichnen.
Überhaupt ist "Dead Like Me" keine Serie, die einen herzhaft lachen lässt, sondern eher eine, die ein Schmunzeln auf das Gesicht des Zuschauers zaubert. Eine Serie, die beweist, dass Anspruch und Unterhaltung durchaus zusammenpassen.

Warum die Serie bislang dem deutschen Publikum vorenthalten wurde, ist die Frage. Sicherlich ist "Dead Like Me" - die einen seltsamen deutschen Titel verpasst bekommen hat, nämlich "So gut wie tot" - keine Serie für den Mainstream. Dass aber Serien mit Anspruch auch funktionieren können, bewies ja unter anderem "Six Feet Under". Beide Serien haben zudem gemeinsam, für einen Pay-TV-Sender produziert worden zu sein - "Dead Like Me" für den Sender Showtime, so dass man sich hier generell etwas mehr an Freiheiten rausnehmen konnte, als wenn man die Serie für Warner, NBC oder ABC produziert hätte. Dennoch: Seit Jahr und Tag besitzt RTL2 die Rechte fürs Free-TV, ein Ausstrahlung dort ist nicht in Sicht. Dafür nimmt sich ab dem 01. April der deutsche SCIFI-Sender der Serie an und zeigt werktäglich ab 18:35 eine Folge. Immerhin keine Doppelfolgen und vermutlich mit der Option, auf englischen Originalton umzuschalten. Und das sollte man auch wirklich tun – die deutsche Synchro ist zwar sehr "bemüht", hat aber den ein oder anderen Schnitzer, der Sarkasmus von Georgia ist auf deutsch etwas gedämpft. Richtig ärgerlich ist es, wenn einem Charakter ein bayerischer Akzent angedichtet wird, der im Original gar nicht vorhanden ist. Zugegeben: Die Figur der Kellnerin Kiffany, die im "Der German Waffelhaus" die Reaper bedient und offenbar mehr weiß als sie sollte, ist nur ein Nebencharakter – aber dennoch ist dieser Synchron-Fehler äußerst peinlich.

Es ist schade, dass Bryan Fuller die Serie zum Ende der ersten Staffel verlassen hat und sich dann für FOX "Wonderfalls" erdachte – so einige Nebenhandlungen werden wohl nicht aufgeklärt werden. John Masius, der vorher Produzent war, hat dann die zweite Staffel in Szene gesetzt und durchaus eine passable Leistung hingelegt. Danach allerdings wurde die Serie von Showtime nicht mehr verlängert. Doch die insgesamt 29 Folgen erzählen eine in sich runde Geschichte, die auch ohne Cliffhanger am Ende der Staffeln auskommt. Momentan ist ein Direct-To-DVD-Film in Vorbereitung, wobei nicht alle Serienschauspieler an Bord sind. Es könnte sein, dass bei einem Erfolg die Serie wieder aufgenommen werden wird – bei "Futurama" und "Family Guy" haben die DVDs das ja vermocht, unwahrscheinlich ist das nicht. Schließlich ist "Dead Like Me" ein gutes Stück TV.

2. newsBEAT
"Star Trek XI" News
Alle Informationen und die aktuellen Gerüchte zum neuen "Star Trek"-Kinofilm immer aktuell und kompakt zusammengestellt vom Corona Magazine finden Sie unter http://www.corona-magazine.de/public/star_trek_xi/.
"Star Trek: New Voyages" wird zu "Star Trek: Phase II"
Die Internetproduktion "Star Trek: New Voyages" heißt ab sofort "Star Trek: Phase II". Was als Fanfilm-Projekt begann, hat inzwischen ein ganz anderes qualitatives Level erreicht. Dies soll auch mit der Namensänderung symbolisiert werden.
So will das Projekt mit neuen Leuten und neuem Material weiter die bisherige Richtung der fortgesetzen Abenteuer um Captain Kirk und die Enterprise ausbauen. Man wird beginnen Ideen und Konzepte aus der nie realisierten gleichnamigen TV-Serie umzusetzen. So wird z.B. der Character Xon neu an Bord kommen, aber nicht wie im Original-Konzept Spock ersetzen. Xon, dargestellt von Patrick Bell, wird erstmals in der nächsten Episode "Blood and Fire" zu sehen sein. Ein weiterer Aspekt wird die Einführung von Uniformen der originalen "Phase II" und aus "Star Trek: Der Film" sein.
"Dead Like Me" im deutschen Fernsehen
Ab dem 1. April 2008 wird der Pay-TV-Sender SciFi-Channel "Dead Like Me" als deutsche Erstausstrahlung zeigen. Die Mystery-Serie wird unter dem Titel "So gut wie tot" montags bis freitags um 18:35 Uhr gesendet werden.
Sie handelt von einem Mädchen, welches nach ihrem Tod als Seelensammlerin auf der Erde unterwegs ist. Die Serie besteht aus zwei Staffeln, momentan befindet sich darüberhinaus ein DVD-Film in Produktion.
"Stargate: Die Finale Bedrohung" - Trailer online
Der lange erwartete Trailer (Verspätung: läppische 15 Monate) ist soeben erschienen. In dem ca. 02:30 minütigen Video sind einige Szenen aus dem fertigen Film zu sehen.
Außerdem kann nun ein "etwas" genauerer Veröffentlichungstermin für den Film genannt werden, nämlich März 2008. Eine weitere Verspätung ist äußerst unwahrscheinlich.
"Battlestar Galactica" für drei Saturn Awards nominiert
Die Akademie für Science Fiction, Fantasy und Horrorfilme hat ihre Nominierungen für die 34. Saturn Awards bekannt gegeben. „Battlestar Galactica“ wurde für drei Preise nominiert.

Die Serie selbst wurde nominiert in der Kategorie Best Syndicated / Cable Television Series.
Der Galactica-Film „Razor“ wurde nominiert als Best Presentation on Television
Schauspieler Edward James Olmos, den wir als Admiral Adama kennen, wurde für den Preis Best Actor on Television nominiert.

Die Akademie selbst ist eine gemeinnützige Organisation, welche das Genre fördern will. Gegründet wurde sie 1972 durch den Filmhistoriker Dr. Donald A. Reed. Die Preise werden am Dienstag, den 24. Juni in Unversal City (California) verliehen.
Wird "V - The Second Generation" kommen?
Nach dem Erfolg der ersten Mini-Serie zu "V" entschied man sich für ein Sequel, welches die Geschichte fortsetzten sollte. So kam es zu "V – Die außerirdischen Besucher kommen 2". Nachdem auch diese Mini-Serie erfolgreich war, entschloss man sich eine Serie daraus zu machen, die von 1984 bis 1985 entstand und insgesamt 19 Episoden beinhaltet. Nun tauchen immer mehr Gerüchte im Netz auf, nach denen eine weitere Mini-Serie in Planung sein soll.

Schon seit Anfang 2002 gibt es Gerüchte über eine weitere Fortsetzung der Serie. Diese soll nun im Jahr 2009 mit dem Titel "V - The Second Generation", welches auf dem gleichnamigen Roman basieren soll, Wirklichkeit werden und an die Mini-Serie anknüpfen.

Mit dabei sollen viele Schauspieler der Ur-Serie, unter anderem Marc Singer, Michael Wright und Jane Badler sein. Auch der Erfinder des Originals Kenneth Johnson soll bei der neuen Mini-Serie als Produzent mit an Bord sein.

Kenneth Johnson bestätigte längst in Interviews, dass er die Rechte an "V - The Second Generation" bereits 2004 an NBC in Form einer Mini-Serie verkauft habe.

Auch einen wagen Inhalt zur Story gibt es derzeit schon. So soll das Ganze 20 Jahre nach der ersten Invasion spielen. Die Außerirdischen kontrollieren die gesamte Kommunikation der Menschen, haben alle Krankheiten geheilt und scheinen ein Segen für die Menschen in dieser Hinsicht zu sein, sie wollen schließlich nur unser Wasser. Doch nun regt sich stärkerer Widerstand, andere Außerirdische betreten heimlich das Spielfeld, reagieren auf den Hilferuf von vor 20 Jahren. Doch sind sie wirklich die Rettung?
Doctor Who: Ab 23. Juni auf Sci Fi
Der Pay-TV-Sender Sci Fi Channel wird in Deutschland die Ausstrahlung der von ProSieben kürzlich abgesetzten britischen SF-Serie „Doctor Who“ übernehmen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Senders gegenüber Serienjunkies.

Wie der Sender mitteilte, wird er ab 23. Juni dieses Jahres von Montag bis Freitag um 19.25 Uhr die erste Staffel von „Doctor Who“ in der ungeschnittenen Version ausstrahlen. Der Sender SciFi kann in Deutschland via Premiere empfangen werden, ist aber auch in den kostenpflichtigen Programmbouquets vieler Kabelanbieter enthalten.

ProSieben hatte die britische Serie nach nur drei Wochen wegen der schlechten Zuschauerzahlen wieder aus dem Programm genommen.

In den USA läuft „Doctor Who“ auf dem amerikanischen Muttersender von Sci Fi dagegen sehr erfolgreich. Der Sender hatte erst kürzlich angekündigt, ab April die vierte Staffel der Serie sowie in Kürze auch die erste Staffel des Spin-Offs „The Sarah Jane Adventures“ ausstrahlen zu wollen.
"Jericho" und "Primeval" zurück bei ProSieben
Vergangenes Jahr hatte ProSieben "Jericho" während der ersten Staffel aufgrund schlechter Quoten abgebrochen. Der Sender ließ jedoch verlauten, dass die restlichen Folgen der ersten Staffel zusammen mit der zweiten Staffel später noch ausgestrahlt werden würden. Im Juni soll es nun soweit sein. Ab dem 30.06.2008 soll "Jericho" montags um 22:15 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt werden.

Bereits ab 14.04.2008 soll die zweite Staffel von "Primeval" ihre Premiere auf ProSieben feiern. Die britische Serie übernimmt den Sendeplatz von "Supernatural", dessen erste Staffel dann abgeschlossen ist. Die neuen Folgen über Dinosaurier, die mittels Raum-Zeit-Anomalien unsere Gegenwart besuchen, und das Forscher-Team, das diese Vorkommnisse untersucht, werden also montags um 20:15 Uhr laufen.

Nach dem Ende von "Primeval" im Juni soll nach derzeitigem Planungsstand die neue Serie "Moonlight" am 09.06.2008 um 20:15 Uhr starten. Anfang September soll dann "Supernatural" mit der zweiten Staffel zurückkehren und seinen bisherigen Sendeplatz um 20:15 Uhr wieder übernehmen. Ebenfalls noch im September, aber drei Wochen später, soll dann die 4. Staffel von Lost zu sehen sein. Wieder auf dem Sendeplatz um 21:15 Uhr und wieder in Doppelfolgen. Dies ist etwas überraschend, war man bei Staffel 3 auf dem Programmplatz doch nicht sehr erfolgreich.

Es ist zu beachten, dass sich diese Planung natürlich auch wieder ändern kann, insbesondere wenn eine oder mehrere Serien nicht den gewünschten Erfolg für den Sender bringen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nochmal Änderungen geben, aber auch sonst kann noch viel passieren. Aktuell ist dies aber die Planung von ProSieben für den Montagabend, wobei auffällt, dass man nun wohl durchgehend das ganze Jahr auf Mystery (oder besser Phantastik) setzen will. Wechselte man in der Vergangenheit immer wieder zwischen Mystery-Montag und Comedy-Formaten wie Die ProSieben Märchenstunde und ähnlichem hin und her, taucht letzteres in der Planung zur Zeit nicht auf und es gibt auch nur wenige und dann kurze noch freie Lücken am Montag.

Zunächst besteht der Mystery-Montag ab kommender Woche aber aus Supernatural und Eureka, ab dem 03.03.2008 kommt um 22:15 Uhr noch Nemesis - Der Angriff (Threshold) dazu.
Neues von "The Hobbit"
Wie Empireonline.com berichtet, will Guillermo Del Toro, der voraussichtlich ja Regie führen soll, in "The Hobbit" die Schauspieler von "Herr der Ringe", wie Andy Serkis und Ian McKellen, haben.
"Final Destination 4" Darsteller wurden vorgestellt
Wie New Line nun bekannt gab, sind die Schauspieler Shantel VanSanten, Bobby Campo und Hayley Webb die Hauptdarsteller von "Final Destination 4".

In weiteren Rollen werden Nick Zano, Krista Allen und Andy Fiscella zu sehen sein.
David R. Ellis ("Final Destination 2") wird beim vierten Teil wieder Regie führen. Das Drehbuch stammt von Eric Bress.

Die Dreharbeiten zum Horror-Thriller beginnen diesen Monat in New Orleans.
Paramount veröffentlicht wieder Blu-Ray
Nachdem das Filmstudio im August vergangenen Jahres die Veröffentlichungen auf Blu-Ray einstellte, entschied Paramount nun, dieses Format wieder zu verwenden. Die Umstellung sollte nicht sehr lange dauern, da Paramount bis zum Herbst vergangenen Jahres sowohl in HD-DVD als auch in Blu-Ray veröffentlichte.
Dennoch hat Paramount vor, weiterhin Titel in HD-DVD auf den Markt zu bringen.

Die Entscheidung war nur eine Frage der Zeit, nachdem sich Toshiba dazu entschieden hat, die HD-DVD Produktion einzustellen.
Damit ist es nun quasi beschlossen, dass das Nachfolgeformat der DVD die Blu-Ray sein wird.

3. Wil Wheaton: Der Geek hinter Wesley Crusher
von Klaus Schapp
Der Name Wil Wheaton sollte den meisten unseren Lesern ein Begriff sein. Er spielte, zumindest bis er in der vierten Staffel ausstieg und nur noch in Gastauftritten vorkam, in "Raumschiff Enterprise – Das Nächste Jahrhundert" Fähnrich Wesley Crusher, das jüngste, und geekigste, Crewmitglied der Enterprise. Und bei vielen Fans der Serie nicht unbedingt das beliebteste. Usegroups wie ‚alt.wesley.die.die.die’ bezeugen dies. Nach seinem Ausstieg aus TNG war es auch recht still um ihn geworden. Außer ein paar Nebenrollen in Serien und Indypendentfilmen hat man nicht viel vom einstigen Wesley auf der Leinwand gesehen. Mancher wird sich da vielleicht fragen: Was macht er denn nun?

Die Antwort ist relativ einfach: Er hat umgesattelt vom Schauspieler zum Autor. Der ab und zu noch schauspielert. Mitte des Jahres 2001 brachte ihn The Hooters Incident dazu ein Blog zu schreiben. Welches er dazu benutzt, das aktuelle Geschehen in seinem Leben zu beschreiben (aktuell etwa die Nasennebenhöhlen-OP). Dabei kommen, neben den für Blogs üblichen Erwähnungen von neuen Seiten, Spielen oder Gadgets auch anspruchsvollere Beiträge zusammen. Beiträge über das Universum, das Leben und den ganzen Rest, um Douglas Adams zu zitieren. Es stellt sich somit heraus, dass Wil durchaus etwas mit seiner Figur Wesley gemeinsam hat. Er ist ein Geek. Aufgewachsen mit "Star Wars"-Action-Figuren und Arcade-Spielhallen (Ja, damals musste/konnte man zum Computerspielen noch ausgehen), Comics, dem NES und Dungeons & Dragons. Er schreibt auch über Besuche auf Conventions, ob als Keyspeaker der Computerspielmesse Penny Arcade Expo, als Ex-Wesley Darsteller auf Star Trek Cons oder aber Fan auf Comicmessen. Auch sein Familienleben, mit Frau und zwei Stiefsöhnen, wird des Öfteren thematisiert. Bei all diesen Themen entstehen durchaus witzige, nachdenkliche oder informative Postings, die auch recht gut geschrieben sind. Und was liegt da näher, als aus den Blogeinträgen ein Buch zu machen? Zumal das ja auch hilft, die Familie zu ernähren.

Und genau das hat Mr. Wheaton gemacht. Letztes Jahr ist das dritte Buch erschienen. „The Happiest Days of Our Lives“ wird es genannt und Wil mimt dabei Autor und Herausgeber in Personalunion. In diesem kleinen (ungefähr 100 Seiten) aber feinem Buch sind hauptsächlich Blogeinträge über das Familienleben und Kindheitserinnerungen gesammelt. Natürlich kommt auch "Star Trek" vor, aber eher am Rande und als Kulisse für Treffen mit alten Freunden und Erinnerungen.

Sein erstes Buch, „Dancing Barefoot“ von 2003 ist ebenfalls relativ klein und beinhaltet ein paar Geschichten für die, in dem kurz darauf erschienenen „Just a Geek“ kein Platz waren. Auch sie handeln von Kindheitserinnerungen, Verlust, Glück und "Star Trek". Zum Thema "Star Trek" erfahren wir zum Beispiel auch, wie sich William Shatner einem 16-jährigen Kollegen und Fan gegenüber verhält. (Ein kleiner Tipp: Wil bezeichnet ihn seitdem immer als "William fucking Shatner".)

Das eben schon erwähnte „Just a Geek“ ist sozusagen das Hauptwerk. Ein Hardcover mit ungefähr 300 Seiten, ebenfalls hauptsächlich Blogeinträge. Allerdings in diesem Fall kommentiert, das heißt, dass zu fast jedem Eintrag auch geschrieben steht, warum er in dieser Art und Weise entstanden ist. Auch kann man dieses Buch eher in die Kategorie Autobiografie einordnen.
Um ein bisschen den Inhalt zu beschreiben: Wil hatte "Star Trek" verlassen, weil es wohl öfters vorkam, dass er Angebote für Filme absagen musste, nur um dann die ganze Zeit vorne rechts auf der Brücke zu sitzen und einmal auf „Make it so!“ zu reagieren. Wie eigentlich jeder Teenager fühlte er sich da doch eindeutig zu etwas Größerem berufen, und auch die persönlichen Angriffe auf ihn, da Fans ab und zu Probleme haben zwischen Wesley Crusher und Wil Wheaton zu unterscheiden, taten ihr übriges. Dementsprechend war sein Bild von "Star Trek" teilweise auch recht negativ gefärbt. Seine Entscheidung, den Beruf des Schauspielers danach erst auszulernen, bevor er neue Film-Angebote annahm, stellte sich im Nachhinein als Falsch heraus, da Ende der 90er ‚kantigere’ Schauspieler gesucht wurden.
Das, und der Spruch „Irgendwoher kenne ich dich. Warst du nicht mal Schauspieler?“ führten dazu, dass das Blog begonnen wurde. Zum Teil, um eine seine inneren Stimmen „Zeig-Allen-das-'Star Trek'-Verlassen-Kein-Fehler-War“, liebevoll „Zeig-es-allen“ genannt, zu befriedigen. Die „Stimme der Selbstzweifel“ hat natürlich auch ein Wörtchen mitzureden. So kann man in diesem Buch lesen, wie Wil es schafft, diese Stimmen zum Schweigen zu bringen, oder zumindest zum flüstern, in dem er etwas findet, was ihm sogar noch mehr Spaß macht als Schauspielern. Etwas, was ihm auch schon seine Englisch-Lehrerin prophezeit hatte.

Die Bücher, natürlich auch die Blogeinträge, aus denen sie größtenteils entstanden sind, sind alle ziemlich gut geschrieben. Auch der etwas geekige Humor, den man von jemandem, der sein Buch „Just a Geek“ nennt, ja auch erwarten kann, ist sehr gut. Allerdings sollte man sich schon mit der Popkultur und den Klassikern der SF auskennen, um die ein oder andere Referenz zu verstehen. Damit man sich selbst einen Eindruck vom Schreibstil machen kann, sollte man einfach mal auf WWdN: In Exile und WWdN herumstöbern. Von dort gibt es auch Links zu anderen Seiten, auf denen Wil Wheaton Essays, Rückblicke/Rezensionen von "TNG"-Folgen oder Ähnliches hat. Einen Fehler sollte man allerdings nicht machen: Die Bücher als Informationen ausschließlich über "Star Trek" zu sehen. Auch wenn "Star Trek" ein großer Teil seines Lebens ist/war, und es durchaus Geschichten über das Geschehen hinter den Szenen gibt, zum Beispiel ob Patrick Steward oder Wil nun das bessere Auto hatte, ist der Fokus, wie oft in Blogeinträgen gesehen, auf Wil selbst gelegt.

4. Ihre Meinung
Die in dieser Rubrik durch Namen gekennzeichneten Texte sind Leserzuschriften. Sie spiegelndie Meinung der Leser wieder und stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion desCorona Magazines überein. Wenn Sie uns auch schreiben möchten; keine Scheu:leserbriefe@corona-magazine.de. Bittebeachten Sie, dass wir nur Zuschriften veröffentlichen, die mit vollständigemNamen versehen sind. Die eMail-Adressen der Leser werden auf Anfrage von der Corona-Redaktionbekannt gegeben. Wir danken für Ihr Verständnis!

Corona Magazine
STNV-Deutsche Untertitel?


Hallo,

gibt es deutsche Übersetzungen von den Folgen von ST-New Voyages? Also mit Untertitel - synchronisierte eher kaum, braucht auch keiner. Aber Untertitel wären nett. Könnt Ihr mir da mit einer Adresse helfen?

Danke!
Bastian


Antwort der Redaktion:

Hallo Bastian,

eine Synchronisation gibt es bisher erwartungsgemäß nicht. Jedoch gibt es ein Projekt, welches zu allen bisher veröffentlichten Episoden deutsche Untertitel anbietet. Die Untertitel werden im SRT-Format angeboten und können auf der Website des Projekts heruntergeladen werden.

5. TV-Vorschau ade?
von Klaus Schapp
Zum letzten Corona-Magazin flatterte mir folgende E-Mail zu:

Hi,

mal 'ne Frage: Mir ist aufgefallen, dass in Eurer TV-Vorschau auch immer noch Sendungen von Sendern der VG Media aufgeführt sind (z.B. RTL, Pro7, Kabel 1,...). Müßtet Ihr dann nicht auch seit Jahresbeginn für diese Programminformationen horrende Summen an die VG Media? Ich möchte ja nicht, dass Ihr Euch heillos verschuldet. Vielleicht solltet Ihr diese Sendungen vorsichtshalber aus Eurer TV-Vorschau herausnehmen.

Liebe Grüße, Kai


Erst mal: Danke für die Mail, Kai. Auch wenn mir aufgrund des Inhaltes die Kinnlade herunterfiel. Wir machen ja quasi unbezahlte Werbung für diese Sender. Da können die doch nichts dagegen haben. Oder?
Können sie. Kai hat nämlich Recht. Seid dem 01.01.2008 verlangt die VG Media, ein Zusammenschluss von 19 Privatsendern, der zu 50% Pro7/Sat1 und zu 50% der RTL Gruppe gehört, horrende Summen dafür das man einen Electronic Program Guide (kurz: EPG) ins Netz stellt. Um genau zu sein: 0,0002€ pro Seitenaufruf, mindestens aber 2000€ pro Jahr. Geld, das wir, als auch Open Source Projekte wie zum Beispiel der TV-Browser, nicht haben.

Natürlich gibt es in dem Regelwerk der VG Media auch keine Fair Use Rechte für nichtkommerzielle Projekte und als EPG gilt schon der Standard EPG eines DVB Empfängers, der gerade mal die aktuell laufende Sendung und die nächste Sendung zeigt. Sagt zumindest die VG Media.
Ob dem wirklich so ist und warum man für die elektronische Darstellung bezahlen soll, während Fernsehzeitschriften das Programm immer noch umsonst abdrucken dürfen, sind ungeklärte Fragen.
Genau so, wie die Frage, was genau rechtlich geschützt ist, auf das sie eine Gebühr erheben können. Ich bin kein Jurist, aber Copyright auf Uhrzeiten und Titel kann man doch eigentlich nicht haben. Und die Beschreibungen der Filme stammen aus unserer Feder, also ist da auch nichts mit Copyright. Zumal ein Gericht auch die Verwendung von einzelnen Screenshots in Fernsehprogrammen als 'tagesaktuelles Geschehen' erlaubt hat.

Meine größte Frage lautet aber: Wollen die Privaten keine Zuschauer haben? Wo steckt der Sinn darin, den Internetnutzern vorzuenthalten, was wann läuft? Wenn der Zuschauer nicht weiß, dass "Dr. Who" läuft, dann ist es auch kein Wunder, wenn es keine guten Quoten gibt. (Ganz davon abgesehen, dass die Premiere von "Dr. Who" parallel zu einem Europameisterschafts-Handballspiel mit deutscher Beteiligung gesendet wurde.)

Wie auch immer. Wie oben schon erwähnt, haben wir keine 2000€ übrig. Was auch ein 'drauf ankommen lassen' und eventuellen Prozess kategorisch ausschließt. Da kommt dann noch hinzu, dass über 90 Prozent aller von der TV-Vorschau aufgenommenen Sendungen im Deutschen Free-TV auf Sendern der VG Medien laufen. Aus diesen Gründen haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, bis auf Weiteres auf die TV-Vorschau zu verzichten. Wenn sich die Lage, zum Beispiel durch einen Präzedenzfall, ändert, werden wir Ihnen wieder eine TV-Vorschau präsentieren.

Bleiben Sie uns gewogen,

Klaus Schapp

PS.: Soeben lese ich, dass Uhrzeit und Titel den Jungs von TV-Browser wieder erlaubt wurden, obwohl es vorher gegenteilige Informationen gegeben hat. Wenn dem wirklich so ist, könnte einer TV-Vorschau in der nächsten Woche nichts mehr entgegenstehen.

6. Beyond SF: Begeben Sie sich auf die Couch - am besten täglich!
von Matthias Pohlmann
Nein, das ist kein Plädoyer für die (nachmitt)tägliche Sat.1-Dokusoap "Zwei bei Kallwass". Sondern für die neueste HBO-Serie "In Treatment". Hat also HBO nun seine Daily Soap? Ja und nein, denn rein vom Format her sieht werktäglich 30 Minuten natürlich arg nach Daily Soap aus. Aber zum einen dauert es ja "nur" neun Wochen (also 45 Folgen – so viele umfasst die erste Staffel) und zum zweiten lässt sich die Serie theoretisch auch wöchentlich verfolgen. Denn die fünf Werktage sind bezüglich ihrer Handlung fast vollständig von einander getrennt – aber nur fast. Im Folgenden befinden sich dann einige Spoiler – die aber außer für den Donnerstag nie mehr als die Hälfte der jeweils ersten Folge umfassen.

Montag: Laura

Mit Laura beginnen Serie und neue Woche(n). Laura ist Anästhesistin und wohnt mit Andrew zusammen. Eigentlich ist sie aber schon seit einem Jahr in Paul, den Therapeuten, verliebt und gesteht ihm das auch in der ersten Folge ein. Explizit erklärt sie ihm auch, dass sie mit ihm schlafen möchte – warum das eventuell besonders kritisch sein könnte, erfährt der Zuschauer hingegen erst am Freitag der ersten Woche. Eine verzwickte Lage wäre das wohl für jeden Therapeuten, für Paul ist sie besonders verzwickt.

Dienstag: Alex

Alex ist Bomberpilot und flog im Irakkrieg. Dort bekam er den Befehl, einen Bunker zu bombardieren – diesen Befehl führte er auch in Perfektion aus. Der Bunker stellte sich hernach als Koranschule heraus und es kamen bei dem Angriff 16 Kinder um. Wieder in den USA lief Alex dann einen Marathon bis zur völligen Erschöpfung – ja sogar bis zum klinischen Tod. Aber er ist fest davon überzeugt, kein Problem mit dem Bombenangriff zu haben – überhaupt ist er ziemlich "perfekt". Einen Zusammenhang zwischen seinem Marathonlauf und dem Bombenangriff sieht er nicht – außerdem, so sagt er mehrfach, schlafe er wie ein Baby.

Mittwoch: Sophie

Sophie ist nicht in Therapie. Sie ist nur da, um von Paul eine Evaluation zu bekommen, denn sie hatte einen Fahrradunfall. Und es sind wohl nicht alle so gänzlich davon überzeugt, dass der Unfall Zufall war – Paul soll ihr nun bestätigen, dass sie vollkommen in Ordnung ist und der Unfall kein Suizidversuch war. Dabei legt sie äußerst viel Wert drauf, dass sie nicht in Therapie sei. Und dass sie die auch gar nicht nötig habe. Also überhaupt nicht nötig habe.

Donnerstag: Jake und Amy

Jake und Amy sind verheiratet und haben ein gemeinsames Kind. Fünf Jahre lang bemühte sich Amy dann unter Zuhilfenahme ärztlicher Behandlung um eine weitere Schwangerschaft – nach dem Ende der Behandlung wurde sie dann schwanger. Jetzt aber möchte sie gerne abtreiben, ihr Mann möchte das aber gar nicht. Paul soll ihnen nun bei einer Entscheidung helfen. Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob die Linien wirklich so schwarz und weiß verlaufen und ob die Uneinigkeit über die Abtreibung das einzige Eheproblem der beiden sein sollte. Im Verlauf der ersten (vom Publikum verfolgten) Therapiestunde treibt Jake Paul dann so lange in eine Ecke ("Was sollen wir tun?" "Sollen wir oder sollen wir nicht abtreiben lassen?" "Ich will ein einfaches Ja oder Nein"), bis dieser sich zu einem "Ok, treibt ab" hinreißen lässt.
Dies schockt ihn so sehr, dass er seine ehemalige Supervisorin anruft, um mit ihr einen Termin zu vereinbaren. In den Folgewochen ist der Donnerstag auch der Tag, an dem Paul sich gerne mit seiner Frau in der Wolle hat.

Freitag: Gina

Gina war bis vor acht Jahren Pauls Supervisorin. Und in seiner Not – Anlass war sein Ausbruch "Ok, treibt ab" tags zuvor – wendet er sich an sie, da ihm niemand sonst einfällt, mit dem er reden könnte (!). Im Verlauf der ersten Sitzung kommt dann heraus, dass nicht nur Jake und Amy ein Problem für Paul darstellen, sondern auch Laura – und seine eigene Ehe. Und irgendetwas muss auch zwischen Paul und Gina vorgefallen sein, denn er hatte acht Jahre lang keinen Kontakt mehr und war nicht einmal zur Beerdigung ihres Mannes erschienen.

Täglich oder wöchentlich?

"In Treatment" kann man also auf verschiedene Art ansehen. Man kann sich beispielsweise einen Patienten rauspicken und dessen Werdegang verfolgen. Oder man sieht das komplette Programm, was auf jeden Fall mehr Spaß macht. Denn mancher Zwischenton und manche Geste aus den Sitzungen mit Laura entgeht einem beispielsweise ohne die Freitagssitzung, in der Paul und Gina aufeinander treffen. Man sollte sich also für maximalen Serienspaß auf neun Wochen mit einem täglichen Date einrichten ...

Großartige Besetzung

Die Hauptrolle – und als einziger auch in jeder Folge zu sehen – spielt Gabriel Byrne ("Die üblichen Verdächtigen", "Stigmata", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee"). Laura kennen HBO-Zuschauer aus "Six Feet Under", denn ihr Charakter wird von Melissa George verkörpert. Blair Underwood, dessen Referenzen Serien von der "Cosby Show" bis zu "Sex And The City" umfassen, spielt Alex.
Die Entdeckung der Serie ist Mia Wasikowska, die die 16jährige Sophie schlicht überragend darbietet. Donnerstags sitzen Gabriel Byrne dann Josh Charles ("Club der toten Dichter", "Six Degrees") und Embeth Davidtz (Nebenrollen von "Mansfield Park" bis "Grey’s Anatomy" gegenüber), während er, wenn er freitags selbst auf der Couch sitzt, sich der zweifachen Oscargewinnerin Dianne Wiest gegenüber findet.
Mit der "Star Trek"- und "BSG"- Fans bestens bekannten Michelle Forbes (Ro Laren / Admiral Cain) als Ehefrau des therapierten Therapeuten rundet sich das fantastische Ensemble ab.

Eine reine Schauspielserie

Wer Action, Spezialeffekte und Ähnliches sucht, wird mit "In Treatment" sicher nicht froh, die Serie treibt den schon mehrfach zitierten Spruch "It’s the characters, it’s the stories" (Es sind die Charaktere und die Geschichten [die eine gute Serie ausmachen]) auf die Spitze, denn die Folgen sind reine Dialoge zwischen Patient(en) und Therapeuten, Musik wird extrem sparsam – und gerade deshalb umso wirkungsvoller - eingesetzt. Meist bewegen sich die handelnden Personen dabei nicht einmal, sondern sie sitzen einfach auf ihren Plätzen – eigentlich also ein klarer Fall fürs Theater. Und doch ist die Serie von einer derart atemberaubenden Spannung, dass man die nächste Folge überhaupt nicht mehr erwarten kann – dieses Gefühl ist bei "In Treatment" deutlich stärker ausgeprägt, als es das bei "24" oder "Alias" in deren ersten Staffeln war.
Atmosphärisch unheimlich dicht und intensiv verfliegt so eine halbstündige Folge nur so. Man kann es sich schwer vorstellen, wenn man es nicht gesehen hat, aber diese "Therapiesitzungen" sind so gut gemacht, dass einem sogar die Personen, von denen nur erzählt wird und die man nie zu Gesicht bekommt, immer mehr plastisch vor Augen zu sein scheinen.

Randnotiz und Fazit

Die Serie wird ein ganz großes Synchronisationsproblem bekommen, denn sie spielt mit Gabriel Byrnes angeborenem irischen Akzent. Im Laufe der Serie merkt man nämlich, dass sein Charakter Paul "schönstes" amerikanisches Englisch spricht, solange sich alles für ihn auf einer professionellen Ebene abspielt. Je mehr er aber emotional involviert ist, umso stärker bricht sein irischer Akzent durch – das ist leider schon angesichts des Dogmas in Deutschland, alles hochdeutsch synchronisieren zu müssen, unsynchronisierbar.

Und auch wenn die Serie "nur" aus Israel "geklaut" ist (ein Remake der Serie "BeTipul" – hebräisch für "In Treatment") und das auch nach jeder Folge in den Credits erwähnt wird, so bleibt sie für mich doch der innovativste und beste Serienneustart der TV-Season 2007/08. Und damit ein klarer Fall von "Must See".

7. DVD-Kritik "Family Guy präsentiert: Blue Harvest"
von Birgit Schwenger
"Es war einmal vor langer Zeit, aber irgendwie auch in der Zukunft …"

Nein, das ist nicht der Beginn eines neuen "Star Wars"-Films, sondern die herrlich abgedrehte Hommage der "Family Guy"-Macher um Seth MacFarlane an die erfolgreichste Science-Fiction-Saga aller Zeiten.
MacFarlane, der 2007 bereits mit Seth Green ("Austin Powers") das "Star Wars"-Special der TV-Serie "Robot Chicken" umgesetzt und damit für große Begeisterung und haltlose Lachanfälle nicht nur bei Fans der Sternensaga gesorgt hatte, legt mit "Family Guy präsentiert Blue Harvest" nun ein weiteres Serien-Special vor. Wie das Making-of der DVD zeigt, sind die Macher von "Family Guy" allesamt mit dem "Star Wars"-Virus infiziert. Vom Drehbuchautor über Zeichner und Produzenten bis hin zum Regisseur Dominic Polcino – alle Crew-Mitglieder rissen sich darum, bei dieser Doppelfolge beteiligt zu sein. Entstanden ist ein völlig absurdes, herrlich sinnfreies Vergnügen – nicht nur für die Fans von "Family Guy" und "Star Wars".

Als eines Abends der Strom und somit auch der Fernseher ausfallen, macht sich bei den Griffins Panik breit. Doch Vater Peter weiß Rat und erzählt die größte Geschichte aller Zeiten: "Star Wars". Vorhang auf für eine schonungslose Parodie, die sich zwar inhaltlich am Geschehen aus "Krieg der Sterne" orientiert, ansonsten aber äußerst freizügig und ordinär mit den Sternenkriegern umspringt. Peter spielt den verwegenen Han Solo, Lois die sexy Prinzessin Leia, Chris den halbwüchsigen Luke Skywalker, der gegen "Thai-Fighter" antritt, und Brian den sprachgewandten Chewbacca. Säugling Stewie macht sich als Darth Vader die Windeln voll und Quagmire flirtet als Droide C-3PO mit einem Nadeldrucker aus den 80er-Jahren. Die irrwitzige Satire schreckt vor absolut gar nichts zurück: Han hat es sich in den Kopf gesetzt, ein altes Sofa aus der Müllpresse des Todessterns mitzuschleppen, Prinzessin Leia findet Luke zu dick für seine Stormtrooper-Uniform, die imperialen Nachrichten verlautbaren Massenvernichtungswaffen auf Alderaan und die Zerstörung des Todessterns ist dem Umstand verschuldet, dass am falschen Ende gespart wurde.

Das "Star Wars"-Special "Family Guy präsentiert Blue Harvest" wurde zu Beginn der sechsten Staffel der abgedrehten Zeichentrickserie ausgestrahlt und von George Lucas höchstpersönlich abgesegnet. Die Macher der Serie durften daher auch den Original-Soundtrack verwenden, was erheblich dazu beiträgt, dass das richtige "Star Wars"-Gefühl aufkommt. Der Humor von "Family Guy" ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wer sich auf den abgedrehten Spaß einlässt, wird mit gut 45 Minuten einer herrlich absurden Parodie belohnt. Auch das Bonusmaterial ist sehenswert. Höhepunkt ist ein amüsantes Interview mit "Family Guy"-Macher Seth MacFarlane und George Lucas, in dem MacFarlane dem Meister der Macht auf den Zahn fühlt. Ein weiteres Feature widmet sich den zahlreichen "Star Wars"-Anspielungen und -Zitaten aus diversen Episoden der Serie, die allein für sich genommen schon für heftige Lachanfälle hervorrufen.

Für alle, die sich im "Family Guy"-Serienkosmos nicht besonders oder gar nicht auskennen, gibt es eine kurze Einführung in die Serie und ihre Charaktere. Fans der Serie können sich auf die Bonusepisode "Die Passion Grifini" freuen. Wer danach immer noch nicht genug hat, der kann sich schließlich noch in voller Länge den Audiokommentar der Serien-Crew geben, der natürlich auch enthüllt, wie der Titel zustande kam: "Blue Harvest" - "Star Wars"-Fans werden es wissen – war der Codename für die Dreharbeiten von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Nachdem es nun definitiv weitere Specials geben wird, bedauert Drehbuchautor Alec Sulkin zwar, diesen Titel nicht für die dritte Episode aufbewahrt zu haben, aber der Titel des zweiten "Star Wars"-Specials macht diesen Fauxpas allemal wett: Ein kurzer Vorgeschmack auf "Something Something Something Dark Side" sieht bereits äußerst viel versprechend aus. Böse Zungen mögen lästern, dass der Titel perfekt das übliche Niveau der "Star Wars"-Dialoge treffe. Alle anderen können sich auf eine weitere köstliche "Star Wars"-Parodie freuen, die vor nichts und niemandem zurück schreckt.

8. Kunterbunt
Aktuelle Geburtstage aus "Star Trek"
von Erik Rabung
Liebe Leser,
ab heute gibt es eine neue Rubrik: Hier wird über die aktuellen Aktivitäten der Stars berichtet. Wer für seine Lieblingsserie etwas beitragen will, ist gerne dazu aufgefordert.

Dieses Mal: aktuelle Geburtstage aus "Star Trek"


Majel Barrett, bekannt als Lwxanna Troi (TNG) und Schwester Chapel (TOS), wurde am 23.02.1936 in Columbus geboren.
Die „Mutter von 'Star Trek'“ ist unvermindert tief im Film und Fernsehgeschäft beheimatet. Über ihre Produktionsfirma verwirklicht sie weiter die Ideen ihres verstorbenen Mannes Gene Roddenberry, z. B. "Earth – Final Konflikt" oder "Andromeda". Außerdem spricht Majel schon seit Jahrzehnten traditionell die Stimme des Computers bei "Star Trek". Zuletzt 2007 für das Computerspiel "Star Trek New Voyages". In Kürze wird sie im Original der SciFi-Anime-Komödie "Hamlett ADD" als Roboterkönigin zu hören sein.

Ihre Adresse für Geburtstagsgrüße und Autogramme ist:
Majel Barrett
c/o Kessler Schneider & Co
15260 Ventura Blvd.
Suite 1040
Sherman Oaks, CA 91499-1788
USA

Chase Masterson, bekannt als Dabomädchen Leeta aus DS9, wurde in Colorado Springs am 26.02.1963 geboren.
Chase ist im Laufe der letzten Jahre etwas von der Schauspielerei zurückgetreten und beschäftigt sich lieber und mit ständig wachsendem Erfolg als Sängerin. Ein Album von ihr mit Namen "Thrill of the Chase" mit zehn Titeln ist erhältlich. Erst vor wenigen Tagen wurde der Mysterythriller "Yesterday was a lie" vorgestellt, in dem Chase nicht nur auftrat, sondern auch produzierte und ihn mit dem Soundtrack versehen hat.
Wer ihr zum Geburtstag gratulieren möchte, kann dies unter
www.chasemasterson.com tun. Oder ihr schreiben, die Anschrift ist auch die Autogramadresse:
Chase Masterson
Masterson Entertainment
12400 Ventura Blvd.
Suite 1200
Studio City, CA 91604
USA

Jeri Ryan, bekannt als Sevenof9 aus "Voyager", wurde am 22.2.1968 in der bayerischen Hauptstadt München geboren.
Jeri, die unter dem Namen Jeri Zimmermann aufwuchs, ist nach dem Ende der Ehe mit Jack Ryan inzwischen neu verheiratet und heißt damit mittlerweile eigentlich Jeri Eme. Sie ist weiterhin als TV-Schauspielerin tätig und hat Gastrollen in einer Vielzahl von Serien. Derzeit steht sie vor den Kameras zu Aufnahmen für die Justizserie "Shark", die in Deutschland beim Sender VOX zu sehen ist.
Jeri unterhält keine eigene Internetseite. Mehrere Fanseiten geben an, die „offizielle“ Website zu sein. Geburtstagsgrüße und Autogrammwünsche daher am Besten
an sie selbst:
Jeri Ryan
PO Box 260098
Encino, CA 91426-0098
USA

oder ihre Studioadresse:
Jeri Ryan
"Shark"
20th Century-Fox Television Productions
10201 West Pico Boulevard
Building 226
Los Angeles, CA 90035
USA

Wil Wheaton wurde am 29.02.72, dem Schalttag, in Burbank geboren. Bekannt wurde er durch seine Teilnahme am Kultfilm "Stand by me", umstritten als Wesley Crusher in TNG. In Deutschland hört man nichts mehr von ihm, denkt man. Dabei ist Will sehr aktiv. Wer das Kleingedruckte liest, wird seinen Namen auf dem Debutalbum von Anastacia Selkirk finden. Außerdem ist Wil Buchautor. Sein erstes Werk trägt den selbstironischen Titel "Just a geek" (dt.: "Nur ein Außenseiter"). Seine Schauspielerkarriere hingegen hat er eher zurückgefahren. Hauptsächlich spricht er Figuren in Videospielen oder Zeichentrick-Serien. Im vergangenen Jahr nahm er allerdings auch eine Gastrolle in "Numb3rs", in Deutschland zu sehen auf PRO7, an.
Wils Website ist wilwheaton.net
Briefe und Autogrammwünsche können auch an:
Wil Wheaton
Monolith Press
PMB 502
713 W. Duarte Road
Suite G
Arcadia, CA 91007
USA
gesendet werden.

Seine TV-Mutter Cheryl ‘Gates’ McFadden, bekannt als Beverly Crusher (TNG)wurde am 28.08.1949 in Chuyahoga Falls geboren.
Wer auf imdb nachsieht, wird dort den 02.März finden. Geburtstagsgrüße sind aber noch zu früh!
Nach einer langen Karriere, als Animatorin bei der Muppetshow, Choreografin, Tänzerin und Schauspielerin lässt es Gates in den letzten Jahren ruhiger angehen und widmet sich abgesehen von kleineren Jobs hauptsächlich ihrer Familie und ihrem Engagement für Medicines sans Frontieres.

Am 03.03.1920 wurde im kanadischen Vancouver der inzwischen verstorbene James Doohan geboren. Bekannt wurde er als Scotty bei TOS, außerdem ist er der Urvater der klingonischen Sprache.

Am 05.03.1975 wurde in San Diego Jolene Blalock geboren. Bekannt wurde die Schauspielerin als Fotomodell, bevor sie mit der Rolle der T’Pol bei "Enterprise" auch in Deutschland berühmt wurde. Sie schafft, was in den Vereinigten Staaten noch immer recht selten ist, gleichzeitig als Film- und TV-Schauspielerin Karriere zu machen. Außerdem ist sie eine fleißige Malerin, allerdings nicht beruflich.
Sie arbeitet derzeit an der dritten Ausgabe des Computerspiels zu "Star Ship Troopers" mit und wird in Kürze die Dreharbeiten zu „First Fear“ aufnehmen, die sich aufgrund des Autorenstreiks verzögert hatten.
Ihre Autogrammadresse ist:
Jolene Blalock
PMK/HBH
700 San Vicente Boulevard
Suite G 910
West Hollywood, CA 90069
USA
Themenabend "Babylon 5" am 1. März 2008 in Münster
Die Raumstation Babylon 5 war die letzte beste Hoffnung für Frieden, so ist es im Vorspann der ersten Season von "Babylon 5" zu hören. Joseph Michael Straczynski erschuf von 1993 bis 1998 die die Serie "Babylon 5", die sich durch ihren von vornherein auf fünf Jahre geplanten Handlungsbogen und die fast ausschließlich durch Computergrafik erzeugten Spezialeffekte auszeichnet.

Der Thoregon Münster e.V. stellt diese Serie mit ihren Ablegern im Rahmen eines Themenabends vor und gibt einen kleinen Ausblick in die Zukunft. Der Themenabend findet am 01. März 2008 um 18 Uhr in der "Sprechblase", Münsters Comiccafe, Wolbecker Straße 68 in Münster statt.
Anschließend lädt der Thoregon Münster e.V. zum gemütlichen Stammtisch ins "Eckstein's" auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein.
Ziemlich heiß: "Die Hitzewelle"
Haben wir evtl. kein "deutsches Serien"-Problem, sondern ein "deutsches Zuschauer"-Problem? Es scheint so, denn die deutschen Zuschauer stehen vermutlich sehr auf Produktionen wie „Die Hitzewelle". Der Sat.1-Movie erzielte tatsächlich 17,7 Prozent Marktanteil beim werberelevanten Publikum der 14- bis 49-jährigen Zuschauer. Insgesamt sahen 4,35 Millionen Zuschauer (ab 3 Jahre, Marktanteil 13,5 Prozent) den spannenden Katastrophenfilm mit Susanna Simon und Johannes Brandrup in den Hauptrollen. „Die Hitzewelle“ übertraf damit sogar noch die Fantasy-Komödie „Das Wunder von Loch Ness“, die vor zwei Wochen einen Marktanteil von 17,6 Prozent erzielt hatte.
Rob Zombies "Halloween" auf DVD!
Mit kompromisslosen Filmen wie "Haus der 1.000 Leichen" und "The Devil's Rejects" hat sich Rob Zombie in kürzester Zeit einen Namen als Horror-Regisseur gemacht und seinen individuellen Stil etabliert.
Mit "Halloween" wagte er sich an die Neuverfilmung eines echten Klassikers. Basierend auf dem Originaldrehbuch von John Carpenter und Debra Hill und mit aller Finesse des modernen Horrorkinos erzählt Rob Zombie die blutige Geschichte von Michael Myers neu.
Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? Niemand! Niemand! Ab April 2008 sollten Sie lieber zweimal schauen, wenn es an Ihrer Tür klingelt ...

Denn am 7. April 2008 erscheint das DVD-Release mit Malcolm McDowell, Scout Taylor-Compton, Tyler Mane, Brad Dourif, Sheri Moon Zombie, William Forsythe, Danny Trejo und Udo Kier. Regie führte Rob Zombie, der auch das Drehbuch schrieb.

"Halloween" kommt als exklusives Steelbook (105 min, keine Jugendfreigabe) sowie in ungekürzter Fassung als 2-Disc Limited Collector's Edition (116 min, SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung beantragt) mit 120 Minuten bislang unveröffentlichtem Bonusmaterial in den Handel: darunter 16 entfallene Szenen, Outtakes, Alternatives Ende, "Die Masken des Michael Myers", "Making of 'Halloween'", Gespräch mit Rob Zombie u. v. m.

9. Wissenschaft: Nobelpreise 2007
von Andreas Dannhauer
Wie jedes Jahr, wurden auch 2007 wieder die renommiertesten Auszeichnungen in der Wissenschaft durch die Alfred-Nobel-Stiftung vergeben. Ich möchte mich hier im Rahmen der Wissenschaftsrubrik des Corona allerdings auf die naturwissenschaftlichen Kategorien beschränken. Das Nobel-Preis-Komitee legt traditionell einen sehr hohen Wert auf Richtigkeit und Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten. Das führt natürlich dazu, dass die meisten Entdeckungen schon älteren Datums sind.

Physik

In der Kategorie Physik wurden der deutsche Forscher Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert für die Entdeckung und Erforschung des Riesen-Magnet-Widerstandes ausgezeichnet.
Der Riesen-Magnet-Widerstand tritt in geschichteten Materialien auf, wenn zwei magnetische Schichten, z.B. aus Eisen, durch eine sehr dünne unmagnetische Schicht, z.B. aus Chrom, getrennt sind. Mit sehr dünn sind wenige Atomlagen gemeint. Die Forscher fanden heraus, dass die Leitfähigkeit für elektrischen Strom nicht, wie man es klassisch erwarten könnte, einfach nur von der Dicke der Schicht abhängt, sondern vom magnetischen Zustand der angrenzten Bereiche des magnetischen Materials.
Des Weiteren zeigt sich, dass diese Abhängigkeiten sich ihrerseits ändern, wenn man die Anzahl der Atomlagen der Zwischenschicht ändert. So kann es vorkommen, dass die Leitfähigkeit der Anordnung sehr groß ist, wenn die sich gegenüberliegenden magnetischen Bereiche in die gleiche Richtung magnetisiert sind, und sehr klein, wenn sie in entgegengesetzte Richtungen magnetisiert sind. Man stelle sich dabei kleine Stabmagneten vor, deren Nordpole in die gleiche oder entgegengesetzte Richtungen zeigen.
Nimmt man nun eine Anordnung mit ein oder zwei Atomlagen Zwischenschicht mehr oder weniger, so kann sich der ganze Effekt umdrehen oder einen Zustand bevorzugen, in dem die Magnete senkrecht zueinander ausgerichtet sind.

Die Erklärung dafür ist quantenmechanischer Natur, die Elektronen in einem Leiter fließen zwischen den Atomrümpfen nicht wie das Wasser eines Flusses durch die Steine in einer Stromschnelle, sondern die Anordnung der feststehenden Atomrümpfe geben eine Verteilung vor, die ihnen vorschreibt, wo sie sich am häufigsten und wo am seltensten aufzuhalten haben. Diese Verteilung ist von den Kräften abhängig, die die Atomrümpfe auf die Elektronen ausüben und dazu gehören auch die Magnetfelder, denn Elektronen sind geladene Teilchen, die sich beim Anlegen einer Spannung bewegen.
Ein magnetisierter Bereich an der Grenze zu der Zwischenschicht beeinflusst also die Elektronenverteilung in der Zwischenschicht und dieser Einfluss erreicht bei nur wenigen Atomlagen sogar die andere Seite. Ein guter elektrischer Leiter zeichnet sich nun dadurch aus, dass sich die Ladungsverteilungen der Elektronen an der Grenzschichten stark überlappen und es somit sehr wahrscheinlich ist, dass die Elektronen von der einen Schicht in die andere wechseln können. Da Ladungsverteilungen wie beschrieben von der magnetischen Ausrichtung gegenüberliegender Bereiche abhängt, kann man so einen guten oder einen schlechten elektrischen Leiter konstruieren.
Anwendung findet dies beim Auslesen von magnetisch gespeicherten Informationen, die auf modernen Festplatten gespeichert sind. Dabei stellt die Scheibe die eine magnetische Schicht dar und eine zweite fest ausgerichtete Schicht im Abtastkopf ist durch eine dünne Lage unmagnetischen Materials von der Scheibe getrennt. Dreht sich die Scheibe, ändert sich die Leitfähigkeit der Anordnung, je nachdem wie der Bereich, der gerade am Sensor vorbeifährt, magnetisch ausgerichtet ist. Da der Sensor sehr klein gebaut werden kann, wurden dadurch Festplatten mit sehr hoher Speicherdichte möglich und zwar von 1GB aufwärts bei handlichem Format des Gerätes.

Chemie

Der Nobelpreis für Chemie ging an einen weiteren deutschen Forscher und zwar an Gerhard Ertl aus Berlin für die Untersuchung chemischer Prozesse auf festen Oberflächen.
Gemeint sind damit katalytische Reaktionen, der bekannteste von ihnen ist der Abgaskatalysator im Auto. Vor den Arbeiten von Professor Ertl war es mehr oder weniger ein Glücksspiel im Versuch-und-Irrtum-Verfahren, den richtigen Katalysator zu finden, der genau die gewünschte Reaktion antreibt, ohne dabei selbst zerstört zu werden, da der Prozess der Katalyse ungenügend gut verstanden war.

Professor Ertl studierte das schon lange benutzte Haber-Bosch-Verfahren, in dem mit Hilfe von vor allem Eisen als Katalysator aus Stickstoff und Wasserstoff Ammoniak zur Herstellung von Düngemittel produziert wird. Das Problem bei dieser Reaktion ist die Trägheit des Stickstoffs. Die beiden Stickstoffatome im Stickstoffmolekül sind gleich mit drei Bindungen aneinander gefesselt und schwer voneinander zu trennen. Daher kommt auch der Name, da bei Anwesenheit von Stickstoff keine Reaktionen ablaufen und somit z. B. Verbrennungen erstickt werden.
Wie bekommt man also den Stickstoff auseinander? Indem man ihn erhitzt, bis die Bindungen brechen. Leider sind die Bindungen im Ammoniak viel schwächer als die im Stickstoff und brechen schon bei niedrigeren Temperaturen, übrig bleiben würden nur Stickstoff- und Wasserstoffatome, es bedarf also einer anderen Methode.

Ein Katalysator muss her und Professor Ertl stellte sich die Frage, wann funktioniert ein Katalysator gut und warum. Mit Hilfe von Oberflächen abbildenden Verfahren, wie niederenergetischer Elektronenstreuung, konnte er nachweisen, dass die Stickstoffmoleküle tatsächlich vom Eisen gespalten und in den Lücken zwischen den Eisenatomen aufgenommen werden, wo sie leicht mit den ebenfalls aufgenommenen Wasserstoffatomen reagieren können. Diese Erkenntnis ermöglicht es, einen für eine Reaktion maßgeschneiderten Katalysator theoretisch zu entwerfen. Einfach gesagt, müssen die Lücken zwischen den Katalysatoratomen gerade groß genug sein, um die Atome oder Moleküle der Ausgangsstoffe aufnehmen und möglichst dicht zueinander bringen zu können. Damit wurde die Katalysatorentwicklung von einer 'Schwarzen Kunst' zu einer exakten Wissenschaft.

Medizin

Der Nobelpreis für Medizin ging zu je 1/3 an die Forscher Mario R. Capecchi (USA), Oliver Smithies (USA) sowie an Martin J. Evans (GB) für ihre Arbeit mit tierischen Stammzellen, genauer mit der gezielten Erzeugung von Mäusen mit abgeschalteten Genen, so genannte 'Knock-out-Mäuse'.
Die DNA besteht bekanntlich aus Paaren gleicher Chromosomen, von den Geschlechtschromosomen mal abgesehen, und es gibt einen Prozess, der Gene zwischen den Chromosomenpaaren austauscht und so schädliche Mutationen reparieren kann. Capecchi kam als Erster auf die Idee, diesen Prozess, genannt homologe Rekombination, dazu zu nutzen, DNA-Veränderungen herbeizuführen. Man bringt einfach die neue DNA in den Kern der Zelle und der Austauschprozess baut diese dann in das Genom der Zelle ein.
Smithies versuchte diesen Prozess zu nutzen, um Gendefekte in Knochenmarkzellen zu reparieren. Dabei fand er heraus, dass man grundsätzliche alle Gene, auch die inaktiven, austauschen kann.
Martin Evans machte als erster Versuche mit embryonalen Krebszellen von Mäusen, die sich in fast jeden anderen Zelltyp verwandeln konnten, wegen ihrer Erbgutstörung aber nicht dazu geeignet waren, lebende Tiere daraus zu erzeugen. Das brachte ihn jedoch auf die Idee, embryonlae Stammzellen aus Mäuseembryos zu verwenden, die nicht mutiert sind und trotzdem die Fähigkeit haben, sich in andere Zelltypen zu verwandeln.
Zusammen mit der homologen Rekombination wurde es dadurch möglich, lebende Versuchsmäuse für die verschiedensten Studien mit gezielten Erbgutänderungen zu erzeugen. Dadurch ist nun möglich, die Funktion einzelner Gene zu identifizieren, einfach in dem man eine Maus erzeugt, der das Gen fehlt oder man erzeugt eine Maus, die eine menschliche Erbkrankheit besitzt, um an ihr die Möglichkeiten der Gentherapie zu untersuchen.

10. Die Corona-Kurzgeschichte
Liebe Kurzgeschichten-Freunde,

wieder einmal ein neues Gesicht: Bernd Wichmann feiert sein Debüt als Story-Autor im Corona Magazine. Mit seiner Geschichte "Sternenturm" hat er unsere Themenrunde "Umbruch" gewonnen. Viel Vergnügen mit der Geschichte – wie immer freuen sich Autor und Redaktion über Rückmeldungen dazu, sei es im Forum oder als Leserbrief per E-Mail. Der Dank der Redaktion geht an Jennifer Schreiner und Andreas Flögel, die sich in dieser Runde als Gastjuroren zur Verfügung gestellt haben.

Die nächsten Themen des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs: "Ferne Ziele" (Einsendeschluss 1. April 2008) und "Wilde Kreaturen" (Einsendeschluss 1. Juni 2008). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.

Armin Rößler


Sternenturm
von Bernd Wichmann

2025: Astronom Kinley entdeckt den Meteoriten Hades. Durchmesser zweiundvierzig Kilometer. Kurs Erde.
2030: Baubeginn der Sternentürme. Mittelturm mit fünf Satellitentürmen. Biosphären für dreißigtausend Menschen. Ausgelegt für zehn Jahre atomarer Winter. Bauzeit dreißig Jahre.
2076: Hades schlägt in Nordamerika ein und verursacht den Ausbruch des Supervulkans Yellowstone. Atomarer Wintereinbruch. Dauer unbestimmt.
Überlebenschance der Menschheit: 0,001 Prozent.

2130: Turmzeit Jahr 56. Turm Eins. Energiegewinnung.

Tom öffnete die Tür seines fensterlosen Wohnraumes im Sublevel Sieben. Etwas explodierte in seinem Gesicht, brach ihm das Nasenbein und schleuderte ihn zu Boden. Blut und Tränen wuchsen zu einer aufgehenden Sonne auf seinem Overall. Verschwommen sah er mehrere dunkel gekleidete Personen eindringen.
„Du blöder Idiot! Wegen dir wäre ich beinahe abgeschmiert!“, schrie eine Frau.
Er tastete nach seiner Brille und erkannte trotz zerbrochener Gläser, dass er drei Staubschwinger vor sich hatte. Schlanke, sehnige Kletterer mit athletischen Händen. Sie befreiten die Solarzellen auf den verwinkelten Dächern der Türme von Eis, Schnee und der Asche, die von periodischen Vulkanausbrüchen in die Atmosphäre geblasen wurde.
Zwei Männer halfen Tom hoch. „Hey, Liby!“, feixte der eine. „Du hast seine Brille demoliert, das gibt Ärger.“
„Mir doch egal. So, wie der arbeitet, benutzt er sie sowieso nicht.“
Ihr mit Karabinerhaken und Drahtseilschlaufen übersäter Kombi klimperte und klapperte, als sie auf Tom zuging.
„Du bist für die Beschaffung unseres Materials verantwortlich.“ Ihre Hand schoss nach vorne und hielt ihm eine verschlissene Stahlschlaufe unter die geschwollene Nase. Tom zuckte in Erwartung eines weiteren Schlages erschrocken zurück.
„Das Scheißding hat mir beinahe das Genick gebrochen. Hast du nichts Besseres drauf als dieses verdammte Stück Schrott?“
„Ich darf euch das eigentlich nicht sagen“, nuschelte Tom in seine Hand unter der blutenden Nase, „aber die Sammler bringen nicht mehr genug Metall von draußen. Meine Zuteilung wird immer kleiner.“
„Du kriegst hier in deiner Kammer wirklich gar nichts mit, was?“, sagte Liby und stemmte sich die Arme in die Hüften. „Wenn ich deine Zyklusanzeige verstelle, weißt du nicht mal mehr, ob es Tag oder Nacht ist. Dass die Rohstoffe knapp werden, weiß doch jeder. Hast dich in letzter Zeit ganz schön verkrochen, hier in deinem Loch.“
„Was ich in meiner Freizeit mache, geht niemanden was an“, gab Tom zurück.
„Was du in deiner Freizeit machst“, wiederholte Liby gedehnt. „Du bist also einer von diesen Traumgängern!“, platzte sie heraus.
„Ich habe mich seit Monaten vorbereitet. In den Archiven habe ich über die Nullzeit gelesen. Zwei, drei Monate noch, dann gehe ich mit den Sammlern raus.“
„Gelesen hast du also“, lachte Liby. „Ich mach dir einen Vorschlag. Sobald deine Nase wieder wie eine Nase aussieht, kommst du mal zu uns. Dann nehme ich dich gerne für zwölf Stunden mit raus, wenn der Braune John über die Dächer geht. Der bläst dir Sand in Körperöffnungen, die du noch gar nicht kennst. Das kannst du in keinem Buch lesen. Okay, jetzt im Ernst. Ich gehe direkt zur Energiekontrolle und beschwere mich über das Material. Kümmere du dich um die Haken!“, rief sie und stürmte hinaus.
Tom zog seinen blutverschmierten Overall aus, wusch und kühlte sein Gesicht.
Liby hatte Recht, die Haken waren schlecht. Er würde sich morgen darum kümmern.

In dieser Nacht schlief er unruhig, versuchte, Stahl zu biegen, und schwang sich mit Liby an den Turmwänden entlang. Sturmböen rissen an seinen Haaren, trieben ihr raues Spiel mit ihm und klatschten ihn immer wieder gegen die Kollektoren, bis die morschen Karabiner, an denen er hing, brachen. Liby fing ihn auf und lachte.
Eine Stunde vor seiner Schicht stand er stöhnend auf – in seiner Nase pochte der Schmerz. Während seines Traumes hatte er sie sich immer wieder am Kissen gestoßen.

Sublevel Sieben bestand aus einhundertsiebenundsechzig Gängen. Hier wohnten und arbeiteten an die eintausend Organisatoren. Toms Gang hatte fünfzig Kammern. Jeder Gang hatte einen Gemeinschaftsraum mit Speiseraum, wo er sich sein Frühstück holte. Gesenkten Kopfes nannte er seine Kennung, bekam sein Tablett mit Proteinbrei, Vitamintabletten und einem Ei und machte sich damit auf den Weg zurück in seine Kammer. Schon von Weitem sah er zwei Männer vor seiner Tür stehen und warten.
Als er näher kam, sprach der Kleinere ihn an. „Bist du Tom 7-23?“
„Ah ja“, sagte der andere mit einem anerkennenden Blick auf Toms geschwollene Nase und die Blutergüsse um die Augen, „hier scheinen wir richtig zu sein. Wir sollen dich sofort zum Büro der Energieleitung bringen.“
„Was wird denn aus meinem Frühstück?“, fragte Tom patzig.
„Das kannst du nachher noch essen.“
Tom stellte sein Tablett ab und steckte sich das Ei in den Mund. Er kaute unter Schmerzen und folgte den beiden zu den Aufzügen. Seit die Windräder nicht mehr funktionierten und über Biogas immer weniger Energie erzeugt wurde, waren nur noch wenige in Betrieb.
Langsam begann der Aufzug seinen mühevollen Aufstieg. Im dreiundachtzigsten Stock betraten sie, ohne anzuklopfen, ein unscheinbares Büro. Hinter dem grauen Standardschreibtisch saß Energiewart Derringer. Er war Mitte sechzig, hatte ein schmales Gesicht und flinke blaue Augen. Von der Welt vor der Nullzeit hatte er einige Jahre als Kind erlebt, was ihm diesen Posten eingebracht hatte.
„Liby war gestern bei mir“, begann er zögernd.
„Ich weiß nicht, was Liby erzählt hat, aber meine Nase …“
„Vergiss es einfach, Junge“, unterbrach ihn Derringer. „Liby brauchst du nicht zu schützen. Die glaubt an die Wahrhaftigkeit der Türme und die Unfehlbarkeit ihrer Gesetze. Ein paar Sonderschichten da draußen und sie fühlt sich wieder wohl.“
„Sie haben ihr Sonderschichten verpasst?“
„Wie lange bist du jetzt schon Schwinger-Organisator, Junge? Ein Jahr? Das ist Libelle Baxter, Tochter von Josh Baxter, der einen Schwing von dreizehn Stunden gemacht hat. Elf Stunden davon wütete der Braune John mit einer Gewalt und einem Zorn, wie du es dir nicht vorstellen kannst.“
„Ich kenne die Geschichte. Als der Sturm tobte, lag Turmrat Silverana gerade unter dem Laserskalpell und wäre gestorben, wenn nicht genug Energie da gewesen wäre. Ich wusste nicht, dass Liby seine Tochter ist.“
„Das wusste Josh manchmal auch nicht“, sinnierte Derringer, „er hat sie wie einen Jungen erzogen. Seit sie elf ist, schwingt sie. Er hat es ja nicht mehr erleben können. Der Braune John hat seine Lungen zerstört. Sechs Monate nach seiner Heldentat starb er.“
Er öffnete eine Schublade und brachte einen schmalen Ordner zum Vorschein.
„Nun zu dir, Tom. Ich habe eine offizielle Beschwerde vorliegen, was eine Prüfung zur Folge hat. Normalerweise kein Problem. Aber da ist noch die Sache mit der Brille. Keine Brille, kein Organisator, also geht’s ab in die Schei… Sektion Biogas.“
„Ich soll Scheiße schaufeln, weil sie meine Brille zerstört hat?“, beschwerte sich Tom.
„Tut mir leid. Es gibt im Moment Probleme beim Glas, also akzeptiere es für ein paar Wochen.“
„Aber ich kann doch auch ohne Brille …“
“Gut“, unterbrach ihn Derringer ungeduldig und hielt ein Blatt in Toms Richtung. „Wenn du lesen kannst, was hier steht, kannst du sofort zurück an deine Arbeit gehen, wenn nicht, gehst du zur Medikontrolle und meldest dich nach der Freigabe in der Sektion Biogas.“
Tom hätte mindestens zwei Schritte zurückgehen müssen, um es lesen zu können. Er zuckte mit den Achseln und verließ niedergeschlagen das Büro.

Die ersten Tage in der Biogassektion waren hart. Er schaffte keine volle Schicht und musste deshalb längere Pausen einlegen. Trotz größerer Essensration wurde er nicht satt. In seiner freien Zeit schlief er und erholte sich. Nach vier Wochen konnte er sich nach einer Schicht endlich wieder mit seinem Ziel beschäftigen, mit den Sammlern hinauszugehen. Die Archive waren ohne Brille nutzlos, mit der Planung seiner Ausrüstung hatte er aber noch genug zu tun. Er wollte gerade beginnen, als es an der Tür klopfte. Tom öffnete und sah Liby vor sich stehen. Wut über den Schmerz und die verlorene Zeit stieg in ihm auf. Beinahe hätte er ihr eine Ohrfeige verpasst.
„Siehst ja richtig erholt aus nach deiner Sonderschicht!“, stichelte er stattdessen, während sie an ihm vorbei ins Zimmer glitt, „War wohl doch nicht die beste Idee zu Derringer zu gehen!“
„Ich wollte nur verhindern, dass du ihm irgendwelche Lügen erzählst“, zischte sie.
„Lügen? Deinetwegen?“ Tom schüttelte belustigt den Kopf. „Wie kommst du darauf, dass ich wegen dir lügen würde?“
„Würdest du nicht?“
„Nein! Immerhin hast du Schuld daran, dass ich in die Biosektion versetzt wurde. Und solange ich nicht lesen kann, nützen mir die Archive nichts. Das hat mich einige Wochen gekostet.“
„Das alles tut mir wirklich leid.“ Liby griff in ihre Tasche und zauberte eine Brille hervor. „Versuch mal, ob du damit lesen kannst.“
„Ist das deine?“, fragte Tom verwundert.
„Von meinem Vater.“
„Verdammt, das soll einer verstehen. Wegen meiner Brille rennst du zu Derringer, und die von deinem Vater unterschlägst du. Wenn die einer findet, schickt man dich bis zu deinem dreißigsten Geburtstag raus, aber ohne Unterbrechung.“
Schließlich setzte er sich die Brille auf, schaute prüfend hindurch und nahm sie wieder ab. „War ja nett gemeint, aber es tut mir leid, ich sehe mit dieser Brille noch schlechter als ohne.“
Liby überlegte einen Moment. „Ich habe eine Idee! Wenn du mir hilfst, andere Haken zu bekommen, helfe ich dir in den Archiven, bis du eine neue Brille hast.“
„Wie stellst du dir das vor? Das kann Wochen oder gar Monate dauern!“
„Für mich ist das auch keine angenehme Vorstellung“, erwiderte sie spitz. „Die Zeit wird gerecht geteilt; ein Teil für die Haken, ein Teil für deinen glorreichen …“
„Schon gut“, sagte Tom, „ich werde hinausgehen, du wirst schon sehen. Es ist mein Traum, du musst nicht daran glauben.“
„Also doch nur ein Träumer.“
„Na gut, ich bin einverstanden“, konterte Tom trotzig. „Wenn du deine Haken hast, verschwindest du, wenn ich zuerst fertig bin, verschwinde ich. Falls nötig, können wir nach meiner Rückkehr weiter an deinen Haken arbeiten.“
„Wenn es eine Rückkehr für dich gibt.“ Liby schaute Tom in die Augen und wollte sarkastisch klingen; doch plötzlich wurde ihr bewusst, dass Tom der entschlossenste Traumgänger war, den sie kennengelernt hatte. Ja, sie glaubte ihm. Er würde nach draußen gehen, und sie wunderte sich darüber, dass es ihr nicht egal war.

Nach ihren Schichten suchten sie in den Archiven der Türme nach Plänen und Informationen. Immer tiefer drangen sie in die Gewölbe vor. Liby las Berichte über die Geburten- und Sterberate von Schweinen und Ziegen. Sie studierten Berichte und Analysen über Planung, Produktion und Lagerung von Alltagsgütern, wie viel Kleidung benötigt, wie viele Brote gebacken wurden. Sie fanden Fahrpläne der Magnetschwebebahn und konnten kaum glauben, dass es einmal fünfzehn Züge gegeben hatte.
Nun gab es nur noch fünf halbwegs funktionierende Züge und drei defekte.
Nach einiger Zeit lernten sie das System der Ablage kennen und konnten gezielter vorgehen. Sie realisierten, dass die Bäume und Pflanzen in den botanischen Hallen langsam eingingen. Die Energieerzeugung lieferte schon seit Jahren nicht mehr die benötigte Menge Energie. Die Rohstoffe flossen immer spärlicher in die Türme. Die Produktion von Medikamenten, Chemikalien und Glas war nicht mehr gewährleistet. Tatsache war, dass sich die Situation der Türme im Lauf der Jahre dramatisch verschlechtert hatte.
Liby war sehr beunruhigt deswegen, und eines Tages machte sie Tom ein Geständnis.
„Ich habe Angst. Was geschieht hier? Mit uns? Mit den anderen?“
„Ich weiß es auch nicht, aber es sieht so aus, als ob wir in Gefahr wären. Bestimmt weiß Derringer mehr darüber. Wir müssen mit ihm reden.“
Sie verabredeten sich für den nächsten Tag vor Derringers Wohnung und traten ein, nachdem er auf ihr Klopfen geantwortet hatte.
„Nanu, das ist aber eine Überraschung. Ach, Tom, ich habe eine neue Brille für dich in meinem Büro. In ein bis zwei Tagen habe ich alles geregelt, und du kannst wieder als Organisator arbeiten. Wenn ich dich allerdings so ansehe ... Die Arbeit in der Biosektion scheint dir gut zu tun. Du hast ja richtig breite Schultern bekommen. Was führt euch denn zu mir?“
„Wir sind in den Archiven auf alte Unterlagen gestoßen. Es sieht so aus, als ob wir immer weniger Energie produzieren. Die Sterberate der Nutztiere ist wesentlich höher als die Geburtenrate. Auch die Bäume und Pflanzen gehen ein. In ein paar Jahren werden wir nicht mehr genug zu essen haben.“
Derringer trommelte mit den Fingernägeln auf die Tischplatte. „Ihr habt recht“, sagte er, „unsere Lebenserhaltungssysteme versagen langsam. Es wird noch einige Monate dauern, dann wird der Rat bekannt geben, dass eine große Expedition geplant ist. Ihr werdet auch dabei sein.“
„Endlich!“, rief Tom und riss die rechte Faust in die Höhe, „Und wer wird die Expedition leiten?“
„Scott 1-11“, antwortete Derringer, „er hat die größte Erfahrung mit der Außenwelt.“
„Ich will aber gar nicht mit den Sammlern raus!“, beschwerte sich Liby.
„Ich habe auch nichts von Sammlern gesagt.“
„Keine Sammler?“, fragte Tom. „Aber …“
„Wir werden die Türme in zwei bis drei Jahren verlassen müssen“, unterbrach ihn Derringer, „solange habt ihr Zeit, euch auszurüsten, auszubilden und über die südliche Gebirgskette zu kommen.“
„Die Türme verlassen? Wir können doch die Türme nicht verlassen?“ Liby suchte panisch Toms Blick.
„Für einen Neubeginn ist hier der falsche Platz“, ergriff Derringer wieder das Wort. „Wir vermuten eine warme Strömung und offenes Wasser im Süden. Der Braune John könnte eine lokale Erscheinung sein, sodass ihr drüben besser zurechtkommt. Ihr – die Jungen und Kräftigen – baut eine Siedlung auf und kommt uns dann holen – alle über fünfundvierzig Jahren, die Alten und Kranken. So hat es der Rat entschieden.“
Derringer nahm einen großen Schluck aus einem Glas mit roter Flüssigkeit, das vor ihm stand, und wechselte das Thema.
„Wir hatten Pläne für jede erdenkliche Situation, aber dass der gewaltige Aufprall von Hades die Erdachse verschieben würde, hatten wir nicht auf der Rechnung. Die Erde eiert seit fast sechzig Jahren als Riesenschneeball um die Sonne, und wir wissen nicht genau, wie lange sie braucht, um sich wieder zu stabilisieren. Diese Expedition ist die einzige Chance, die wir haben. Denkt darüber nach.“
Tom und Liby verließen Derringer tief beeindruckt. In ihren Köpfen tobte ein Sturm, gegen den der Braune John ein lauer Sommerwind war. Er zerriss alte Erinnerungen und formte sie neu, verwarf sie wieder, schuf ein Chaos aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
In den nächsten Wochen sahen sie sich nur selten. Liby lernte neue Techniken von den älteren Schwingern, schließlich würden die Schwinger den Weg über das Gebirge finden müssen.
Tom besprach gerade mit einem der Stahlkocher eine neue Konstruktion der Haken, als sie unterbrochen wurden.
„Entschuldigung, ich suche Tom 7-23.“
„Ich bin Tom 7-23.“
„Scott 1-11!“
Vor Tom stand ein dunkelhaariger Mann, fast zwei Handbreit größer als er, der ihn aus strahlend braunen Augen anblickte und seine Rechte kräftig drückte.
„Ich komme direkt von Derringer“; begann Scott. „Er sagt, du bist sein bester Organisator.
Ich werde mit meiner Gruppe bald rausgehen, um einige Depots anzulegen, und will, dass du die Organisation der Expedition übernimmst.“
„Ich? Das ist unmöglich. Ich war noch nie …“
„Kein Wenn und Aber, ich brauche jemanden, auf den ich zählen kann, also lass mich nicht hängen, okay?“
Er klopfte Tom auf die Schulter und verschwand zwischen Funkenregen und Rauchschwaden.
Nach einigen Tagen bekam Tom einige Helfer zur Seite gestellt. Zuerst strukturierte sein Team die Nahrungsmittelproduktion neu, reduzierte die täglichen Portionen und veranlasste, dass aus den Überschüssen haltbare Konserven und Kekse hergestellt wurden. Außerdem entwickelte Tom mit seinen Leuten einen Ein-Mann-Schlitten, der gezogen oder auf dem Rücken getragen werden konnte. Gewächshäuser, medizinische Geräte, Werkzeuge, Photovoltaikanlagen und Kollektoren mussten aus handlichen Einzelteilen zusammensetzbar sein. Entkernte Etagen lieferten Material für Taschenlampen mit Dynamokurbel und Dämmstoffe für Jacken und Schlafsäcke. Die Zelte waren so konstruiert, dass viele kleine zu einem großen verbunden werden konnten. Sie arbeiteten rund um die Uhr. Die Türme glichen einem Ameisenhaufen.
Nach einigen Wochen erschien Scott. Er, Tom und Derringer verbrachten ein paar Stunden zusammen, tranken einen höllisch brennenden Fusel und sahen sich die Fortschritte an.
Am nächsten Tag schnappte Scott sich fünfzehn der neuen Lastenschlitten und dreißig Zugbullen. Mit Proviant und Geräten beladen wollte er mit seiner Mannschaft das letzte Basislager einrichten.

Tom machte sich auf dem Weg zum Hohen Rat. Silverana wusste bereits, dass er alle Punkte seiner schier endlosen Liste abgehakt hatte. Die Ausrüstung war vollständig, und alle Gruppen bereit zum Aufbruch. Gefolgt von Hunderten Menschen, unter denen sich auch Liby und Derringer befanden, erreichte Tom die zweiflügelige Tür, klopfte und betrat die Halle.
Würdevoll saßen die siebzehn Ratsmitglieder an einem sichelförmigen Marmortisch, Silverana in ihrer Mitte thronend. An den getäfelten Wänden des ovalen Raumes hingen barock gerahmte, riesige Gemälde. Sie zeigten Wasserfälle und Wüsten, steil aufsteigende Felsküsten und sanft auslaufende Sandstrände, lichtdurchflutete Wälder und purpurne Sonnenuntergänge.
„Schön dich zu sehen, Tom!“, sagte Silverana. „Bitte öffne doch die Türen!“
Tom tat, wie ihm geheißen, und die wartenden Menschen strömten mit leisem Gemurmel herein. Silverana erhob sich schweigend. Wenige Augenblicke später herrschte erwartungsvolle Stille im Saal.
„Dieser Tag“, begann er mit kraftvoller Stimme, „wird in die Geschichte eingehen. Durch eure aufopferungsvolle Arbeit in den letzten Monaten habt ihr der Menschheit eine neue Chance gegeben. Ich habe gesehen, wie persönliche Streitigkeiten und Missgunst in den Hintergrund getreten sind. Ich spüre den neuen Geist, der uns alle erfasst hat, und mit dessen Kraft wir diese Welt erneut in Besitz nehmen werden.“ Silverana ließ seinen Blick über die Anwesenden schweifen. „Sicher werden nicht alle das Ziel erreichen, aber kein Opfer ist zu groß, und ihre Namen werden unvergessen sein. Und wenn wir wieder vereint sind, wird mit unserem Wissen und euren Händen die Welt wieder so erstrahlen, wie sie einst war. Scott 1-11 wird die Expedition leiten und mit den Schwingern vor dem Zug gehen. Tom 7-23 als stellvertretender Leiter den Zug führen.“ Silverana streckte nun beide Arme in Richtung Decke. „Gemeinsam, liebe Freunde, sind wir stark. Wir werden es schaffen.“ Er applaudierte feierlich. Die restlichen Ratsmitglieder und alle Umstehenden fielen ein.
Auch Liby und Derringer klatschten begeistert, doch während sie strahlte, blickten seine Augen in die Ferne.
Zwei Tage später begann der Zug mit siebentausend Menschen die Türme zu verlassen. Derringer hatte sich bereits von Liby verabschiedet, die zusammen mit Scott am Anfang des Zuges ging. Nun stand er mit Tom etwas abseits.
„Könntest du mir bei einer Sache behilflich sein, Tom? Dauert höchstens ein, zwei Stunden. Hier läuft doch alles bestens.“
„Ich verlasse nur sehr ungern den Zug.“
„Es ist mir sehr wichtig.“
Widerstrebend winkte Tom einen seiner Helfer heran, der ihn ablöste.
„Sag mal, du kennst dich doch in den Archiven aus wie kein Zweiter“, sagte Derringer, während sie auf dem Weg zu Turm Eins waren. „Was hältst du davon, dass Silverana eine Gesellschaft nach alter Tradition erschaffen will?“
„Ich glaube nicht, dass er es wirklich so gemeint hat“, antwortete Tom.
„Ich schon!“, gab Derringer überzeugt zurück.
Im letzten Sublevel betraten sie einen Raum, den Tom noch nie zuvor gesehen hatte.
Decke und Wände waren grau, im Boden befand sich eine Klappe. Das Mobiliar bestand nur aus einer Computerkonsole und einem Stuhl.
„Öffne die Klappe. Siehst du die Leiter? Steig sie hinab!“, sagte Derringer, während er sich setzte und die Konsole einschaltete. Tom stieg den etwa drei Meter tiefen Schacht hinab.
„Dreh dich um, wenn du unten bist!“, rief Derringer.
„Ein grünes Licht, sonst kann ich nichts erkennen!“, kam es vom Ende der Leiter herauf.
„Das ist ein Druckschalter. Halte ihn gedrückt, bis er rot leuchtet.“ Derringer gab einige Daten ein.
„Gecheckt!“, rief Tom
„Gut, wir sind fertig. Komm wieder rauf.“
Tom steckte den Kopf durch die Schachtöffnung. „Das war alles?“
„Noch nicht ganz.“
Sie wiederholten die Prozedur in den anderen Türmen. Jedes Mal öffnete Tom die Bodenluke, stieg hinab, betätigte den Druckschalter, bis er sich verfärbte und verschloss die Luke danach wieder sorgfältig. Und jedes Mal fragte er sich, wieso Derringer ausgerechnet seine Hilfe für diese simplen Handlangerdienste gewollt hatte. Doch der alte Energiewart schwieg sich aus. Als sie auseinander gingen, schüttelte er Tom herzlich die Hand, wünschte ihm viel Glück für die Expedition und sagte einen Satz, dessen volle Bedeutung der Jüngere in diesem Moment nicht erahnen konnte. „Tradition bedeutet nicht, die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzutragen.“ Derringer drehte sich um und ging davon. Tom schaute ihm nach, ohne zu wissen, dass er ihn nicht mehr wiedersehen würde.

Die ersten Tage der Expedition waren eine Katastrophe. Die ermittelte Geschwindigkeit der einzelnen Gruppen konnte nicht gehalten werden. Immer wieder entstanden große Lücken. Nach einigen Umstrukturierungen entwickelte sich dann allmählich eine moderate Marschgeschwindigkeit. Scott, Liby und die anderen Staubschwinger wechselten sich in der Vorhut ab. Mal waren sie mehrere Tage fort, dann wieder tagelang beim Zug.
Sie waren nun seit drei Wochen unterwegs. Liby schlief im gleichen Zelt wie Tom. Wie in vielen Nächten zuvor lagen sie nebeneinander in ihren Schlafsäcken und hingen ihren Gedanken nach.
„Du bist so still geworden.“, sagte Liby. “Ist es die Verantwortung?“
„Sie haben uns so wenig beigebracht.“, antwortete Tom nach einer Weile. „Weißt du, als sie Hades entdeckten, wurde es vertuscht.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Sie konnten den Menschen keine Hoffnung geben. Wenn du weißt, wann du stirbst, verliert doch alles seinen Sinn, oder?“
„Ich würde es trotzdem wissen wollen, du nicht?“, fragte Liby.
„Ich weiß es nicht. Sie haben sich jedenfalls damals entschlossen, nichts zu sagen.“
„Nun, was sie auch getan haben, wir haben dadurch überlebt.“
Im Zelt wurde es plötzlich taghell, dann wogte schweres Grollen über sie hinweg.
Liby zuckte zusammen. „Was war das?“
„Falls es ein Unwetter gibt, müssen wir die Ladung besser sichern!“, rief Tom und hastete aus seinem Schlafsack. Er zog einen Mantel über und verließ das Zelt.
Liby sprang ebenfalls auf. „So hat sich der Braune John noch nie angehört“, rief sie ihm nach. Draußen blickte Tom in die Richtung der Türme und sah eine riesige, pilzförmige Rauchsäule in den Himmel steigen. Gerade als Liby neben ihm erschien, zerriss ein zweiter Blitz die Dunkelheit, gefolgt von weiterem Donnergrollen.
Die Menschen strömten aus ihren Zelten. Junge Männer umarmten beschützend ihre Frauen. Müde und frierend starrten sie ungläubig auf den entfernten Feuerschein.
„Was geschieht denn hier, Tom?“, rief Liby entsetzt. „Die Türme! Sie brennen!“
Ungläubig begann Tom zu verstehen. „Derringer hat …“
Die nächste Explosion spuckte ihren Pilz in den Himmel.
Hysterisch zerrte Liby an Toms Arm. “Was hat Derringer getan?“, schrie sie.
„Ich wusste nicht, dass es Bomben waren“, antwortete Tom fassungslos.
Immer mehr Menschen kamen aus den Zelten. Viele weinten, einige wirkten wie erstarrt. Wieder andere versuchten umsichtig, die Zugbullen zu beruhigen.
Ein vierter und fünfter Blitz beleuchtete kurz hintereinander die infernalische Szene. „Warum?“, schluchzte Liby.
Tom nahm sie in die Arme und drückte sanft ihr Gesicht an seine Brust.
„Derringer hat entschieden, dass wir ab heute unser Schicksal alleine in die Hand nehmen müssen.“
Trümmerteile und Funken stoben in alle Richtungen davon, und aus den Stümpfen, die einmal die Türme gewesen waren, stiegen schwarze Rauchsäulen im rötlichen Schein der Flammen zum Himmel empor.


Bernd Wichmann: geboren am 1.1.1959 in Frankfurt am Main, sechs Geschwister, mit vierzehn Jahren Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Hobbys: Laufen und Lesen, Lesen, Lesen ... 2004 mit dem Schreiben begonnen. Seminar in der Bundesakademie Wolfenbüttel bei Klaus N. Frick und Uwe Anton (Perry Rhodan).

Das Corona Magazine ist geistiges Eigentum der Redaktion (1997-2008).
Das Corona Magazine wurde von Philipp Ruch im Jahre 1997 gegründet und ist eine periodisch erscheinende,kostenlose Publikation der Website www.corona-magazine.de.

Der Nachdruck und die Weiterverbreitung von Inhalten im Internet und terrestrischen Medien ist unter Angabe derQuelle ausdrücklich gestattet. Beispiel: "Quelle: Corona Magazine, Autor: Max Mustermann, Ausgabe #196,http://www.corona-magazine.de"Ausdrücklich untersagt hingegen ist die Übernahme der "Corona-Kurzgeschichte", der"Leseprobe" oder einzelner Passagen daraus.

Die im Corona Magazine veröffentlichten und namentlich gekennzeichneten Texte stimmen nicht unbedingt mit derMeinung der Redaktion überein. Die Zustimmung zur Veröffentlichung wird mit Eingang der Sendungvorausgesetzt. Der Autor erklärt mit der Einsendung, dass eingereichte Materialien frei sind von RechtenDritter und hält die Redaktion von Rechten Dritter frei. Eine Haftung für die Richtigkeit derVeröffentlichung kann trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernommen werden.

Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten ("Hyperlinks"), die außerhalb desVerantwortungsbereiches der Herausgeber liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich indem Fall in Kraft treten, in dem die Herausgeber von den Inhalten Kenntnis hätten und es ihnen technischmöglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern.
Die Herausgeber erklären hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalenInhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, dieInhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten haben die Herausgeber keinerlei Einfluss.Deshalb distanzieren sie sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten/verknüpftenSeiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb derPublikation gesetzten Links und Verweise. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte undinsbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationenentstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Linksauf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist.

Gemäß Paragraph 28 Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz wird hiermit die Verwendung von persönlichenDaten dieses Magazines zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.
 Impressum
corona magazine
Nur der Himmel ist die Grenze
ISSN 1422-8904
Ausgabe 196 - 27.02.2008
Herausgeber
Mike Hillenbrand

Chefredaktion
Mike Hillenbrand (mh) (v.i.S.d.P.)

Lektorat
Esther Haffner (eh)
Corona-Redaktion
Andreas Dannhauer (ad)
Matthias Pohlmann (mp)
Etienne Quiel (eq)
Erik Rabung (er)
Armin Rößler (ar)
Susan Rudolph (sr)
Klaus Schapp (ks)
Birgit Schwenger (bs)
Christian Spließ (cs)

newsBEAT
Phantastik.de
The Daily Trekker
SF-Radio.net

Ihre Meinung
Mike Hillenbrand (mh)

TV-Vorschau
Klaus Schapp (ks)

Kurzgeschichte
Armin Rößler (ar)
Michael Schmidt (ms)

Fragen zum Abonnement:
abo@corona-magazine.de

Fragen zu Kooperationen:
dialog@corona-magazine.de

Corona Webseiten:
www.corona-magazine.de

Auflage:
11'037 Leser

Ausgabe 197 erscheint am
12.03.2008.

(Zum Seitenanfang)