corona magazine
ISSN 1422-8904

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  + Smallville - Ein Prequel
  + Solaris - Ein Meilenstein
  + ALIAS - Ein Shooting Star

   Star Trek
  + Enterprise - Neuer Anfang
  + Nemesis: Inhalt der DVD
  + ENT: Die Borg kommen!
  + ENT: Info zu "The Breach"
  + Berman über die Zukunft
  + ENT: Neues Promovideo

   Kurz und Bündig
  + Filmkritik: The Ring
  + Buchkritik: Der rote Planet
  + Soundtrack: Herr der Ringe

   Subspace Link
  + Spider Man als TV Serie?
  + Superman mit J.Hartnett?
  + Catwoman: Mit Metallica
  + Buffy's Romanze mit Spike
  + Xena: Musik von M.Carey?
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22. Februar 2003 - Ausgabe 106 - "Dressed to Impress"

Im neuen Gewand

Wenn dieser kleine Titel jemals eine tiefere Bedeutung erlangen sollte, dann durch die nun vorliegende Ausgabe und die Geschehnisse der vergangenen vier Wochen. So haben wir wie angekündigt zahlreiche strukturelle Veränderungen in Gang gesetzt, die unser Projekt mit der Zeit noch interessanter und abwechslungsreicher für Sie machen sollen. Und davon wird neben dem Magazine ab der kommenden Woche auch unser - für viele Leser in der Vergangenheit zu schmalbrüstiger - Corona Newsletter stark profitieren. Wir sind offen gestanden schon sehr gespannt auf Ihre Resonanz zu den vielen neuen Themengebieten und Aktionen, mit denen wir unsere wöchentliche Publikation für Sie aufwerten möchten.

Doch geschah nicht nur bei uns eine ganze Menge: So feierte beispielsweise endlich die lang erwartete neue Serie "ALIAS - Die Agentin" am vergangenen Dienstag bei Pro7 mit dem Pilotfilm ihren Einstand im deutschen Fernsehen. Zusammen mit "Smallville", den Kinofilmen "The Ring", "Solaris", "Daredevil" und einer wahrlich massiven Wiederholung von "Star Trek"-Serien haben Freunde der Phantastik in den kommenden Wochen also alle Hände voll zu tun, ihre freizeitlichen Aktivitäten entsprechend einzurichten.

Zu guter Letzt möchte ich auch aus administrativen Gründen noch darauf hinweisen, dass sich unser Internetauftritt mit der vorliegenden Ausgabe verändert hat. Unter der Domain http://www.corona-magazine.de können Sie ab dem kommenden Montag ihre Daten zum Abonnement pflegen und einen Blick hinter unsere Kulissen werfen. Falls Sie von Ihrem Rechner aus keinen Zugriff auf das Internet besitzen, steht Ihnen weiterhin auch jederzeit unsere neue Adresse abo@corona-magazine.de als direkter Kontakt zur Verfügung.

Doch nun viel Spaß mit der 106. Ausgabe unseres Corona Magazines!
Haben Sie eine schöne Zeit

Ihr Klaus Michels
Chefredakteur


Pfadfinder

1. Smallville - Ein Prequel und was danach kam
2. Solaris - Ein Meilenstein der Filmgeschichte
3. ALIAS - Auf dem Weg zum Shooting Star
4. Kolumne: Mehr Trek braucht kein Mensch!
5. Star Trek: trekBEAT
6. Im Gespräch mit Tim Russ
7. Star Trek: Enterprise - Ein neuer Anfang
8. Star Trek: "Das Unsterblichkeitsprinzip"
9. Kreuzfeuer
10. Rating Report
11. ICO - ein traumhaftes Action-Abenteuer für PlayStation2
12. Perry Rhodan: Die Familie Rhodan
13. Großes Seriensterben in den USA
14. Kurz und Bündig
15. Wissenschaft: Risiken in der Wissenschaft
16. Subspace Link


1. Smallville - Ein Prequel und was danach kam

Ein Prequel

Prequels scheinen zur Zeit recht beliebt, sowohl "Star Wars" als auch "Star Trek" sind dazu übergegangen, die eigene Vorgeschichte zu erzählen, so nun auch "Smallville", eine Serie, die sich den Jugendabenteuern von Clark Kent widmet, und zwar bevor er Superman (oder Superboy) wurde.

Ein naheliegender Einwand gegen Prequels ist ja, ob es nicht langweilig ist, wenn der Zuschauer den Ausgang ohnehin schon kennt. Die allgemeingültige Antwort kann dabei wieder einmal nur lauten: Es kommt darauf an, was die Autoren daraus machen. Bereits Alfred Hitchcock wusste: Am spannendsten ist es, wenn der Zuschauer weiß, dass unter dem Tisch eine Zeitbombe tickt. Übertragen auf Prequels heißt das: Wenn dem Zuschauer klar ist, worauf die Charaktere zusteuern, kann das sogar noch viel spannender sein als wenn der Ausgang der Geschichte offen ist.

Damit sich diese Spannung entwickelt, müssen die Zuschauer natürlich die nachfolgende Geschichte kennen. Das ist bei "Star Wars" der Fall, und natürlich auch bei "Star Trek". Und auch die Geschichte von "Superman" gehört fast schon zum Allgemeingut. Man muss nicht die Comics studiert haben, um zu wissen, dass sich zwischen dem künftigen Superman und Lex Luthor eine lebenslange Feindschaft entwickeln wird. Wie immer bei guten Serien liefert aber auch "Smallville" eine Fülle an Details und Anspielungen für die eingefleischten "Superman"-Fans, so dass es sich durchaus lohnt, einen etwas schärferen Blick auf die Comicabenteuer des Stählernen zu werfen.

Die Geschichte von "Superman"

Seit Superman im Juni 1938 erstmals das Licht der Comicwelt erblickte, wurde seine Geschichte immer wieder neu erzählt. Und obwohl Städte wie Metropolis den Eindruck erwecken, "Superman" spiele in der Zukunft, so flossen mit der Zeit doch so viele Gegenwartselemente ein, dass kein Zweifel besteht: Superman lebt in der Zeit seiner Leser. Der Kryptonier kämpfte gegen Stalin und Hitler, später beteiligte er sich (offenbar weniger erfolgreich) am Vietnamkrieg, und heute ist er im dritten Jahrtausend angelangt. Auch "Smallville" spielt trotz des reizvollen Retro-Looks eindeutig in der Gegenwart und definiert damit den Mythos neu.

Es ist nun einmal der Fluch des Erfolgreichen, dass es so lange lebt, bis Widersprüche unausweichlich sind. So verwirrend wie bei "Superman" dürfte es aber nirgends zugehen. Widersprüche begleiteten die Comicreihe von Anfang an, da sie sich immer wieder dem Zeitgeist und dem Geschmack einer neuen Generation anpasste. Hatte Superman noch als eine Art moderner Hercules begonnen, der gewöhnliche Verbrecher mit enormer Muskelkraft hinter Schloss und Riegel brachte, gewannen die Fantasy- und Science-Fiction-Elemente bald die Oberhand, und Superman entdeckte an sich die fantastischsten Superkräfte und Fähigkeiten. Ab den 50er Jahren wurden auch die Bösewichter immer mächtiger und gigantischer, die Phase des "Superschurken" hatte begonnen. Die Comicautoren hatten nämlich erkannt, dass es auf Dauer witzlos war, wenn ein Superheld, der fliegen und mühelos Stahlträger verbiegen kann, immer nur Einbrecher und Bankräuber verhaftet.

Das Element des Superschurken mit übernatürlichen Kräften übernahm auch "Smallville", und man lieferte auch gleich eine einfache Erklärung: Die Wirkung des grünen Kryptonits sorgt für allerlei Mutationen unter den Einwohnern von Smallville. Dass Kryptonit auf Menschen eine solche Wirkung haben kann, ist zwar das Allerneueste, diese Erklärung erfüllt jedoch ihren Zweck. Die Macher von "Smallville" setzen dabei auch weniger auf Superkräfte als auf witzige Ideen. Es geht nicht darum, einen möglichst starken, sondern einen möglichst ungewöhnlichen Gegner für Clark zu liefern. Da darf sich auch schon mal eine übergewichtige Schülerin dank eines Kryptonit-Shakes in einen schlanken Fettvampir verwandeln.

Clarks Jugend im Comic

Im Jahr 1945 gab es erstmals Geschichten um Superboy, der jugendlichen Version von Superman. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Clarks erste Jugendliebe Lana Lang eingeführt, die später auch als Erwachsene ein fester Bestandteil des "Superman-Universums" werden sollte. Bereits hier entstanden die ersten Widersprüche. So trafen sich in "Adventure Comics 128" Superboy und eine junge Lois Lane, obwohl bereits in der ersten Ausgabe von "Superman" festgelegt worden war, dass die beiden sich erst beim Daily Planet kennen gelernt hatten. So gesehen wäre ein Besuch von Lois Lane in "Smallville" gar nicht so unmöglich, auch wenn dann natürlich in allen Artikeln und Fan-Reaktionen auf diesen Widerspruch hingewiesen werden würde.

Clarks bester Jugendfreund ist in den Comics Pete Ross, dort mit weißer Hautfarbe. Pete kommt sogar hinter Clarks Geheimnis, er ist damit neben den Kents der Einzige, der während Clarks Jugend von den Superkräften seines Freundes erfährt.

Supermans Herkunft

Über die Jahre hinweg beschäftigten sich die Comic-Autoren immer mehr mit Supermans Herkunft, und bald sollte sich herausstellen, dass Superman keineswegs der einzige Überlebende des Planeten Krypton war. So gab es die drei Kriminellen Malo, Kizo und U-Ban, drei Verbrecher, welche den Untergang von Krypton in der Phantomzone überlebt hatten, und ihnen sollten noch viele andere Kryptonier aus der unerschöpflichen Phantomzone folgen. Später tauchte sogar Kandor auf, die Hauptstadt von Krypton, allerdings geschrumpft und dazu verdammt, in einer Flasche aufbewahrt zu werden. Außerdem hatte auch Supermans Cousine Kara Zor-El in einer Rakete überlebt und wurde zu Supergirl. Zu allem Überfluss war auch allerlei Haustieren die Flucht gelungen: Krypto, der fliegende Superhund, der sich in einer Testrakete befunden hatte, und Beppo, ein Superaffe. Später folgte noch das Superpferd Comet. Sie alle leisteten Superboy Gesellschaft. Supergirl bekam dafür die Superkatze Streaky. In dem brillanten Dreiteiler "Supermans Rückkehr nach Krypton" (Nov 1960) durfte Superman durch die Zeit in die Vergangenheit reisen und seinem Heimatplaneten vor dessen Zerstörung einen Besuch abstatten. Dieser grandios gezeichnete Höhepunkt der Reihe vereint in der Darstellung der kryptonischen Welt all die Qualitäten von Superman: überberstend vor naiver Fantasie, abgedrehtem Design und Witz. Es bleibt die spannende Frage, inwieweit sich "Smallville" hier vorwagt und Supermans Herkunft beleuchtet.

Lex Luthor

Fast von Anfang an dabei war natürlich Lex Luthor, zu Beginn noch mit roten (!) Haaren. Später war er ohne weitere Erklärung glatzköpfig. Und auch wenn Superman seitdem unzählige weitaus mächtigere Gegner hatte, so ist und bleibt Lex Luthor Supermans größter Erzfeind. In der Comicversion ist Lex Luthor allerdings ein psychopathischer Verbrecher.

In den 60er Jahren gingen die Autoren dazu über, einzelne Figuren zu vertiefen, und so wurde sogar die Jugendgeschichte von Lex Luthor erzählt. Schon damals hatten die Autoren die Idee, Lex zum Jugendfreund von Clark zu machen. Im Comic verlor der junge Lex die Haare bei einem Brand in einem Geheimlabor, die roten Haare des erwachsenen Lex in den Anfangs-Comics waren also offenbar eine Perücke.

Neue Welten und ein Schlussstrich

Bereits 1961 erschufen die Macher neben der uns bekannten Erde-1 die Erde-2, um Supermans Einsätze während des Zweiten Weltkrieges in den Comics der 40er Jahre zu erklären. Bereits hier wurde also ein großer Teil der bestehenden Comicabenteuer in eine Parallelwelt verfrachtet. Weitere Welten in allen möglichen Erzählvarianten wurden geschaffen, um ungewöhnliche Geschichten ohne weitere Konsequenzen erzählen zu können. Da war dann alles nur irgendwie Denkbare vertreten, von Batman, der von den Kents adoptiert wurde, bis hin zu der Heirat zwischen Lois Lane und Superman.

Als in den 80er Jahren die Verkaufszahlen der Superhelden-Comics sanken, wurde bei "DC Comic" ein bis dahin einzigartiger radikaler Einschnitt vorbereitet. Im Jahr 1985 erschien eine zwölfteilige Miniserie, die fast alle DC-Comichelden betraf. Darin verschmolzen die ganzen Parallelwelten zu einer einzigen Welt, während die anderen nie existiert hatten.

1986 wurde Comic-Künstler John Byrne beauftragt, die Story von "Superman" neu zu definieren. Alle vorherigen Ereignisse gehörten nicht länger zur offiziellen Geschichte von "Superman". In einem Sechsteiler wurde die Geschichte um Clark Kent noch einmal erzählt. Die meisten Figuren wurden dabei natürlich beibehalten, und man kehrte wieder zur Basis zurück. Superman arbeitet nun wieder - wie es sich gehört - beim "Daily Planet", während er in den alten Comics bereits zu Beginn der 70er Jahre den Zeitungsverlag verlassen hatte, um beim Fernsehen als Nachrichtensprecher zu fungieren.

Lex Luthor, noch immer Supermans Erzfeind, verwandelte sich vom kriminellen Mörder zu einem machthungrigen Geschäftsmann und Eigentümer von "LexCorp", wodurch er sich vom simplen Psychopathen zu einer reizvollen Figur entwickelte. Allerdings brachte Lex Luthor auch in der modernen Comic-Version von "Superman" seine Eltern im Alter von dreizehn Jahren um.

Drastische Änderungen

Die größten Änderungen betrafen Supermans Herkunftsplaneten Krypton. Die idyllisch naive Welt aus den alten Heften mit ihren Feuerbächen, dem Diamantengebirge und den eisenfressenden Zootieren musste einer sehr modernen und düsteren Version weichen, in der es vor allem um Kriege und ums Klonen geht, was schließlich zur Vernichtung von Krypton führte. Ursprünglich war Krypton im Comic durch einen Meteoriteneinschlag vernichtet worden. Ansonsten wurden fast alle Krypton-Elemente gestrichen. Die Flaschenstadt Kandor stammt nun nicht mehr von Krypton, und Superman selbst weiß in der neuen Fassung sehr lange so gut wie nichts über seine Herkunft. Erst im Jahr 2002 verschaffte ihm der Besuch eines alternativen Kryptons Aufschluss. In der neuen Version hat es auch nie ein Supergirl oder einen Superboy gegeben, der heutige Superboy ist ein unausgereifter Klon von Superman, der in der gleichen Zeit wie Superman lebt, während Supergirl ein künstliches Wesen aus Protoplasma ist. Auch sind Clarks Adoptiveltern nie gestorben, während sie im ursprünglichen Comic noch während Clarks Jugend einer tückischen Infektion erlagen.

Offizielles und Inoffizielles

Man sieht: Die seit 1986 gültige Version von "Superman" steht deutlich mehr im Einklang mit "Lois und Clark" und "Smallville", auch wenn es sich die Macher von "Smallville" nicht nehmen ließen, abermals Elemente abzuändern oder gar Aspekte aus der "alten" Superman-Ära zu übernehmen. So erzählt die neue Comic-Version davon, dass kurz nach Supermans Landung die Kents wegen eines Schneetreibens für ein halbes Jahr von der Außenwelt abgeschnitten waren, so dass sie Clark als ihren eigenen Sohn ausgeben konnten. "Smallville" weicht davon jedoch ab und hält sich an die ursprüngliche Version, wonach Clark von den Kents adoptiert wurde.

Was wird aus ...?

Auch wenn es eingefleischten Superman-Fans der goldenen Ära in den 50er Jahren die Tränen in die Augen treibt, wichtig für die Entwicklung von "Smallville" dürfte letztlich die moderne "Superman"-Phase sein, die ab 1986 begann, weil sie inzwischen als "offizielle" Superman-Geschichte gilt. Und das passiert dort mit den Figuren:

Clark Kent: Er geht nach Metropolis, wo er als Reporter beim Daily Planet arbeitet und Lois Lane kennen lernt, die er in der modernen Comic-Version auch in seine Identität einweiht und heiratet.

Pete Ross: Pete Ross, der früher nur bei den "Superboy"-Comics vorkam, erhielt in der Neuerzählung eine größere Rolle. Er wird an der Seite von Lex Luthor Vize-Präsident der Vereinigten Staaten. Später heiratet Pete Ross Clarks frühere Freundin Lana Lang. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, der Clark Peter Ross getauft wird.

Chloe: Sie wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus Fox Mulder und Lois Lane, ist aber eine reine Erfindung von "Smallville". In den Comics tauchte sie nie auf. Wir wollen aber trotzdem auf ein Happy End für sie hoffen.

Lana Lang: Sie wird Clarks große Jugendliebe, wie weit es aber mit ihr und Clark geht, das lassen die Comics dann doch weitgehend offen, so dass die Autoren hier wirklich alle Freiheiten haben, die sie sich aber wahrscheinlich so oder so nehmen würden. In der neuen Comic-Version erzählt Clark seiner Freundin Lana von seinen Superkräften, kurz bevor er nach Metropolis aufbricht.

Lex Luthor: In der modernen Comic-Version ist er besessen davon, möglichst beliebt zu sein, was ihm als erfolgreichem Geschäftsmann und verantwortungsvollem Arbeitgeber auch gelingt. Sein Kampf um Popularität ist so erfolgreich, dass er schließlich Präsident der Vereinigten Staaten wird. Er verliert seine rechte Hand, weil er an ihr viele Jahre einen Ring mit Kryptonit trug. Im Comic werden Lex Luthor und Superman erst in Metropolis Feinde. Lex hasst den Superhelden wegen seiner Macht und Beliebtheit. Auch hier ist es wahrscheinlich, dass sich die Macher von "Smallville" ein anderes Motiv überlegen. Die spannende Frage ist also: Was wird Lex und Clark zu Feinden machen? Dass es nichts Banales werden soll, darauf liefert bereits die Episode "Ryan" aus der zweiten Staffel einen Hinweis. Darin unterhalten sich Lex und der zwölfjährige Ryan über die (erfundene) Comicserie "Warrior Angel":

Ryan: Warum denkst du wurde Devilicus böse?
Lex: Bin mir nicht sicher. Wahrscheinlich hat er es selbst nicht gemerkt. Weißt du, Ryan, im Leben ist der Weg in die Dunkelheit eine Reise und kein einfacher Wechsel.

Das Motto von "Smallville"

Genau das ist das Serienmotto: "Smallville" ist nicht so banal und einfach, wie das Konzept zunächst klingt. Es ist eine neue und eigenständige Interpretation eines Mythos, der bereits im Comic wiederholt neu definiert und dabei immer reichhaltiger und facettenreicher wurde. Auf der gleichen Basis liefert die Serie spannende, abwechslungsreiche Geschichten, die von so fesselnden Handlungsbögen und Verstrickungen durchströmt werden, dass man anfängt, die kommende Episode regelrecht herbeizufiebern. Damit beweist die Serie, dass Cleverness und Ideenvielfalt durchaus auch auf einfachen und alten Konzepten beruhen können. Und in Sachen Spaß, Wärme, Witz und Ideen erinnert "Smallville" im besten Sinne an die reichhaltige und fantasievolle Comicserie, die so unerschütterlich die Jahrzehnte überdauerte. "Smallville" ist daher für die neue Generation junger "Superman"-Leser ebenso geeignet wie für die alten Hasen, die sich vielleicht nur noch dunkel an den Spaß und die sofort zugängliche Fantasie der alten Comics erinnern.

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2. Solaris - Ein Meilenstein der Filmgeschichte

Dass Steven Soderbergh in letzter Zeit am liebsten Klassiker mit George Clooney neu verfilmt, ist nichts Neues. Ungewöhnlich dagegen ist, dass dieses Remake des Tarkowskij-Kult-Klassikers wirklich gelungen ist, und dass sich dieser Film den Status als eigenständiges Meisterwerk erarbeiten kann.

Tarkowskijs "Stalker" und "Solaris" gelten als Meilensteine der modernen Filmgeschichte. Tarkowskijs Filme sind langsam, bedächtig, überlang und konzentrieren sich auf das Innenleben der Helden, gespiegelt meist in wässrigen Bildern und langen Fahrten. 1972 übertraf "Solaris" Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" bei weitem, und 2002 übertrifft Soderbergh vielleicht das Original. Shinji Ayomas meisterhafter und elegischer Vierstundenfilm "Eureka" aus dem Jahr 1999 ist formal noch vollkommen Tarkowskij verhaftet, Soderbergh dreht das Ganze aber um und probiert von Anfang an etwas ganz Neues.

Die Story, eine klassische Erzählung von Stanislaw Lem, ist bekannt: Auf dem fernen Planeten Solaris passieren merkwürdige Dinge. Die geheimsten Wünsche des Expeditionsteams vor Ort manifestieren sich und keiner will mehr heimreisen. Der Held, gespielt von George Clooney, wird hingeschickt, um das aufzuklären, und ihm ergeht es ebenso. Seine Leiche im Keller ist der Selbstmord seiner Frau, die ihm dort wieder begegnet, und er begreift ihr Erscheinen als Chance, das traumatische Erlebnis erneut aufzuarbeiten. Ist diese Frau eine tatsächliche Person oder nur die Idee? Die Projektion eines intelligenten und gedankenlesenden Planeten? Wenn wir jemanden lieben, lieben wir dann die Person oder die Idee? Ist dies jetzt die zweite Chance, alle Sünden aufzuarbeiten und zu vergeben? Wenn es nur die Idee einer toten Person ist, ist man dann im Paradies? Kann man jemanden aus dem Paradies entführen? Kann Schuld vergeben werden, und was macht man, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet? Eine andere bedeutende Formel, die bei Lem und Tarkowskij mehr in Vordergrund steht, ist: Man hat für jedes Problem mindestens zwei Chancen, besser aber maximal zwei.

Das Remake hält sich zum größten Teil an die Geschichte, Soderbergh als Autor schichtet die Szenen ein bisschen post-modern um, ist weniger elliptisch, läßt einige klassische SF-Handlungsstränge, wie Horrorelemente und die Geburtstagsszene aus, die durch die bei Tarkowskij unpassende Set Decoration noch am ehesten an "2001" oder "Captain Nemo" erinnert, und ist trotz des Verlassens der Linearität vielleicht leichter verständlich, verlässt aber das formale Gerüst Tarkowskijs total. Salopp gesagt werden die 165 Minuten des Originals auf 100 Minuten gekürzt, die Einstellungen werden prägnanter und kürzer. Das ist aber maßlose Untertreibung. Übertrieben könnte man sagen, dass Soderbergh mit "Solaris" einen neuen visuellen Stil kreiert hat, die "Soderbergh Montage".

Durch das übergroße Vorbild motiviert und angetrieben, schert er sich nicht um filmische Sehkonventionen, wie damals Kubrick, und lange scheint unklar, ob das Experiment greift oder nicht. Schon vom Anfang an werden unkommentiert kurze Szenen und Erinnerungsfetzen des Helden gezeigt, die man erst beim zweiten Sehen verstehen kann. Tarkowskijs Einleitung dauert über eine halbe Stunde, die vor allem durch die fantastisch moderne Auto-Einfahrt nach Moskau unvergessen bleibt. Diesen 1972 äußerst überraschenden Moskaubezug kann Soderbergh natürlich nicht übernehmen. Fast jede statische Szene am Anfang wird nach 3 bis 4 Sekunden gegengeschnitten. Clooney ist meistens in der Halbtotale aus verschiedenen Winkeln aufgenommen, oft auch im Anschnitt, im klinisch reinen und räumlich begrenzten SF Setting, wie aus "2001" bekannt. Dies verstärkt die subjektive, assoziative Atmosphäre und erlaubt es trotz des Tempos, sich in seiner Gedankenwelt zu verlieren. Tarkowskij braucht dazu fast doppelt so lang. Tarkowskijs Stil mag durch die physische Anstrengung im Kinosessel effektiver sein, Soderberghs Stil ist ökonomischer, weniger dramatisch als bei Tarkowskij und visuell bahnbrechend. Die Musik ist ähnlich fantastisch wie im Original, mit dem Unterschied, das das typisch abgelutschte Thomas-Newman-Xylophon-Thema der letzten Jahre endlich wieder spannend klingt. Cliff Martinez sei Dank. Die anderen Newman-Epigonen der letzten Jahre, Mychael Danna, James Horner und Paul Kelly sollten sich das genau anhören. "Solaris" mag vielleicht an Spielbergs "AI" erinnern, mit dem Unterschied, dass Soderbergh ein guter Regisseur, Kameramann und Autor ist, Spielberg lediglich ein guter Actionregisseur, der sich im Genre vergriff.

Es mag beruhigen sofort zu wissen, dass kein blödsinniger Showdown zum Schluss den Genuss verderben wird. Äußere Action ist nicht das einzige Spannungselement, in "Solaris" gibt es dergleichen nicht. Genreliebhaber werden enttäuscht sein. Selbst Kubrick befriedigt in "2001" seine Zuseher mit Action, pathetischer Orchestrierung (Richard Strauss' Zarathustra, Johann Strauß' Donau-Walzer) und abgehobenem, radikal subjektivem Abschluss. Soderbergh verlässt sich neben der fantastischen Ausstattung alleine auf sein formales Talent und stellt zum Schluss lediglich Fragen neu, die uns zum Umdenken zwingen.

Ein Auszug aus dem wichtigen Gedicht "And Death Shall Have No Dominion" von Dylan Thomas, das Soderbergh deutlich beeinflusste, mehr als Tarkowskij.

:: And death shall have no dominion.
:: Dead men naked they shall be one
:: With the man in the wind and the west moon;
:: When their bones are picked clean and the clean bones gone,
:: They shall have stars at elbow and foot;
:: Though they go mad they shall be sane,
:: Though they sink through the sea they shall rise again;
:: Though lovers be lost love shall not;
:: And death shall have no dominion.

:: And death shall have no dominion.
:: Under the windings of the sea
:: They lying long shall not die windily;
:: Twisting on racks when sinews give way,
:: Strapped to a wheel, yet they shall not break;
:: Faith in their hands shall snap in two,
:: And the unicorn evils run them through;
:: Split all ends up they shan't crack;
:: And death shall have no dominion.

Eine Schande, dass die Europa-Uraufführung nur in Berlin stattfand (dort geht jeder anspruchsvollere Film unter), und dass der Film in Amerika Gift für die Kasse war. Hoffentlich passiert nicht das Gleiche wie mit Tom Twykers "Heaven".

Die Frage nach dem Verhältnis Lem-Soderbergh, also Buch zu Film, beantwortet Lem auf seiner eigenen Website. Dort gibt er an, was er von Soderberghs Remake hält.

Er selbst hat den Film noch nicht gesehen und kennt das Drehbuch nicht, da der Film erst nach der Berlinale nach Polen kam. Lem hat aber die amerikanische Kritiken gelesen und sich teils sehr kritisch, teils köstlich amüsiert über die widersprüchliche Aufnahme bei den amerikanischen Medien geäußert. Und er hat einiges falsch aufgefasst.

Auf die Kritik in der NYT, in der "Solaris" als Lovestory oder fast "Romance in outer space" aufgefasst wird, reagiert er ärgerlich: "Wie auch immer, meines Wissens wurde das Buch nicht den erotischen Problemen von Völkern aus dem Weltall gewidmet. Würde sich "Solaris" mit der Liebe eines Mannes zu einer Frau befassen - ganz egal, ob auf der Erde oder im All - hätte er nicht nicht den Titel "Solaris" erhalten! Istvan Csicsery-Ronay, ein amerikanisierter Ungar, der auf literarische Studien spezialisiert ist, nennt seine Analyse "The Book is the Alien". In Wirklichkeit versuchte ich in "Solaris" das Problem einer Begegnung im All mit einer Lebensform, die weder menschlich noch humanoid ist, zu zeigen."

Alles weitere, was er dann noch über die wichtige Rolle der Stofflichkeit des Ozeans auf dem Planeten Solaris sagt, trotzdem seine adäquate Entsprechung im Remake, obwohl dem geheimnisvollen Ozean im Remake an sich nicht so viel literarische Beachtung wie im Buch und bei Tarkowskij geschenkt wird. Soderbergh realisiert den Ozean mehr visuell als wabernden Feuerball auf dem geheimnisvollen Planeten im Hintergrund, und nicht so sehr als nebelhaftes weißes Meer wie bei Tarkowskij. Lem und Tarkowskij stellen den Ozean thematisch in den Vordergrund und betonen durch die Konzentration auf das Stoffliche den wissenschaftlichen Charakter der Mission. Soderbergh konzentriert sich eher auf die Personen. Aber natürlich werden bei ihm die Phänomene auf Solaris modern und wissenschaftlich gedeutet. Das ist von vornherein klar. Da wird harte Strahlung als mögliche Gegenwehr in den Raum gestellt. Damit kann man nicht gegen Ideen und Bilder ankämpfen. Die für Lem und Tarkowskij typische dialektische Aufteilung der drei Hauptpersonen in die wissenschaftlich-kritische-sichere, und die idealistisch-emotionelle-unsichere Position, mit dem Helden in der Mitte werden deutlich ausformuliert. Die wissenschaftliche Deutung der Geschichte wird bei Soderbergh nie in Frage gestellt, und ist viel selbstverständlicher als etwa bei Tarkowskij, der eher zu übernatürlicheren Deutungen neigt. Bei Tarkowskij werden etwa die Horrorelemente zelebriert, die der Handlung Spannung aufzwingen. Das Aufbrechen der Türe fehlt dagegen bei Soderbergh völlig. Oder vielleicht abschwächender gesagt, bei dessen langwieriger Betrachtung man unweigerlich etwas sentimentaler wird. Keine Angst, Stanislaw!

Und Lem versteigt sich natürlich in die üblichen Hollywood Vorurteile:
"Andere vermuteten, dass, während der Produzent nicht viel Geld machen und es keine Menschenmassen an der Kasse geben würde, der Film zu einer ehrgeizigeren Science-Fiction-Gattung gehört - weil niemand umgebracht wurde und weder Sternenkriege noch Weltall-Werwölfe oder Schwarzeneggers Terminatoren anwesend sind."

"Der Soderbergh-Film hat angeblich ein anderes, optimistischeres Ende. Wenn dies der Fall wäre, würde dies ein Zugeständnis an die Klischees amerikanischen Denkens beim Ansehen von Science Fiction bedeuten. Es scheint, als könnten diese tiefen, konkreten Wurzeln des Denkens nicht vermieden werden: Es gibt weder ein Happy End noch eine Weltraumkatastrophe. Und das mag der Grund für eine leichte Enttäuschung in den Rezensionen einiger Kritiker sein. Sie erwarteten, dass das Mädchen, das der Ozean geschaffen hatte, einen Wutanfall bekäme, in eine Hexe oder Zauberin verwandelt den Hauptcharakter verschlingen würde, während Würmer und andere ekelerregenden Dinge aus ihren Gedärmen herauskriechen."

Über die Deutung des Schlusses soll vorab nichts verraten werden, nur so viel: Lem kann sich beruhigen.

"Polnische Verleiher erhielten eine Kopie des Filmes, aber ich bin nicht derart daran interessiert, ihn zu sehen."

"Zusammenfassend erlaube ich mir als Solaris-Autor zu wiederholen, dass ich nur eine Vision von einem menschlichen Zusammenstoß mit etwas schaffen wollte, das sicherlich existiert, wenn auch auf eine gewaltige Art, aber das nicht auf menschliche Vorstellungen, Ideen oder Bilder zurückgeführt werden kann. Genau aus diesem Grund erhielt das Buch den Titel Solaris und nicht Love in Outer Space.

Stanislaw Lem, December 8th, 2002"

Viel davon ist Projektion. Diese Probleme hatte er schon beim Schreiben.
Sartorius: (Tarkowskij/Lem) "Sie sind nur an dieser Romanze mit Ihrer früheren Frau interessiert. Glauben Sie, Sie tun Ihre Pflicht, indem Sie hier den ganzen Tag herumliegen?"
Snow: (Tarkowskij/Lem): "Verwandeln Sie ein wissenschaftliches Problem nicht in eine Bettgeschichte."

Links zum Thema:
http://www.cyberiad.info/english/faq/faq.htm#lemremake
http://german.imdb.com/Title?Solaris+(2002)
http://www.mrqe.com/lookup?^Solaris+(2002) 167 Kritiken

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3. ALIAS - Auf dem Weg zum Shooting Star

"Vor sieben Jahren wurde ich von SD-6 rekrutiert. Sie erzählten mir, die Abteilung sei eine geheime Einheit der CIA. Bildeten mich als Agentin aus und beschwörten mich, niemandem etwas davon zu erzählen. Ich dachte, ich würde für die gute Seite arbeiten..." (Sydney Bristow)

Sydney A. Bristow führt ein interessantes, aber auch ungemein gefährliches Doppelleben. Denn obwohl ihre Freunde sie für eine freundliche, beflissene Studentin mit einem zeitraubenden und stressigen Nebenjob bei einer Bank halten, ist sie in Wirklichkeit doch eine Agentin für SD-6 - einer angeblich geheimen Sonderabteilung der Central Intelligence Agency, oder kurz: CIA!

Und SD-6 ist derart geheim, dass auf Anweisung ihrer Vorgesetzten noch nicht einmal ihr Lebensgefährte davon Kenntnis erhalten darf - was Sydney dennoch nicht daran hindert, auf einen rührseligen Heiratsantrag ihres Freundes einzugehen. Als dieser jedoch kurz vor der geplanten Hochzeit von ihrer wahren Identität erfährt, lässt er sich mit Alkohol vollaufen und wird unvorsichtig. Es kommt nun wie es kommen muss: Sydneys Chef bei SD-6 fällt das Todesurteil, zerstört die traute Zweisamkeit und lässt ihren Angetrauten kaltblütig ermorden. Sydney muss im Zuge dessen leider feststellen, dass es sich bei ihrem Brötchengeber keineswegs um eine besondere Einheit des CIA handelt, sondern eine global operierende Verbrecherorganisation.

Um dieser das Handwerk zu legen und den dazugehörigen finsteren Machenschaften ein Ende zu setzen, geht sie zum CIA und bietet sich zur Freude der dortigen Verantwortlichen als Doppelagentin an. Bei ihren spektakulären Aufträgen, die sie im weiteren Verlauf der ersten Staffel zu Schauplätzen auf der ganzen Welt führen, bewegt sich unsere Heldin in Gestalt eines stoischen Racheengels somit stets auf einem schmalen und zumeist halsbrecherischem Grat. Denn sie muss die Anweisungen von SD-6 so ausführen, dass die CIA davon profitiert, ihr das Verbrecherkartell dabei jedoch unter keinen Umständen auf die Schliche kommt.

"Die ganze Welt ist sowieso ein Albtraum."

Die Welt zu retten und gleichzeitig eine anständige Beziehung zu führen - für Actionheldinnen passt dies in der heutigen Zeit leider immer seltener unter einen Hut. Denn eigentlich immer steht der moderne Mann mit seinem überzogenen Hang zur Sehnsucht nach Vertrauen bei lebensgefährlichen Kampfeinsätzen im Weg herum. So war es 1990 bei Luc Bessons Tötungsmaschine "Nikita", in der neue Standards für Frauen-Action gesetzt wurden, und vor kurzem auch bei "Dark Angel", wo sich Einzelkämpferin Max mehr oder weniger einsam durch die finstere Post-Apokalypse schlägt.

Mit Sydney Bristow (gespielt von Jennifer Garner), der Heldin in "ALIAS - Die Agentin" folgt den beiden Hightech-Amazonen nun die nächste Seelenverwandte in einer melancholischen und in diesem Fall auch unironischen Serie. Wobei wie in den davor genannten Serien auch hier die weiteren Charaktere nicht völlig aus dem Sichtfeld entschwinden. Da hätten wir als weiteren Handlungsträger beispielsweise Michael Vaughn (gespielt von Michael Vartan), der unsere Doppelagentin bei der CIA einführt und ihr direkter Ansprechpartner zum wirklichen Geheimdienst ist. Michael ist ein sehr smarter Zeitgenosse und unserer Doppelagentin daher auf Anhieb sympathisch.
Mit Will Tippin (gespielt von Bradley Cooper) und Francino Calfo (gespielt von Merrin Dungey) stehen ihr im Privatleben zusätzlich treue Freunde zur Seite. Will ist von Beruf Journalist und treibt Sydney in böse Gewissenskonflikte, als er den Mord an ihrem Verlobten aufklären will. Zudem ist er heimlich in die Doppelagentin verliebt, was die ohnehin schon gespannte Situation für unsere Heldin mit der Zeit noch verschärfen kann. Francine hingegen ist da ein eher problemloser Fall, geht mit Sydney aufs College und will nach einem erfolgreichen Abschluss ein Restaurant eröffnen.

Vergessen sollten wir hier nicht einen der bösen Jungs wie Arvin Sloane (gespielt von Ron Rifkin). Sloane ist der skrupellose Chef von SD-6 und zeichnet somit für den Tod von Sydneys Verlobten verantwortlich. Ein zweischneidiges Schwert findet Sydney weiterhin in ihrem Partner bei SD-6, Marcus Dixon (gespielt von Carl Lumbly). Dixon ist ein sehr scharfsinniger Zeitgenosse und erzählt niemandem von seinem gefährlichen Job - noch nicht einmal seiner eigenen Familie und Ehefrau.
Im Zwielicht bewegt sich Sydneys Vater Jack Bristow (gespielt von Viktor Garber). Nachdem die Mutter auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kam, ist das Verhältnis zu ihrem Vater stark getrübt und nicht gerade von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Zudem führt auch Jack Bristow ein Doppelleben als Agent für SD-6 und CIA.

Mit Gespür für den Spannungsaufbau.

Doch lebt "ALIAS - Die Agentin" bei weitem nicht nur von schauspielerischen Qualitäten und interessanten Charakteren. So bewies Erfinder, Produzent und Autor Jeffrey Abrams ein enormes Gespür für Spannungsaufbau, indem er jede Folge mit einem Cliffhanger enden lässt, der auf die nächste neugierig macht.
Eine weitere Abrams-Spezialität erzeugt besonderen Nervenkitzel: Effektvoll inszenierte Einblendungen, sogenannte "Inserts", kündigen Ortswechsel an. Zusätzlich wird der Zuschauer mit einem extrem wandlungsfähigen Look der Protagonistin konfrontiert. Sydney Bristow zeigt sich bei jedem Einsatz im komplett neuen Outfit - mal sexy, mal elegant, mal sportlich und mit einer Vielzahl unterschiedlicher Perücken in allen nur denkbaren Farben und Frisuren.

Mit "ALIAS - Die Agentin" werkelt Jeffrey "J. J." Abrams damit auf den ersten Blick weiterhin sehr erfolgreich an einer Karriere, die bereits im zarten Alter von acht Jahren ihren viel versprechenden Anfang nahm, denn zu dieser Zeit entdeckte er nach einer Universal-Studios-Tour seine Leidenschaft für den Film. Während seines letzten Jahres am College in Bronxville, New York, entwickelte er dann endlich sein erstes Projekt "Taking Care of Business". In den Hauptrollen: Charles Grodin und James Belushi. Anschließend zeichnete Abrams für die Serie "Felicity" verantwortlich und schrieb Drehbücher zu Kinohits wie "Armageddon" und "In Sachen Henry". Abrams, der auch gerne als Schauspieler vor der Kamera steht, lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in Los Angeles und Maine.

Mit "ALIAS - Die Agentin" zum Shooting Star.

Jennifer Garner hingegen studierte Chemie an der Denison University in Ohio, bevor sie sich für die Schauspielerei entschied und nach Los Angeles zog. Ihren ersten Auftritt hatte sie in der Serie "Felicity" (1998). Am Set lernte sie nicht nur ihren künftigen Ehemann Scott Foley, sondern auch den Produzenten Jeffrey Abrams kennen, der sie zu einem Vorsprechen für sein neues Projekt einlud. Obwohl Garner noch keine Zusage hatte, nahm sie jeden Tag Taekwondo-Unterricht, denn sie wollte die Hauptrolle in "ALIAS - Die Agentin" unbedingt. Abrams beeindruckt: "Es ist, als hätte sie der Himmel geschickt. Wir haben eine Darstellerin gefunden, die schön, aber auch humorvoll ist, die verletzlich wirkt und gleichzeitig unheimlich stark - genau so, wie Sydney sein soll."

Mit "ALIAS - Die Agentin" wurde Jennifer Garner zum absoluten Shooting-Star. Inzwischen erhielt sie eine Reihe von Filmangeboten und dreht mit bekannten Hollywood-Größen: In Steven Spielbergs neuem Kinostreifen "Catch Me If You Can" spielt sie an der Seite von Tom Hanks und Leonardo di Caprio. In der Comicverfilmung "Daredevil" wird sie in Kürze neben Ben Affleck in einer weiblichen Hauptrolle zu sehen sein. 2002 erhielt die brünette Schauspielerin für ihre Rolle in "ALIAS - Die Agentin" bereits den "Golden Globe" als "Beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie" und dies wird erfahrungsgemäß sicher nicht die letzte Auszeichnung gewesen sein.

Mit Gaststars und Ehrungen zum Erfolg.

Um die Popularität der Serie zusätzlich zu steigern, geben sich in der ersten Staffel auch eine ganze Reihe von Gaststars ein Stelldichein. So bekommen die Zuschauer neben Quentin Tarantino - der einen Top-Terroristen in der Doppelepisode "The Box" spielt - auch Roger Moore zu sehen, der den Chef einer Verbrecherorganisation in der Folge "The Prophecy" verkörpert. Und last but not least tritt John Hannah in den Episoden "Reckoning" und "Color Blind" als ehemaliger Killer auf.

"ALIAS - Die Agentin" war in Summe aller neuen Serienproduktionen auf dem US-amerikanischen Sender ABC der Überraschungserfolg des Jahres 2001/02 und wurde von den dortigen Kritikern quasi in den Himmel bewertet. Inzwischen wurde die Serie in über 140 Länder verkauft und erhielt im vergangenen Jahr neben je einem Emmy für die "Herausragende künstlerische Leistung" und die "Herausragende Kameraführung" auch einen People’s Choice Award als "Beste neue Drama-Serie". Mittlerweile wird in den USA bereits die zweite Staffel produziert und ausgestrahlt.

In Deutschland übernimmt Pro7 seit dem 18. Februar die Ausstrahlung und zeigt Ihnen die ersten 22 Episoden des vielversprechenden Newcomers immer dienstags um 20:15 Uhr.

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4. Kolumne: Mehr Trek braucht kein Mensch!

In den unendlichen Weiten des Internets gab es vor einigen Jahren einen wöchentlichen "Star-Trek"-Newsletter, der mit diesem Slogan warb: "Mehr Trek braucht kein Mensch!" Nun stehe ich auf gute Slogans und diesen fand ich sehr originell, selbst wenn er nur eine Variation und nichts Eigenständiges darstellt. Besagten "Star-Trek"-Newsletter gibt es schon länger nicht mehr, aber an den Slogan denke ich in letzter Zeit wieder häufiger. Wer in den letzten Wochen mal in die Fernsehzeitschrift seines Vertrauens geblickt hat, wird meine Gedankengänge gut nachvollziehen können. Gab es jemals eine Zeit - die Zeit vor 1993 nehme ich von dieser Frage einmal aus - in der alle "Star-Trek"-Serien einen mindestens wöchentlichen Sendeplatz innehatten?

Momentan ist es so - Sat1 und Kabel1 sei Dank. Während auf dem Kuschelsender die beiden letzten Serien "Star Trek: Deep Space Nine" und "Star Trek: Raumschiff Voyager" am Wochenende jeweils im Doppelpack laufen, hat der ehemalige Kabelkanal im Zuge seiner Resteverwertungsreihe "Die Originale" die Classic-Serie und die Abenteuer des "Nächsten Jahrhunderts" in sein Programmschema aufgenommen. Pro Woche flimmern bis zu zwei Handvoll "Star-Trek"-Folgen über die deutschen Bildschirme, das sind knappe 435 Minuten Sendezeit - netto, d. h. ohne Werbung!

Das Erstaunliche an dieser Konzentration von "Star-Trek"-Ausstrahlungen sind die Kombination von Zeitpunkt und Erfolg. Letzterer fällt nämlich bekanntermaßen in eine Periode, in dem "Star Trek" im Kino gnadenlos das Zuschauer-Interesse entzogen wurde. "Star-Trek"-Film Nummer 10, "Nemesis", floppte nahezu weltweit und das Ende des Franchise schien eingeläutet - zumal die Quoten von "Star-Trek"-Serie Nummer 5 in den USA ebenfalls stetig und immer eindeutiger die unerforschten Weiten der unteren Quoten-Regionen erforschen.

Das in Deutschland die Sternzeiten aber anders laufen, hat tatsächlich schon der vorletzte "Star-Trek"-Film in den deutschen Kinos bewiesen. Während "Der Aufstand" schon in Amerika ein unbefriedigendes Ergebnis an den Kinokassen erzielte, wurde das Leinwand-Abenteuer um das ewige Leben hierzulande zum erfolgreichsten Teil der Kinoreihe, das sich auch auf Video glänzend verkaufte. Obwohl also "Star Trek: Nemesis" auch in Deutschland mit Desinteresse gestraft wurde, erreichen die vier gleichnamigen Serien - allen voran die Abenteuer Captain Kirks und Captain Picards - regelmäßig hervorragende Einschaltquoten und hohe Marktanteile - wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei der mal wieder sehr informative "Rating Report" von Corona-Urgestein Martin Seebacher ans Herz gelegt.

Wenn dann am 15. März auch die fünfte "Star-Trek"-Serie auf Sat 1 startet, sind alle fünf Generationen, alle Serien, ist also quasi das gesamte Franchise auf Sendung. Und da Sat1 alle paar Monate die Ausstrahlung der ersten neuen Kinofilme ansetzt, fehlt eigentlich nur noch die Zeichentrickserie zum vollständigen Genuss. Die war vor einiger Zeit auf dem Senderfamilien-Mitglied Pro7 zu sehen, aber das sei nur nebenbei bemerkt.

Die Chancen für "Enterprise" auf dem Sendeplatz am Freitag um 20 Uhr 15 einen guten Deutschland-Start hinzulegen, sind zumindest ungleich größer als es die von "Star Trek: Raumschiff Voyager" vor über sechs Jahren waren. Obwohl das Franchise zu jener Zeit seinen weltweiten Höhepunkt erlebte. Der Unterschied zu heute war die in Deutschland damals kaum vorhandene Unterstützung durch die Vorgänger-Serien. Die hat "Enterprise" diesmal zu Hauf.

Denn wie es damals bei den Kollegen vom "Trekflash" so richtig hieß: "Mehr TREK braucht kein Mensch!" - und kann sich auch kaum einer wünschen!

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5. Star Trek: trekBEAT

"Star Trek Nemesis": Inhalt der DVD.

Die Webseite AreaDVD hat vor kurzem den Inhalt der amerikanischen DVD-Version von "Star Trek: Nemesis" veröffentlicht. Diese soll in den USA am 20. Mai erscheinen. Es handelt sich dabei nicht um ein 2 DVD-Set sondern um eine Single Disc-Version. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Inhalt der Region Code 2-Variante, die am 17. Juli 2003 erscheinen soll, nahezu identisch ist. Interessant ist auch, dass die geschnittenen Szenen aus "Nemesis" als Extras auf der DVD enthalten sein werden und nicht in die Kinofassung integriert wurden.

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Ton: Englisch (Dolby Digital 5.1 & 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch u.a.
Extras:
:: Audio-Kommentar von Regisseur Stuart Baird
:: Featurette "New Frontiers: Stuart Baird on Directing Nemesis,"
:: Featurette "A Bold Vision of the Final Frontier,"
:: Featurette "A Star Trek Family's Final Journey"
:: Featurette "Red Alert! Shooting the Action of Nemesis
:: 7 geschnittene Szene
:: Bilder-Galerie

Vorbestellung der DVD bei Amazon:
Star Trek: Nemesis

"Enterprise": Die Borg tauchen auf!

Die Borg werden Berichten zufolge in der neuen "Enterprise"-Episode "Regeneration" zum ersten Mal auftauchen.

Quellen enthüllten vor wenigen Tagen gegenüber TrekToday die ersten Inhaltsinformationen zur 23. Episode aus der zweiten Staffel von "Enterprise". Beachten Sie bitte, dass die unten genannten Informationen aus einer unvollständigen Version des Drehbuchs stammen und dass sich einige Details noch ändern können, bevor die Folge gedreht wird.

Die Episode beginnt am arktischen Polarkreis der Erde. Drei Menschen - Doktor Moninger, Rooney und Drake - gehen über das vereiste Terrain. Sie entdecken ein Hüllenfragment, das zwanzig oder dreißig Fuß hoch ist und welches im Skript als eine "Borg Sphäre, die am Polarkreis vor etwa einem Jahrhundert abgestürzt ist" identifiziert wird. Als sie die Bruchstücke des Borg-Schiffes untersuchen, entdeckt Rooney eine Borg-Drohne, die in Eis eingefroren ist. "Wir sollten besser die Sternenflotte verständigen!" sagt Drake.

Der erste Akt beginnt mit der Untersuchung durch Wissenschaftler zweier Borg-Drohnen, die man aus den Trümmern geborgen hat. Doktor Moninger hat entdeckt, dass die beiden Drohnen nicht von der gleichen Spezies stammen, was ihn ein wenig verwirrt. Währenddessen findet Rooney, der eine metallurgische Analyse durchführt, heraus, dass die Trümmer schon über einhundert Jahre am Polarkreis liegen. "Wenn ihr Schiff nicht zerstört worden wäre, hätten wir unseren Ersten Kontakt mit diesen Leuten schließen können," nimmt Drake an.

Danach sieht man die drei ein paar Stunden später. Doktor Moninger hat entdeckt, dass die Borg sich selbst durch ihre Nanosonden reparieren und regenerieren. Drake merkt an, dass die Denobulaner mit Nanotechnologie experimentiert haben, aber nie in solchen Ausmaß. Später machen Drake und Rooney eine weitere wichtige Entdeckung, während sie wieder bei der Absturzstelle sind - eine Borg-Warpspule.

Zurück im Labor ist Doktor Moninger erstaunt, als die Borg-Drohne vor seinen Augen zum Leben erwacht. Er versucht Kontakt mit der Drohne aufzunehmen, als die Szene wieder zurück zu Drake und Rooney wechselt, welche die Trümmer untersuchen. Sie hören Waffenfeuer, das von dem Labor aus kommt und eilen zurück, nur um zu entdecken, dass es ein riesiges Loch in der Wand gibt und Doktor Moninger am Boden liegt und langsam assimiliert wird. Als Drake versucht, dem Doktor zu helfen, der noch immer am Leben ist, erscheint die Borg-Drohne erneut und schnappt sich Rooney.

Danach wechselt die Szene zum Sternenflotten Kommando, wo Commander Williams Admiral Forrest erzählt, dass man den Kontakt zum Ausgrabungsteam verloren hat. Forrest befiehlt Williams, ein vollbewaffnetes Shuttle klarzumachen.

Die detaillierten Inhaltsinformationen enden an diesem Punkt, doch laut den Auszügen aus dem Drehbuch wird die NX-01 später in der Episode einen assimilierten Transporter entdecken.

Beachten Sie bitte, dass diese Informationen noch nicht von Paramount Pictures bestätigt wurden und sie bis dahin als Gerücht anzusehen sind.

"Regeneration" wird voraussichtlich im Mai 2003 ausgestrahlt werden.

"Enterprise": Offizielle Informationen zu "The Breach".

Die offizielle "Star-Trek"-Webseite hat nun Produktionsinformationen zur "Enterprise"-Episode "The Breach" bekanntgegeben, die 21. Episode der zweiten Staffel.

Robert Duncan McNeill (ST:VOY Paris) führte zum zweiten Mal Regie bei einer "Enterprise"-Folge, in der sich die Crewmitglieder der NX-01 sich als Höhlenforscher des Weltraum-Zeitalters betätigen und man einen tieferen Blick in die denobulanische Geschichte erhält.

Die Enterprise wird gebeten, eine Gruppe von denobulanischen Geologen von einer Welt zu evakuieren, die von einer militanten Fraktion übernommen wurde. Und da sie sich tief unter der Oberfläche befinden, muss das Rettungsteam einige heimtückische Höhlenforschungen unternehmen. Währenddessen wird Phlox mit einem Dilemma konfrontiert, als ein weiterer Evakuierter, ein Antaraner, der mit einer tödlichen Dosis an Strahlung verseucht ist, eine Behandlung von einem Denobulaner ablehnt, weil es zwischen den beiden Rassen schon sehr lange böses Blut gibt.

Viele weitere Informationen mit Hintergründen zu dieser Episode finden Sie im Internet auf der offiziellen "Star-Trek"-Webseite.

Berman & Braga über die Zukunft von Star Trek.

Die neueste Ausgabe des TV Guide vom 1. März, untersucht den derzeitigen Zustand des "Star-Trek"-Franchise. Rede und Antwort standen dabei Rick Berman und Brannon Braga.

In dem Artikel gesteht Braga offen, dass es nicht ganz nach seinen Vorstellungen läuft.

Doch laut UPN Entertainment Präsident Dawn Ostroff bedeutet dies nicht das Ende von "Enterprise": "Topserien brauchen ihre Zeit."

Die Verantwortlichen garantieren jedoch, dass ihnen eine Fülle an Möglichkeiten offen steht um das Publikum in zukünftigen Episoden zu fesseln. Nach Aussagen von Braga werden Archer und Co "epische Schlachten, welche Gefühle wie Angst und Furcht hervorrufen, bevorstehen." Während Berman erklärt, dass die Serie eine kleine Veränderung in der Führung durchlebt hat. "Sagen wir einfach, Enterprise hat eine kleine Richtungsänderung in der Mission gemacht und in den Abschnitt des Weltraums in der sie vorstößt."

Aber auch das Franchise im Gesamten hat sich in stürmisches Gewässer begeben mit dem schlechten Einspielergebnis von Nemesis. Obwohl der Film nicht allzu großen Zuspruch erhielt, ist Berman optimistisch, dass es weitere "Star-Trek"-Filme geben wird. "Das schlechte Einspiel-Ergebnis von "Nemesis" wird nicht das Aus für "Star-Trek"-Filme sein. Ich kann mir nicht vorstellen das weitere Filme nicht funktionieren." Da aber sowieso noch alles in einem frühen Stadium steckt, ist das alles noch nicht so wichtig. Berman deutete jedoch gegenüber TV Guide an, dass es für ihn möglich sei Charaktere aus mehreren Serien einzubinden.

Das komplette Interview enthält auch noch Meinungen der beiden Produzenten, wie man mehr Leben in "Enterprise" einhauchen könnte sowie Vorschläge für die Zukunft des Franchises.

"Enterprise": Promovideo zu 'Canamar' veröffentlicht.

UPN strahlte vor kurzem den Trailer zur "Enterprise"-Episode 'Canamar' aus, die letzte Episode im "Sweep"-Monat Februar. Geschrieben wurde die Episode von John Shiban und Regie führte Allan Kroeker. In der Episode werden Archer und Trip von den Behörden der Enolianer gefangen genommen und von deren Gericht zur Zwangsarbeit in der Strafkolonie Canamar verurteilt.

Der 22-sekündige Trailer steht nun dank der Webseiten All About Star Trek und Star Trek Media zum Download bereit.

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6. Im Gespräch mit Tim Russ

Tim Russ (ST:VOY Tuvok) stellte sich jüngst den Fragen von Besuchern des "Star-Trek"-Internetportals TrekToday. Darin zeigte er unter anderem seine Bereitschaft, an weiteren "Voyager"-Projekten mitzuarbeiten. Es folgen einige der - übersetzten - Fanfragen und Russ' Antworten darauf.

Digitalfreak: Wenn Sie ein Drehbuch lesen, welche Arten von Charakteren interessieren Sie da?
Tim Russ: Normalerweise die Charaktere, die eine Herausforderung bieten. Ich mag es, Rollen zu verkörpern, die ich bisher noch nicht gespielt habe und/oder an Projekten mitzuwirken, die in anderen Zeitepochen spielen - entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit.

Richard: Mein Sohn liebt "Bugsters" und erkennt natürlich Ihre Stimme aus "Voyager". Besteht die Möglichkeit, dass Sie noch mehr dieser Art von Arbeit machen, und wenn ja, wann? Ich liebe Ihren Gesang, Tim!
Tim Russ: Vielen Dank, dass Sie "Bugsters" hören. Ich hoffe sehr darauf, eine weitere "Bugsters"-CD machen zu können und bin derzeit dabei, sie zur Drucklegung an Publisher zu verkaufen.

Matt: Würden Sie gerne in einer Folge von "Enterprise" mitspielen oder Regie führen?
Tim Russ: Ich würde sehr gerne eine Gastrolle in einer "Enterprise"-Folge übernehmen. Was das Regieführen angeht, bin ich derzeit an anderen Projekten beteiligt und werde wohl fürs Erste nicht weiter Regie bei "Star Trek" führen. Wenn sie mich aber anrufen und mich fragen sollten, ob ich nicht bei einer Folge die Regie führen möchte, dann werde ich das sicher tun.

rtc61: Seit TNG hat jede neue "Star-Trek"-Serie um Akzeptanz, Respekt und Einschaltquoten gekämpft. Als jemand, der schon lange mit "Star Trek" verbunden ist, wie sehen Sie das? Ist die Zeit für "Star Trek" um?
Tim Russ: Es wird immer neue Zuschauer für die Serie geben. Jedes Kind, das heute geboren wird, wird die Gelegenheit bekommen, sich in Zukunft mit "Star Trek" anzufreunden. In diesem Sinne glaube ich, dass es uns noch eine Weile erhalten bleiben wird.

Tom Lough: Welche (einzigartige) Perspektive haben Sie durch Ihre Arbeit an "Voyager" und Ihre Verbindung zum "Star-Trek"-Franchise in Bezug auf die Columbia-Tragödie erhalten?
Tim Russ: Nun, im Großen und Ganzen hatte die Columbia eine bessere Erfolgsquote im Fliegen als wir. Wir knallten fast jede Woche irgendwo gegen oder stürzten ab.

Josh: Auf einer Fanveranstaltung neulich zeigte sich Kate Mulgrew [ST:VOY Janeway] an einem "Voyager"-Kinofilm oder einer TV-Miniserie interessiert. Was würden Sie von solchen Projekten halten?
Tim Russ: Wenn nach meiner Arbeit gefragt wird und ich verfügbar bin, werde ich da sein.

Mark W. Holbrook: Würden Sie Ihre musikalische und filmische Karriere gerne verbinden, indem Sie die Musik zu einem Kinofilm oder Video komponieren?
Tim Russ: Ich würde mich wahrscheinlich nicht an die Aufgabe machen, eine ganze Filmmusik zu komponieren, aber ich würde liebend gerne einige meiner Songs auf einem Soundtrack sehen.

David Greven: Auf welche "Voyager"-Folgen sind Sie besonders stolz? Meine tiefe Dankbarkeit an Sie für sieben Jahre stellarer, herzlicher, aufmunternder Arbeit! Ich bin ein großer Tuvok-Fan und bewundere besonders Ihre Leistung in "Meld" und "Endgame".
Tim Russ: Mit "Meld" war ich sehr zufrieden, und "Riddels" war eine gute Herausforderung. "Gravity" wäre ein knapper dritter Platz.

Aaron McGuire: Finden Sie, dass Tuvok genügend Entfaltungsmöglichkeiten in "Voyager" hatte, und wenn nicht, was hätten Sie gerne gesehen, um die Lage zu verbessern?
Tim Russ: In Anbetracht der Tatsache, dass wir so viele Hauptcharaktere hatten und auf halbem Wege noch einen neuen Charakter dazugewonnen haben, würde ich schon sagen, dass Tuvok genügend Zeit auf dem Bildschirm bekommen hat.

Doug Wilson: Wie wir erfahren haben, werden Sie Tuvok Ihre Stimme wieder im "Elite Force 2"-Computerspiel [in der englischen Version] leihen. Ich frage mich, ob Ihr Charakter, Tuvok, das ganze Spiel hindurch auftauchen wird, das jetzt ja auf der Enterprise-E angesiedelt ist, oder ob er nur in der Einführungsmission auf der Voyager zu sehen sein wird.
Tim Russ: Ich weiß, dass Tuvok nicht so stark wie im ersten Teil präsent sein wird. Ich glaube nicht, dass die Voyager eine direkte Rolle in der Handlung spielt, aber ich habe den Sprachaufnahmen durchaus viel Zeit gewidmet.

Geoffrey Henderson: Was sind einige der Projekte, an denen Sie derzeit arbeiten?
Tim Russ: Ich führe bei einigen Sendungen für den Discovery-Kanal Regie, und ich arbeite an einem Science-Fiction-Projekt namens "Metal War". Ich habe auch noch einige Drehbücher, die ich mit anderen Partnern entwickelt habe. Und meine neue Musik-CD wird Ende Februar ebenfalls draußen sein.

DS9 & VOY fan: Da ich selbst ein männlicher Afroamerikaner bin, mache ich mir Sorgen über die derzeitige Darstellung schwarzer Männer im Fernsehen und in Filmen. Selbst "Enterprise" scheint den Schauspieler von Travis eher um seiner körperlichen Statur als um seiner Schauspielkünste willen engagiert zu haben. Ist das ein anhaltender Trend in Hollywood? Was meinen Sie?
Tim Russ: Ich glaube, dass das Spielfeld für Minderheiten-Darsteller in Hollywood langsam besser wird. Das Problem ist, dass die Leute, die die endgültigen Entscheidungen im TV- und Spielfilm-Geschäft treffen, nicht diesen Minderheiten angehören. So weit ich weiß kein Einziger davon. Deshalb haben sie auch kein überragendes Interesse daran, die Darstellung von Minderheiten zu verbessern und zu erweitern.

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7. Star Trek: Enterprise - Ein neuer Anfang

Am 26. September 2001 war es in den USA soweit und am 15. März 2003 wird es auch in Deutschland soweit sein: Um 20:15 Uhr läuft auf Sat1 die Pilotfolge der neuen "Star-Trek"-Serie "Enterprise". Im Corona Magazine wurde im Laufe der letzten 1 1/2 Jahren ausgiebig über diese neue Serie berichtet. Tatsächlich wurde uns aber des Öfteren von verschiedenen Lesern mitgeteilt, dass sie diese Artikel nicht gelesen haben. Sie befürchteten, sich die Spannung zu verderben, wenn sie Einzelheiten aus den Folgen lesen würden, bevor sie Gelegenheit hatten, diese zu sehen. Diese Befürchtungen haben wir uns zu Herzen genommen und beginnen mit diesem Corona Magazine quasi erneut "von Null".

Nachdem sich die deutschen Zuschauer die letzten zehn Jahre an den Titel "Star Trek" im Namen der SF-Serien gewöhnen konnten, kommt mit der fünften Serie der Schnitt. Um neue Zuschauer in aller Welt vor den Fernseher zu locken - auch solche, die gemeinhin einen großen Bogen um den mittlerweile sehr bekannten Begriff "Star Trek" machen - betitelten die Produzenten die Serie einfach nur nach dem Raumschiff, mit dem das Franchise einst startete: "Enterprise".

Dieses "neue" Raumschiff namens Enterprise trägt die Registrierungsnummer NX-01 und ihr Captain heißt Jonathan Archer. Die neue Serie spielt in der Zeit vor Kirk und Spock, ca. 100 Jahre, und die Föderation der Vereinten Planeten existiert noch nicht. Das zentrale Thema des Pilotfilms "Aufbruch ins Unbekannte" ist der Erstkontakt zwischen Menschheit und Klingonen.

Federführend bei der Serie "Enterprise" ist das Produzententeam Bermann & Braga, die aufgrund der gleichen Anfangsbuchstaben auch mehr oder weniger liebevoll das Kürzel "B&B" abbekommen haben.

Richard Keith Berman, so der bürgerliche Name, wurde am 25. Dezember 1945 in New York geboren und wuchs auch dort auf. Er besuchte die Universität von Wisconsin-Madison und heiratete 1980 seine Frau Elizabeth Berman. An der Seite von Gene Roddenberry wurde er Co-Executive Producer bei "Raumschiff Enterprise - Das Nächste Jahrhundert" und avancierte nach Roddenberrys Tod 1991 zu dessen Nachfolger. 1993 erschuf Berman zusammen mit Michael Piller die zweite "Star-Trek"-Spin-Off-Serie "Deep Space Nine" und wurde für den Pilotfilm "Der Abgesandte" erstmals als Drehbuchautor tätig. Ein Jahr später schrieb er die Story zu "Star Trek: Treffen der Generationen" und entwickelte 1995 mit Michael Piller und Jeri Taylor die vierte "Star-Trek"-Serie "Raumschiff Voyager". Er ist der Leiter des kompletten "Star-Trek"-Franchise, produzierte ab "Star Trek"-VII ("Treffen der Generationen") alle "Star-Trek"-Kinofilme und entwickelte deren Storys mit. Rick Berman wurde mit "Star Trek" groß und das trifft auch auf den Mann zu, mit dem zusammen er die Idee zur neuen Serie "Enterprise" erschuf: Brannon Braga!

Brannon Braga wurde an einem 14. August geboren, in welchem Jahr, verrät er nicht so gerne. Wohl aber, dass er sowohl an der Kent State University als auch an der University of California studierte und seine "Star-Trek"-Karriere 1990 begann. Seit 1995 arbeitete er mit an "Raumschiff Voyager" und avancierte im Laufe der Serie zum wichtigsten Mann der Produktionscrew. Davor schrieb er einige bekannte TNG-Episoden, unter anderem auch die 178ste und letzte "Gestern, Heute, Morgen", für die er den begehrten "Hugo-Award" erhielt. Insgesamt schrieb Brannon Braga mehr als 50 "Star-Trek"-Folgen.

In der Crew, mit der beide - Berman und Braga - zusammenarbeiten, befinden sich einige "Star-Trek"-Veteranen, unter anderem Herman Zimmerman als Production Designer, John Eaves als Senior Illustrator, Michael Okuda als Scenic Arts Supervisor, Merri Howard als Supervising Producer und Michael Westmore als Makeup Supervisor, die allesamt schon in früheren "Star-Trek"-Serien und den Filmen mit zum Team gehörten.

Soviel zum offiziellen Team hinter der Kamera. Vor der Kamera steht natürlich ein neues Team aus für uns noch neuen Schauspielern, die noch neue Charaktere verkörpern. Wer sind diese Figuren, die wir ab dem 15. März auch in Deutschland auf dem TV-Schirm sehen werden? Der Captain zumindest, das ist klar, ist ein Mensch und er heißt Jonathan Archer.

Archer ist Anfang der Vierzig. Tom Nunan, Unterhaltungschef des amerikanischen Networks UPN - das ist der Sender, bei dem "Enterprise" in den USA ausgestrahlt wird -, sagte in einer Pressekonferenz am 12. Mai 2001 über den neuen Captain der Enterprise: "Captain Archer ist der Prototyp für kommende Captains der Sternenflotte. Er ist mutig, neugierig und möchte dorthin gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Er besitzt alle Fähigkeiten, die auch ein Astronaut der NASA heute benötigt, um eine Crew zu den Sternen zu bringen." Jonathan Archer wird dargestellt von Scott Bakula, der der amerikanischen Zeitschrift "Entertainment Weekly" noch etwas über seinen Charakter verriet: "Mein Charakter hält nicht viel von Vulkaniern. Er weiß nur wenig über sie. Vulkanier sind den Menschen fremd, und wir vertrauen ihnen nicht. Archer fände es toll, keinen auf seiner Brücke zu haben."

Der amerikanische Schauspieler Scott Bakula wurde am 19. Januar 1954 in St. Louis/Missouri geboren. Nach mehreren kleineren TV-Rollen schaffte er 1987 mit der bekannten TV-Serie "Zurück in die Vergangenheit"/"Quantum Leap" als Dr. Samuel Backett den Durchbruch. Bakula hat drei Kinder (Chelsy, Cody und Will) und lebt auf einer Art Bauernhof in Los Angeles. "Star-Trek"-Chef Rick Berman zeigte sich mehr als zufrieden mit der Verpflichtung von Bakula. "Wir könnten nicht glücklicher sein. Scott personifiziert den Charme und die Intelligenz, welche wir für die Rolle brauchen."

Jeder Captain in jeder "Star-Trek"-Serie hatte einen ersten Offizier und diese neue Serie und dieser neue Captain machen da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Berman und Braga greifen auf bewährte Konstellationen zurück und mischen sie ein wenig durcheinander. So sehen wir als Stellvertreterin des Captains die Vulkanierin T'Pol, die zudem die Funktion des Wissenschaftsoffiziers an Bord bekleidet. T'Pol wird von der Schauspielerin Jolene Blalock verkörpert. Diese hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Hauptrolle in der NBC-Miniserie "Jason and the Argonauts", in welcher man sie als Medea bewundern durfte. In der auf VOX laufenden Krimiserie "C.S.I" verbuchte sie einen Gastauftritt. Blalock wird im "Maxim Magazine" mit einer Aussage über ihre Leidenschaft zum Surfen zitiert: "Ich war eine sehr gute Surferin, da wir nahe am Wasser aufwuchsen und mein Vater uns in den Ozean nahm, wie andere Väter ihre Kinder in den Park mitnehmen."

Egal welche Enterprise in welcher Generation durch das All fliegt - sie braucht immer einen Steuermann. In diesem Fall und auf diesem Raumschiff ist dies Mittzwanziger und Afroamerikaner Travis Mayweather. Travis hat als Steuermann einiges an Erfahrung sammeln können und soll schon weit herumgekommen sein, wie sein Darsteller preisgibt. Der heißt Anthony Montgomery und wird in manchen Produktionen im Abspann auch als A. T. Montgomery aufgeführt und verzeichnet unter anderem Gastauftritte in den Serien "Charmed - Zauberhafte Hexen" und "Frasier". Im Jahre 2000 drehte er mit der Horror-Komödie "Leprechaun in the Hood" seinen ersten Kinofilm.

Die erste Rolle, die in "Enterprise" besetzt wurde, war die des Doktor Phlox. Doktor Phlox ist kein Mensch und auch kein Vulkanier. Er ist ein Alien, aber was noch wichtiger sein dürfte: Er ist der ranghöchste medizinische Offizier an Bord der neuen alten "Enterprise". Der neue Doktor versteht es, seine Erfahrungen in der Medizin auf recht innovative Art und Weise zu nutzen, was den Aufenthalt auf der Krankenstation zu einem Abenteuer werden lassen könnte. Das meint zumindest der Schauspieler, der für die Rolle ausgewählt wurde, John Billingsley.

Billingsley ist ein Veteran im Show-Geschäft und absolvierte bereits eine riesige Menge an Gastauftritten im TV, wo er eine große Anzahl von Gastauftritten in vielen TV-Serien hatte. Auch im Kino ist er kein Unbekannter: 2001 war er zum Beispiel im Film "Crocodile Dundee in Los Angeles" zu sehen.

Wie später auf der U.S.S. Enterprise NCC-1701 im 23. Jahrhundert, so wird auch auf diesem Raumschiff Enterprise für die Kommunikation ein Mannschaftsmitglied eingesetzt. Diese Aufgabe übernimmt die Japanerin Hoshi Sato. Fähnrich Sato ist eine Frau Ende Zwanzig und hat noch ein andere wichtige Aufgabe. Denn da noch kein umfassender Universaltranslator existiert, muss Hoshi Sato - wie auch Nyota Uhura ca. 100 Jahre später - herhalten, wenn es um die Kommunikation mit fremden Spezies geht. Hoshi-Darstellerin Linda Park war zwar als Hannah im dritten Teil der "Jurassic-Parc"-Reihe zu sehen, aber ansonsten ist sie bislang noch nicht ins Scheinwerferlicht getreten.

Lieutenant Commander Malcolm Reed ist der Waffen-Offizier des Schiffes. Er wird von Dominic Keating verkörpert, der bereits ein erfahrener Science-Fiction-Schauspieler ist. Sein Name ist bekannt aus Filmen und Serien wie "Poltergeist: The Legacy", "G vs. E" oder "Buffy the Vampire Slayer", wo er in der dritten Staffel als "Blair" zu sehen war.

Keine "Star-Trek"-Serie ohne Chef-Ingenieur und der heißt in diesem Fall Commander Charles "Trip" Tucker. Der Schauspieler Connor Trinneer, der den Mittdreißiger verkörpert, verriet, dass seine Figur eine besondere Beziehung zum Captain der Enterprise unterhält. Trinneer ist kein unbekannter Schauspieler, u. a. hatte er 1994 einen Gastauftritt in der bekannten SF-Serie "Sliders". Neben seiner Karriere beim Film und Fernsehen ist Trinneer ein begeisterter Theater-Schauspieler.

Das Schiff, mit dem die neuen Helden, die unendlichen Weiten erkunden, trägt den Namen Enterprise und sieht auch eindeutig wie eine solche aus. Die NX-01 - NX steht für Naval Experience - ist ein Prototyp. Sie ist etwa 190 Meter lang und erreicht eine Geschwindigkeit von maximal Warp 5. Die entsprechende Maschine hat Captain Archers verstorbener Vater konstruiert, dem die Vulkanier aber bewusst wichtige Informationen vorenthielten, was den Groll von Archer junior auf diese eigentlich mit der Erde Verbündeten erklärt. Produzent Rick Berman gab übrigens zu, ein U-Boot besucht zu haben, um sich für das Innere der neuen alten Enterprise inspirieren zu lassen.

Am 15. März strahlt der deutsche "Star-Trek"-Sender Nr. 1, Sat1, den Pilotfilm der neuen Serie um 20 Uhr 15 aus. Die Serie "Enterprise" folgt dann immer Freitags um 20 Uhr 15, ebenfalls auf Sat1.

Das Team des Corona Magazines wünscht viel Vergnügen!

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8. Star Trek: "Das Unsterblichkeitsprinzip"

Der Heyne-Verlag hat sich ein neues Logo zugelegt und wechselt nach knapp zwei Jahren erneut den Besitzer: Der zum Bertelsmann-Konzern zugehörige Verlag Random House hat die Springer-Buchsparte Ullstein Heyne List rückwirkend zum 1. Januar übernommen. Nach der letzten Transaktion dieser Art wurde die Anzahl der Novitäten aus den gängigen "Star-Trek"-Reihen in Deutschland arg herunter gefahren. Das dürfte allerdings wohl vor allem an den sinkenden Verkaufszahlen gelegen haben, die, egal für welchen Besitzer, kaum Grund zum Jubeln gegeben haben dürften.

Nun erscheint dieser Tage der Roman "Das Unsterblichkeitsprinzip" von Jeffrey Lang und nach der Leküre der immerhin 344 Seiten steht fest: Wären alle "Star-Trek"-Romane der letzten drei Jahre qualitativ so hochwertig wie "Das Unsterblichkeitsprinzip" ausgefallen, hätte die Entwicklung der Absatzkurve vielleicht aufgehalten werden können. Denn Jeffrey Langs Roman ist wohl der mit Abstand beste "Star-Trek"-Roman der Next-Generation-Reihe, der in dieser Zeitspanne in Deutschland erschienen ist.

Zum Inhalt: Nachdem Commander Maddox in der 35. Episode der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert" - oder besser "Star Trek: The Next Generation" - mit dem Namen "Wem gehört Data?" die Erlaubnis verwehrt wurde, den Androiden Data für seine Untersuchungen zu zerlegen, hat er mit einem Team auf dem Planeten Galor IV nach langer Arbeit endlich einen eigenen Prototypen entwickelt. Doch als er mit dem Wissenschaftler Waslowick "seinen" Androiden einem ersten Test unterziehen will, stürzt das Labor ein, Waslowick wird getötet, der Androide zerstört und Maddox fällt ins Koma.

Nachdem die U.S.S. Enterprise NCC 1701-E herbeigerufen wurde, fallen Commander Data einige Ungereimtheiten auf und er gerät damit auf die Spur eines fantastischen Geheimnisses, in dem nicht nur sein Erbauer Dr. Noonien Soong verwickelt zu sein scheint, sondern das sich auch in die Historie des "Star-Trek"-Universums erstreckt und viele Puzzleteile zu einem unvermuteten Ganzen zusammensetzt.

Jeffrey Lang besticht in seiner Erzählung nicht nur durch seine intime Kenntnis der Serien-Charaktere, sondern beweist durch zahlreiche Verweise auf die Classic- und Next-Generation-TV-Serie, wie genau er sich der Historie des Universums von "Star Trek" bewusst ist. Herausgeber Marco Palmieri, der die Idee zu diesem Roman hatte, versorgte Lang mit den gewünschten und gut recherchierten Informationen und durch sie gewinnt die an sich schon sehr spannende und mitreißende Geschichte um die künstlichen Lebensformen im "Star-Trek"-Universum eine beinah episch zu nennende Breite und fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.

Das Geheimnis um den Wissenschaftler Waslowick und Datas Erbauer Noonien Soong verbindet zahlreiche lose Enden. Dem Leser und Fan drängt sich tatsächlich der Eindruck auf, dass es sich bei ihnen tatsächlich um ein komplexes Gebilde handelt, das schon immer vorhanden war, ihm aber erst mit der Lektüre dieses Romans vor Augen geführt wird.

Marco Palmieri und Jeffrey Lang kennen sich aus, aber vor allem lieben sie "Star Trek". Wäre bei der Auswahl der Autoren stets auf diese Eigenschaft Wert gelegt worden, wären einige der Schriftsteller, die im Laufe der letzten Jahre den Auftrag für einen "Star-Trek"-Roman erhielten, wohl nicht zum Zug gekommen. Als Leser bemerkt man den Unterschied zwischen einer schlichten Auftragsarbeit und einem passionierten Roman. Und es ist ein solcher Unterschied, der "Das Unsterblichkeitsprinzip" auszeichnet. Mehr Romane wie dieser und es hätte sich zumindest niemand über eine sinkende Qualität der "Star-Trek"-Buchreihen beklagen können.

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Jeffrey Lang - Das Unsterblichkeitsprinzip
Heyne, 344 Seiten, ISBN 3453863577, 7,95 EUR

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9. Kreuzfeuer

Die in dieser Rubrik durch Namen gekennzeichneten Texte sind Leserzuschriften. Sie spiegeln die Meinung der Leser wieder und stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion des Corona Magazines überein. Wenn Sie uns auch schreiben möchten; keine Scheu: kreuzfeuer@corona-magazine.de. Bitte beachten Sie, dass wir nur Zuschriften veröffentlichen, die mit vollständigem Namen versehen sind. Die eMail-Adressen der Leser werden auf Anfrage von der Corona-Redaktion bekannt gegeben. Wir danken für Ihr Verständnis!


Zum Episodenlogbuch: Enterprise.

Hallo, ich habe gerade die Kritik über die ersten Enterprise-Episoden der zweiten Staffel gelesen. Mir ist es ein Rätsel, warum diese von euch immer dermaßen schlecht dargestellt werden.
Auch ich schaue mir die Episoden regelmäßig an - und kann die harsche Kritik nicht nachvollziehen. Sicher sind nicht alles Top-Episoden, aber bei Euch erreicht ja nicht eine Episode eine akzeptable Bewertung. Ich frage mich allmählich, ob die Person, die die Kritik schreibt, der Serie nicht schon von vornherein negativ begegnet.
Das soll kein Vorwurf sein. Ich kenne auch viele Leute, die meine Begeisterung für DS9 in keinster Weise teilen können. Und das ist auch okay, aber diese Leute sind dann vielleicht auch nicht die idealen Kandidaten, um ein Episodenlogbuch zu schreiben. Und das empfinde ich in diesem Fall auch für die Enterprise-Episoden.

Auch ich stand der Serie anfangs sehr skeptisch gegenüber - eigentlich hab ich sie schon runtergemacht, obwohl ich sie noch gar nicht gesehen hatte. Und während der ersten paar Episoden war ich auch noch immer sehr kritisch, mochte dies nicht und jenes. Aber schon nach 4 oder 5 Episoden fand ich die Serie dann richtig gut. - bei Voyager brauchte es 2 Jahre bis ich halbwegs Gefallen an der Serie fand. Ich kann sie auf jeden Fall nur empfehlen - und man sollte sich von der negativen Stimmung, die durch die Episodenbeschreibungen im Corona Magazine nicht den Spaß an der Serie verderben lassen.
- Anna-Maria Trachting


Einwurf zur Star Trek-Nemesis Berichterstattung.

Hallo Corona-Redaktion!
Ich möchte mich an dieser Stelle auch mal zum aktuellen Star Trek Film äußern.

Zunächst muss ich aber erst - auch wenn dies Abseits vom Corona liegt - Mike Hillenbrand für seinen Beitrag über die "Zahlen hinter Nemesis" im Star-Trek-Magazin zum Film ein dickes Lob aussprechen: Ich bin normalerweise kein großer Fan von Mike, da bei ihm leicht der Eindruck entsteht, dass er grundsätzlich erstmal alles zu kritisch und negativ betrachtet (aber jeder soll seine Meinung haben und natürlich auch äußern), aber sein Artikel über die Wertschöpfungskette eines (Kino-)Film war extrem interessant und übersichtlich!!!

Aber zurück zu Nemesis: Ich habe, bevor ich den Film gesehen habe bereits seit ca. 1,5 bis 2 Jahren immer wieder aktuelle Informationen und Gerüchte über den Film im Internet gelesen und natürlich auch von den schlechten Kritiken in USA und Europa gehört - wozu ich sagen muss, dass Patrick Stewarts Reaktion nach dem ersten Spielwochenende in USA meiner Meinung nach wohl ziemlich negative Synergie-Effekte gehabt haben dürfte - so was darf einem Darsteller nicht passieren. Ebenso habe ich von diversen härteren Kritikern der Klasse "Machwerk von Berman" oder der "Petition zum Rauswurf von Berman und Braga bei Paramount" gelesen. Auch der Corona ist nicht gerade freundlich mit dem Film verfahren.

Hinzu kommt, dass mir aus Magazinen der Inhalt des Film im Detail geläufig war (teilweise vom jeweiligen Autor relativ negativ verfärbt) und dementsprechend negativ eingestellt bin ich dann auch ins Kino gegangen. Was ich dort dann allerdings zu sehen und hören bekam, war allerdings keineswegs so negativ; im Gegenteil, das war Star Trek allererster Güte. Vor allem die Darstellung von Tom Hardy war beeindruckend und der größte Teil des Films war einfach "perfekt".

Sowohl ST8, als auch ST10 erheben den Anspruch Actionfilme zu sein (wobei ich persönlich die Action in Star Trek nur als Mittel zum Zweck ansehe; Star Trek ist eine dramatische Serie: das Drama, die Interaktion der Figuren untereinander ist der Kern (vgl. hierzu auch Leonard Nimoys Vergleich zwischen TOS und "Mission Impossible" in seinem Buch "Ich bin Spock")).
Mal abgesehen davon, dass in beiden Filmen die "Böse Seite" versuchen will die Erde zu erobern/ zu vernichten, hat auch jedes Mal Picard ein persönliches Interesse an seinem Gegenspieler: In ST8 beruht sein Interesse auf einer - nennen wir es mal so - alten Schuld durch die Borg, die bereits mehrere Jahre zurückliegt und deren Begründung im gesamten Film einzig auf die Moby-Dick-Szene im Besprechungsraum reduziert wird. In ST10 steht sein berechtigtes Interesse in Form seines Klons ihm direkt gegenüber, und wüsste man nichts von Shinzon wahren Absichten könnte man geneigt sein, ihm zu glauben. Dadurch ist in ST10 die Action-Handlung mehr gerechtfertigt, als in ST8.

Müsste ich die vier TNG-Kinofilme in eine Reihenfolge bringen, dann müsste ich meine bisherige Reihe noch einmal überdenken und würde jetzt sagen: 1. ST8, 2. ST10 und ST7, 3. ST9. Zusammenfassend kann ich nur sagen (und dass schoss mir nach dem Film als erstes durch den Kopf): "Wer ST10 kritisiert, sollte noch einmal darüber nachdenken, worum es in Star Trek überhaupt geht."

Weiter so mit dem Corona!!!
- Michael Hohmann

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10. Rating Report

Noch sind in den USA die wichtigen Februar Sweeps zu Gange, in denen die Werbepreise für die einzelnen Serien ermittelt werden. In der nächsten Ausgabe des Rating Reports gibt es dann eine Analyse zu diesen Daten, die wohl über das Schicksal einiger Serien entscheiden könnten. Das bietet die Gelegenheit diesmal zur Abwechslung einen ausführlicheren Blick auf die "fantastischen" Quoten in Deutschland zu werfen.

Großer Gewinner ist zweifellos RTL. Der Sender konnte sich mit "Smallville" einen Hit sichern. Die Serie erreicht sehr konstant knapp 20% Marktanteil bei den jüngeren Zuschauern, was bedeutet, dass jeder Fünfte 14-49-jährige Fernsehzuschauer samstags zwischen 16:45 und 17:45 Uhr die Serie bei RTL einschaltet. RTL kann damit mehr als zufrieden sein, ist "Smallville" somit doch der erfolgreichste Serieneinkauf seit Jahren.
Weniger zufrieden dürfte RTL aber mit dem Akte X-Spin-Off "Die einsamen Schützen" sein, die am Donnerstagabend nach einem Block deutscher Serien aber auch ungünstig programmiert ist. Da die Serie ohnehin nur eine halbe Staffel lang überlebt hat, dürfte daher nicht mit einer Absetzung zu rechnen sein.

Bei Pro Sieben gibt es auch nicht viel Neues: "Akte X" vegetiert ziemlich dahin, "Charmed" läuft weiterhin besser als "Buffy". Beide Serien können durch die derzeitig schwächere Konkurrenz durch RTL2 am Mittwochabend profitieren, da dort nur Wiederholungen von "Stargate" laufen. Auch "Mutant X" ist nicht der große Hit für RTL2, liegt aber beim jungen Publikum im Senderschnitt und ist daher auch sicher nicht als Flop zu bezeichnen.

VOX zehrt derzeit noch am verglimmenden Ruhm der zweiten "Dark-Angel"-Staffel. Wie in den USA hat die Serie auch in Deutschland deutlich an Zuschauern gegenüber der ersten Season eingebüßt. Aber auch hier gilt, dass die Serie für VOX-Verhältnisse immer noch gute Ergebnisse liefert.

Auf Kabel 1 und Sat.1 laufen zur Zeit die ersten vier "Star-Trek"-Serien in Wiederholung, am erstaunlichsten ist hier das Abschneiden der "Next Generation", die von Montag bis Freitag jeweils um 16:45 Uhr auf Kabel 1 im Einsatz ist. Die Serie erreicht bei den 14-49-jährigen im Schnitt über 7% Marktanteil, was für den Sender ein ausgezeichnetes Ergebnis darstellt und weit über dem Senderschnitt bei dieser wichtigen Altersgruppe liegt. Auch die "Classic"-Serie am Sonntagvorabend hält sich mit guten 5,5% in dieser Zielgruppe ganz ordentlich.
"Deep Space Nine" und "Voyager" laufen bei Sat.1 samstags und sonntags. Während die Folgen am Samstag durch Sat.1 Programmfenster ("Bayern-Journal") und die RTL-"Smallville"-Konkurrenz eher schwächer abschneiden, so laufen die beiden TNG-Spin-Offs am Sonntag um einiges besser. "Voyager" hat aber eindeutig mehr Fans als "Deep Space Nine".

Wenn dieser Bericht erscheint, wird auf Pro Sieben bereits die erfolgreiche US-Serie "Alias" gestartet sein. Und auch der jüngste "Star Trek"-Spin-Off "Enterprise" steht schon in den Startlöchern. Dann startet im April "Stargate" ebenfalls mit neuen Folgen. Es bleibt also auch in Deutschland spannend in der Quoten-Arena ...

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11. ICO - ein traumhaftes Action-Abenteuer für PlayStation2

Wie beschreibt man "ICO", entwickelt von Sony Japan, in einem Satz? Probieren wir es so: "ICO" ist eine Mischung aus "Myst" und "Tomb Raider". Moment - wie soll denn das gehen? Ein ruhiges, grafisch fast fotorealistisches Adventure wie "Myst" und "Tomb Raider", ein schnelles Hüpf- und Spring-Spektakel mit der leicht bekleideten Powerfrau Lara Croft? Ico, der namensgebende Held des Spiels, ist zwar keine abgebrühte Nachwuchsamazone, doch er kraxelt durch wunderschön dargestellte Umgebungen. Dabei ist seine Lage alles andere schön: Von Geburt an trägt Ico zwei Hörner und ist somit für die Bewohner seines Heimatdorfes ganz klar für alle möglichen Katastrophen und unheilvollen Ereignisse verantwortlich. Die Bewohner machen das, was sie schon seit Generationen tun: Sie nehmen den Jungen mit auf eine Reise in eine große Burg, in der er in einen Krug eingesperrt wird und damit dem Tode geweiht ist. Doch anders als seine früheren Leidensgenossen hat Ico gewaltiges Glück: Bei einem Erdbeben lockert sich der Krug, rutscht langsam, aber beständig zu Boden und bricht auseinander. Ico ist frei - fast jedenfalls, denn aus der Burg heraus ist er noch lange nicht.
Schon bald merkt Ico, dass er nicht allein ist. Dunkle Schatten huschen durch die Hallen des Gemäuers und führen nichts Gutes im Schilde. Ein Lichtblick im wahrsten Sinn des Wortes ist dagegen das zierliche Mädchen Yorda, einen Kopf größer als Ico und mit ihrem weiß leuchtenden Kleid von ätherischer Schönheit. Auch, wenn die beiden nicht die gleiche Sprache sprechen, weicht das Mädchen nach ihrer Befreiung aus einem metallenen Käfig nicht mehr von Icos Seite. Das heißt, wenn er sie an die Hand nimmt, denn sonst hat Yorda durchaus ihren eigenen Kopf. Schiebt Ico beispielsweise allerlei Kisten und Gegenstände so zurecht, dass das geheimnisvolle Mädchen ihm auf dem Weg in die Freiheit folgen kann, wandert Yorda fast schon sorglos umher, ihre Freiheit genießend und die Welt mit staunenden Augen erkundend. Das sorgt gelegentlich für Probleme: etwa, wenn sich gerade in einem unbewachten Augenblick die schon erwähnten Schatten aufmachen, um Yorda in ihr Reich zu entführen ...

Schwindelfrei?

In den ersten Minuten des Spiels lernt Ico, und damit auch der Spieler, sich in der Burg zurecht zu finden. Ico springt munter drauflos, hangelt sich Vorsprünge entlang, erklimmt Kisten und Stufen und klettert schwere Eisenketten hinauf oder hinunter. Der linke Analogstick des Gamepads bewegt dabei Ico, der rechte die Kamera. Mit dem Vorderknopf rechts unten zoomt man auf Wunsch temporär an den kleinen Helden heran, mit dem oberen ruft man Yorna oder ergreift ihre Hand. Mit der Dreieck-, Kreis- und Kreuz-Taste springt Ico, benutzt einen Gegenstand wie etwa einen Hebel oder lässt einen Gegenstand los. Mit dem Quadrat-Knopf führt Ico einen Angriff aus, denn die düsteren Schatten begnügen sich nicht damit, unheilvoll durch die Gegend zu schweben, sondern wollen Yorda in ihr Reich ziehen. Mit brennenden Fackeln, Schwertern und Stöcken vertreiben Sie die Störenfriede, bevor sie Ico oder Yorda zu nahe kommen. Der Schwerpunkt des Spieles liegt jedoch ganz klar auf Geschicklichkeit, Erkundung und Rätseln - wer nach einem Prügelspiel sucht, ist hier an der falschen Adresse.
Spielen Sie "ICO" zum ersten Mal, dann fallen Ihnen vermutlich zuerst die fehlenden Bildschirmanzeigen auf. Weder Lebensenergie, eine Karte oder ähnliche Symbole stören das Vollbild, das wahlweise sogar in 60 Hertz dargestellt werden kann. Und was bei anderen Spielen wie "The Getaway" ein kleines Manko ist, stört hier kein bisschen. Schon intuitiv passt man auf, dass Ico keine Stürze vollführt, die er garantiert nicht überleben würde. Behutsam manövrieren Sie den Jungen und seine Begleiterin durch fantastisch anmutende Landschaften, die eine enorme Weitsicht erlauben. So blickt man beispielsweise immer wieder in Abschnitte zurück, die man vor kurzer Zeit noch selbst besucht hat. Dabei ist für Abwechslung gesorgt: So geht es nicht nur durch das riesige Schloss, auch unheimliche Katakomben, düstere Gänge und beeindruckende Flussgebiete warten auf Ihren Besuch.

Filmreif

"ICO" setzt Musik und krachige Klangeffekte nur sehr behutsam ein. Während des Spiels hallen meist nur Icos Schritte vom Fußboden wieder, knistern Fackeln, rauscht der Wind und kreischen die Möwen - in entsprechend ausgerüsteten Wohnzimmern auch in Dolby Surround. Sowohl Ico als auch Yorda sprechen in einem unverständlichen Kauderwelsch, das jedoch zusammen mit der übrigen Soundkulisse atmosphärisch enorm gut kommt. Und es gibt netterweise deutsche Untertitel, jedenfalls bei Ico; spricht dagegen Yorda, erscheinen auf der Mattscheibe nur unverständliche Schriftzeichen. Wenn Sie "ICO" nach einem erfolgreiche Durchspielen allerdings erneut starten, sind zur Belohnung alle Sätze von Icos Freundin im Klartext lesbar. Kurze Zwischensequenzen, die bei besonderen Aktionen wie etwa einem gelösten Rätsel erscheinen, werden in Spielgrafik dargestellt, doch mit einem putzigen Filter versehen. Dieser zaubert teilweise Streifen oder kleine Flecken wie bei einem klassischen Kinofilm auf den Fernseher. Selbst beim Speichern sehen Sie keine Memory-Card-Symbole in der Spielwelt: Die gelegentlichen Speicherpunkte nehmen die Form von Sofas an und fügen sich damit störungsfrei in die Szenerie ein. Nehmen Ico und Yorda auf dem Sofa Platz, wird das Spiel auf einem Speicherplatz nach Wahl gesichert. Dass es davon gerade mal zehn Stück gibt, stört nicht: Sollte es Ico beispielsweise nicht schaffen, Yorda vor dem Zugriff der dunklen Häscher zu schützen, dürfen Sie die entsprechende Szene erneut versuchen. Ein Neubeginn vom letzten Sofa an bleibt Ihnen erspart.

Fazit: Wun-der-schön!

Worte drücken nur unzureichend aus, was für ein kleines Meisterwerk dem japanischen Team ICO mit diesem Spiel gelungen ist. Das ganze Ambiente ist einfach ein Traum - auch, wenn "ICO" schon im letzten Jahr erschienen ist, ist der Titel besser als 98 Prozent aller Videospiele, die Sie heute für Geld kaufen können. Nörgler könnten jetzt sagen, dass "ICO" eigentlich keine besonderen Innovationen bietet: Kisten verschieben, Schalter drücken, Monster abwehren, alles schon mal gesehen. Doch das Zusammenspiel von Ico und Yorda ist grandios und zieht jeden Zuschauer in seinen Bann. Schlägt Ico mit einem Stock auf einen Krug, zuckt Yorda unmerklich zusammen, ruft der gehörnte Junge nach ihr, kommt sie anfangs zögernd, doch dann immer schneller zu ihm. Vergessen wir nicht die für die schon langsam in die Jahre kommende PlayStation2 beeindruckende Grafik und die traumhafte Klangkulisse. Nur ein Schwierigkeitsgrad? Wen stört's! "ICO" überfordert niemanden und dass man nach etwa zehn Stunden den Abspann sieht, ist nicht unbedingt ein Nachteil. Lieber ein kurzes und famoses als ein episches und dabei langatmiges Spielerlebnis. Sonys Team ICO möchte auch in Zukunft Spiele mit einem "human touch" entwickeln. Hoffentlich lassen sie sich damit nicht zu lange Zeit.

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12. Perry Rhodan: Die Familie Rhodan

Die Macher jeder Serie kommen irgendwann auf die Idee, die Beziehungen zwischen ihren Figuren durch Romanzen weiterzuentwickeln. Bei "Star Trek: Nemesis" durften jüngst Riker und Troi heiraten, während Worf schon wieder Witwer ist, bei "Babylon 5" zieht sich die Beziehung Sheridans zu Delenn durch die halbe Serie.
Auf der anderen Seite ist es in Abenteuer-Serien nahe liegend, dem Helden eine Frau an die Seite zu stellen, die ihn entweder ergänzt oder zumindest gut aussieht und von ihm gerettet werden darf.

Bei "Perry Rhodan" haben wir von beidem etwas. Hier soll es nur um das Rhodan‘sche Familienleben gehen. Ein Artikel über sämtliche Liebschaften des unsterblichen Arkoniden Atlan, der zehntausend Jahre auf der Erde hat verbringen müssen, würde den Umfang des Corona-Magazines sprengen.

Perry startet als 35-jähriger Single in seine Serie. Über höheren Zielen und dem Traum von Raumfahrt hat er wohl das Privatleben vernachlässigt. Aber bei seiner Begegnung auf dem Mond mit Arkoniden, deren Kreuzer AETRON gestrandet ist, lernt er gleich seine spätere Frau Thora kennen.
Das Verhältnis zwischen Rhodan und Thora wird als Hassliebe beschrieben. Thora ist arrogant und kann vom Chefwissenschaftler Crest nur mühsam überzeugt werden, dass die Menschen mit ihrem Raumflug auf einer höheren Kulturstufe einzuordnen sind, die eine Kontaktaufnahme überhaupt erlaubt.
Das Verhältnis bleibt die ersten Jahre angespannt. Perry Rhodan verspricht den beiden Arkoniden, sie nach Hause zu bringen. Als er sein erstes fernflugtaugliches Raumschiff gekapert hat, zögert er die Heimkehr der beiden um Jahre hinaus, um zunächst die Staaten der Erde friedlich zu einen. Thoras Hochmut erhält einen entscheidenden Dämpfer, als man Arkon erreicht: Mit dem Robotregenten hat eine Großpositronik die Regierung über das Große Imperium übernommen, weil das Volk der Arkoniden zu sehr degeneriert und in Lethargie verfallen ist.
Im Zeitsprung zwischen den Heften 49 und 50 heiraten Perry Rhodan und Thora. Im Jahr 2020 wird ihr Sohn Thomas Cardif geboren. Das Paar befürchtet, dass Thomas im Schatten seiner Eltern nicht normal aufwachsen kann, und lässt ihn woanders aufwachsen. Als Cardif im Alter von 21 Jahren seine wahre Herkunft erfährt, reagiert er verbittert. Thoras Tod kurze Zeit später schreibt er seinem Vater zu. Schließlich wird Thomas Cardif zum Verräter. Auf dem Planeten Archetz wird er gefangen genommen. Mit einer künstlichen Erinnerung lebt er 58 Jahre weiter, bevor ihm die Antis sein Wissen zurückgeben, um ihn für ihre Pläne zu benutzen.
Im Rahmen des Plans nimmt Thomas Cardif den Platz seines Vaters als Administrator des Solaren Imperiums ein. Als er die Superintelligenz ES täuschen will, um Unsterblichkeit zu erlangen, geht er zu weit: Der auf Perry Rhodan eingestellte Zellaktivator tötet ihn innerhalb von fünfzig Tagen durch rapide Zellteilung.

Wie es scheint, hat Perry über 200 Jahre alleine verbracht. Im Jahr 2328 wird Rhodan von Iratio Hondro, dem Obmann von Plophos, entführt. Dabei handelt es sich um den ersten Aufstand einer menschlichen Kolonie gegen die Erde. Auf der folgenden Odyssee mit mehreren Freunden kommt die Rebellen-Tochter Mory Abro dazu. Abro ist eine rothaarige Schönheit, kann hervorragend mit Thermostrahlern umgehen und hat das dazu passende feurige Temperament. Dennoch muss Rhodan sie bei einer Gelegenheit vor insektoiden Biologen retten, die sie sezieren wollen.
Letztlich erhält sie den Zellaktivator Iratio Hondros, wird gewählter Obmann von Plophos und heiratet Rhodan. Damit tritt sie aber auch in den Hintergrund und macht nicht mehr viel von sich reden. Als Mory Rhodan-Abro bringt sie im Jahr 2405 die Zwillinge Michael Reginald und Suzan Betty zur Welt. Suzan Betty Rhodan bleibt mit ihr auf Plophos. Immerhin beweist sie ein gutes Gespür, als sie mit Geoffry Abel Waringer ein verkanntes Genie heiratet, das später zum angesehensten Wissenschaftler der Galaxis werden soll. Mutter und Tochter kommen im Jahr 2931 bei dem Panither-Aufstand auf Plophos ums Leben.

Michael Rhodan dagegen wird berühmt. Diesmal kümmert Perry sich persönlich um seine Kinder. Seine Befürchtung bei Thomas Cardif bewahrheitet sich: Michael Rhodan fühlt sich im Schatten seiner Eltern nicht wohl und verlässt als junger Mann unangekündigt das Elternhaus, um getarnt als Roi Danton einer der bedeutendsten Freihändler zu werden. Vater und Sohn arbeiten bei der Invasion der Dolans über Monate zusammen, ohne dass Perry seinen Sohn erkennt. Über Umwege überlebt Michael bis in die aktuelle Seriengegenwart, wo er zur Neuen USO gehört. Dank Michael hat Perry für einige Jahrhunderte mit der Wyngerin Demeter eine Schwiegertochter.

Perrys nächste Ehefrau namens Orana Sestore geht in der Handlung etwas unter. Als Hyperdim-Mechanikerin und Kosmonautin ist sie wohl Perry gewöhnlichste Frau. In einer eher komischen Szene entlarvt sie ein Androiden-Gehirn in Rhodans Körper, als dieser ihr völlig nackt entgegentritt und sie anhand dieses Verhaltens sofort schockiert erkennt, dass es sich nie und nimmer um Perry Rhodan handeln kann. Die Laren manipulieren sie für einen Anschlag auf die Sonne. Danach übernimmt William Voltz die Exposés und vergisst Sestore zunächst. Später wird erwähnt, dass sich die alternde Frau Rhodans zurückgezogen und eventuell Selbstmord begangen hat. Einige Fans meinen sich zu erinnern, dass dies in Band 999 vorkommt. Versucht man, dies mit Hilfe der Archiv-CD zu überprüfen, wird in der entsprechenden Heftzusammenfassung bezeichnenderweise nur der Selbstmord des Roboters Augustus erwähnt.

Über 400 Jahre später geht Perry Rhodan im Jahr 426 NGZ seine bizarrste Ehe ein: Die Angetraute ist Gesil, eine menschliche Inkarnation der abtrünnigen Kosmokratin Vishna, die eigenständig geworden ist. Bei Gesil steht Perry in Konkurrenz zu Atlan, der Gesil ebenfalls begehrt.
Die Ehe fuktioniert: Gesil bringt die Tochter Eirene zur Welt. Das Paar ist fast 700 Jahre getrennt, in denen Perry Rhodan in einem Stasisfeld festsitzt, während Gesil in einer Raumzeit-Falte gefangen ist. Danach zeigt Eirene immer merkwürdigere Verhaltensweisen und nimmt den Namen Idinyphe an, unter dem sie die Metamorphose zu einem Nakken - schnecken-ähnlichen Wesen mit einer besonderen Affinität zum Hyperraum - herbeisehnt. Gesil und die entfremdete Tochter gehen schließlich hinter die Materiequellen, um dem Kosmokraten Taurec seine Heimkehr zu ermöglichen.

In die Gesil-Ära fällt die Begegnung mit Vanity Fair, die sich für Rhodan interessiert. Dieser ist allerdings gerade auf einer Zeitreise in die Dunklen Jahrhunderte während seiner Zeit im Stasisfeld. Es scheint, dass sie schließlich mit Reginald Bull ein Kind namens Siela Correl gezeugt hat.
Ebenfalls kurz erwähnt werden sollte die Akonin Henna Zarphis, die als Gefährtin Rhodans die erste Expedition an die Große Leere mitmacht. Ohne eigenes Schiff vermag die fähige Kommandantin in der Handlung jedoch nicht zu glänzen und verschwindet ohne bekannte Folgeschäden wieder.

Und die jüngste Gefährtin ist die LFT-Agentin und Artistin Mondra Diamond, richtiger Name Agalija Teekate. Mit ihr zeugt Perry im Jahr 1290 NGZ Delorian Rhodan. Das Kind ist anscheinend von Anfang an von der Superintelligenz ES manipuliert. Es kommuniziert noch während der Schwangerschaft mittels telepathischer Bilder mit seiner Mutter und kommt erst nach elf Monaten zur Welt. Mit der Mutter macht Delorian eine Zeitreise der SOL 18 Millionen Jahre in die Vergangenheit mit, wo sich bei der Geburt der Superintelligenz von ES offenbart, dass Delorian als Speicher der Geschichte der nächsten 18 Millionen Jahre gedacht ist. Somit ist Delorian Rhodan der mysteriöse Chronist von ES. Ob Perry Rhodan diese Manipulation seines fünften Kindes durch ES einfach hinnimmt, ist noch offen.

Aktuell ist Mondra Diamond seit Jahren an Bord der SOL unterwegs, deren Expedition von Atlan geleitet wird. In der Milchstraße hat die junge, arkonidische Admirälin Ascari da Vivo versucht, Perry zu verführen. Ob diese Geschichte weiter fortgeführt wird, ist nach überwiegend negativen Reaktionen der Fans auf Ascari jedoch fraglich.

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13. Großes Seriensterben in den USA

Im Januar 2002 lief in den USA auf dem Channel SciFi der Film "Babylon 5: The Legend Of The Rangers", der, wie mittlerweile allseits bekannt sein dürfte, der Pilotfilm zu einem "Babylon 5"-Spin-Off wurde. Mit einer sehr teuren Werbekampagne wurde für den Film geworden - und dann wurde er gegen ein Football-Spiel gesetzt und landete unsanft auf schlechten Zuschauerzahlen, außer in dem Teil der USA, in dem das Football-Spiel schon zu Ende war, als der Film anlief. Daraufhin entschied sich der SciFi-Channel, dem "Babylon 5"-Spin-Off kein "Go" zu geben - und dies trotz konstant guter Ratings bei den Re-Runs von "Babylon 5" und "Crusade".

Ist dies ein Einzelfall oder wie sieht es bei den anderen Serien dieses Genres aus?

Im selben Jahr, also 2002, waren dies, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: "Farscape" (eingestellt); "Dark Angel" (eingestellt - kommt jetzt aber vielleicht doch wieder, aber dazu unten mehr); "Earth: Final Conflict (Mission Erde)" (eingestellt); "Roswell" (eingestellt).
Alle diese Serien wurden trotz mehr oder weniger lautstarkem Protest der Fans und "Save-..."-Kampagnen beerdigt.

Aber da wären ja noch die Neustarts im vergangenen Jahr. "Firefly" (von "Buffy"-Schöpfer Joss Whedon), das mit großen Vorschusslorbeeren startete ... und eingestellt wurde; "Birds Of Prey", ein Spin-Off zu "Batman" mit viel Potenzial ... und ebenfalls eingestellt, sowie "Odyssey 5" (im Pay-TV) ... eingestellt.

Was bleibt also noch übrig aus der einstigen Serienvielfalt?

Da ist zunächst die Serie "Enterprise", die das "Star-Trek"-Fähnchen hoch hält, aber von den Quoten und in der zweiten Staffel augenscheinlich auch von der Qualität her haarscharf an der Einstellung entlang segelt. Auch "Buffy", das Joss-Whedon-Flaggschiff, scheint mittlerweile unter "Altersschwäche" zu leiden, was dazu führt, dass man für Wetten darauf, dass die derzeit laufende zugleich die letzte Staffel ist, keine sonderlich guten Quoten bekommt. Der Serie "Angel" geht es nur unwesentlich besser. Derzeit unterirdisch schlechte Quoten haben auch "Andromeda" und "The Twilight Zone", das Remake, von denen es auch heißt, die Zuschauer seien kaum noch messbar.

In all diesen schlechten Nachrichten wirken die vergleichsweise geringen Zuschauerverluste für "Alias" schon als glänzende Nachricht, der Erfolg von "Smallville", hinter dem dasselbe Team wie hinter "Birds Of Prey" steht, und "Jeremiah" (im Pay-TV) wie ein Leuchtturm in der Dunkelheit.

Auch mag man schon die oben kurz angesprochenen Gerüchte über eine Rückkehr von "Dark Angel" für ein positives Zeichen halten. Hier zeigt sich übrigens in besonders pointierter Weise die derzeit vorherrschende Weitsicht vieler amerikanischer Fernsehsender - möge diese Unsitte nicht nach Deutschland übergreifen:

Wer sich noch erinnert, der weiß, dass "Dark Angel" seinerzeit wegen zu schlechter Einschaltquoten eingestellt wurde und der Timeslot dieser Serie dann von "Firefly" übernommen wurde - um noch schlechtere Einschaltquoten einzufahren. Nachdem nun "Firefly" genau aus diesem Grund eingestellt wurde, kommt man nun auf die unglaublich kreative Idee, "Dark Angel" doch wieder anlaufen zu lassen - wobei ja grundsätzlich nichts gegen diese Wiederaufnahme zu sagen wäre, außer, dass eben das gesamte Procedere nicht gerade von großer Fantasie und Weitsicht zeugt. Falls die Wiederaufnahme von "Dark Angel" gelingt, können sich ja dann vielleicht auch die "Roswell"-Fans neue Hoffnung machen, da die "Roswell"-Nachfolgeserie "The Haunted" nicht nur schlechte Quoten eingefahren hatte, sondern regelrecht unter gegangen war ...

Nun gibt es bei jeder eingestellten Serie sicherlich viele, die gerade dieser Serie keine Träne nachweinen - aber eben auch sehr viele, die die jeweilige Geschichte gerne zu Ende gehört hätten. Leider fehlt es innerhalb der verschiedenen Fandoms noch an Zusammenhalt, denn was spricht denn dagegen, eine "Save-Dark-Angel"-Petiton zu unterzeichnen, selbst, wenn man es selbst nie gesehen hat? Vielleicht ist man einen Monat später schon dankbar, wenn ein "Dark-Angel"-Fan sich an einer Save-"Alias"-Aktion beteiligt.

Auch kommt viel zu wenig Feedback an die Sender. Nicht zu Unrecht beklagen einige Fanseitenbetreiber, dass das Fandom sehr faul geworden sei. Briefe an die Stationen gibt es kaum noch bevor die ersten Einstellungs-Gerüchte kursieren, aber auch die ungleich weniger wirksamen E-Mails scheinen kräftig abzunehmen.

Kann auch von hier aus etwas gegen dieses Seriensterben in den USA unternommen werden?

Zunächst natürlich bei den Petitionen immer mit machen, egal, ob es die "eigene" Serie ist, um die es dabei geht. Ansonsten, sofern die Serie in Deutschland noch nicht läuft natürlich nur von einem Mail-Account aus, der Deutschland nicht zu zuordnen ist, E-Mails an die Sender schreiben, so hat einmal jemand auf B5TV im Forum geschrieben, 20 E-Mails = ein Brief. In diesen Mails lobt man, von Anbeginn der "eigenen" Serie an, immer wieder für die gute Story der letzten Folge bzw. kritisiert die eher schwache Story. Der Mix macht´s. Wer Freunde in Amerika hat, sollte sie dazu animieren, p[apier]-Mails an die Sender zu schreiben.

Denn was als vielleicht "reinigendes Gewitter" anfing, ist mittlerweile eine Tendenz, die eigentlich keinem Fan des "fantastischen Genres" gefallen kann, gerade auch, weil ein Blick auf die "Opfer" zeigt, dass es nicht lauter Aufgüsse alter Konzepte getroffen hat, sondern auch sehr innovative Serien, deren Fortbestand das gesamte Genre möglicherweise nach vorne gebracht hätte.

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14. Kurz und Bündig
Filmkritik: The Ring

Am 13.02.2003 startete der amerikanische Horrorthriller von Regisseur Gore Verbinski ("Mäusejagd", "The Mexican") in den deutschen Kinos, in dem es um ein unheilbringendes Videoband geht.

Vier junge Menschen sterben sieben Tage nach Ansehen des mysteriösen Videos, darunter die junge Cousine Katie (Amber Tamblyn) der Journalistin Rachel (Naomi Watts). Nachdem Rachel Gerüchte von dem Video hört und beunruhigende Zeichnungen ihres hellsichtigen Sohnes Aidan (David Dorfman) sieht, will sie den unerklärlichen Todesfällen auf den Grund gehen.

Zu ihrem Unglück findet sie bald das Band mit den alptraumhaften Bildern und sieht es sich an in dem Glauben, es lediglich mit einem Schauermärchen zu tun haben. Kurze Zeit später klingelt ihr Telefon. "7 Tage", verkündet eine Mädchenstimme. Zunehmend verstört zieht sie ihren Ex-Freund und Video-Experten Noah (Martin Henderson) hinzu; selbst der kleine Aidan sieht unbeabsichtigt das Video.

Die Analyse der Bilder auf dem Band führen Rachel zu einer Insel und der tragischen Geschichte einer Familie. Während die Zeichen übernatürlicher Kräfte sich häufen und immer bedrohlichere Ausmaße annehmen, beginnt für die drei der Wettlauf auf Leben und Tod ...

Der Film ist ein Remake des japanischen Originals "Ringu" von Hideo Nakata aus dem Jahre 1999. Ob die amerikanische Produktion im Vergleich dazu besser oder schlechter abschneidet, muss dahingestellt bleiben, da das Original nicht vorliegt.

Für sich genommen bietet "The Ring" auf jeden Fall gute Unterhaltung - oder besser gesagt, eine ordentliche Gänsehaut. Der Hinweis "nichts für schwache Nerven" sollte ernst genommen werden. Zwar kommen Freunde von Splatter- und expliziten Schocker-Szenen nicht auf ihre Kosten, aber ähnlich wie "The Sixth Sense" vermittelt auch dieser Film ohne viele Effekte eine beklemmende Stimmung.

Neben einer schlüssigen, aber nicht vorhersehbaren Handlung und solider schauspielerischer Leistung sind es vor allem düstere Bilder, unheimliche Geräusche, geschickte Kameraführung sowie unerwartete Rückblenden und kurze schockierende Szenen, an der richtigen Stelle platziert, die schon bald dafür sorgen, dass man die Lösung des Rätsels und das Ende des Filmes herbeisehnt.

Ohne zu viel zu verraten: Das Ende ist erfrischend anders und nicht so kitschig und vorhersagbar wie oft bei dieser Art von Filmen - auch wenn dies hier zur Konsequenz hat, das vermutlich nicht wenige Zuschauer mit einem verstohlenen Blick auf das eigene Handy und unguten Gefühl nach Hause gehen.


SF-Antiquariat: Der rote Planet

Eine gute Nachricht für alle SF-Fans: Bastei Lübbe hat beschlossen, einige Werke des SF-Autors Robert Anson Heinlein wieder aufzulegen. Dabei werden nicht nur die bekannten Werke oder gar seine so genannten "Alterswerke" herausgebracht, sondern auch unbekanntere und frühe Romane.
"Der rote Planet", der hier vorgestellt werden soll, gehört zu einer Reihe von Romanen, die Robert Anson Heinlein Mitte des letzten Jahrhunderts für den Verlag Scribners verfasst hat. Ursprünglich als Jugendbücher konzipiert, bilden sie insbesondere aus heutiger Sicht einen höchst angenehmen Kontrast zu Tendenzen, die sich in den letzten Jahrzehnten innerhalb der SF gebildet haben. Nicht jeder SF-Autor ist ein zweiter Tolkien, dem es wohl ansteht, als Hintergrund für teils mehrtausendseitige Epen, die, in mehr oder weniger mundgerechte Häppchen aufgeteilt, über Jahre hinweg ans Publikum verfüttert werden, komplexe Universen mit noch komplexerer Geschichte und Mythologie zu erdenken, ohne deren intime Kenntnisse man die Handlung nicht zu durchschauen vermag; bei exponierten Vertretern dieser "Stilrichtung" ist ohne diese Kenntnisse bisweilen eine Handlung nicht einmal zu entdecken.

Hiervon hebt sich "Der rote Planet" - wie auch die anderen Romane aus diesem Zyklus - wohltuend ab: Sie spielen in einer Welt der nicht allzu fernen Zukunft, wo die physikalischen Gesetze sich von den uns bekannten nur unwesentlich unterscheiden, auch wenn man hie und da auf Telepathen trifft. Vor allem aber stammen sie von einem Autor, der sein Handwerk aufs Beste versteht und in der Lage ist, eine Geschichte am Anfang zu beginnen, spannend zu erzählen und am Ende ohne Schnörkel aufzuhören.

"Der rote Planet" beginnt - welche Überraschung - auf dem Mars, und dort endet die Geschichte auch. Die Kolonisation des Mars befindet sich noch in ihren Anfängen, und die Siedler brauchen - und haben - die Mentalität der Pioniere, die einst den Westen besiedelten.
Protagonisten sind die Freunde Jim und Frank, die sich aus ihrer Kolonie in die Stadt aufmachen, um die Universität zu besuchen, dort in Konflikt mit dem Direktor geraten und dabei einer großen Sache auf die Spur kommen, weswegen sie sich auf den Rückweg zur Kolonie machen, der beschwerlicher wird als erwartet. Der Leser erfährt - wie häufig bei Heinlein - etwas darüber, wie sich die Umweltbedingungen des Mars konkret auf das Leben der Kolonisten auswirken, er erlebt das Aufeinanderprallen von Siedlern und Bürokraten und eine daraus resultierende Revolte - spannend, lakonisch und schnörkellos.
Man ist erstaunt, wie wenig es braucht, um einen guten Roman zu schreiben - man muss nur damit umgehen können.

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Robert A. Heinlein - Der rote Planet
Lübbe, 284 Seiten, ISBN 3404232143, 6,45 EUR


SF-Soundtrack: Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Als Komponist zeichnet sich größtenteils Howard Shore verantwortlich, der bereits die Soundtracks zu Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" und "Philadelphia" uvm. komponiert hat. Enya, den meisten vermutlich bekannt durch "Only Time", steuerte zwei Tracks bei, die zudem von ihr selbst gesunden werden. Das bekannteste Stück dürfte zweifellos ihr Song "May it be" sein, der lange Zeit oben in den Charts zu finden war und sogar als Video über die Musiksender flimmerte. Beide Künstler waren letztes Jahr für dieses Werk für einen Oscar nominiert, mit nach Hause nehmen konnte ihn jedoch nur Howard Shore.

Gespielt hat das London Philharmonic Orchestra und das New Zealand Symphony Orchestra, für die zahlreiche Untermalung mit Chören wurden The London Voices und die London Oratory School Schola verpflichtet; weitere Solisten waren Elizabeth Frazer ("Lament for Gandalf") und Edward Ross (u. a. "In Dreams"), der mit seiner hellen Knabenstimme hervorsticht.

Mit 18 Tracks und knapp über 70 Minuten Spieldauer ist der Soundtrack zum ersten Teil der "Herr-der-Ringe"-Trilogie deutlich kürzer als der dazugehörige Film, aber kaum ein Zuhörer dürfte etwas vermissen, da sich die bekannten Melodien alle wiederfinden. Die einzelnen Stücke tragen mit wenigen Ausnahmen - zusätzlichen Stücken - Namen der entsprechenden Kapitel aus dem Buch.

Abgesehen von Enyas Ballade (Track 18) und dem melancholischen, aber sehr schönen Stück "In Dreams" (Track 17), die beide allerdings erst ab Abspann laufen, ist der Soundtrack recht klassisch und ganz so, wie man es bei einem Fantasy-Film erwartet: in der Regel instrumental und an passenden Stellen mit Gesang untermalt. An einigen Stellen hört man auch antikere Instrumente heraus, die sonst weniger Verwendung finden in epischen Soundtracks, aber zum "Herr der Ringe" passen.

Für sich alleine betrachtet erscheint der Soundtrack weniger eingängig als der von vergleichbaren Werken. Beim ersten Hören vermisst man markante Melodien, was sich aber ändert, sobald man den Film dazu gesehen hat. Die Musik passt sehr schön zu den Bildern und man kann die Themen der unterschiedlichen Charaktere deutlich voneinander unterscheiden:
die Fanfare der Gefährten und natürlich zugleich das zentrale Thema des Filmes (Track 17); die fröhliche Melodie der Hobbits im Auenland (Track 2); das nach Ketten und Maschinen klingende Thema Sarumans (Track 4); die schrillen Chöre der Schwarzen Reiter (Track 5); die traurig-schönen, leisen Klänge der Elben, wo ausschließlich weibliche Stimme eingesetzt werden (Track 10, 14); die bedrohlich klingenden Herrenchöre der Minen von Moria (Track 13) und das Thema Saurons (Track 3).

Hübsch gemacht ist das Booklet zur CD, in dem die Texte der Stücke mit Gesang abgedruckt sind, jeweils in Englisch und gegebenenfalls zusätzlich in elbischer Sprache, denn die Hälfte der Stücke sind in Quenya und Sindarin gesungen, so auch das Klagelied für Gandalf (Track 14) und Arwens und Aragorns Thema (Track 11). Sie stammen von verschiedenen Künstlern, unter anderem Fran Walsh, Mitproduzentin des Filmes, und wurden nach Tolkiens Regelwerk in die Elbensprache übersetzt.

Fazit: Wer den Film mag und ihn vor seinem geistigen Auge noch einmal vorbeiziehen lassen möchte, wird den Soundtrack nicht missen wollen.

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Soundtrack - Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Wb (Warner Music ), Audio CD, 14,99 EUR

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15. Wissenschaft: Risiken in der Wissenschaft

Am 01.02.2003 um etwa 15:00 MEZ brach der Kontakt zu Raumfähre Columbia ab. Dieses Unglück hat uns erneut vor Augen geführt, dass Forschung auch mit Risiken verbunden ist. Deshalb ist es bei vielen Forschungsprojekten notwendig, Risiko und Nutzen gegeneinander abzuwägen, sei es bei Expeditionen in die Wüste, den Urwald oder eben bei Reisen in den Weltraum, aber auch in biologischen Laboratorien, wo meist mit gefährlichen Krankheitserregern gearbeitet wird.
Sehr oft stellt man dann fest, dass Wissenschaftler bereit sind, selbst erhebliche Risiken einzugehen, um neues Wissen zu erlangen. Offensichtlich ist der Drang, etwas über die Welt herauszufinden groß genug, um dafür Leib und Leben aufs Spiel zu setzen.

Neben den persönlichen Risiken, die ein Forscher bereit ist einzugehen, gibt es aber auch noch Forschungen, die das Leben Dritter betreffen. Insbesondere in der Medizin kommt man nicht ohne Menschen aus, die bereit sind, Medikamente vor der Zulassung an sich testen zu lassen.
Das muss den Wissenschaftler vor ethische Probleme stellen, da auch nach den vorgeschriebenen Experimenten an Tieren - die selbstverständlich auch auf das absolut unvermeidbare Maß reduziert werden müssen - das Risiko von unbekannten Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden kann.
Und als drittes Risiko gibt es noch die Folgen für die Gesellschaft im Allgemeinen, die nicht immer im Voraus abzuschätzen sind. Dazu gehören heute vor allem die Folgen des Atomzeitalters und die Auswirkungen der Gentechnik in der Landwirtschaft und der Medizin.

Das persönliche Risiko, das ein Forscher bereit ist einzugehen, muss dieser natürlich in erster Linie mit sich selbst ausmachen. Trotzdem gehört zur Planung eines Forschungsprojektes auch die Minimierung von persönlichen Gefahren, so muss man bei Expeditionen Impfungen vornehmen, die klimatischen Bedingungen beachten und bekannte Komplikationen nach Möglichkeit ausschließen. Für die Raumfahrt gilt das selbstverständlich auch, vielleicht sogar noch mehr. Trotzdem werden diese Regeln nicht immer eingehalten, manchmal wird aus Kostengründen oder einfach nur durch Unaufmerksamkeit die Sicherheit aufs Spiel gesetzt. Oft geht es trotzdem gut, aber manchmal führt es zu Katastrophe.
Dennoch soll dies kein Plädoyer für die Abschaffung solcher Expeditionen sein, sie sind wichtig und ohne sie gibt es keinen Fortschritt in Wissenschaft und Forschung. Insbesondere die Weltraumforschung bringt uns Erkenntnisse, die auf der Erde nur schwer oder gar nicht zu erhalten wären. Nicht immer ist es sofort einsichtig, in welchen Lebensbereichen sich diese Erkenntnisse auswirken werden, das spielt aber keine Rolle, da es zunächst einmal darum geht, überhaupt die Wissensbasis zu verbreitern und erst in zweiter Linie um die Entwicklung praktischer Anwendungen.

Die Leistungen der Forscher, die in ihrer Arbeit ihr Leben gelassen haben, sind deshalb nur zu bewundern, und es wäre falsch, daraus zu schließen, diese Forschungen einzustellen. Seien es nun Exkursionen in die Arktis oder Reisen in den Weltraum. Forscher müssen hin und wieder Risiken eingehen, um ihre Ziele erreichen zu können. Selbstverständlich müssen bekannte Risiken, wo immer möglich, minimiert werden. Ob ein Wissenschaftler bereit ist, sich darauf einzulassen, ist dann ganz allein seine Entscheidung.
Schwieriger ist es da schon, wenn Forscher für andere entscheiden müssen, weil die Probanten in einer medizinischen Studie oft nicht über das Wissen verfügen, um das Risiko einschätzen zu können. Natürlich kann man davon ausgehen, dass seriöse Wissenschaftler ihre Versuchspersonen keinem vermeidbaren und vorhersehbaren Risiko aussetzen, und es gibt klare Regeln, dass neue Therapieansätze erst an Patienten ausprobiert werden, denen mit bisherigen Methoden nicht mehr zu helfen ist.

Das war auch bei den ersten Versuchen zur Gentherapie der Fall, die nach anfänglichem Erfolg bei den Probanden Leukämie ausgelöst haben. Bei der angewendeten Methode wurden Retroviren benutzt, um das Genmaterial in die Stammzellen des Knochenmarks einzubauen, wo diese angeregt werden sollten, Zellen des Immunsystems zu bilden. Leider stellte sich heraus, dass bei Säuglingen zwischen einem und drei Monaten in zwei Fällen Leukämie die Folge war, während Kinder, die älter als sechs Monate waren, von dieser Nebenwirkung verschont blieben. Ursache war wahrscheinlich, dass die Retroviren ihre Genladung nicht gezielt in die Zelle einbauten, sondern die Gene einfach irgendwo im Erbmaterial unterbrachten.

Auch in solchen Fällen muss genau abgewägt werden, ob absehbare Risiken den Nutzen überwiegen, einige Risiken, wie in obigem Fallbeispiel, sind jedoch im Voraus nicht zuerkennen.
Im Fall der Gentherapie hat man sich entschlossen, diese Risiken einzugehen und die Chancen des neuen Ansatzes zu nutzen, um Krankheiten behandeln zu können, die sich konventionellen Therapien entziehen.
Einige Entwicklungen sind inzwischen soweit verbreitet, dass sie breite Bevölkerungsschichten beeinflussen und kommerzielle Interessen mit eventuellen Bedenken konkurrieren. Das ist zum Beispiel bei Atomkraft und genetisch veränderten Lebensmitteln der Fall. Der kritische Prozess der wissenschaftlichen Untersuchung hört hier aber nicht auf, sondern er muss weiter begleiten und sein Ziel darin suchen, etwaige Bedenken zu widerlegen oder zu bestätigen. Grundsätzlich sollte der Wissenschaftler seiner Forschung neutral gegenüber stehen und positive wie negative Ergebnisse gleichermaßen berücksichtigen. Die Entdecker der Kernspaltung sind deshalb grundsätzlich nicht für die Atombombe verantwortlich zu machen, da ihr Interesse der Aufklärung eines Phänomens galt. Doch man kann den Forscher nicht ganz aus der Verantwortung entlassen, da er die Folgen seiner Forschungen als - hoffentlich unvoreingenommener - Experte am besten einschätzen kann. Ob die Folgen und Risiken dann von der Gesellschaft akzeptiert werden oder nicht, ist danach aber nicht mehr sein Problem.

Wenn es darum geht, Risiken für andere Menschen oder die Gesellschaft abzuschätzen, muss der Wissenschaftler sorgfältig abwägen, wie weit er gehen will und kann, und für sein persönliches Risiko gilt natürlich im Wesentlichen dasselbe.
Wenn uns dann eine Katastrophe wie der Absturz der Columbia daran erinnert, wie gefährlich die bemannte Raumfahrt immer noch ist, dann sollten wir uns auch vor Augen halten, warum Menschen diese Risiken einzugehen bereit sind, und dass es sicher nicht in ihrem Interesse wäre die Forschungen einzustellen.
Das sammeln von Daten und Fakten, das Entwickeln neuer medizinischer Ansätze, das Finden von Lösungen für die Probleme der Menschen und der Drang, die Welt besser zu verstehen, sind es wert, das Menschen dafür ihr Leben aufs Spiel setzen.

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16. Subspace Link

"Spider Man": TV-Serie?

Offenbar ist unter dem Titel "Peter Parker" eine Real-TV-Serie à la "Smallville" in Planung. Gezeigt werden sollen die Entwicklung Parkers ab der Transformation zum "Spider-Man" meldet "Zentertainment".

"Spider Man II": Alfred Molina als Doctor Octopus!

Alfred Molina wird die Rolle des "Doctor Octopus" in der kommenden "Spider-Man"-Fortsetzung übernehmen! Dieses hat jetzt Marvel-Chef Avi Arad in der "Philadelphia News" ausgeplaudert. Arad sagte außerdem, dass es nur einen großen Bösewicht in "Spider-Man 2" geben werde und das die Dreharbeiten im April 2003 starten würden. Weitere Comicfilm-News: "Wolverine" könnte einen eigenen Film bekommen, darin könnten die Hintergründe dieser Figur aufgeklärt werden.

"Superman": Bekommt Josh Hartnett die Rolle?

Internetberichten zufolge soll Josh Hartnett nun doch mit "99prozentiger Wahrscheinlichkeit" die Rolle des Superman in dem kommenden Film übernehmen. Angeblich habe es am Dienstag einen Screentest mit Hartnett gegeben, nun solle die Gagenfrage geklärt werden. Hartnett und andere Darsteller hatten früheren Meldungen zufolge abgelehnt, da die Verträge hierzu vorsehen, dass der Darsteller gleich für drei Filme unterschreiben muss.

"Daredevil": In den USA auf Platz 1.

In den USA hat "Daredevil" nun den ersten Platz der Kinocharts geentert. Laut "Variety" hat der Film in den ersten drei Tagen 43,5 Mio. US-Dollar eingenommen. Nur 11,9 Mio. nahm zeitgleich die Fortsetzung "Das Dschungelbuch 2" ein, der Film landete auf dem vierten Platz. Auf dem siebten Platz findet sich derweil "Final Destination 2", der Film nahm insgesamt nunmehr 36,1 Mio. US-Dollar ein.
Diese Woche ist in den deutschen Kinocharts "The Ring" erst auf dem vierten Platz neu eingestiegen. Auf den weiteren Plätzen finden sich laut "Spiegel" nur Mainstream-Kinohits.

"Catwoman": Mit Musik von Metallica!

James Hettfield von Metallica wird im kommenden "Catwoman"-Kinofilm nicht nur etwas zur Musik des Filmes beitragen, sondern auch eine kleine Nebenrolle spielen, meldet "Dark Horizons".

"Der Herr der Ringe 3": Fünf Tode für Saruman!

Fünf Varianten der Todesszene von "Saruman" wurden angeblich für den dritten "Herr der Ringe"-Film gedreht. Christopher Lee habe laut der Site "TheOneRing" gemeint, er wisse nicht, welche dieser Szenen im Film unterkommen werde. Er hoffe allerdings, dass jene Szene genommen werde, die der aus dem Buch gleichkomme.

"Buffy": Romantik & Drama für Buffy und Spike!

James Marsters hat in einem Interview nun gemeint, dass die Beziehung zwischen Buffy und Spike zum Ende der aktuellen US-Season ein "romantisches" und "dramatisches" Ende nehmen werde. Zur Zeit ist noch unklar, wie es mit der Serie im Herbst weitergehen wird.

"Monster AG": Doch keine Fortsetzung?

John Goodman hat in einem Interview gemeint, eine Fortsetzung zum Pixar-Hit "Monster AG" sei unwahrscheinlich. Grund sei, dass man bei Pixar offenbar keine vernünftige Story zusammen bekommen habe - daher gäbe es keinen Grund für eine Fortsetzung. Bei Pixar sei man eher an Kurzfilmen zum Thema interessiert, so Goodman laut "Dark Horizons".

"Forbidden Planet": Drehbuchautor gesucht!

DreamWorks sucht derzeit nach einem Drehbuchautor für das geplante Remake des SF-Klassikers "Forbidden Planet". Laut "AICN" werden Richard Saperstein, Lindsay Dunlap und Jim Cameron den Film produzieren.

"World of Tommorow": Mit Angelina Jolie!

Angelina Jolie soll neben Jude Law und Gwyneth Paltrow in dem SF-Thriller "The World of Tomorrow" mitwirken meldet "Variety".

"Xena": Musik von Mariah Carey?

Offenbar ist an dem geplanten "Xena"-Kinofilm mehr dran, als zunächst gedacht. Laut "ITV" soll die Filmmusik von Joseph Lo Duca stammen, einer der Songs soll dabei gar von Mariah Carey stammen und "When I Look at You" heißen. Der Song soll als Theme für die Verbindung zwischen Xena und Gabriel dienen.

"REHI, ET": SF-Mythen und wie man sie erzählt!

Vom 01.-04.05.03 findet die SF-Schreibwerkstatt im Schloss Retzhof 2003/Steiermark/Österreich mit Uwe Anton, Andreas Findig und Leo Lukas statt. Die Veranstalter: "Da noch Plätze frei sind, hat sich Organisator Bernd Hubich entschlossen, die Anmeldefrist für die SF-Schreibwerkstatt auf den 15.03.03 zu verlegen. Zu diesem Termin muss aber auch die einzureichende SF-Geschichte bei ihm per E-Mail (bernd.hubich@gmx.net) als rtf-File eintreffen. Fragen zum Inhalt beantworten die Internetseiten des Seminarleiters Andreas Findig - http://retzhof.de.vu - organisatorische Fragen werden auf den Internetseiten von Bernd Hubich - http://bch.gmxhome.de/frame_veranst.htm - oder direkt per E-Mail beantwortet.
Das die Teilnahme an der SF-Schreibwerkstatt zum Erfolg führen kann, zeigt schön das Beispiel von Michael Markus Thurner, Autor des 3. Bandes der "Atlan-Centauri"-Reihe des VPM-Verlages und Teilnehmer an der SF-Schreibwerkstatt 2002."

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Ausgabe 106 - 22.02.2003


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Ausgabe 107 erscheint am
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